Bibel in einem Jahr · Tag 93 von 365

2 Sam 5–7

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das 2. Buch Samuel 5

1Darauf kamen alle Stämme Israels zu David nach Hebron und sprachen: Siehe, wir sind dein Fleisch und dein Bein! 2Schon gestern und ehedem, als Saul noch König über uns war, warst du es, der Israel ausführte und zurückführte, der Herr aber hat zu dir gesagt: Du sollst der Hirt meines Volkes Israel sein und du sollst der Fürst sein über Israel. 3Auch kamen die Ältesten von Israel zu dem Könige nach Hebron und der König David schloss mit ihnen einen Bund in Hebron vor dem Herrn und sie salbten David zum Könige über Israel. 4Dreißig Jahre war David alt, als er König wurde, und vierzig Jahre herrschte er. 5In Hebron herrschte er über Juda sieben Jahre und sechs Monate und in Jerusalem herrschte er dreiunddreißig Jahre über ganz Israel und Juda. 6Als nun der König mit allen Männern, die bei ihm waren, vor Jerusalem gegen die Jebusiter, welche das Land bewohnten, zog, sprachen diese zu David: Du wirst hier nicht hereinkommen, es sei denn du schaffst die Blinden und die Lahmen weg, welche sagen: David wird hier nicht eindringen. 7Aber David nahm die Burg Sion, das ist die Stadt Davids, ein. 8David hatte nämlich an jenem Tage einen Preis für den ausgesetzt, der die Jebusiter schlagen und bis zu den Wasserrinnen der Häuser gelangen und die Blinden und Lahmen wegschaffen würde, welche David hassten. Darum heißt es im Sprichworte: Der Blinde und der Lahme sollen nicht in den Tempel kommen. 9Hierauf nahm David in der Burg Wohnung und nannte sie Davidsstadt und führte ringsum Bauten auf, von Mello an und nach innen zu. 10Und David nahm immer mehr zu und gedieh und der Herr der Gott der Heerscharen, war mit ihm. 11Auch sandte Hiram, der König von Thyrus, Boten an David und Zedernholz und Zimmerleute und Steinmetzen zu Bauten und sie bauten David ein Haus. 12Und David erkannte, dass ihn der Herr zum Könige über Israel bestätigt und seine Herrschaft über sein Volk Israel erhöht habe. 13David also nahm aus Jerusalem noch andere Nebenweiber und Frauen, nachdem er von Hebron gekommen war, und es wurden dem David noch andere Söhne und Töchter geboren. 14Dies sind die Namen derjenigen, welche ihm in Jerusalem geboren wurden: Samua, Sobab, Nathan, Salomon, 15Jebahar, Elisua, Nepheg, 16Japhia, Elisama, Elioda und Eliphaleth. 17Als nun die Philister hörten, dass David zum Könige über Israel gesalbt sei, zogen sie insgesamt herauf, um David aufzusuchen. Da David dies hörte, zog er in die Bergfeste hinab. 18Die Philister aber rückten heran und breiteten sich im Tale Raphaim aus. 19Da befragte David den Herrn und sprach: Soll ich gegen die Philister hinaufziehen? Und wirst du sie in meine Hand geben? Der Herr sprach zu David: Ziehe hinauf, denn ich werde die Philister in deine Hand geben. 20David kam also nach Baal-Pharasim und schlug sie daselbst und sprach: Der Herr hat meine Feinde vor mir zerteilt, wie sich die Wasser teilen. Darum nannte man den Namen dieses Ortes Baal-Pharasim. 21Daselbst ließen sie ihre geschnitzten Götzenbilder zurück, David aber und seine Männer nahmen sie weg. 22Ein anderes Mal zogen die Philister herauf und breiteten sich im Tale Raphaim aus. 23Da befragte David den Herrn: Soll ich gegen die Philister hinaufziehen und wirst du sie in meine Hand geben? Er antwortete: Ziehe nicht gegen sie hinauf, sondern umgehe sie im Rücken und nähere dich ihnen von der Seite der Birnbäume her. 24Wenn du ein Rauschen hörst, wie wenn etwas über die Wipfel der Birnbäume hinführe, dann beginne den Kampf; denn alsdann wird der Herr vor dir herziehen, um das Heerlager der Philister zu schlagen. 25Da tat David, wie der Herr ihm geboten hatte, und er schlug die Philister von Gabaa bis wo man nach Gezer kommt.

Das 2. Buch Samuel 6

1David aber versammelte abermals alle Auserlesenen aus Israel, dreißigtausend Mann. 2Und er machte sich auf und ging hin mit allem Volke, das von den Männern Judas bei ihm war, die Lade Gottes heraufzuholen, über welcher der Name des Herrn der Heerscharen angerufen ist, der auf ihr über den Cherubim thront. 3Und sie setzten die Lade Gottes auf einen neuen Wagen und brachten sie aus dem Hause Abinadabs, welcher in Gabaa wohnte, hinweg; Oza aber und Ahio, die Söhne Abinadabs, führten den neuen Wagen, 4Als sie nun die Lade aus dem Hause Abinadabs, der in Gabaa wohnte, geholt hatten, hing Ahio, die Lade Gottes hütend, vor derselben her. 5David aber und ganz Israel spielten vor dem Herrn auf allerlei Holzinstrumenten, auf Zithern und Lauten und Pauken und Zinken und Zimbeln. 6Als sie aber bei der Tenne Nachon ankamen, streckte Oza seine Hand aus nach der Lade Gottes und hielt sie fest, denn die Rinder schlugen aus und brachten sie ins Schwanken. 7Da ergrimmte der Zorn des Herrn gegen Oza und er schlug ihn wegen der Vermessenheit und er starb daselbst bei der Lade Gottes. 8David aber wurde bestürzt, weil der Herr Oza getötet hatte, und man nannte diesen Ort Erschlagung Ozas bis auf diesen Tag. 9Da kam über David an jenem Tage Furcht vor dem Herrn und er sprach: Wie dürfte die Lade des Herrn zu mir kommen? 10So wollte er denn die Lade des Herrn nicht zu sich in die Davidsstadt kommen lassen, sondern ließ sie in das Haus des Gethiters Obedom bringen. 11Und die Lade des Herrn blieb drei Monate im Hause des Gethiters Obededom, der Herr aber segnete den Obededom und sein ganzes Haus. 12Als nun dem Könige David kundgetan ward, dass der Herr Obededom und all das Seinige um der Lade Gottes willen gesegnet habe, zog David hin und holte die Lade Gottes vom Hause Obededoms in die Davidsstadt unter Freudenbezeigungen herauf. Und David hatte sieben Chöre bei sich und junge Rinder zum Schlachtopfer. 13Als nun die, welche die Lade des Herrn trugen, sechs Schritte gemacht hatten, opferte er einen Ochsen und einen Widder 14und David tanzte mit aller Kraft vor dem Herrn her, angetan mit einem linnenen Ephod. 15So geleitete David und das ganze Haus Israel die Lade des Zeugnisses des Herrn mit Jubel und Posaunenschall hinauf. 16Als nun die Lade des Herrn in die Stadt Davids einzog, schaute Michol, die Tochter Sauls, durch das Fenster, und da sie den König David vor dem Herrn her hüpfen und tanzen sah, verachtete sie ihn in ihrem Herzen. 17Sie brachten also die Lade des Herrn hinein und stellten sie an ihren Platz in der Mitte des Zeltes, welches David für sie aufgeschlagen hatte, und David brachte Brandopfer und Friedopfer vor dem Herrn dar. 18Und nachdem er die Brandopfer und Friedopfer dargebracht hatte, segnete er das Volk im Namen des Herrn der Heerscharen. 19Alsdann verteilte er unter die ganze Menge Israels, an einen jeden, Mann wie Weib, einen Brotkuchen und ein Stück gebratenes Rindfleisch und mit Öl geröstetes Gebäck; darnach zog alles Volk fort, ein jeder in sein Haus. 20Als aber David heimkehrte, sein Haus zu segnen, trat Michol, die Tochter Sauls, heraus, David entgegen und sprach: Wie herrlich ist heute der König von Israel gewesen, indem er sich vor den Mägden seiner Diener entkleidet und entblößt hat, wie ein Possenreißer zu tun pflegt! 21David sprach zu Michol: Vor dem Herrn, der mich vielmehr auserwählt hat als deinen Vater und seine ganze Familie, und der mir geboten hat, Fürst über das Volk des Herrn in Israel zu sein, 22werde ich spielen und noch geringer werden als ich gewesen bin, und mich demütigen in meinen Augen und vor den Mägden, von denen du geredet hast, noch herrlicher erscheinen. 23Michol, die Tochter Sauls, gebar daher kein Kind, bis zum Tage ihres Todes.

Das 2. Buch Samuel 7

1Es begab sich aber, als der König in seinem Hause wohnte und der Herr ihm Ruhe vor allen seinen Feinden ringsum verliehen hatte, 2sprach er zu dem Propheten Nathan: Du siehst, dass ich in einem Zedernhause wohne, während die Lade Gottes unter Fellen steht? 3Da entgegnete Nathan dem Könige: Alles, was du im Sinne hast, gehe hin und tue, denn der Herr ist mit dir! 4Es begab sich aber in jener Nacht, siehe, da erging das Wort des Herrn an Nathan: 5Gehe hin und sprich zu meinem Diener David: So spricht der Herr: Solltest du mir wohl eine stete Wohnung bauen? 6Ich habe ja doch nicht in einem Hause gewohnt von jenem Tage an, da ich die Söhne Israels aus dem Lande Ägypten herausführte, bis auf diesen Tag, sondern wanderte in Hütte und Zelt. 7Überall, wo ich mit allen Söhnen Israels durchzog, habe ich da zu einem von den Stämmen Israels, dem ich befohlen, mein Volk Israel zu weiden, so gesagt und gesprochen: Warum habt ihr mir kein Haus aus Zedern gebaut? 8So sage nun meinem Diener David dies: Also spricht der Herr der Heerscharen: Ich selbst habe dich von dem Weideplatz, als du hinter den Schafen hergingest, genommen, dass du Fürst seiest über mein Volk Israel, 9und ich bin mir dir gewesen überall, wo du wandeltest, und habe alle deine Feinde vor dir her getötet und habe dir einen großen Namen gemacht, gleich dem Namen der Größten, welche auf Erden sind. 10Und ich will meinem Volke Israel eine Stätte bestimmen und will es daselbst pflanzen und es soll da wohnen und nicht mehr beunruhigt werden und die Kinder der Bosheit sollen es nicht mehr bedrängen wie vordem 11von dem Tage an, da ich Richter über mein Volk Israel setzte, und ich will dir Ruhe verleihen vor allen deinen Feinden, und der Herr tut dir kund, dass der Herr dir ein Haus bauen wird. 12Und wenn deine Tage vollendet sind und du zu deinen Vätern entschlafen bist, will ich dir einen Nachkommen erwecken, der aus deinen Lenden stammen soll, und will sein Königtum befestigen. 13Er soll meinem Namen ein Haus bauen und ich werde den Thron seines Königtums fest gründen auf ewig. 14Ich werde ihm Vater sein und er soll mir Sohn sein; wenn er etwas Böses tut, will ich ihn mit der Menschenrute strafen und mit Schlägen der Menschenkinder. 15Aber meine Barmherzigkeit werde ich ihm nicht entziehen, wie ich sie Saul entzogen habe, den ich vor meinem Angesichte verstieß. 16Und dein Haus soll beständig und dein Königtum bis in Ewigkeit sein vor deinem Angesichte und dein Thron soll fest stehen für und für. 17Nach allen diesen Worten, und diesem ganzen Gesichte gemäß redete Nathan zu David. 18Da ging der König David hin und ließ sich vor dem Herrn nieder und sprach: Wer bin ich, Herr, Gott! und was ist mein Haus, dass du mich bis hierher geführt hast? 19Und doch schien auch dies noch zu wenig in deinen Augen, Herr, Gott! und du hast für das Haus deines Dieners in die ferne Zukunft eine Zusage gemacht; denn das ist das Gesetz Adams, Herr, Gott! 20Was konnte also David noch weiter zu dir sprechen? du kennst ja deinen Diener, Herr, Gott! 21Um deines Wortes willen und nach deinem Herzen hast du all dies Große getan, so dass du es deinem Diener kundtatest. 22Darum bist du hoch erhaben, o Herr, Gott! denn es ist deinesgleichen nicht, noch ist ein Gott außer dir, nach alledem, was wir mit unsern Ohren gehört haben. 23Welches andere Volk ist aber auf Erden wie dein Volk Israel, um dessenwillen Gott hingegangen ist, um es sich als Volk zu erlösen und sich einen Namen zu machen und große und furchtbare Taten für dasselbe auf Erden zu tun, vor den Augen deines Volkes, welches du dir aus Ägypten erlöst hast, das Volk und seinen Gott? 24Denn du hast dir dein Volk Israel auf ewig bestätigt zum Volke und du, Herr, Gott! bist ihnen zum Gott geworden. 25Darum, o Herr, Gott! lass die Zusage, die du deinem Diener und seinem Hause gegeben hast, in Ewigkeit bleiben und tue, wie du gesprochen hast, 26damit dein Name verherrlicht werde in Ewigkeit und man sage: Der Herr der Heerscharen ist Gott über Israel! Und das Haus deines Dieners David wird feststehen vor dem Herrn; 27denn du selbst, Herr der Heerscharen, Gott Israels, hast dem Ohre deines Dieners geoffenbart und gesagt: Ich will dir ein Haus bauen, darum hat dein Diener sich ein Herz gefasst, diese Bitte an dich zu richten. 28Nun denn, Herr, Gott! du bist Gott und deine Worte werden Wahrheit sein, denn du hast deinem Diener diese freudenvollen Verheißungen gegeben. 29Darum fange an und segne das Haus deines Dieners, auf dass es ewig vor dir sei; denn du, Herr, Gott! hast gesprochen, und durch deinen Segen wird das Haus deines Dieners auf ewig gesegnet sein.