Bibel in einem Jahr · Tag 92 von 365

2 Sam 2–4 · Lk 22

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das 2. Buch Samuel 2

1Hierauf befragte David den Herrn und sprach: Soll ich in eine von den Städten Judas hinaufziehen? Und der Herr sprach zu ihm: Ziehe hinauf! David sprach: Wohin soll ich ziehen? Und er antwortete ihm: Nach Hebron. 2So zog David denn mit seinen beiden Frauen, Achinoam, der Jezrahelitin, und Abigail, dem Weibe Nabals von Karmel, hinauf, 3aber auch seine Leute nahm David alle mit sich, samt ihren Familien, und sie ließen sich in den Ortschaften von Hebron nieder. 4Da kamen die Männer von Juda und salbten David daselbst zum Könige über das Haus Juda. Und man berichtete David, dass die Männer von Jabes Galaad Saul begraben hätten. 5Da sandte David Boten zu den Männern von Jabes Galaad und ließ ihnen sagen: Gesegnet seiet ihr von dem Herrn, dass ihr diese Barmherzigkeit an Saul, euerm Herrn, getan und ihn begraben habt! 6Der Herr zwar wird euch die Barmherzigkeit und Treue vergelten, aber auch ich will euch Dank dafür erzeigen, dass ihr dies getan habt. 7So mögen nun eure Hände stark sein und ihr euch als tapfere Männer zeigen; denn wenn auch Saul, euer Herr gestorben, so hat doch das Haus Juda mich zum Könige über sich gesalbt. 8Abner aber, der Sohn Ners, der Heerführer Sauls, nahm Isboseth, den Sohn Sauls, und führte ihn in der Lagerstadt herum, 9und setzte ihn als König über Galaad und über Gessuri und über Jezrahel und über Ephraim und über Benjamin und über das gesamte Israel ein. 10Vierzig Jahre war Isboseth, der Sohn Sauls, alt, als er König ward über Israel und er herrschte zwei Jahre; einzig aber das Haus Juda hielt zu David. 11Die Zahl der Tage, welche David in Hebron lebte als König über das Haus Juda, waren sieben Jahre und sechs Monate. 12Und Abner, der Sohn Ners, zog mit den Leuten Isboseths, des Sohnes Sauls, aus der Lagerstadt nach Gabaon. 13Ebenso zogen Joab, der Sohn Sarvias, und die Diener Davids aus und stießen auf sie beim Teiche von Gabaon. Als sie sich dort getroffen hatten, lagerten sie sich einander gegenüber, die einen auf der einen Seite des Teiches, die anderen auf der anderen Seite. 14Da sprach Abner zu Joab: Lass einige Jünglinge hervortreten und vor uns ein Kampfspiel halten! Joab antwortete: Sie mögen hervortreten! 15Sie traten also hervor und es gingen zwölf an der Zahl von Benjamin, von der Seite Isboseths, des Sohnes Sauls, und zwölf von den Leuten Davids einander entgegen. 16Ein jeder ergriff den Kopf des andern und stieß dem Gegner das Schwert in die Seite und sie fielen mitsammen und man nannte den Namen dieses Ortes Heldenacker bei Gabaon. 17Da entspann sich an jenem Tage ein sehr harter Streit, und Abner und die Männer von Israel wurden von den Leuten Davids in die Flucht geschlagen. 18Nun waren daselbst drei Söhne Sarvias: Joab, Abisai und Asael; Asael war ein sehr schneller Läufer, wie eines von den Rehen, welche sich in den Wäldern aufhalten. 19Und Asael verfolgte den Abner, ohne zur Rechten oder zur Linken abzuweichen und ohne von der Verfolgung Abners abzulassen. 20Da schaute Abner um sich und sprach: Bist du Asael? Er antwortete: Ich bin es. 21Abner sprach zu ihm: Wende dich zur Rechten oder zur Linken und greife einen von den jungen Leuten und nimm dir dessen Rüstung! Aber Asael wollte nicht aufhören, auf ihn einzudringen. 22Da sprach Abner nochmals zu Asael: Lass ab und verfolge mich nicht, das ich nicht gezwungen sei, dich zu Boden zu strecken; denn ich könnte mein Angesicht nicht mehr zu deinem Bruder Joab erheben. 23Da er es aber verschmähte, auf ihn zu hören und nicht weichen wollte, wandte Abner seinen Speer und stieß ihn damit in den Unterleib und durchbohrte ihn und er starb an derselben Stelle und alle, die an dem Orte vorüberkamen, an dem Asael gefallen und gestorben war, blieben stehen. 24Während aber Joab und Abisai dem flüchtigen Abner nachsetzten, ging die Sonne unter und sie kamen bis zu dem Hügel der Wasserleitung, der dem Tale gegenüber liegt am Wege nach der Wüste von Gabaon. 25Da sammelten sich die Söhne Benjamins um Abner und bildeten einen geschlossenen Haufen und stellten sich auf der Spitze eines Hügels auf. 26Und Abner rief Joab an und sprach: Soll dein Schwert bis zur Vernichtung wüten? Weißt du nicht, dass die Verzweiflung gefährlich ist? wie lange noch soll es dauern, bis du dem Volke sagst, dass es ablasse, seine Brüder zu verfolgen? 27Joab antwortete: So wahr der Herr lebt, hättest du geredet, das Volk hätte seit dem Morgen schon abgelassen, seine Brüder zu verfolgen! 28Hierauf ließ Joab in die Posaune stoßen, da blieb das ganze Heer stehen und sie verfolgten Israel nicht weiter und standen vom Kampfe ab. 29Abner aber und seine Mannen zogen durch die Ebene diese ganze Nacht hindurch, alsdann überschritten sie den Jordan und durchzogen ganz Bethhoron und kamen in die Lagerstadt. 30Als nun Joab, von Abner ablassend, zurückgekehrt war, sammelte er das ganze Volk und es fehlten von den Leuten Davids neunzehn Mann außer Asael. 31Die Leute Davids aber hatten von Benjamin und von den Männern, die bei Abner waren, dreihundert und sechzig erschlagen, die den Tod erlitten. 32Und sie nahmen Asael und begruben ihn im Grabe seines Vaters in Bethlehem; dann gingen Joab und die Männer, die bei ihm waren, die ganze Nacht hindurch und kamen, als der Morgen anbrach, nach Hebron.

Das 2. Buch Samuel 3

1Die Fehde also zwischen dem Hause Sauls und dem Hause Davids wurde langwierig und David nahm zu und ward immer stärker, das Haus Sauls aber nahm täglich ab. 2Und es wurden dem David in Hebron Söhne geboren; sein Erstgeborner war Amnon, von Achinoam, der Jezrahelitin; 3und nach ihm kam Cheleab, von Abigail, dem Weibe Nabals von Karmel; der dritte war Absalom, der Sohn Maachas, der Tochter Tholmais, des Königs von Gessur; 4der vierte Adonais, ein Sohn Haggiths; der fünfte Saphathia, der Sohn Abitals, 5und der sechste Jethraam von Egla, dem Weibe Davids. Diese wurden David zu Hebron geboren. 6Während nun der Kampf zwischen dem Hause Sauls und dem Hause Davids währte, leitete Abner, der Sohn Ners, das Haus Sauls. 7Saul aber hatte eine Nebenfrau gehabt mit Namen Respha, eine Tochter Ajas. Und Isboseth sprach zu Abner: 8Warum bist du zu der Nebenfrau meines Vaters gegangen? Da ergrimmte Abner sehr über die Worte Isboseths und sprach: Bin ich denn heut ein Hundskopf gegen Juda, ich, der ich an dem Hause Sauls, deines Vaters, und an seinen Brüdern und Verwandten Barmherzigkeit geübt und dich nicht in die Hand Davids überliefert habe, dass du mich zur Rede stellst und mir heut um eines Weibes willen Vorwürfe machst? 9Gott tue Abner dies und das, wenn ich das, was der Herr David geschworen hat, nicht an ihm in Erfüllung bringe, 10dass die Königswürde von dem Hause Sauls genommen und der Thron Davids über Israel und über Juda von Dan bis Bersabee erhoben werde. 11Jener aber konnte ihm nichts antworten, weil er ihn fürchtete. 12So sandte Abner also Boten zu David, dass sie in seinem Namen sagten: Wem gehört das Land? Und dass sie sprachen: Schließe Freundschaft mit mir, so soll meine Hand dir hilfreich sein und ich will dir das gesamte Israel zuführen. 13David sprach: Sehr gut! Ich will mit dir Freundschaft schließen, nur fordere ich eine Sache von dir, nämlich: Du wirst mein Angesicht nicht sehen, ehe du mir Michol, die Tochter Sauls, zugeführt hast; wenn du so kommst, wirst du mich sehen. 14Auch sandte David Boten an Isboseth, den Sohn Sauls, und sprach: Gib mein Weib Michol zurück, welche ich mir um hundert Vorhäute der Philister verlobt habe. 15Da sandte Isboseth hin und ließ sie ihrem Manne Phalthiel, dem Sohne von Lais, nehmen. 16Und ihr Mann folgte ihr weinend bis nach Bahurim. Da sprach Abner zu ihm: Gehe und kehre zurück! Und er kehrte zurück. 17Auch redete Abner mit den Ältesten Israels und sprach: Schon gestern und ehedem habt ihr verlangt, dass David über euch König sei; 18so führt es denn jetzt aus, denn der Herr hat David verheißen: Durch meinen Diener David will ich mein Volk Israel aus der Hand der Philister und aller seiner Feinde erretten. 19Ebenso redete Abner zu Benjamin. Dann ging er hin, um David in Hebron alles zu sagen, was Israel und ganz Benjamin beschlossen hatte. 20Als er nun mit zwanzig Männern zu David nach Hebron kam, richtete David Abner und seinen Leuten, die mit ihm kamen, ein Gastmahl an. 21Und Abner sprach zu David: Ich will mich aufmachen, um ganz Israel zu dir, meinem Herrn, dem Könige, zu versammeln, und will einen Bund mit dir schließen, dass du über alle herrschest, wie dein Herz begehrt. Darnach gab David dem Abner das Geleit und er ging hin in Frieden. 22Da kamen alsbald die Leute Davids und Joabs, welche Räuber geschlagen hatten, mit sehr großer Beute zurück; Abner aber war nicht mehr bei David in Hebron, denn dieser hatte ihn bereits entlassen und er war in Frieden fortgegangen. 23Als nun Joab und das ganze Heer, das bei ihm war, später kamen und man dem Joab berichtete und erzählte: Abner, der Sohn Ners, ist zum Könige gekommen und dieser hat ihn ziehen lassen und er ist in Frieden weggegangen, 24ging Joab zum Könige und sprach: Was hast du getan? Siehe, Abner ist zu dir gekommen; warum hast du ihn entlassen, dass er wegging und sich entfernte? 25Weißt du nicht, dass Abner, der Sohn Ners, zu dir gekommen ist, um dich zu hintergehen und deinen Ausgang und deinen Eingang zu erkunden und alles, was du tust, zu erfahren? 26Als Joab nun David verlassen hatte, sandte er Abner Boten nach und ließ ihn von dem Brunnen Sira zurückholen, ohne dass David das wusste. 27Und da Abner nach Hebron zurückgekommen war, führte ihn Joab hinterlistigerweise abseits mitten unter das Tor, als wollte er mit ihm reden, und stach ihn daselbst in den Unterleib, dass er starb, zur Rache für das Blut seines Bruders Asael. 28Als David dies erfuhr, nachdem es schon geschehen war, sprach er: Ich und mein Königtum sind auf immer vor dem Herrn unschuldig an dem Blute Abners, des Sohnes Ners; 29möge es auf das Haupt Joabs und auf das ganze Haus seines Vaters kommen und mögen in dem Hause Joab solche kein Ende nehmen, die an Samenfluss und Aussatz leiden, und solche, welche an der Krücke gehen, die durch das Schwert fallen, und die kein Brot haben! 30So töteten Joab und sein Bruder Abisai den Abner, weil er ihren Bruder Asael zu Gabaon im Kampfe getötet hatte. 31David aber sprach zu Joab und zu dem ganzen Volke, das bei ihm war: Zerreißet eure Kleider und leget Säcke an und gehet wehklagend vor der Leiche Abners her! Der König David aber ging hinter der Bahre. 32Als sie nun Abner in Hebron begraben hatten, erhob der König David seine Stimme und weinte über dem Grabe Abners, aber auch das ganze Volk weinte. 33Und der König beklagte und beweinte den Abner und sprach: Nicht wie Feige zu sterben pflegen, ist Abner gestorben! 34Deine Hände waren nicht gebunden und deine Füße waren nicht von Fesseln beschwert, sondern du bist zu Fall gekommen, wie man von Söhnen der Ruchlosigkeit zu fallen pflegt! Da weinte alles Volk noch mehr über ihn. 35Als nun das ganze Volk kam, um mit David Speise zu nehmen, schwur David, während es noch heller Tag war, und sprach: Gott tue mir dies und das, wenn ich vor Untergang der Sonne Brot oder etwas anderes genieße. 36Das ganze Volk hörte dies und es gefiel ihnen alles, was der König angesichts des ganzen Volkes getan hatte. 37Und das ganze Volk und ganz Israel erkannte an jenem Tage, dass es nicht von dem Könige ausgegangen war, dass Abner, der Sohn Ners, getötet ward. 38Auch sprach der König zu seinen Dienern: Wisset ihr nicht, dass heute ein Fürst und der größte in Israel gefallen ist? 39Ich bin aber noch ein schwacher König und erst gesalbt, und jene Männer, die Söhne Sarvias, sind mir zu stark. Möge der Herr dem, der Böses tat, nach seiner Bosheit vergelten!

Das 2. Buch Samuel 4

1Als aber Isboseth, der Sohn Sauls, hörte, dass Abner in Hebron gefallen sei, wurden seien Hände kraftlos und ganz Israel ward bestürzt. 2Nun hatte der Sohn Sauls zwei Männer als Anführer von Streifscharen, der Name des einen war Baana, der Name des anderen Rechab, Söhne Remmons, des Berothiters, von den Söhnen Benjamins, denn auch Beroth wurde zu Benjamin gerechnet, 3und die Berothiter waren nach Gethaim geflohen und waren daselbst Fremdlinge bis auf jene Zeit. 4Jonathas aber, der Sohn Sauls, hatte einen Sohn, der an den beiden Füßen lahm war; denn als er fünf Jahre alt war und die Nachricht von Saul und Jonathas aus Jezrahel kam, nahm ihn seine Amme und floh; und da sie eilte, um zu entkommen, fiel er und ward lahm, und sein Name war Miphiboseth. 5Die Söhne Remmons also, des Berothiters, Rechab und Baana, kamen und gingen während der heißen Tageszeit in das Haus Isboseths. Dieser hielt seinen Mittagsschlaf auf seinem Lager, aber auch die Türhüterin des Hauses war beim Reinigen des Weizens eingeschlafen. 6Da gingen sie heimlich in das Haus, Weizen tragend, und stachen ihn in den Unterleib, Rechab und dessen Bruder Baana, und flohen. 7Denn als sie in das Haus kamen, schlief er auf seinem Bette im Zimmer und sie erstachen ihn und töteten ihn; darauf schlugen sie ihm den Kopf ab und gingen die ganze Nacht hindurch den Wüstenweg entlang 8und brachten das Haupt Isboseths zu David nach Hebron und sprachen zu dem Könige: Siehe, da ist der Kopf Isboseths, des Sohnes Sauls, deines Feindes, der dir nach dem Leben trachtete; aber der Herr hat heute meinem Gebieter, dem Könige, Rache gewährt an Saul und seinen Nachkommen. 9David aber antwortete dem Rechab und dessen Bruder Baana, den Söhnen Remmons, des Berothiters, und sprach zu ihnen: So wahr der Herr lebt, der mein Leben aus aller Bedrängnis gerettet hat, 10den, der mir berichtete und sprach: Saul ist tot, und meinte, er künde mir Glück, ließ ich ergreifen und in Sikeleg töten, während ich ihm doch hätte Lohn für seine Botschaft geben sollen; 11wie viel mehr muss ich nun, da gottlose Menschen einen Unschuldigen in seinem Hause auf seinem Bette getötet haben, nicht sein Blut von eurer Hand fordern und euch von dem Erdboden vertilgen? 12Da gab David seinen Leuten Befehl und sie töteten jene, alsdann hieben sie ihnen Hände und Füße ab und hingen diese am Teiche zu Hebron auf, das Haupt Isboseths aber nahmen sie und begruben es im Grabe Abners zu Hebron.

Neues Testament

Lukasevangelium 22

1Es nahete aber das Fest der ungesäuerten Brote, welches Ostern genannt wird. 2Und die Hohenpriester und Schriftgelehrten trachteten, wie sie Jesus töten möchten; sie fürchteten jedoch das Volk. 3Da fuhr der Satan in Judas, welcher Iskariot genannt wurde, und einer von den Zwölfen war. 4Und er ging hin, und redete mit den Hohenpriestern und den Befehlshabern, wie er ihnen denselben überliefern wollte. 5Sie freuten sich, und wurden mit ihm eines, ihm Geld zu geben. 6Er sagte zu, und suchte eine Gelegenheit, ihn ohne Volksauflauf zu überliefern. 7Es kam aber der Tag der ungesäuerten Brote, an welchem das Osterlamm geschlachtet werden musste. 8Da sandte er den Petrus und Johannes, und sprach: Gehet hin, und bereitet uns das Osterlamm, dass wir es essen. 9Sie aber sprachen: Wo willst du, dass wir es bereiten? 10Er sprach zu ihnen: Siehe, wenn ihr in die Stadt hineinkommet, wird euch ein Mensch begegnen, der einen Wasserkrug trägt; folget ihm in das Haus, in welches er hineingeht, 11und saget zu dem Hausherrn: Der Meister lässt dir sagen: Wo ist das Gemach, wo ich mit meinen Jüngern das Osterlamm essen kann? 12Und derselbe wird euch einen großen eingerichteten Speisesaal zeigen; daselbst bereitet es! 13Sie aber gingen hin, und fanden es, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Ostermahl. 14Und als die Stunde gekommen war, setzte er sich zu Tische, und die zwölf Apostel mit ihm. 15Und er sprach zu ihnen: Sehnlichst hat mich verlangt, dieses Ostermahl mit euch zu essen, ehedem ich leide. 16Denn ich sage euch: Ich werde es von nun an nicht mehr essen, bis es seine Erfüllung erhält im Reiche Gottes. 17Und er nahm einen Kelch, dankte und sprach: Nehmet hin, und teilet ihn unter euch! 18Denn ich sage euch: Ich werde nicht mehr trinken von dem Erzeugnisse des Weinstocks, bis das Reich Gottes kommt. 19Und er nahm das Brot, dankte, brach es, und gab es ihnen, indem er sprach: Dieses ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Dieses tut zu meinem Gedächtnisse! 20Gleicherweise nahm er auch den Kelch, nach dem Mahle, und sprach: Dies ist der Kelch, der neue Bund in meinem Blute, das für euch vergossen wird! 21Jedoch siehe, die Hand meines Verräters ist mit mir auf dem Tische! 22Der Menschensohn geht zwar hin, wie es bestimmt ist; aber wehe jenem Menschen, durch welchen er verraten wird! 23Und sie fingen an untereinander zu forschen, wer aus ihnen es wäre, der dies tun werde. 24Es entstand auch ein Streit unter ihnen, wer von ihnen der Größte zu sein scheine. 25Er sprach aber zu ihnen: Die Könige der Heiden herrschen über sie, und die über sie Gewalt üben, werden Gnädige genannt. 26Ihr aber nicht so; sondern wer unter euch der Größte ist, werde wie der Kleinste, und wer der Vorsteher ist, werde wie der Dienende. 27Denn wer ist größer, der zu Tische sitzt, oder der, welcher bedienet? Nicht wahr, der zu Tische sitzt? Ich aber bin in eurer Mitte wie der, welcher dient. 28Ihr aber seid es, welche mit mir in meinen Prüfungen ausgeharrt haben. 29Darum bereite ich euch das Reich, wie mir es mein Vater bereitet hat, 30dass ihr esset und trinket an meinem Tische in meinem Reiche, und auf Thronen sitzet, die zwölf Stämme Israels richtend. 31Es sprach aber der Herr: Simon, Simon! Siehe, der Satan hat nach euch verlangt, um euch sieben zu dürfen, wie den Weizen. 32Ich aber habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre; und wenn du einst bekehrt bist, so stärke deine Brüder. 33Da sprach er zu ihm: Herr! ich bin bereit, mit dir in den Kerker und in den Tod zu gehen. 34Er aber sprach: Ich sage dir, Petrus! Es wird heute der Hahn nicht krähen, bis du dreimal geleugnet hast, mich zu kennen. Und er sprach zu ihnen: 35Als ich euch aussandte ohne Beutel, ohne Tasche und Schuhe, hat euch etwas gemangelt? 36Sie aber sprachen: Nichts! Da sprach er zu ihnen: Nun aber, wer einen Beutel hat, nehme ihn, desgleichen auch eine Tasche; und wer es nicht hat, verkaufe seinen Rock, und kaufe ein Schwert. 37Denn ich sage euch: Noch muss an mir erfüllet werden, was geschrieben steht: Er ist unter die Übeltäter gerechnet worden Denn was von mir geschrieben steht, hat ein Ende. 38Sie aber sprachen: Herr! siehe, hier sind zwei Schwerter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug! 39Und er ging hinaus, und begab sich nach seiner Gewohnheit an den Ölberg; es folgten ihm aber auch die Jünger. 40Und als er an den Ort kam, sprach er zu ihnen: Betet, dass ihr nicht in Versuchung fallet! 41Und er entfernte sich von ihnen einen Steinwurf weit, kniete nieder, und betete, 42und sprach Vater! Wenn du willst, so nimm diesen Kelch hinweg von mir; jedoch nicht mein Wille, sondern der deine geschehe! 43Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel, und stärkte ihn. Und als ihn Todesangst befiel, betete er inständiger. 44Und sein Schweiß ward wie Tropfen auf die Erde herabrinnenden Blutes. 45Und er stand auf vom Gebete, kam zu seinen Jüngern, und fand sie vor Traurigkeit schlafend. 46Und er sprach zu ihnen: Was schlafet ihr? Stehet auf, betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet! 47Und da er noch redete, siehe da kam eine Schar; und einer von den Zwölf, mit Namen Judas, ging ihnen voraus; und er nahte sich Jesus, um ihn zu küssen. 48Jesus aber sprach zu ihm: Judas! mit einem Kusse verrätst du den Menschensohn? 49Als aber die, welche um ihn waren, sahen, was geschehen sollte, sprachen sie zu ihm: Herr! Sollen wir mit dem Schwerte dreinschlagen? 50Und einer von ihnen schlug auf den Knecht des Hohenpriesters, und hieb ihm das rechte Ohr ab. 51Jesus aber entgegnete, und sprach: Lasset ab, nicht weiter! Und er rührte dessen Ohr an, und heilte ihn. 52Zu denen aber, die wider ihn gekommen waren, zu den Hohenpriestern, Befehlshabern des Tempels und Ältesten sprach Jesus: Wie auf einen Mörder seid ihr ausgezogen mit Schwertern und Knütteln. 53Indes ich täglich bei euch im Tempel war, habet ihr die Hände nicht gegen mich ausgestreckt; aber das ist eure Stunde, und die Gewalt der Finsternis. 54Sie aber ergriffen ihn, und führten ihn in das Haus des Hohenpriesters; und Petrus folgte von ferne. 55Als sie aber ein Feuer in der Mitte des Hofes angezündet, und sich herumgesetzt hatten, war Petrus mitten unter ihnen. 56Da nun eine Magd ihn beim Lichte sitzen sah, schaute sie ihn schärfer an, und sprach: Auch dieser war mit ihm! 57Er aber verleugnete ihn, und sprach: Weib, ich kenne ihn nicht! 58Und bald darnach sah ihn ein anderer, und sprach: Du bist auch einer von diesen! Petrus aber sprach: O Mensch! ich bin es nicht. 59Und über eine Weile, etwa nach einer Stunde, bekräftigte es ein anderer, und sprach: Wahrlich, auch dieser war bei ihm; denn er ist auch ein Galiläer! 60Petrus sprach: Mensch! ich weiß nicht, was du sagst. Und alsbald, während er noch redete, krähte ein Hahn. 61Da wandte sich der Herr um, und blickte Petrus an. Und Petrus erinnerte sich an das Wort des Herrn, wie er gesagt hatte: Ehe der Hahn krähet, wirst du mich dreimal verleugnen. 62Und Petrus ging hinaus, und weinte bitterlich. 63Die Männer, welche Jesus festhielten, verspotteten und schlugen ihn. 64Und sie verhüllten ihn, und schlugen ihn in´s Angesicht, fragten ihn, und sagten: Weissage, wer ist´s, der dich geschlagen hat? 65Und viele andere Lästerungen redeten sie wider ihn. 66Als es nun Tag geworden war, kamen die Ältesten des Volkes, die Hohenpriester und die Schriftgelehrten zusammen, und führten ihn in ihren Rat, und sprachen: Wenn du Christus bist, so sage es uns! 67Er sprach zu ihnen: Wenn ich es euch sage, so werdet ihr mir nicht glauben. 68Wenn ich aber auch frage, so werdet ihr mir nicht antworten, noch mich loslassen. 69Von nun aber wird der Menschensohn zur Rechten der Kraft Gottes sitzen. 70Da sprachen alle: Du also bist der Sohn Gottes? Er sprach: Ihr saget es; denn ich bin es! 71Sie aber sprachen: Was haben wir noch ein Zeugnis nötig? wir haben es ja selbst aus seinem Munde gehört!