Bibel in einem Jahr · Tag 91 von 365

1 Sam 30–31; 2 Sam 1 · Lk 21

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das 1. Buch Samuel 30

1Als nun David und seine Männer am dritten Tage nach Sikeleg kamen, hatten die Amalekiter von der Südseite her Sikeleg angegriffen und hatten es geschlagen und in Brand gesteckt, 2Die Frauen, die dort waren, hatten sie gefangen weggeführt, klein und groß; niemanden aber hatten sie getötet, sondern sie hatten sie mit sich fortgeführt und waren ihres Weges gezogen. 3Als nun David und seine Männer zur Stadt kamen und sie niedergebrannt fanden und ihre Frauen, ihre Söhne und Töchter gefangen weggeführt, 4erhoben David und die Leute, welche mit ihm waren, ihre Stimme und weinten, bis sie keine Tränen mehr hatten. 5Denn auch Davids beide Frauen waren gefangen weggeführt worden, Achinoam, die Jezrahelitin, und Abigail, die Frau Nabals von Karmel. 6Da kam David in schwere Bedrängnis, denn das Volk wollte ihn steinigen, weil das Herz eines jeden wegen seiner Söhne und Töchter erbittert war; aber David fand Stärke durch den Herrn, seinen Gott. 7Und er sprach zu dem Priester Abiathar, dem Sohne Achimelechs: bringe das Ephod zu mir! Da brachte Abiathar das Ephod zu David 8und David befragte den Herrn und sprach: Soll ich diese Männer verfolgen und werde ich sie erreichen oder nicht? Der Herr sprach zu ihm: Verfolge sie, denn ohne Zweifel wirst du sie erreichen und ihnen den Raub abjagen! 9Da zog David mit den sechshundert Mann, die mit ihm waren, hin und sie kamen bis zum Bache Besor; dort blieben einige ermüdet zurück. 10David aber setzte die Verfolgung mit vierhundert Mann fort; denn zweihundert waren zurückgeblieben, weil sie ermüdet waren und den Bach Besor nicht überschreiten konnten. 11Und sie trafen einen Ägypter auf dem Felde und führten ihn zu David und gaben ihm Brot zu essen und Wasser zu trinken, 12auch ein Stück Feigenkuchen und zwei Bündel Rosinen. Als er dies gegessen hatte, kam ihm das Bewusstsein zurück und er erholte sich, denn er hatte drei Tage und drei Nächte hindurch weder Brot gegessen, noch Wasser getrunken. 13Dann sprach David zu ihm: Wem gehörst du an? Woher bist du? Und wohin gehst du? Er antwortete: Ich bin ein Ägypter, der Knecht eines Amalekiters; aber mein Herr hat mich zurückgelassen, weil ich vorgestern krank wurde. 14Wir haben nämlich einen Einfall in das Südland von Cerethi und in Juda und in den Süden von Kaleb gemacht und Sikeleg in Brand gesteckt. 15Da sprach David zu ihm: Kannst du mich zu dieser Rotte hinführen? Er antwortete: Schwöre mir bei Gott, dass du mich nicht töten und mich nicht in die Hand meines Herrn ausliefern willst, so werde ich dich zu dieser Rotte hinführen. Und David schwor ihm. 16Als er ihn nun dorthin geführt hatte, siehe, da lagerten jene weithin auf dem Boden und aßen und tranken und feierten ein Fest wegen all der Beute und des Raubes, die sie aus dem Lande der Philister und aus dem Lande Juda weggeschleppt hatten. 17Und David schlug sie vom Abend an bis zum Abende des andern Tages und es entkam von ihnen nicht einer, außer vierhundert Jünglingen, welche die Kamele bestiegen hatten und geflohen waren. 18So gewann David alles zurück, was die Amalekiter genommen hatten, und befreite auch seine beiden Frauen. 19Und es fehlte nichts vom Kleinsten bis zum Größten, weder von den Söhnen noch von den Töchtern noch von der Beute und David brachte alles, was sie geraubt hatten, zurück. 20Dann nahm er alle Schafe und Rinder und ließ sie vor sich hertreiben und sie sprachen: Das ist die Beute Davids! 21Als nun David zu den zweihundert Männern kam, welche wegen Müdigkeit zurückgeblieben waren und David nicht hatten folgen können, so dass er sie am Bache Besor hatte bleiben lassen, zogen diese David und dem Volke, das bei ihm war, entgegen. Und David trat der Schar entgegen und bot ihnen den Friedensgruß. 22Aber böse und nichtswürdige unter den Männern, die mit David gezogen waren, sprachen: Da sie nicht mit uns gegangen sind, werden wir mit ihnen nichts von der Beute, die wir gerettet haben, geben, sondern einem jeden mögen sein Weib und seine Kinder genügen; haben sie diese erhalten, so mögen sie gehen! 23David aber sprach: Tuet nicht also, meine Brüder, mit dem, was der Herr uns gegeben, der uns behütet und die Räuber, die wider uns ausgezogen waren, in unsere Hand gegeben hat. 24Auch soll niemand in dieser Sache auf euch hören; denn der, welcher in den Streit zieht, und der, welcher bei dem Gepäcke bleibt, sollen den gleichen Anteil haben und sie sollen gleichmäßig teilen. 25So ist es denn von jenem Tage an gehalten worden und ist festgesetzt und bestimmt worden als Gesetz in Israel bis auf den heutigen Tag. 26Als nun David nach Sikeleg kam, sandte er an die ihm befreundeten Ältesten Judas Geschenke von der Beute und ließ ihnen sagen: Empfanget eine Segenspende von der Beute der Feinde des Herrn! 27Nämlich an die, welche in Bethel waren, und an die in Ramoth im Süden, an die in Jether, 28an die in Aroer, an die in Sephamoth, an die in Esthamo, 29an die in Rachal, an die in den Städten der Jerameeliter, an die in den Städten der Keniter, 30an die in Arama, an die am See Asan, an die zu Athach, 31an die zu Hebron, und an die übrigen, welche an den Orten waren, wo David mit seinen Männern geweilt hatte.

Das 1. Buch Samuel 31

1Die Philister aber kämpften mit Israel und die Männer Israels flohen vor den Philistern und fielen erschlagen auf dem Berge Gelboe. 2Und die Philister drangen auf Saul und seine Söhne ein, schlugen Jonathas, Abinadab und Melchisua, die Söhne Sauls, 3und die ganze Wucht des Kampfes wandte sich gegen Saul und die Pfeilschützen erreichten ihn, so dass er von ihnen schwer verwundet ward. 4Da sprach Saul zu seinem Waffenträger: Ziehe dein Schwert und durchbohre mich! dass nicht etwa diese Unbeschnittenen kommen und mich töten und ihren Mutwillen an mir üben. Da aber sein Waffenträger es nicht tun wollte, denn er war vor Schrecken außer sich, nahm Saul sein Schwert und stürzte sich in dasselbe. 5Als nun sein Waffenträger sah, dass Saul tot war, stürzte auch er sich in sein Schwert und starb mit ihm. 6So starb Saul und seine drei Söhne und sein Waffenträger und alle seine Leute an diesem Tage allzumal. 7Als aber die Männer von Israel, welche jenseits des Tales auf der anderen Seite des Jordans waren, sahen, dass die Israeliten geflohen und dass Saul und seine Söhne gefallen waren, verließen sie ihre Städte und flohen; und die Philister kamen und ließen sich darin nieder. 8Am andern Tage aber kamen die Philister, um die Erschlagenen auszuplündern, und fanden Saul und seine drei Söhne auf dem Gebirge Gelboe liegen. 9Da hieben sie Saul das Haupt ab, nahmen ihm seine Waffen und sandten in das Land der Philister rings umher, damit die Nachricht in den Götzentempeln und vor dem Volke verkündet würde. 10Und sie legten seine Waffen in dem Tempel der Astarte nieder, aber seinen Leichnam hingen sie an der Mauer von Bethsan auf. 11Als aber die Einwohner von Jabes Galaad von allem hörten, was die Philister Saul getan hatten, 12machten sich alle tapferen Männer auf, wanderten die ganze Nacht hindurch und nahmen den Leichnam Sauls und die Leichname seiner Söhne von der Mauer von Bethsan ab und kamen nach Jabes Galaad und verbrannten sie daselbst. 13Und sie nahmen ihre Gebeine und begruben sie im Haine von Jabes und fasteten sieben Tage.

Das 2. Buch Samuel 1

1Es geschah aber, nachdem Saul tot war, dass David von dem Siege über die Amalekiter zurückkam und zwei Tage in Sikeleg blieb. 2Da erschien am dritten Tage ein Mann, der vom Lager Sauls kam, mit zerrissenem Kleide und das Haupt mit Asche bestreut. Als dieser zu David kam, warf er sich ehrerbietig auf sein Angesicht nieder. 3David sprach zu ihm: Woher kommst du? Er antwortete ihm: Ich bin aus dem Heerlager Israels geflohen. 4Da sprach David zu ihm: Wie ist es dort ergangen? Gib mir Kunde. Er sprach: Das Volk ist aus der Schlacht geflohen und viele aus dem Volke sind gefallen und umgekommen, aber auch Saul und sein Sohn Jonathas sind tot. 5David sprach zu dem Boten: Woher weißt du, dass Saul und sein Sohn Jonathas tot sind? 6Der Bote antwortete: Ich kam zufällig auf das Gebirge Gelboe, dort lehnte Saul sich auf seinen Speer, während die Wagen und Reiter auf ihn eindrangen, 7und indem er sich umschaute, erblickte er mich und rief mir zu. Als ich ihm antwortete: Hier bin ich! 8sprach er zu mir: Wer bist du? Ich antwortete ihm: Ich bin ein Amalekiter. 9Da sprach er zu mir: Komm her zu mir und töte mich, denn Angst hat mich erfasst und das Leben ist noch ganz in mir. 10Da trat ich zu ihm heran und tötete ihn, denn ich wusste wohl, dass er seinen Fall nicht überleben konnte; und ich nahm die Krone, die auf seinem Haupte war, und die Spange von seinem Arm und bringe sie hierher zu dir, meinem Herrn. 11Da fasste David seine Kleider und zerriss sie und alle Männer, die bei ihm waren, 12und sie klagten und weinten und fasteten bis zum Abend um Saul und um seinen Sohn Jonathas und um das Volk des Herrn und um das Haus Israel, dass sie durch das Schwert gefallen waren. 13Und sprach David zu dem Boten: Woher bist du? Er antwortete: Ich bin der Sohn eines Fremdlings, eines Amalekiters. 14Da sprach David zu ihm: Warum hast du dich nicht gescheut, deine Hand auszustrecken, um den Gesalbten des Herrn zu töten? 15Und David rief einen von seinen Leuten und sprach: Auf! Und stoße ihn nieder! Und er schlug und tötete ihn. 16David aber sprach zu ihm: Dein Blut komme über dein Haupt! Denn dein eigener Mund hat gegen dich Zeugnis abgelegt, da du sagtest: Ich habe den Gesalbten des Herrn getötet. 17Und David sang diesen Klagegesang über Saul und über seinen Sohn Jonathas 18(und befahl, die Söhne Judas das Lied vom Bogen zu lehren, wie geschrieben steht im Buche der Gerechten). Und er lautet: Gedenke derer, Israel, die auf deinen Höhen ihren Wunden erlegen sind! 19Die Herrlichsten, o Israel! sind auf deinen Bergen erschlagen. Wie sind sie gefallen, die Helden! 20Erzählet es nicht in Geth, verkündet es nicht auf den Straßen von Askalon, dass sich die Töchter der Philister nicht etwa freuen, dass die Töchter der Unbeschnittenen nicht frohlocken! 21Berge von Gelboe! nicht Tau, nicht Regen falle auf euch, noch mögen die Äcker Erstlinge tragen; denn dort ward weggeworfen der Schild der Helden, der Schild Sauls, als wäre er nicht mit Öl gesalbt! 22Ohne Blut der Erschlagenen, ohne Fett der Helden kehrte der Pfeil Jonathas niemals zurück und nicht kam das Schwert Sauls ohne Streich zurück. 23Saul und Jonathas, liebenswürdig und staatlich in ihrem Leben, sind auch im Tode nicht getrennt; sie, schneller als Adler, stärker als Löwen. 24Töchter Israels, weinet um Saul, der euch mit Purpur kleidete in Wonne, der euch goldene Kleinode gab zu eurem Schmucke. 25Wie sind die Helden gefallen im Kampfe! Jonathas auf deinen Höhen erschlagen! 26Wie bitter ist mein Schmerz um dich, mein Bruder Jonathas! voll Anmut warst du und liebenswürdiger als Frauenliebe! Wie eine Mutter ihren einzigen Sohn liebt, so habe ich dich geliebt! 27Wie sind sie gefallen, die Starken, die Wehren des Krieges dahingeschwunden!

Neues Testament

Lukasevangelium 21

1Als er aber aufblickte, sah er Reiche, die ihre Gaben in den Schatzkasten warfen. 2Da sah er auch eine arme Witwe, die zwei Heller hineinwarf. 3Und er sprach: Wahrlich, ich sage euch, diese arme Witwe hat mehr hineingeworfen als alle! 4Denn diese alle haben von ihrem Überfluße zu den Gaben Gottes Hineingeworfen; sie aber hat von ihrer Armut alles, was sie zu ihrem Lebensunterhalte hatte, hineingeworfen. 5Und als einige von dem Tempel sagten, dass er mit schönen Steinen und Weihegeschenken geschmückt sei, sprach er: 6Das, was ihr da sehet, - es werden Tage kommen, in welchen kein Stein auf dem anderen gelassen wird, der nicht herabgebrochen wird. 7Sie fragten ihn aber, und sprachen: Meister! wann wird dies geschehen, und welches ist das Zeichen, wann es anfangen wird zu geschehen? 8Und er sprach: Sehet zu, dass ihr nicht irregeführt werdet; denn viele werden unter meinem Namen kommen, und sagen: Ich bin es, die Zeit ist gekommen; gehet ihnen also nicht nach! 9Wenn ihr aber von Kriegen und Empörungen höret, so erschrecket nicht; dies alles muss zuvor geschehen, aber das Ende ist noch nicht sogleich da. 10Alsdann sagte er zu ihnen: Es wird Volk wider Volk, und Reich wider Reich aufstehen; 11und es werden große Erdbeben sein von Ort zu Ort, Seuchen und Hungersnot, und Schrecknisse vom Himmel und große Zeichen werden sein. 12Aber vor diesem allem werden sie an euch Hand anlegen, und euch verfolgen, indem sie euch an die Synagogen und Gefängnisse überliefern, und vor Könige und Statthalter schleppen um meines Namens willen. 13Es wird sich aber euch zu einem Zeugnisse gestalten. 14So nehmet es euch also zu Herzen, nicht vorher darauf zu denken, wie ihr antworten möget. 15Denn ich werde euch Mund und Weisheit geben, welcher alle eure Widersacher nicht werden widerstehen und widersprechen können. 16Ihr werdet aber von Eltern und Brüdern, Verwandten und Freunden überliefert werden, und sie werden einige aus euch um´s Leben bringen, 17und ihr werdet von allen gehasst sein um meines Namens willen; 18aber nicht ein Haar von eurem Haupte wird verloren gehen. 19Durch eure Geduld werdet ihr eure Seelen gewinnen. 20Wenn ihr aber sehen werdet, dass Jerusalem von einem Heere umlagert wird, dann wisset, dass seine Verwüstung nahe ist. 21Dann fliehe, wer in Judäa ist, auf die Berge; und wer in der Stadt ist, entweiche; und wer im Innern des Landes ist, gehe nicht hinein in dieselbe. 22Denn dies sind Tage der Rache, damit alles erfüllt werde, was geschrieben steht. 23Wehe aber den Schwangern und den Säugenden in jenen Tagen! Denn es wird große Drangsal im Lande sein, und ein Zorngericht über dieses Volk. 24Und sie werden durch die Schärfe des Schwertes fallen, und gefangen weggeführt werden unter alle Völker; und Jerusalem wird von den Völkern zertreten werden, bis dass die Zeiten der Völker erfüllt sind. 25Und es werden Zeichen an Sonne, Mond und Sternen sein, und auf Erden große Angst unter den Völkern wegen des ungestümen Rauschens des Meeres und der Fluten; 26und die Menschen werden vergehen vor Furcht und Erwartung der Dinge, die über den ganzen Erdkreis kommen werden; denn die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden. 27Dann werden sie den Menschensohn in der Wolke kommen sehen mit großer Macht und Herrlichkeit. 28Wenn nun dieses anfängt zu geschehen, dann schauet auf, und erhebet eure Häupter; denn es nahet eure Erlösung. 29Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Betrachtet den Feigenbaum, und alle Bäume. 30Wenn sie bereits Frucht aus sich bringen, so wisset ihr, dass der Sommer nahe ist. 31Ebenso wisset auch, dass, wenn ihr dies geschehen sehet, das Reich Gottes nahe ist. 32Wahrlich, ich sage euch, dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis alles geschieht! 33Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen. 34Achtet aber auf euch selbst, dass eure Herzen nicht etwa beschwert werden durch Völlerei und Trunkenheit, und Sorgen dieses Lebens, und jener Tag euch unversehens überrasche; 35denn wie ein Fallstrick wird er kommen über alle, die auf dem ganzen Erdboden wohnen. 36Darum wachet, allezeit betend, damit ihr wert erfunden werdet, allem dem zu entgehen, was da kommen wird, und vor den Menschensohn gestellt zu werden. 37Er lehrte aber bei Tage im Tempel, und des Nachts ging er hinaus, und weilte auf dem Berge, welcher Ölberg genannt wird. 38Und alles Volk kam des Morgens früh zu ihm in den Tempel, um ihn zu hören.