Bibel in einem Jahr · Tag 94 von 365

2 Sam 8–10 · Lk 23

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das 2. Buch Samuel 8

1Hierauf aber begab es sich, dass David die Philister schlug und sie demütigte, und er entwand den Zaum der Tributpflicht aus der Hand der Philister. 2Sodann schlug er die Moabiter und maß sie mit der Schnur, indem er sie sich auf die Erde hinstrecken ließ; er maß aber zwei Schnüre, eine zur Tötung und eine um am Leben zu lassen. So wurde Moab David tributpflichtig. 3Weiter schlug David Adarezer, den Sohn Rohobs, den König von Soba, als dieser hinzog, um seine Herrschaft über den Fluss Euphrat auszudehnen. 4Und David nahm von ihm tausend und siebenhundert Reiter und zwanzigtausend Mann Fußvolk gefangen und ließ alle Wagenpferde lähmen; hundert Wagen aber ließ er davon übrig. 5Auch kamen die Syrer von Damaskus, um Adarezer, dem Könige von Soba, Hilfe zu leisten; David aber schlug von den Syrern zweiundzwanzigtausend Mann. 6Und David legte eine Besatzung in das damaszenische Syrien, und Syrien ward ihm tributpflichtig; und der Herr bewahrte David in allem, wozu immer er auszog. 7Auch nahm David die goldenen Waffen, welche die Diener Adarezers hatten, und brachte sie nach Jerusalem. 8Aus Bete aber und Beroth, den Städten Adarezers, nahm der König David sehr viel Erz. 9Als nun Thou, der König von Emath, hörte, dass David die ganze Macht Adarezers geschlagen hatte, 10sandte er seinen Sohn Joram zu dem Könige David, um ihn zu begrüßen und ihm Glück zu wünschen und Dank zu sagen, dass er Adarezer bekämpft und ihn geschlagen hatte; Thou war nämlich Adarezers Feind. Und er führte goldene und silberne und eherne Gerätschaften mit sich. 11Auch diese weihte der König David den Herrn samt dem Silber und Golde, welches er allen Völkern, die er unterjocht, abgenommen und geweiht hatte, 12der Syrien, Moab, den Söhnen Ammons, den Philistern, Amalek und Adarezer, dem Sohne Rohobs, des Königs von Soba, abgenommenen Beute. 13Auch machte sich David einen Namen, als er von der Besitznahme Syriens zurückkam im Salztale, indem er achtzehntausend Mann erschlug. 14Und er setzte Statthalter in Idumäa ein und legte eine Besatzung dorthin und ganz Idumäa war David dienstbar; der Herr aber bewahrte David in allem, wozu er immer auszog. 15So herrschte David über ganz Israel und er übte Recht und Gerechtigkeit gegen sein ganzes Volk. 16Joab aber, der Sohn Sarvias, war über das Heer gesetzt, Josaphat, der Sohn Ahiluds, war Kanzler, 17Sadok, der Sohn Achitobs, und Achimelech, der Sohn Abiathars, waren Priester und Sarajas war Schreiber, 18Banajas aber, der Sohn Jojadas, war über die Cerether und Phelether gesetzt und die Söhne Davids waren Priester.

Das 2. Buch Samuel 9

1Und David sprach: Ist wohl noch jemand vom Hause Sauls übrig geblieben, dass ich an ihm Barmherzigkeit übe um Jonathas willen? 2Nun war da ein Diener vom Hause Sauls, namens Siba. Diesen ließ der König zu sich rufen und sprach zu ihm: Bist du Siba? Er antwortete: Ich bin es, dein Knecht. 3Da sprach der König: Ist noch jemand vom Hause Sauls übrig, dass ich Gottes Barmherzigkeit an ihm übe? Siba aber sprach zu dem Könige: Es ist noch ein Sohn des Jonathas übrig, welcher an den Füßen lahm ist. 4Er sprach: Wo ist er? Siba entgegnete dem Könige: Siehe, er ist im Hause Machirs, des Sohnes Ammiels, in Lodabar. 5Da sandte der König David hin und ließ ihn aus dem Hause Machirs, des Sohnes Ammiels, aus Lodabar, holen. 6Als nun Miphiboseth, der Sohn des Jonathas, des Sohnes Sauls, zu David kam, fiel er auf sein Angesicht nieder und verneigte sich vor ihm. Und David sprach: Miphiboseth! Er antwortete: Hier bin ich, dein Diener. 7Da sprach David zu ihm: Fürchte dich nicht, denn ich will Barmherzigkeit an dir üben um Jonathas, deines Vaters, willen und dir alle Äcker Sauls, deines Vaters, zurückgeben und du sollst allzeit das Brot an meinem Tische essen. 8Da fiel dieser vor ihm nieder und sprach: Wer bin ich, dein Knecht, dass du einen toten Hund, wie ich bin, angesehen hast? 9Alsbald rief der König Siba, den Diener Sauls, und sprach zu ihm: Alles, was Saul gehörte, und sein ganzes Haus habe ich dem Sohne deines Herrn gegeben. 10Du also bestelle ihm das Land mit deinen Söhnen und deinen Knechten und bringe dem Sohne deines Herrn den Ertrag zu seinem Unterhalte; Miphiboseth aber, der Sohn deines Herrn, soll allezeit das Brot an meinem Tische essen. Siba aber hatte fünfzehn Söhne und zwanzig Knechte. 11Und Siba sprach zu dem Könige: Wie du, mein Herr und König, deinem Diener befohlen hast, wird dein Diener tun und Miphiboseth soll an meinem Tische essen, wie einer von den Söhnen des Königs: 12Miphiboseth aber hatte einen kleinen Sohn namens Micha und alle Angehörigen des Hauses Siba dienten dem Miphiboseth. 13Und Miphiboseth wohnte zu Jerusalem, denn er erhielt beständig Speise vom Tische des Königs, er war aber lahm auf beiden Füßen.

Das 2. Buch Samuel 10

1Darnach aber begab es sich, dass der König der Söhne Ammons starb und sein Sohn Hanon ward König an seiner statt. 2Da sprach David: Ich will an Hanon, dem Sohne des Naas, Barmherzigkeit üben, wie auch sein Vater an mir Barmherzigkeit geübt hat. So sandte David denn hin, um ihn durch seine Diener über seines Vaters Tod zu trösten. Als aber die Diener Davids in das Land der Söhne Ammons kamen, 3sprachen die Fürsten der Söhne Ammons zu Hanon, ihrem Herrn: Meinst du, dass David, um deinem Vater Ehre zu erweisen, Tröster zu dir gesandt hat? Und hat David nicht vielmehr darum seine Diener zu dir gesandt, um die Stadt zu erforschen und auszukundschaften und sie dann zu zerstören? 4Da ließ Hanon die Diener Davids ergreifen und ihnen die Hälfte ihres Bartes abscheren und ihre Kleider halb bis zu dem Gefäße abschneiden und schickte sie so heim. 5Als man David dies berichtete, sandte er ihnen entgegen, denn die Männer waren auf das schmählichste beschimpft, und David befahl ihnen: Bleibet in Jericho, bis euch der Bart wieder gewachsen ist, und dann kehret zurück! 6Als aber die Söhne Ammons sahen, dass sie David eine Unbill angetan, sandten sie hin und dingten um Sold die Syrer von Rohob und die Syrer von Soba, zwanzigtausend Mann zu Fuß und von dem Könige von Maacha tausend Mann und zwölftausend Mann von Istob. 7Als David dies hörte, sandte er Joab mit dem ganzen Heere seiner Krieger aus. 8Die Söhne Ammons also zogen aus und stellten sich hart vor dem Eingange des Tores zur Schlacht auf, während die Syrer von Soba, Rohob, Istob und Maacha abgesondert auf freiem Felde standen. 9Als nun Joab sah, dass man sich zum Kampfe sowohl von vorn als im Rücken gegen ihn gerüstet habe, traf er unter allen Auserlesenen Israels eine Auswahl und stellte sich den Syrern zur Schlacht entgegen, 10den übrigen Teil des Volkes aber übergab er seinem Bruder Abisai, welcher sich gegen die Söhne Ammons aufstellte. 11Und Joab sprach: Wenn die Syrer die Oberhand über mich gewinnen, so komm du mir zu Hilfe; wenn aber die Söhne Ammons über dich die Oberhand gewinnen, so komme ich dir zu Hilfe. 12Sei tapfer und lass uns kämpfen für unser Volk und für die Stadt unseres Gottes! Der Herr aber wird tun, was in seinen Augen gut ist. 13Als nun Joab und das Volk, das bei ihm war, in den Kampf gegen die Syrer rückte, flohen diese alsbald vor ihm. 14Da aber die Söhne Ammons sahen, dass die Syrer geflohen waren, wandten auch sie sich vor Abisai zur Flucht und zogen sich in die Stadt zurück; hierauf kehrte Joab von den Söhnen Ammons zurück und kam nach Jerusalem. 15Als nun die Syrer sahen, dass sie von Israel geschlagen waren, sammelten sie sich allzumal. 16Und Adarezer sandte hin und ließ die Syrer, welche jenseits des Flusses waren, ausrücken und zog ihr Heer an sich; Sobach aber, der Feldherr Adarezers, war ihr Anführer. 17Als dies David berichtet ward, zog er ganz Israel zusammen, ging über den Jordan und kam nach Helam; und die Syrer stellten sich David zur Schlacht entgegen und kämpften mit ihm. 18Aber die Syrer flohen vor Israel und David tötete von den Syrern siebenhundert Wagen und vierzigtausend Reiter; auch schlug er Sobach, den Feldherrn, so dass dieser alsbald starb. 19Als nun alle Könige, welche in Hilfsheere Adarezers waren, sahen, dass sie von Israel besiegt waren, fürchteten sie sich und achtundfünfzigtausend Mann flohen vor Israel. Und sie machten Friede mit Israel und wurden ihnen untertan und die Syrer fürchteten sich, den Söhnen Ammons ferner Hilfe zu leisten.

Neues Testament

Lukasevangelium 23

1Und die ganze Menge derselben erhob sich, und sie führten ihn zu Pilatus. 2Sie fingen aber an, ihn anzuklagen, und sagten: Diesen haben wir als Aufwiegler unseres Volkes befunden, und als einen, der verbietet, dem Kaiser Steuern zu geben, und sagt, er sei Christus, König. 3Pilatus aber fragte ihn, und sprach: Du bist der König der Juden? Er antwortete und sprach: Du sagst es! 4Pilatus aber sprach zu den Hohenpriestern und dem Volke: Ich finde nichts Schuldbares an diesem Menschen. 5Sie aber wurden ungestüm, und sprachen: Er wiegelt das Volk auf, indem er in ganz Judäa lehrt, von Galiläa angefangen bis hierher. 6Da nun Pilatus von Galiläa hörte, fragte er, ob der Mensch ein Galiläer wäre? 7Und nachdem er erfahren, dass er aus dem Gebiete des Herodes sei, sandte er ihn zu Herodes, der in jenen Tagen ebenfalls zu Jerusalem anwesend war. 8Als aber Herodes Jesus sah, freute er sich sehr; denn er war seit langer Zeit begierig, ihn zu sehen, weil er vieles von ihm gehört hatte, und hoffte, ein Wunder durch ihn wirken zu sehen. 9Er stellte auch viele Fragen an ihn; allein er antwortete ihm nichts. 10Die Hohenpriester aber und Schriftgelehrten standen da, und verklagten ihn unaufhörlich. 11Da verachtete ihn Herodes mit seinen Kriegsleuten, ließ ihm zum Spotte ein weißes Kleid anziehen, und schickte ihn zu Pilatus zurück. 12An demselben Tage wurden Herodes und Pilatus Freunde; denn vorher waren sie einander feind. 13Pilatus aber rief die Hohenpriester und die Vorsteher und das Volk zusammen, 14und sprach zu ihnen: Ihr habt diesen Menschen zu mir gebracht als einen Volksaufwiegler, und siehe, ich habe ihn in eurer Gegenwart verhört, und an diesem Menschen nichts Schuldbares gefunden von dem, wessen ihr ihn anklaget. 15Aber auch Herodes nicht; denn ich habe euch zu ihm gesendet, und siehe, es ist nichts von ihm getan, was ihn des Todes schuldig zeigte. 16Ich werde ihn also züchtigen, und freigeben. 17Er musste ihnen nämlich auf das Fest einen freigeben. 18Da schrie aber der ganze Hause zusammen auf, und rief: Hinweg mit diesem, und gib uns den Barabbas frei! 19Dieser war wegen eines in der Stadt erregten Aufruhrs und Todtschlages in den Kerker geworfen. 20Abermals redete nun Pilatus zu ihnen, da er willens war, Jesus freizugeben; 21sie aber schrien entgegen, und sprachen: Kreuzige, kreuzige ihn! 22Da sprach er zum dritten Male zu ihnen: Was hat denn dieser Böses getan? Ich finde keine Todesschuld an ihm; ich werde ihn somit züchtigen, und freigeben. 23Sie aber setzten ihm mit großem Geschrei zu, und forderten, dass er gekreuziget werde; und ihr Geschrei nahm immer zu. 24Da sprach Pilatus das Urteil, dass nach ihrem Verlangen geschehen solle. 25Und er gab ihnen jenen los, der wegen Mord und Aufruhr in den Kerker geworfen worden war, den sie verlangten, Jesus dagegen übergab er ihrem Willen. 26Und da sie ihn hinführten, hielten sie einen gewissen Simon von Cyrene an, der vom Lande kam, und legten ihm das Kreuz auf, es Jesus nachzutragen. 27Es folgte ihm aber eine große Menge Volkes, und Weiber, die ihn beweinten und beklagten. 28Jesus aber wendete sich zu ihnen, und sprach: Ihr Töchter Jerusalems! weinet nicht über mich, sondern weinet über euch selbst, und über eure Kinder. 29Denn siehe, es werden Tage kommen, an welchen man sagen wird: Selig sind die Unfruchtbaren, und die Leiber, die nicht geboren, und die Brüste, die nicht genährt haben! 30Dann wird man anfangen, zu den Bergen zu sagen: Fallet über uns! und zu den Hügeln: Bedecket uns! 31Denn wenn sie am grünen Holze solches tun, was wird an dem dürren geschehen? 32Es wurden aber auch zwei andere, Missetäter, mit ihm hinausgeführt, um hingerichtet zu werden. 33Und als sie an den Ort kamen, den man Schädelstätte heißt, kreuzigten sie ihn daselbst, und die Räuber, den einen zur Rechten, und den andern zur Linken. 34Jesus aber sprach: Vater! vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun. Und sie teilten seine Kleider unter sich, das Los darüber werfend. 35Und das Volk stand da und schaute zu. Und die Vorsteher verlachten ihn mit ihnen, und sprachen: Anderen hat er geholfen, er helfe sich selbst, wenn er Christus, der Auserwählte Gottes ist! 36Es verspotteten ihn aber auch die Soldaten, welche hinzutraten, ihm Essig reichten, 37und sprachen: Bist du der König der Juden, so hilf dir! 38Es war aber auch die Aufschrift über ihm geschrieben in griechischer, lateinischer und hebräischer Schrift: Dies ist der König der Juden. 39Einer aber von den Übeltätern, die am Kreuze hingen, lästerte ihn, und sprach: Wenn du Christus bist, so hilf dir selber und uns! 40Da antwortete der andere, verwies es ihm, und sprach: Fürchtest auch du Gott nicht, da du doch dieselbe Strafe erleidest? 41Und wir zwar mit Recht, denn wir empfangen, was unsere Taten verdient haben; dieser aber hat nichts Böses getan. 42Und er sprach zu Jesus: Herr! gedenke meiner, wenn du in dein Reich kommst. 43Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradiese sein! 44Es war aber um die sechste Stunde, da ward eine Finsternis über die ganze Erde bis zur neunten Stunde. 45Die Sonne verfinsterte sich, und der Vorhang des Tempels riss mitten entzwei. 46Und Jesus rief mit lauter Stimme, und sprach: Vater, in deine Hände empfehle ich meinen Geist. Und indem er dies sagte, verschied er. 47Als aber der Hauptmann sah, was geschehen war, pries er Gott, und sprach: Wahrlich, dieser Mensch war ein Gerechter! 48Und alles Volk, das zusammengeströmt war zu diesem Schauspiel, und sah, was geschah, kehrte an seine Brust schlagend zurück. 49Es standen auch alle seine Bekannten von ferne, sowie die Frauen, welche ihm aus Galilæa gefolgt waren, und sahen dieses. 50Und siehe, ein Mann, Namens Joseph, ein Ratsherr, ein guter und gerechter Mann, 51der ihrem Beschlusse und Verfahren nicht beigestimmt hatte, aus Arimathäa, einer Stadt in Judäa, der selbst auch das Reich Gottes erwartete, 52dieser trat zu Pilatus, und bat um den Leib Jesu. 53Und er nahm ihn ab, wickelte ihn in Leinwand, und legte ihn in ein ausgehauenes Grab, in das noch niemand gelegt worden war. 54Es war der Rüsttag, und der Sabbat brach an. 55Die Frauen aber, welche mit ihm aus Galiläa gekommen waren, folgten nach, und sahen das Grab an, und wie sein Leib beigesetzt war. 56Und sie kehrten zurück, und bereiteten Spezereien und Salben; am Sabbate aber ruhten sie nach dem Gebote.