Bibel in einem Jahr · Tag 83 von 365

1 Sam 6–8 · Lk 15

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das 1. Buch Samuel 6

1So war die Lade des Herrn im Lande der Philister sieben Monate. 2Da beriefen die Philister ihre Priester und Wahrsager und sprachen: Was sollen wir mit der Lade des Herrn tun? Saget uns, auf welche Weise wir sie an ihren Ort zurückbringen sollen. Sie sprachen: 3Wenn ihr die Lade des Gottes Israels zurückschafft, so lasset sie nicht leer weggehen, sondern gebet ihm, was ihr als Sühne schuldig seid; dann werdet ihr genesen und es wird euch kund werden, warum seine Hand nicht von euch ablässt. 4Da sprachen die: Was sollen wir ihm als Sühne erstatten? Jene antworteten: 5Machet nach der Zahl der Landschaften der Philister fünf goldene Gefäße und fünf goldene Mäuse; denn eine und dieselbe Plage ist über euch alle und über eure Statthalter gekommen. So machet denn Nachbilder von euren Gefäßen und Nachbilder von den Mäusen, welche das Land verheerten, und gebet dem Gotte Israels die Ehre; vielleicht zieht er seine Hand von euch und von euern Göttern und von eurem Lande zurück. 6Warum sollt ihr eure Herzen verstocken, so wie Ägypten und Pharao ihr Herz verstockten? Entließ er sie nicht erst, nachdem er geschlagen war, und sie zogen ab? 7So gehet jetzt daran und machet einen neuen Wagen und spannet zwei säugende Kühe, die noch kein Joch getragen haben, an den Wagen und sperret ihre Kälber zu Hause ein. 8Sodann nehmet die Lade des Herrn und setzet sie auf den Wagen, und die goldenen Geräte, welche ihr als Sühnegeschenke dargebracht habt, leget an einem Kästchen an ihre Seite und lasst sie ziehen. 9Gebet aber acht: wenn sie den Weg nach ihrem Gebiete hinauf, nach Bethsames zu, zieht, so hat er uns dieses große Übel getan; wo aber nicht, so werden wir wissen, dass seine Hand uns nicht getroffen hat, sondern dass es durch Zufall geschehen ist. 10Da taten sie so, nahmen zwei Kühe, welche Kälber säugten, und spannten sie an den Wagen, ihre Kälber aber hielten sie zu Hause eingeschlossen. 11Sodann setzten sie die Lade Gottes auf den Wagen, samt dem Kästchen, welches die goldenen Mäuse und die Nachbilder der Gefäße enthielt. 12Die Kühe aber gingen geradeaus den Weg entlang, der nach Bethsames zu führt, und schritten fort auf einem und demselben Wege und zogen brüllend dahin, ohne zur Rechten oder zur Linken abzubiegen; die Fürsten der Philister aber folgten bis an die Grenzen von Bethsames. 13Die Bethsamiter schnitten gerade Weizen im Tale; und als sie ihre Augen erhoben, erblickten sie die Lade und freuten sich, da sie dieselbe sahen. 14Und der Wagen kam auf das Feld Josues, eines Bethsamiters, und blieb daselbst stehen. Es lag aber dort ein großer Stein, da spalteten sie das Holz des Wagens und brachten die Kühe darauf dem Herrn als Brandopfer dar. 15Die Leviten aber hoben die Lade Gottes herab und das Kästchen, welches daneben war, in dem die goldenen Gegenstände lagen, und stellten sie auf den großen Stein. Die Männer von Bethsames aber brachten an jenem Tage Brandopfer dar und opferten dem Herrn Schlachtopfer. 16Und die fünf Fürsten der Philister sahen es und kehrten an demselben Tage nach Akkaron zurück. 17Dies aber sind die goldenen Gefäße, welche die Philister dem Herrn als Sühngeschenk darbrachten: Azot eines, Gaza eines, Askalon eines, Geth eines, Akkaron eines; 18dazu die goldenen Mäuse, entsprechend der Zahl der Städte der Philister in den fünf Landschaften, sowohl der ummauerten Städte, als der Dörfer, welche ohne Mauern waren, ja selbst das Groß-Abel, auf den sie die Lade des Herrn gesetzt hatten, welche bis auf diesen Tag im Felde Josues, des Bethsamiters, war. 19Er schlug aber die Männer von Bethsames, weil sie die Lade des Herrn beschaut hatten: er schlug von den Einwohnern siebzig Mann und fünfzigtausend vom übrigen Volke. Und das Volk trauerte, weil der Herr das Volk mit einer so großen Plage geschlagen hatte. 20Da sprachen die Männer von Bethsames: Wer wird vor dem Herrn, diesen heiligen Gott, bestehen können? Und zu wem soll sie von uns weg hinaufziehen? 21Und sie sandten Boten zu den Einwohnern von Kariathiarim und ließen ihnen sagen: Die Philister haben die Lade des Herrn zurückgebracht; kommet herab und holet sie wieder zu euch zurück!

Das 1. Buch Samuel 7

1Die Männer von Kariathiarim also kamen und führten die Lade des Herrn wieder herauf und brachten sie in das Haus Abinadabs in Gabaa; Eleazar aber, seinen Sohn, heiligten sie, dass er die Lade hütete. 2Und es geschah, dass von dem Tage an, wo die Lade des Herrn in Kariathiarim ihren Aufenthalt nahm, eine lange Zeit verging (es war nämlich schon das zwanzigste Jahr); und das ganze Haus Israel genoß Ruhe, dem Herrn folgend. 3Samuel aber hatte zu dem ganzen Hause Israel gesprochen: Wenn ihr euch von ganzem Herzen wieder zu dem Herrn wenden wollt, so tuet die fremden Götter, die Baale und Astarten, aus eurer Mitte hinweg; und bereitet eure Herzen dem Herrn und dienet ihm allein, so wird er euch aus der Hand der Philister erretten. 4Deshalb entfernten die Söhne Israels die Baale und Astarten und dienten dem Herrn allein. 5Samuel aber sprach: Versammelt ganz Israel in Masphath, dass ich für euch zu dem Herrn bete. 6Da versammelten sie sich in Masphath und schöpften Wasser und gossen es vor dem Herrn aus und fasteten an jenem Tage und sprachen daselbst: Wir haben wider den Herrn gesündigt. Und Samuel richtete die Söhne Israels in Masphath. 7Als nun die Philister hörten, dass die Söhne Israels in Masphath versammelt seien, zogen die Statthalter der Philister hinauf gegen Israel. Als dies die Söhne Israels hörten, gerieten sie in Furcht vor den Philistern 8und sprachen zu Samuel: Lass nicht ab, für uns zu dem Herrn, unserm Gott, zu rufen, dass er uns aus der Hand der Philister errette. 9Da nahm Samuel ein säugendes Lamm und brachte es dem Herrn ganz als Brandopfer dar; auch rief Samuel zu dem Herrn für Israel, und der Herr erhörte ihn. 10Es geschah aber, dass, als Samuel das Brandopfer darbrachte, die Philister den Kampf mit Israel begangen; der Herr aber ließ es an jenem Tage mit furchtbarem Krachen über die Philister donnern, und er schreckte sie, dass sie von Israel geschlagen wurden. 11Da zogen die Männer Israels von Masphath aus und verfolgten die Philister und schlugen sie bis zu dem Orte hin, der unterhalb Bethchars war. 12Samuel aber nahm einen Stein und stellte ihn zwischen Masphath und zwischen Sen auf und nannte den Namen dieses Ortes Stein der Hilfe und sprach: Bis hierher hat uns der Herr geholfen! 13So wurden die Philister gedemütigt, so dass sie nicht mehr versuchten, in das Gebiet Israels einzudringen; und so lastete die Hand des Herrn auf den Philistern alle Tage Samuels hindurch. 14Auch wurden sie Städte, welche die Philister Israel weggenommen hatten, an Israel zurückgegeben, von Akkaron bis nach Geth und ihr Gebiet; und er befreite Israel aus der Hand der Philister, und es war Friede zwischen Israel und den Ammorhitern. 15Und Samuel richtete Israel alle Tage seines Lebens 16und ging von Jahr zu Jahr umher nach Bethel und Galgala und Masphath und richtete Israel an den vorgenannten Orten. 17Dann kehrte er nach Ramatha zurück; denn dort war sein Haus, und auch da richtete er Israel und erbaute dem Herrn daselbst einen Altar.

Das 1. Buch Samuel 8

1Es geschah aber, als Samuel alt geworden war, setzte er seine Söhne zu Richtern über Israel ein. 2Der Name seines erstgeborenen Sohnes war Joel, und der Name des zweiten Abia; beide waren Richter in Bersabee. 3Allein seine Söhne wandelten nicht auf seinen Wegen, sondern ergaben sich der Habsucht und nahmen Geschenke an und verkehrten das Recht. 4Daher versammelten sich alle Ältesten von Israel und kamen zu Samuel nach Ramatha 5und sprachen zu ihm: Siehe, du bist nun alt geworden und deine Söhne wandeln nicht auf deinen Wegen; so setze uns einen König ein, dass er uns richte, wie ja alle Völker haben. 6Diese Rede missfiel in den Augen Samuels, weil sie gesagt hatten: Gib uns einen König, dass er uns richte. Und Samuel betete zu dem Herrn. 7Der Herr aber sprach zu Samuel: Höre auf die Stimme des Volkes in allem, was sie dir sagen; denn nicht dich haben sie verworfen, sondern mich, dass ich nicht über sie König sei. 8So wie alle ihre Werke waren, die sie vollbracht haben von dem Tage an, an dem ich sie aus Ägypten geführt habe, bis auf diesen Tag, wie sie mich verlassen und fremden Göttern gedient haben, so handeln sie auch an dir. 9So höre nun auf ihre Stimme; aber verwarne sie und lege ihnen das Recht des Königs vor, der über sie herrschen soll. 10Hierauf sagte Samuel dem Volke, welches einen König von ihm begehrt hatte, alles, was der Herr geredet, 11und sprach: Dies wird das Recht des Königs sein, der über euch herrschen soll: Eure Söhne wird er nehmen und auf seine Wagen setzen und zu seinen Reitern und zu Läufern vor seinen Wagen machen, 12und wird sie sich als Oberste und als Hauptleute über hundert und als Pflüger auf seinen Feldern und als Schnitter seiner Saaten und als Schmiede für seine Waffen und Wagen bestellen. 13Und eure Töchter wird er zu seinen Salbenbereiterinnen und Köchinnen und Brotbäckerinnen machen. 14Von euren Feldern und Weinbergen und Ölgärten wird er die besten nehmen und seinen Dienern geben. 15Aber auch von euren Saaten und dem Ertrage eurer Weinberge wird er den Zehnten erheben, um ihn seinen Hofbeamten und Dienern zu geben. 16Auch eure Knechte und Mägde und eure besten Jünglinge und eure Esel wird er nehmen und für sich allein arbeiten lassen. 17Dazu wird er von euren Herden den Zehnten erheben, und ihr werdet seine Knechte sein. 18Wenn ihr dann an jenem Tage über euren König, den ihr euch erwählt habt, schreien werdet, wird euch der Herr an jenem Tag nicht erhören, weil ihr euch einen König verlangt habt. 19Das Volk aber wollte auf die Stimme Samuels nicht hören, sondern sprach: Mit nichten! Denn ein König soll über uns sein, 20und auch wir wollen wie alle Völker sein, und unser König soll uns richten und vor uns ausziehen und unsere Kriege für uns führen. 21Und Samuel hörte alle Worte des Volkes und redete sie vor den Ohren des Herrn. 22Der Herr aber sprach zu Samuel: Höre auf ihre Stimme und setze einen König über sie ein! Da sprach Samuel zu den Männern von Israel: Ein jeder gehe in seine Stadt!

Neues Testament

Lukasevangelium 15

1Es nahten sich ihm aber die Zöllner und Sünder, um ihn zu hören. 2Da murrten die Pharisäer und Schriftgelehrten, und sprachen: Dieser nimmt sich der Sünder an, und isst mit ihnen. 3Er aber sagte zu ihnen dieses Gleichnis, und sprach: 4Wer von euch, der hundert Schafe hat, und eines davon verliert, lässt nicht die neunundneunzig in der Wüste, und geht dem verlornen nach, bis er es findet? 5Und hat er es gefunden, so legt er es voll Freude auf seine Schultern; 6und wenn er nach Hause kommt, so ruft er seine Freunde und Nachbarn zusammen, und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir, denn ich habe mein Schaf gefunden, welches verloren war! 7Ich sage euch: Ebenso wird auch im Himmel Freude sein über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über neunundneunzig Gerechte, welche der Buße nicht bedürfen. 8Oder welches Weib, die zehn Drachmen hat, zündet nicht, wenn sie eine Drachme verliert, ein Licht an, und kehrt das Haus aus, und sucht sorgfältig, bis sie dieselbe findet? 9Und wenn sie dieselbe gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen zusammen, und spricht: Freuet euch mit mir, denn ich habe die Drachme gefunden, die ich verloren hatte! 10Ebenso, sage ich euch, wird Freude bei den Engeln Gottes sein über einen einzigen Sünder, welcher Buße tut. 11Und er sprach: Ein Mensch hatte zwei Söhne. 12Und der jüngere von ihnen sprach zu dem Vater: Vater! gib mir den Anteil des Vermögens, der mir zukommt. Und er teilte unter sie das Vermögen. 13Nach wenigen Tagen nun nahm der jüngere Sohn alles zusammen, zog fort in ein fernes Land, und verschwendete daselbst sein Vermögen durch ein schwelgerisches Leben. 14Nachdem er aber alles aufgezehrt hatte, entstand eine große Hungersnot in jenem Lande, und er fing an Mangel zu leiden. 15Da machte er sich auf, und verdingte sich an einen Bürger desselben Landes. Dieser schickte ihn auf sein Landgut, die Schweine zu hüten. 16Und er wünschte seinen Magen mit den Hülsen zu füllen, welche die Schweine fraßen; aber niemand gab sie ihm. 17Da ging er in sich, und sagte: Wie viele Tagelöhner im Hause meines Vaters haben Überfluß an Brot, ich aber gehe durch Hunger zu Grunde! 18Ich will mich aufmachen, und zu meinem Vater gehen, und zu ihm sagen: Vater! ich habe mich versündiget wider den Himmel, und vor dir; 19ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen; halte mich wie einen von deinen Taglöhnern. 20Und er machte sich auf, und kam zu seinem Vater. Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater, und ward vom Mitleide gerührt, und lief ihm entgegen, und fiel ihm um den Hals, und küsste ihn. 21Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater! Ich habe mich versündiget wider den Himmel und vor dir; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen. 22Da sprach der Vater zu seinen Knechten: Geschwind bringet ihm das beste Kleid heraus, ziehet es ihm an, und gebet einen Ring an seine Hand, und Schuhe an seine Füße; 23bringet auch das gemästete Kalb her, und schlachtet es, so wollen wir essen und fröhlich sein, 24denn dieser mein Sohn war tot, und ist wieder lebendig geworden; er war verloren, und ist gefunden worden. Und sie fingen an, ein Freudenmahl zu halten. 25Es war aber sein älterer Sohn auf dem Felde. Als er nun kam, und sich dem Hause nahte, hörte er Musik und Tanz. 26Da rief er einen der Knechte, und fragte ihn, was das wäre. 27Dieser aber sprach zu ihm: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das gemästete Kalb schlachten lassen, weil er ihn gesund wieder erhalten hat. 28Da ward er zornig, und wollte nicht hineingehen. Darum ging sein Vater heraus, und fing an, ihn zu bitten. 29Er aber antwortete, und sprach zu seinem Vater: Siehe, so viele Jahre diene ich dir, und habe niemals dein Gebot übertreten, aber nie hast du mir ein Böcklein gegeben, dass ich mit meinen Freunden ein Freudenmahl gehalten hätte; 30aber nachdem dieser dein Sohn, der sein Vermögen mit Dirnen verschwendet hat, gekommen ist, ließest du ihm das gemästete Kalb schlachten. 31Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn! du bist immer bei mir, und alles das Meinige ist dein; 32aber ein Freudenmahl musste gehalten werden, weil dieser dein Bruder tot war, und wieder lebendig geworden ist, verloren war, und wiedergefunden worden ist.