Bibel in einem Jahr · Tag 45 von 365

Num 13–15 · Mk 4

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Numeri 13

1Darnach brach das Volk auf von Haseroth und lagerte sich in der Wüste Pharan. 2Daselbst redete der Herr zu Moses und sprach: 3Sende Männer aus, damit sie das Land Chanaan auskundschaften, das ich den Söhnen Israels geben werde, je einen Fürsten aus jedem Stamme. 4Da tat Moses, was der Herr geboten hatte, und sandte aus der Wüste Pharan Fürsten aus; und dies sind ihre Namen: 5Vom Stamme Ruben Sammua, den Sohn Zechurs, 6vom Stamme Simeon Saphat, den Sohn Huris, 7vom Stamme Juda Kaleb, den Sohn Jephones, 8vom Stamme Issachar Igal, den Sohn Josephs, 9vom Stamme Ephraim Osee, den Sohn Nuns, 10vom Stamme Benjamin Phalti, den Sohn Raphus, 11vom Stamme Zabulon Geddiel, den Sohn Sodis, 12vom Stamme Joseph, vom Scepter Manasses, Gaddi, den Sohn Susis, 13vom Stamme Dan Ammiel, den Sohn Gemallis, 14vom Stamme Aser Sthur, den Sohn Michaels, 15vom Stamme Nephthali Nahabi, den Sohn Vapsis, 16vom Stamme Gad Guel, den Sohn Machis. 17Das sind die Namen der Männer, welche Moses aussandte, um das Land zu erforschen; und Osee, den Sohn Nuns, nannte er Josue. 18Moses also sandte sie aus, das Land Chanaan zu erforschen, und sprach zu ihnen: Ziehet hinauf durch den südlichen Landstrich, und wenn ihr in das Gebirge kommt, 19erforschet das Land, wie es beschaffen ist; und das Volk, das in demselben wohnt, ob es stark ist oder schwach, ob klein an Zahl oder groß; 20das Land selbst, ob es gut oder schlecht ist, wie die Städte beschaffen sind, ob ummauert oder ohne Mauern; 21den Boden, ob er fett oder mager, mit Bäumen bewachsen oder ohne Bäume ist. Zeiget euch mutig und bringet uns einige von den Früchten des Landes! Es war aber die Zeit, wo man schon die frühzeitigen Trauben essen kann. 22Da zogen sie hinauf und kundschafteten das Land aus, von der Wüste Sin bis Rohob, am Wege nach Emath. 23Und sie zogen hinauf nach Süden und kamen nach Hebron, woselbst Achiman, Sisai, und Tholmai, die Söhne Enaks waren; Hebron nämlich ist sieben Jahre vor Tanis, der Stadt in Ägypten, gebaut worden. 24Als sie nun bis zum Traubenbach kamen, schnitten sie eine Rebe mit ihrer Traube ab, welche zwei Männer an einer Stange trugen; auch nahmen sie einige von den Granatäpfeln und Feigen dieses Ortes mit, 25der Neheleskol, das ist Traubenbach, genannt ward, darum weil die Söhne Israels eine Traube von dort weggetragen haben. 26Und nach vierzig Tagen kehrten die Kundschafter des Landes zurück, nachdem sie die ganze Gegend durchzogen hatten, 27und kamen zu Moses und Aaron, und zu der ganzen Gemeinde der Söhne Israels in die Wüste Pharan, das ist nach Kades. Und sie redeten zu ihnen, und zeigten dem ganzen Volke die Früchte des Landes, 28und erzählten, und sprachen: Wir sind in das Land gelangt, in welches du uns gesendet hast, es fließt wahrhaft von Milch und Honig, wie man aus diesen Früchten erkennen kann; 29aber es hat sehr starke Bewohner und große ummauerte Städte. Die Nachkommen Enaks haben wir daselbst gesehen. 30Amalek wohnt im Süden, die Hethiter und Jebusiter und Amorrhiter auf dem Gebirge; und die Chananiter wohnen am Meere und am Bette des Jordans hin. 31Unterdessen beruhigte Kaleb das Murren des Volkes, das sich gegen Moses erhob, und sprach: Lasset uns hinaufziehen und das Land in Besitz nehmen, denn wir können es einnehmen: 32Die andern aber, die mit ihm gezogen waren, sprachen: Keineswegs sind wir im Stande, gegen dieses Volk hinaufzuziehen, denn es ist stärker als wir. 33Und sie berichteten den Söhnen Israels Schlimmes über das Land, das sie ausgekundschaftet hatten, und sprachen: Das Land, welches wir durchzogen haben, verschlingt seine Einwohner; das Volk, welches wir gesehen haben, ist von hohem Wuchse. 34Daselbst sahen wir einige Ungeheuer von den Söhnen Enaks aus dem Riesengeschlechte; gegen diese erschienen wir wie Heuschrecken.

Numeri 14

1Da erhob das ganze Volk seine Stimme und weinte in jener Nacht. 2Und alle Söhne Israels murrten wider Moses und Aaron und sprachen. 3O wären wir doch in Ägypten gestorben, und kämen wir in dieser weiten Wüste um, und führte uns der Herr nicht in dies Land, damit wir nicht durch das Schwert fallen und unsere Frauen und Kinder gefangen weggeführt werden! Ist es nicht besser, nach Ägypten zurückzukehren? 4Und sie sprachen einer zu dem andern: Lasset uns einen Anführer aufstellen und nach Ägypten zurückkehren. 5Als Moses und Aaron dies hörten, warfen sie sich angesichts der ganzen Menge der Söhne Israels zur Erde auf ihr Angesicht nieder. 6Josue aber, der Sohn Nuns, und Kaleb, der Sohn Jephones, welche das Land mit ausgekundschaftet hatten, zerrissen ihre Kleider 7und sprachen zu der ganzen Gemeinde der Söhne Israels: Das Land, das wir durchzogen haben, ist ein sehr gutes. 8Wenn der Herr uns gnädig ist, wird er uns in dasselbe führen und uns das Land geben, welches von Milch und Honig fließt. 9Empöret euch nicht gegen den Herrn; und fürchtet euch nicht vor dem Volke dieses Landes, denn wie Brot, so können wir sie aufessen; all ihr Schutz ist von ihnen gewichen; der Herr ist mit uns, fürchtet euch nicht! 10Als aber die ganze Menge schrie und sie steinigen wollte, erschien die Herrlichkeit des Herrn über dem Zelte des Bundes vor allen Söhnen Israels. 11Und der Herr sprach zu Moses: Wie lange soll mich dieses Volk lästern? Wie lange wollen sie mir nicht glauben, trotz aller Wunderzeichen, die ich vor ihnen getan habe? 12Darum will ich sie mit der Pest schlagen und vertilgen; dich aber will ich zum Fürsten über ein großes Volk machen, welches stärker ist als dieses. 13Und Moses sprach zu dem Herrn: Wenn die Ägypter, aus deren Mitte du dieses Volk herausgeführt hast, es vernehmen, 14und die Bewohner dieses Landes, die es gehört haben, dass du, Herr, inmitten dieses Volkes bist, und dich von Angesicht zu Angesicht sehen lässest. Sie mit deiner Wolke schützest, und des Tages in der Wolkensäule vor ihnen hergehest, und des Nachts in der Feuersäule; 15dass du eine solche Menge wie einen Mann getötet hast, so werden sie sprechen: 16Er konnte das Volk nicht in das Land führen, welches er ihnen zugeschworen hatte, darum hat er sie in der Wüste getötet. 17Möge also die Kraft des Herrn sich groß erweisen, wie du geschworen und gesagt hast: 18Der Herr ist langmütig und reich an Erbarmung, der da Sünde und Missetat hinwegnimmt, aber niemand ganz ungestraft lässt, der du die Sünden der Väter an den Kindern heimsuchst bis in´s dritte und vierte Geschlecht. 19Vergib, ich bitte dich, die Sünde dieses Volkes nach deiner großen Barmherzigkeit, wie du ihnen gnädig gewesen bist, seit dem Auszuge aus Ägypten bis an diesen Ort. 20Und der Herr sprach: Ich vergebe, wie du gebeten hast. 21So wahr ich lebe, soll die ganze Erde von der Herrlichkeit des Herrn erfüllt werden. 22Aber alle die Männer, welche meine Herrlichkeit und die Wunder, die ich in Ägypten und in der Wüste getan habe, geschaut, und mich dennoch schon zehnmal versucht und meiner Stimme nicht gehorcht haben, 23sollen das Land nicht sehen, welches ich ihren Vätern zugeschworen habe; und nicht einer von jenen, der mich gelästert hat, soll es schauen! 24Meinen Diener Kaleb, der von einem andern Geist erfüllt mir gefolgt ist, werde ich in dies Land führen, das er durchzogen hat; und seine Nachkommen sollen es besitzen. 25Da die Amalekiter und Chananiter im Tale wohnen, so brechet morgen auf und kehret in die Wüste zurück auf dem Wege nach dem roten Meere. 26Und der Herr redete zu Moses und Aaron und sprach: 27Wie lange murrt dieses böse Volk wider mich? Ich habe die Klagen der Söhne Israels gehört. 28Darum sage ihnen: So wahr ich lebe, spricht der Herr, so wie ihr geredet, dass ich es hörte, so will ich an euch tun! 29In dieser Wüste sollen eure Leichen liegen bleiben. Alle, die ihr von zwanzig Jahren an und darüber gezählt seid und wider mich gemurrt habt, 30werdet nicht in das Land kommen, über das ich meine Hand erhoben habe, euch darin wohnen zu lassen, außer Kaleb, dem Sohne Jephones, und Josue, dem Sohne Nuns. 31Eure Kinder aber, von denen ihr sagtet, sie würden eine Beute der Feinde werden, werde ich hineinführen, damit sie das Land schauen, das euch missfallen hat. 32Eure Leichen werden in der Wüste liegen bleiben. 33Eure Söhne sollen vierzig Jahre in der Wüste unstät sein und euren Treubruch tragen, bis die Zeichen der Väter in der Wüste verwest sind, 34entsprechend der Zahl der vierzig Tage, in denen ihr das Land ausgekundschaftet habt; ein Jahr soll auf je einen Tag gerechnet werden. Vierzig Jahre sollt ihr eure Missetaten büßen, und ihr sollt meine Rache erfahren. 35Denn wie ich geredet habe, so werde ich mit diesem ganzen bösen Volke verfahren, das sich wider mich erhoben hat; in dieser Wüste soll es umkommen und sterben. 36Und alle die Männer, welche Moses ausgesandt hatte, das Land auszukundschaften, und die nach ihrer Rückkehr die ganze Gemeinde zum Murren wider ihn gebracht hatten, indem sie das Land als böse verschrieen, 37starben und wurden vor dem Angesichte des Herrn geschlagen. 38Josue aber, der Sohn Nuns, und Kaleb, der Sohn Jephones, blieben von allen, die ausgezogen waren, das Land auszukundschaften, am Leben. 39Als nun Moses alle diese Worte zu allen Söhnen Israels redete, ward das Volk sehr traurig. 40Und siehe, am frühen Morgen machten sie sich auf, und zogen die Höhe des Gebirges hinauf, und sprachen: Wir sind bereit, an dem Ort hinaufzuziehen, von dem der Herr geredet hat; denn wir haben gesündigt. 41Und Moses sprach zu ihnen: Warum übertretet ihr das Wort des Herrn? Es wird nicht zu eurem Glücke dienen. 42Ziehet nicht hinauf; denn der Herr ist nicht mit euch; dass ihr nicht vor euren Feinden zu Falle kommt. 43Die Amalekiter und Chananiter sind vor euch, ihr werdet durch ihr Schwert fallen, weil ihr dem Herrn nicht gehorchen wolltet, und der Herr wird nicht mit euch sein. 44Jene aber waren verblendet und zogen der Höhe des Gebirges zu; doch die Lade des Bundes des Herrn und Moses gingen nicht aus dem Lager. 45Da kamen die Amalekiter und Chananiter, die auf dem Gebirge wohnten, herab, und schlugen sie, und hieben sie nieder, und verfolgten sie bis Horma.

Numeri 15

1Und der Herr redete zu Moses und sprach: 2Rede zu den Söhnen Israels und sage zu ihnen. Wenn ihr in das Land kommt, das euer Wohnsitz sein soll, welches ich euch geben werde, 3und ihr dem Herrn ein Opfer bringt, es sei ein Brandopfer, oder ein Schlachtopfer, um ein Gelübde zu erfüllen, oder als freiwillige Gabe, oder bei euren Festen, um dem Herrn einen lieblichen Geruch zu bereiten, von Rindern oder Schafen, 4so soll jeder, der ein Opfer darbringt, auch ein Speiseopfer von feinem Mehl, das Zehntel eines Epha, mit Öl angemacht, im Maße eines Viertels Hin, darbringen; 5auch soll er Wein als Trankopfer in gleichem Maße hinzugeben zu dem Brandopfer oder zu dem Schlachtopfer. Zu jedem Lamme 6und zu jedem Widder soll ein Speiseopfer von zwei Zehnteln feinen Mehles kommen, das mit einem Drittel Hin Öl angemacht ist; 7auch soll er Wein als Trankopfer, ein Drittel desselben Maßes, zum süßen Geruche für den Herrn darbringen. 8Wenn du aber ein Rind zum Brandopfer oder als anderes Opfer darbringst, um ein Gelübde zu erfüllen, oder als Friedopfer, 9so sollst du zu jedem Rinde drei Zehntel feines Mehl, das mit einem halben Hin Öl angemacht ist, darbringen; 10und Wein als Trankopfer in gleichem Maße zum süßen Geruche für den Herrn. 11So sollst du verfahren 12bei jedem Rinde und Widder, und Lamme, und Ziegenbocke. 13Sowohl Einheimische wie Fremde 14sollen auf die gleiche Weise ihre Opfer darbringen. 15Einerlei Vorschrift und Recht soll für euch, wie für die Fremden, welche in euer Land kommen, gelten. 16Der Herr redete zu Moses und sprach: 17Rede zu den Söhnen Israels und sprich zu ihnen: 18Wenn ihr in das Land kommt, das ich euch geben werde, 19und ihr vom Brote jenes Landes esset, so sollt ihr die Erstlinge dem Herrn absondern 20von euren Speisen. Gleichwie ihr von der Tenne die Erstlinge absondert, 21so sollt ihr auch von den Speisen die Erstlinge dem Herrn geben. 22Wenn ihr aus Versehen etwas von dem unterlasst, was der Herr zu Moses geredet 23und euch durch ihn geboten hat, von dem Tage an, an welchem er anfing Gebote zu geben und weiterhin, 24oder wenn die Gemeinde es zu tun vergisst, so soll sie ein junges Rind von der Herde als Brandopfer bringen, zum süßen Geruche für den Herrn, und das dazugehörige Speiseopfer und Trankopfer, wie die heiligen Gebräuche es fordern, und einen Ziegenbock als Sündopfer. 25Und der Priester soll für die ganze Gemeinde der Söhne Israels beten; und es wird ihnen vergeben werden, denn sie haben nicht mit Wissen und Willen gesündigt; doch sollen sie dem Herrn für sich und für die Sünde ihres Versehens ein Feueropfer darbringen, 26so wird dem ganzen Volke der Söhne Israels vergeben werden, und den Fremdlingen, die unter ihnen weilen; denn das Vergehen des ganzen Volkes beruht auf Versehen. 27Wenn aber ein einzelner aus Versehen sündigt, so soll er eine einjährige Ziege für seine Versündigung darbringen, 28und der Priester soll für ihn beten, weil er unbedacht vor dem Herrn gesündigt hat, und er wird ihm Vergebung erbitten, und es wird ihm verziehen werden. 29Für Einheimische ebenso wie für Fremde gelte eine Bestimmung, für alle, welche aus Versehen gesündigt haben. 30Wenn aber jemand aus Frevelmut etwas begeht, es sei ein Bürger oder ein Fremdling, so soll er ausgetilgt werden aus seinem Volke (weil er sich wider den Herrn aufgelehnt hat); 31denn er hat des Herrn Wort verachtet und sein Gebot zu Schanden gemacht; darum soll er weggetilgt werden und seine Missetat tragen. 32Es begab sich aber, als die Söhne Israels in der Wüste waren, dass sie einen Mann fanden, der am Sabbatstage Holz sammelte. 33Da brachten sie ihn vor Moses und Aaron und die ganze Gemeinde. 34Diese verschlossen ihn im Gewahrsam, weil sie nicht wussten, was sie mit ihm tun sollten. 35Und der Herr sprach zu Moses: Dieser Mensch soll des Todes sterben, die ganze Gemeinde soll ihn außerhalb des Lagers steinigen. 36Und sie führten ihn vor das Lager hinaus und steinigten ihn, und er starb, wie der Herr geboten hatte. 37Und der Herr sprach zu Moses: 38Rede zu den Söhnen Israels und sage ihnen, dass sie sich Quasten an den Ecken ihrer Oberkleider machen und himmelblaue Schnüre daran anbringen. 39Wenn sie diese ansehen, sollen sie sich aller Gebote des Herrn erinnern und nicht ihren Gedanken und Augen folgen, allerlei Dingen nachbuhlend, 40sondern vielmehr der Gebote des Herrn eingedenk, sie tun und ihrem Gott heilig sein. 41Ich bin der Herr, euer Gott, der euch aus dem Lande Ägypten geführt hat, dass ich euer Gott sei.

Neues Testament

Markusevangelium 4

1Und er fing abermals an, am Meere zu lehren; und es sammelte sich zu ihm eine große Schar, so dass er in das Schiff stieg, und so auf dem Meere saß, das ganze Volk aber war auf dem Lande am Meere entlang. 2Und er lehrte sie vieles in Gleichnissen, und sprach zu ihnen in seiner Lehre: 3Höret! siehe, es ging der Sämann aus, zu säen. 4Und indem er säte, fiel einiges an den Weg hin; da kamen die Vögel des Himmels und fraßen es auf. 5Einiges fiel auf den felsigen Grund, wo es nicht viel Erde hatte; es ging zwar erfolgreich auf, weil es keine tiefe Erde hatte; 6als aber die Sonne aufging, wurde es versengt, und weil es keine Wurzel hatte, verdorrte es. 7Und einiges fiel unter die Dornen; und die Dornen wuchsen auf, und erstickten es, so dass es keine Frucht gab. 8Einiges aber fiel in gutes Erdreich und brachte Frucht, welche aufging und sich mehrte, so dass eines dreißigfältig, eines sechzigfältig, eines hundertfältig trug. 9Und er sprach: Wer Ohren hat zu hören, der höre! 10Und als er allein war, fragten ihn die zwölf, die um ihn waren, über dieses Gleichnis. 11Und er sprach zu ihnen: Euch ist es gegeben, das Geheimnis des Reiches Gottes zu verstehen; denen aber, die draußen sind, wird alles in Gleichnissen vorgelegt, 12damit sie es mit den Augen schauen, und doch nicht sehen, und mit Ohren hören, und doch nicht verstehen; damit sie sich nicht etwa bekehren und ihnen die Sünden vergeben werden. 13Und er sprach zu ihnen: Verstehet ihr dieses Gleichnis nicht, wie werdet ihr dann alle Gleichnisse verstehen? 14Der Sämann sät das Wort. 15Jene aber am Wege sind diejenigen, welche, wenn das Wort gesät wird, es zwar hören; dann kommt aber sogleich der Satan, und nimmt das Wort hinweg, das in ihre Herzen gesät ist. 16Desgleichen sind auch die, welche auf felsigen Grund gesät werden; wenn diese das Wort gehört haben, nehmen sie es alsbald mit Freuden auf; 17sie haben aber keine Wurzel in sich, sondern sind unbeständig; und wenn dann Drangsal oder Verfolgung um des Wortes willen entsteht, so nehmen sie alsbald Anstoß. 18Die anderen, die unter Dornen gesät sind, das sind die, welche zwar das Wort hören, 19aber die Sorgen der Welt, der Trug des Reichtums, und die Begierden nach den übrigen Dingen schleichen sich ein, und ersticken das Wort, so dass es ohne Frucht bleibt. 20Die endlich auf ein gutes Erdreich gesät sind, sind die, welche das Wort hören und auffassen, und Frucht bringen lassen, eines dreißigfältig, eines sechzigfältig, und eines hundertfältig. 21Und er sprach zu ihnen: Bringt man etwa das Licht, damit es unter den Scheffel gestellt werde oder unter das Bett? Und nicht vielmehr, damit es auf den Leuchter gestellt werde? 22Denn nichts ist verborgen, was nicht offenbar würde; und nichts geschieht heimlich, sondern damit es an den Tag komme. 23Wer Ohren hat zu hören, der höre! 24Und er sprach zu ihnen: Habet acht, was ihr hört! Mit dem Maße, mit welchem ihr messet, wird euch wieder gemessen werden, und es wird euch noch darüber gegeben werden. 25Denn wer hat, dem wird gegeben; wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, genommen werden. 26Er sprach auch: Mit dem Reiche Gottes ist es, wie wenn ein Mensch Samen auf das Land streut. 27Er mag schlafen, oder aufstehen bei Tag und bei Nacht, der Same keimt und wächst auf, ohne dass er es wahrnimmt. 28Denn die Erde trägt von selbst Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, endlich die volle Frucht in der Ähre. 29Und wenn sie die Früchte hervorgebracht hat, so legt er alsbald die Sichel an, weil die Ernte da ist. 30Und er sprach: Womit werden wir das Reich Gottes vergleichen, oder unter welchem Gleichnisse sollen wir es darstellen? 31Es ist wie ein Senfkörnlein, welches, wenn es in die Erde gesät wird, das kleinste unter allen Samenkörnern ist, die auf Erden sind; 32nachdem es aber gesät ist, wächst es empor, und wird größer als alle Kräuter, und treibt so große Zweige, dass die Vögel des Himmels unter seinem Schatten wohnen können. 33In vielen solchen Gleichnissen redete er zu ihnen das Wort, so wie sie es zu hören vermochten. 34Und ohne Gleichnisse redete er nicht zu ihnen; wenn sie aber allein waren, legte er seinen Jüngern alles aus. 35An demselben Tage, da es Abend geworden war, sagte er zu ihnen: Lasset uns hinüberfahren an das andere Ufer! 36Sie entließen also das Volk, und nahmen ihn mit sich, so wie er im Schiffe war; es waren auch noch andere Schiffe mit ihm. 37Und es erhob sich ein großer Sturmwind und warf die Wellen in das Schiff, so dass es voll Wasser wurde. 38Er aber war auf dem Hinterteile des Schiffes, und schlief auf einem Riffen. Da weckten sie ihn auf, und sprachen zu ihm: Meister! Liegt dir nichts daran, dass wir zu Grunde gehen? 39Und er stand auf, gebot dem Winde drohend, und sprach zu dem Meere: Schweig, verstumme! Und der Wind legte sich, und es ward eine große Stille. 40Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr furchtsam? Habt ihr noch keinen Glauben? Sie aber fürchteten sich sehr, und sprachen zueinander: Wer ist wohl dieser, dass ihm sogar der Wind und das Meer gehorchen?