Altes Testament
Das 2. Buch der Makkabäer 7
1Es begab sich aber auch, dass sieben Brüder zugleich mit ihrer Mutter ergriffen wurden und von dem Könige gezwungen werden sollten, wider das Gesetz Schweinefleisch zu essen, indem man sie mit Geißeln und Riemen schlug. 2Einer aber von ihnen, der erste, sprach also: Was verlangst du? Was willst du von uns erfragen? Wir sind bereit, eher zu sterben als die von den Vätern überlieferten Gesetze zu übertreten. 3Da war der König zornig und befahl, Pfannen und eherne Kessel heiß zu machen. Und alsbald, als sie heiß waren, 4ließ er dem, der zuerst gesprochen hatte, die Zunge ausschneiden, die Haut vom Kopfe abziehen und die äußersten Teile von Händen und Füßen abhauen, während die übrigen Brüder und die Mutter zusehen mussten. 5Als er nun so schon am ganzen Leibe verstümmelt war, ließ er ihn noch an das Feuer bringen und noch atmend in der Pfanne braten; doch während er darin lange Zeit gemartert ward, ermahnten sich die übrigen einander samt der Mutter, starkmütig zu sterben 6und sprachen: Gott, der Herr, schaut auf Wahrheit und wird sich über uns erbarmen, wie es Moses in seinem Lobgesange bezeugt hat: Er wird seine Diener trösten. 7Als nun der erste auf diese Weise gestorben war, führten sie den zweiten herbei, ihn zu misshandeln. Nachdem sie ihm die Haut von seinem Kopfe samt den Haaren abgezogen hatten, fragten sie ihn, ob er essen wolle, bevor er am ganzen Körper gliederweise gemartert würde. 8Er aber antwortete und rief in der Sprache seiner Väter: Ich werde es nicht tun. Darum erlitt auch dieser der Reihe nach dieselben Martern wie der erste. 9Beim letzten Atemzuge aber sprach er so: Du, Verruchter! nimmst uns zwar das gegenwärtige Leben, allein der König der Welt wird uns, die wir für sein Gesetz sterben, zur Auferstehung des ewigen Lebens erwecken. 10Nach diesem wurde der dritte gemartert, und als man ihm die Zunge abforderte, streckte er sie alsbald heraus und bot die Hände standhaft dar, 11indem er mit Festigkeit sprach: Vom Himmel habe ich diese erhalten, aber für Gottes Gesetze achte ich sie jetzt für nichts, denn von ihm hoffe ich sie wieder zu erlangen; 12so dass selbst der König und seine Umgebung sich über des Jünglings Mut verwunderten, weil er die Peinen für nichts achtete. 13Als auch dieser so gestorben war, quälten und marterten sie den vierten auf gleiche Weise. 14Als dieser schon im Sterben war, sprach er also: Besser ist es, von den Menschen dem Tode überliefert zu werden und die Hoffnung zu nähren, von Gott wieder zum Leben erweckt zu werden; denn dir wird keine Auferstehung zum Leben zuteil werden. 15Hierauf führten sie den fünften herbei und marterten ihn. Dieser aber sah ihn an und sprach: 16Da du Macht hast unter den Menschen, obwohl selbst ein Sterblicher, tust du, was du willst; glaube aber nicht, dass unser Volk von Gott verlassen sei. 17Warte nur und harre, so wirst du seine gewaltige Macht sehen, wie er dich und deine Nachkommenschaft strafen wird. 18Nach diesem führten sie den sechsten hin, und als dieser im Sterben war, sprach er: Täusche dich nicht vergeblich; denn wir leiden dies um unsertwillen, da wir wider unsern Gott gesündigt haben, und daher ist an uns Staunenswertes geschehen. 19Du aber wähne nicht, ungestraft zu bleiben, da du dich vermessen hast, wider Gott zu streiten. 20Überaus bewundernswert aber und des Gedenkens der Guten würdig zeigte sich die Mutter, welche sieben Söhne an einem Tage umkommen sah und es doch starkmütig ertrug um der Hoffnung willen, die sie auf Gott setzte. 21Einen jeden derselben ermunterte sie kraftvoll und voll der Weisheit in der Muttersprache und, mit weiblicher Gemütsart Mannesmut vereinend, 22sprach sie zu ihnen: Ich weiß nicht, wie ihr in meinem Leibe geworden seid, denn nicht ich habe euch Geist, Seele und Leben gegeben und nicht ich habe an einem jeden von euch Glied an Glied gefügt, 23sondern der Schöpfer der Welt, der den Menschen bei seinem Ursprunge bildet und der die Entstehung aller Dinge bestimmt, er wird euch Geist und Leben in erbarmender Güte wieder geben, wie er jetzt euch für nichts achtet ums eines Gesetzes willen. 24Antiochus aber, der sich für verachtet hielt, mahnte, ohne auf die vermeintlichen Schimpfreden zu achten, den jüngsten, der noch übrig war, nicht nur mit Worten, sondern beteuerte ihm unter einem Eide, er wolle ihn reich und glücklich machen, ihn als seinen Freund halten und ihm alles Nötige verschaffen, wenn er von seinen väterlichen Gesetzen abfallen wolle. 25Als der Jüngling sich dazu nicht bewegen ließ, rief der König seine Mutter herbei und riet ihr, auf die Rettung des Jünglings bedacht zu sein. 26Nachdem er ihr nun mit vielen Worten zugeredet hatte, versprach sie, ihren Sohn zu überreden. 27Sie neigte sich zu ihm und dem grausamen Tyrannen zum Hohne sprach sie in der Muttersprache: Mein Sohn! Habe Erbarmen mit mir, die ich dich neun Monate unter dem Herzen getragen und dich drei Jahre gesäugt und genährt und bis zu diesem Alter erzogen habe. 28Ich bitte, Kind! Schaue zum Himmel empor und auf die Erde und auf alles, was in ihnen ist, und erkenne, dass Gott dieses und das Menschengeschlecht aus nichts geschaffen hat. 29Darum fürchte dich nicht vor diesem Henker, sondern werde deiner Brüder würdiger Genosse und nimm den Tod an, damit ich dich in derselben Erbarmung mit deinen Brüdern wieder gewinne. 30Während sie noch redete, sprach der Jüngling: Auf wen wartet ihr noch? Ich gehorche dem Befehle des Königs nicht, sondern dem Gebote des Gesetzes, welches uns durch Moses gegeben ist. 31Du aber, Anstifter alles Unheils, das die Hebräer betroffen, wirst der Hand Gottes nicht entrinnen! 32Denn wir leiden dies um unserer Sünden willen, 33aber wenn der Herr, unser Gott, der Züchtigung und Strafe wegen eine kurze Zeit auf uns zürnt, so wird er sich doch mit seinen Dienern wieder versöhnen. 34Du dagegen, verworfener und verruchtester unter allen Menschen! Erhebe dich nicht umsonst mit eitlen Hoffnungen, indem du gegen seine Diener wütest, 35denn noch bist du dem Gerichte des allmächtigen und allsehenden Gottes nicht entronnen. 36Denn meine Brüder sind, nachdem sie eine kurze Qual gelitten, der Verheißung des ewigen Lebens teilhaftig geworden; du aber wirst nach Gottes Gericht die gerechte Strafe für deinen Übermut erleiden. 37Ich nun gebe, so wie meine Brüder, Leib und Seele für die von den Vätern überkommenen Gesetze hin und bitte Gott, dass er unserm Volke bald gnädig werde und dass du durch Qualen und Martern zum Bekenntnis gebracht werdest, dass er allein Gott ist, 38dass aber bei mir und meinen Brüdern der Zorn des Allmächtigen, der über unser ganzes Volk gerechterweise ergangen ist, sein Ende finden möge. 39Da entbrannte der König in großem Zorne und wütete grausamer gegen diesen als gegen alle anderen, erbittert ob der Verhöhnung. 40So starb auch dieser Unschuldige im vollen Vertrauen auf Gott. 41Zuletzt aber nach den Söhnen ward auch die Mutter getötet. 42Damit sei nun genug berichtet von den Opfern und den außerordentlichen Grausamkeiten.
Das 2. Buch der Makkabäer 8
1Judas aber, der Machabäer, und die Seinigen gingen heimlich in die Ortschaften, riefen ihre Verwandten und Freunde und die bei dem Judentum Verbliebenen zusammen, sammelten sie um sich und brachten bei sechstausend Mann zusammen. 2Und sie riefen den Herrn an, er wolle sein Volk, das von allen zertreten sei, in Gnaden ansehen und sich des Tempels, der von den Gottlosen befleckt werde, erbarmen; 3auch sich der zerstörten Stadt annehmen, die in fester Gefahr stehe, dem Erdboden gleich gemacht zu werden, und auf dem Schrei des zu ihm rufenden Blutes hören; 4sowie des so ungerechten Mordes der unschuldigen Kinder gedenken und der seinem Namen widerfahrenen Lästerungen und wegen alles dessen Rache üben. 5Da nun der Machabäer viele Leute vereinigt hatte, konnten ihm die Heiden nicht widerstehen, denn der Zorn Gottes hatte sich in Erbarmen gewandelt. 6Unerwartet überfiel er Flecken und Städte und brannte sie nieder, günstig gelegene Plätze nahm er ein und richtete unter den Feinden nicht geringe Niederlagen an. 7Vorzüglich machte er solche Streifzüge bei Nacht und überallhin verbreitete sich der Ruf seiner Tapferkeit. 8Als aber Philippus sah, wie der Mann in kurzer Zeit solche Fortschritte machte und fast immer in seinen Unternehmungen glücklich war, schrieb er an Ptolemäus, den Statthalter von Cölesyrien und Phönicien, er möge der Sache des Königs zu Hilfe kommen. 9Dieser sandte schleunigst Nikanor, den Sohn des Patroklus, einen seiner ersten Vertrauten, und gab ihm Krieger aus verschiedenen Völkerstämmen, ein Heer von nicht weniger als zwanzigtausend Mann, um das ganze Volk der Juden zu vertilgen. Auch ordnete er ihm Gorgias bei, einen in der Kriegsführung sehr erfahrenen Feldherrn. 10Nikanor aber beschloss, den Tribut, welchen der König den Römern geben musste, eine Summe von zweitausend Talenten, durch die gefangenen Juden zu decken. 11Darum sandte er alsbald Boten an die am Meere gelegenen Städte, indem er sie zum Aufkauf jüdischer Sklaven einlud und versprach, neunzig derselben für ein Talent abzulassen, ohne die Rache zu bedenken, welche ihm vom Allmächtigen ereilen sollte. 12Sobald nun Judas von der Ankunft Nikanors erfuhr, teilte er dieselbe den Juden mit, die bei ihm waren. 13Einige von diesen gerieten in Furcht und ergriffen, da sie auf Gottes Gerechtigkeit nicht bauten, die Flucht; 14die anderen aber verkauften alle Habe, die ihnen übriggeblieben war, und flehten zugleich zum Herrn, sie von dem gottlosen Nikanor zu befreien, der sie schon verkauft hatte, bevor er noch herangekommen war. 15Und wenn nicht um ihrer selbst willen, so möchte er es doch wegen des Bundes mit ihren Vätern tun und wegen des heiligen und hochherrlichen Namens, der über sie ausgesprochen sei. 16Der Machabäer nun sammelte die siebentausend, die zu ihm hielten, und ermahnte sie, sich nicht mit den Feinden auszusöhnen, auch die Menge der ungerechterweise gegen sie heranziehenden Angreifer nicht zu fürchten, sondern tapfer zu kämpfen, 17indem sie die Schmach vor Augen hätten, welche der heiligen Stätte gottloserweise von jenen angetan worden, und die Misshandlung der verhöhnten Stadt und die Vernichtung der alten Satzungen. 18Denn jene, sprach er, setzen ihr Vertrauen zwar auf Waffen und Kühnheit, wir aber verlassen uns auf den allmächtigen Gott, der ebenso die wider uns Anrückenden wie die ganze Welt mit einem Winke zu vernichten vermag. 19Dazu erinnerte er sie an die Hilfe Gottes, welche die Voreltern erhalten, und wie unter Sennacherib hundertfünfundachtzigtausend umgekommen, 20und an den Kampf, den sie gegen die Galater in Babylonien zu bestehen hatten, wie die Macedonier, die mit ihnen waren, als es zur Schlacht kam, wankten, sie aber alle, obwohl nur sechstausend an Zahl, hundertzwanzigtausend infolge des ihnen vom Himmel gewährten Beistandes schlugen und wie sie hierdurch sehr viele Vorteile erlangt hätten. 21Durch diese Worte ward ihr Mut befestigt und sie waren bereit, für Gesetz und Vaterland zu sterben. 22Er bestimmte also seine Brüder Simon, Joseph und Jonathas als Anführer für beide Treffen und übergab einem jeden tausendfünfhundert Mann. 23Dazu las ihnen Esdras aus dem heiligen Buhe vor, alsdann gab Judas zur Losung die Worte „Hilfe Gottes“ und rückte, die erste Schar selbst anführend, gegen Nikanor vor. 24Und da ihnen der Allmächtige beistand, töteten sie über neuntausend Mann, verwundeten und schlugen den größten Teil des Heeres Nikanors. 25denjenigen aber, die gekommen waren, sie zu kaufen, nahmen sie das Geld ab und verfolgten ihre Feinde nach allen Seiten, 26bis sie, von der Zeit behindert, umkehrten. Es war nämlich der Tag vor dem Sabbate, darum setzten sie die Verfolgung nicht fort. 27Nachdem sie noch die Waffen und die Beute sich angeeignet hatten, feierten sie den Sabbat, den Herrn preisend, der sie an diesem Tage errettet hatte, gleichsam die ersten Tropfen des Taues seiner Barmherzigkeit auf sie träufelnd. 28Nach dem Sabbate aber gaben sie den Bedrängten, Witwen und Waisen Anteile der Beute, das übrige behielten sie für sich und die Ihrigen. 29Nachdem sie dies alles vollbracht, veranstalteten sie ein allgemeines Gebet und flehten zu dem barmherzigen Herrn, er wolle sich völlig wieder mit seinen Dienern versöhnen. 30Von denen, welche unter Timotheus und Bacchies wider sie kämpften, töteten sie überzwanzigtausend und eroberten hochgelegene Plätze und verteilten Beute in großer Menge, den Bedrängten, Witwen, Waisen, aber auch den Ältesten, gleiche Teile zuweisend. 31Nachdem sie alsdann die Waffen der Feinde sorgfältig zusammengetragen, hinterlegten sie dieselben alle an geeigneten Orten und brachten die übrige Beute nach Jerusalem. 32Auch den Philarches, der bei Timotheus war, einen ruchlosen Mann, welcher den Juden vielfach Leid zugefügt hatte, töteten sie. 33bei der Siegesfeier in Jerusalem verbrannten sie den Kallithenes, der die heiligen Tore in Brand gesteckt hatte und der, in ein Haus geflohen, so den verdienten Lohn für seine Gottlosigkeit erhielt. 34Jener überaus verruchte Nikanor aber, welcher tausend Kaufleute mitgebracht hatte, um ihnen die Juden zu verkaufen, 35ward unter dem Beistande Gottes von jenen gedemütigt, die er für nichts geachtet hatte, musste sein Prachtgewand ablegen und mitten durch das Land fliehen und kam so allein nach Antiochia, überaus heimgesucht durch den Verlust seines Heeres. 36Und er, der versprochen hatte, den Tribut an die Römer durch die Gefangenen in Jerusalem zu decken, tat jetzt öffentlich kund, dass die Juden Gott zum Beschützer hätten und dass sie darum unverwundbar seien, weil sie die von ihm gegebenen Gesetze hielten.
Das 2. Buch der Makkabäer 9
1Um eben diese Zeit befand sich Antiochus, mit Schande bedeckt, auf der Rückkehr aus Persien. 2Er war nämlich in die Stadt Persepolis eingedrungen und hatte versucht, den Tempel zu plündern und die Stadt einzunehmen, aber das Volk griff zu den Waffen und schlug die Seinigen in die Flucht und so geschah es, dass Antiochus fliehen und einen schimpflichen Rückzug antreten musste. 3Als er nun in die Gegend von Elbatana kam, erfuhr er, was dem Nikanor und Timotheus widerfahren. 4Dadurch in Zorn gebracht, glaubte er, die Feindseligkeit derer, welche ihn in die Flucht geschlagen hatten, von sich auf die Juden abwälzen zu können und ließ deshalb seinen Wagen eiliger dahinjagen und beschleunigte seine Reise ohne Rast, während das Strafgericht des Himmels bereits über ihm schwebte. Denn so drohte er in Übermut: er werde nach Jerusalem kommen und es zum Totenacker der Juden machen. 5Der allsehende Herr aber, der Gott Israels, schlug ihm mit einer unheilbaren und unsichtbaren Plage, denn als er jene Drohungen kaum vollendet hatte, ergriff ihn ein schrecklicher Schmerz in den Eingeweiden und bittere Qualen im Innern 6und zwar ganz gerecht, da er die Eingeweide anderer mit vielen und neuen Martern gequält hatte, wenn er gleich von seiner Bosheit durchaus nicht abließ, 7vielmehr bei alledem, voll von Hochmut, gegen die Juden Feuer schnaubend, zur Beschleunigung der Reise antrieb. So geschah es denn, dass er aus dem in vollem Laufe dahinjagenden Wagen herausfiel und dass durch schweren Sturz die Glieder seines Körpers beschädigt wurden. 8Er, von übermenschlicher Hoffart erfüllt, den Wellen des Meeres gebieten und die höchsten Berge mit der Waage abwägen zu können gewähnt, lag nun auf der Erde und wurde in einer Tragbahre fortgeführt, indem er die Macht Gottes so an sich selbst offenkundig bezeugte. 9Infolge davon kamen Würmer wimmelnd aus dem Körper des Gottlosen hervor und bei lebendigem Leibe fiel ihm das Fleisch unter beständigen Schmerzen ab, solchen Geruch dabei verbreitend, dass das Heer von dem Gestanke belästigt ward. 10Ja den, der kurz vorher die Sterne des Himmels erreichen zu können wähnte, konnte niemand wegen des unerträglichen Gestankes tragen. 11Nun begann er, von seinem großen Übermute nachzulassen und zur Erkenntnis seiner selbst zu kommen, da ihn die göttliche Pein mahnte und seine Schmerzen jeden Augenblick zunahmen. 12Da er nicht einmal selbst seinen Gestank zu ertragen vermochte, sprach er also: Es ist recht und billig, sich unter Gott zu beugen und als Sterblicher sich nicht Gott gleich zu dünken. 13Auch betete dieser Verruchte zu dem Herrn, von dem er doch keine Barmherzigkeit erlangen sollte. 14Und der, welcher gegen die Stadt heraneilte, um sie dem Erdboden gleich zu machen und in einen Totenacker zu verwandeln, wünschte nun, sie für frei zu erklären 15und jene Juden, von welchen er gesagt, er werde sie nicht einmal eines Begräbnisses für würdig erachten, sondern sie den Vögeln und wilden Tieren zum Fraße vorwerfen und selbst mit den Säuglingen ausrotten, versprach er nun, den Athenern gleich zu stellen 16und den heiligen Tempel, den er vorher ausgeplündert hatte, mit den kostbarsten Geschenken zu schmücken, die heiligen Gefäße zu vermehren und die zu den Opfern nötigen Kosten aus seinen eigenen Einkünften herzugeben; 17überdies wolle er selbst Jude werden und an allen Orten der Erde, an die er kommen werde, Gottes Macht verkünden. 18Als aber die Qualen nicht aufhörten (denn das gerechte Gericht Gottes war über ihn ergangen), schrieb er, alle Hoffnung aufgebend, einen Brief an die Juden, in Form einer Abbitte, der also lautete: 19Den wackeren Bürgern, den Juden, entbietet er König und Feldherr Antiochus seinen Gruß und wünscht ihnen Wohlergehen und Glück. 20Wenn ihr samt euern Kindern euch wohl befindet und euch alles nach Wunsch geht, sage ich vielen Dank. 21Ich liege zwar krank darnieder, gedenke aber euer in Gnaden. Da ich bei der Rückkehr aus Persien von schwerer Krankheit befallen wurde, hielt ich es für notwendig, für das Gemeinwohl Sorge zu tragen. 22Obwohl ich nicht an meinem Aufkommen verzweifle, sondern große Hoffnung habe, von der Krankheit frei zu werden, 23in Erwägung aber, dass auch mein Vater, während er in den oberen Ländern an der Spitze eines Heeres stand, kundgab, wer sein Nachfolger in der Herrschaft sein sollte, 24damit, wenn etwas Widriges vorfiele oder etwas Schwieriges gemeldet würde, die Bewohner des Landes wüssten, wem die Regierungsgewalt übertragen sei, und nicht in Unruhe geraten möchten; 25überdies erwägend, dass alle an das Reich angrenzenden und benachbarten Machthaber auf eine günstige Gelegenheit lauern und nur abwarten, welchen Ausgang es nehmen werde, bestimme ich meinen Sohn Antiochus zum Könige, den ich schön oft bei meinen Zügen in die oberen Staaten vielen von euch empfohlen habe. An ihn habe ich das beigefügte Schreiben gerichtet. 26Darum bitte und ermahne ich euch, dass ihr der Wohltaten, welche ich euch im Allgemeinen und einem jeden insbesondere erwiesen, eingedenk, mir und meinem Sohne alle die Treue bewahret. 27Denn ich hoffe zuversichtlich, dass er mit Milde und Menschenfreundlichkeit verfahren, meine Vorschrift befolgen und euch freundlich behandeln wird. 28So endete der Mörder und Gotteslästerer in fremdem Lande auf dem Gebirge unter den schrecklichsten Schmerzen, wie er selbst andere gequält hatte, durch jammervollen Tod. 29Seinen Leichnam aber begrub Philippus, sein Jugendfreund, der sich hierauf, aus Furcht vor dem Sohne des Antiochus, zu Ptolemäus Philometor nach Ägypten begab.
Neues Testament
Offenbarung des Johannes 21
1Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. 2Und ich, Johannes, sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, aus dem Himmel herabsteigen von Gott, zubereitet wie eine Braut für ihren Bräutigam geschmückt ist. 3Und ich hörte eine starke Stimme vom Throne her sagen: Siehe, das Gezelt Gottes bei den Menschen! Er wird bei ihnen wohnen; und sie werden sein Volk sein, und er, Gott selbst, wird bei ihnen sein als ihr Gott. 4Und Gott wird alle Tränen von ihren Augen trocknen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer, noch Klage, noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist dahingegangen. 5Und der auf dem Throne saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er sprach zu mir: Schreibe, denn diese Worte sind zuverlässig und wahrhaftig. 6Und er sprach zu mir: Es ist geschehen! ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich werde dem Dürstenden aus der Quelle des Lebens Wasser umsonst geben. 7Wer überwindet, soll dies ererben, und ich werde ihm Gott und er wird mir Sohn sein. 8Den Feigen aber, und Ungläubigen, mit Greueln Befleckten, Mördern, Unzüchtigen, Zauberern, Götzendienern und allen Lügnern soll ihr Teil werden in dem Pfuhl, der von Feuer und Schwefel brennt: dies ist der zweite Tod. 9Und es kam einer der sieben Engel, welche die Schalen hatten, die voll waren von den sieben letzten Plagen, und redete mit mir und sagte: Komm, ich will dir die Braut zeigen, die Gemahlin des Lammes! 10Und er führte mich im Geiste fort auf einen großen und hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem, wie sie von Gott aus dem Himmel herabstieg. 11Sie hatte die Herrlichkeit Gottes, und ihr Glanz war gleich einem kostbaren Edelsteine, wie Jaspisstein, wie Kristall. 12Sie hatte eine große, hohe Mauer mit zwölf Toren, und auf den Toren zwölf Engel, und Namen darauf geschrieben, welche die Namen der zwölf Stämme der Kinder Israels sind. 13Nach Morgen drei Tore, nach Mitternacht drei Tore, nach Mittag drei Tore, nach Abend drei Tore. 14Die Mauer der Stadt hatte zwölf Grundsteine, und auf ihnen die zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes. 15Und der mit ihr redete, hatte ein goldenes Rohr, dass er die Stadt und ihre Tore und die Mauer messe. 16Und die Stadt war in´s Gevierte gebaut, und ihre Länge so groß wie ihre Breite. Und er maß die Stadt mit dem goldenen Maßstabe auf zwölftausend Stadien; ihre Länge und die Höhe und die Breite sind gleich. 17Und er maß ihre Mauer: hundert und vierundvierzig Ellen nach Menschenmaß, nach welchem die Engel sich richten. 18Und das Bauwerk ihrer Mauer war aus Jaspis; die Stadt selbst aber reines Gold, ähnlich reinem Glase. 19Die Grundsteine der Mauer der Stadt sind mit allerlei Edelsteinen geschmückt. Der erste Grundstein war ein Jaspis, der zweite ein Saphir, der dritte ein Chalcedon, der vierte ein Smaragd, 20der fünfte ein Sardonyx, der sechste ein Sardis, der siebente ein Chrysolith, der achte ein Beryll, der neunte ein Topas, der zehnte ein Chrysopras, der elfte ein Hyacinth, der zwölfte ein Amethyst. 21Und die zwölf Tore sind zwölf Perlen, jedes Tor war aus einer einzigen Perle; und die Straßen der Stadt reines Gold, durchsichtig wie Kristall. 22Einen Tempel sah ich nicht in ihr; denn der Herr, der allmächtige Gott, ist ihr Tempel, und das Lamm. 23Und die Stadt bedarf nicht der Sonne, noch des Mondes, dass sie in ihr scheinen, denn die Herrlichkeit Gottes hat sie erleuchtet, und ihre Leuchte ist das Lamm. 24Und die Völker werden in ihrem Lichte wandeln; und die Könige der Erde werden ihre Herrlichkeit und Ehre zu ihr bringen. 25Und ihre Tore werden nicht geschlossen werden am Tage; denn Nacht wird daselbst nicht sein. 26Und man wird die Herrlichkeit und die Ehre der Völker zu derselben bringen. 27Nichts Unreines wird in sie eingehen, noch wer Greuel übt und Lüge, sondern nur die, welche im Lebensbuche des Lammes geschrieben sind.