Bibel in einem Jahr · Tag 344 von 365

Mi 3–5 · Offb 7

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das Buch Micha 3

1Wieder sprach ich: Höret, ihr Häupter Jakobs, ihr Führer des Hauses Israel! Ist es nicht eure Sache zu wissen, was recht ist? 2Die ihr das Gute hasst und das Böse liebt, die ihr den Leuten gewaltsam die Haut abziehet und das Fleisch von ihrem Gebein. 3Sie verzehren das Fleisch meines Volkes und ziehen ihnen die Haut ab, zermalmen dessen Gebein und zerstücken es, wie den Inhalt eines Kessels und wie Fleisch in dem Topfe. 4Einst werden sie zu dem Herrn rufen, aber er wird sie nicht erhören und er wird sein Antlitz vor ihnen zu jener Zeit verbergen, wie sie Böses geübt nach ihren Taten. 5So spricht der Herr wider die Propheten, welche mein Volk verführen; welche mit ihren Zähnen beißen, während sie Frieden verkünden, und dem, der ihnen nichts in den Mund gibt, den Krieg erklären. 6Darum soll Nacht über euch kommen statt eines Gesichtes und Finsternis statt Wahrsagens, die Sonne soll über den Propheten untergehen und der Tag sich über ihnen verfinstern. 7Da werden die Seher schamrot werden, die Wahrsager beschämt werden und alle werden ihr Angesicht verhüllen, weil kein Ausspruch von Gott kommt. 8Ich aber bin mit der Kraft des Geistes vom Herrn erfüllt, erfüllt mit Recht und Stärke, um Jakob seine Missetat zu verkünden und Israel seine Sünden. 9Höret dies, ihr Fürsten des Hauses Jakob und ihr, Richter des Hauses Israel! die ihr das Recht verabscheut und alles verdreht, was gerade ist, 10die ihr mit Blutvergießen Sion baut und Jerusalem mit Unrecht! 11Seine Fürsten sprechen für Geschenke Recht, seine Priester lehren um Lohn, seine Propheten weissagen um Geld und doch verlassen sie sich auf den Herrn und sagen: Ist nicht der Herr in unserer Mitte? Kein Unglück wird über uns kommen! 12Darum wird eurethalben Sion wie ein Feld umgepflügt und Jerusalem wird zum Trümmerhaufen und der Tempelberg bewaldete Höhen werden.

Das Buch Micha 4

1Und es wird geschehen, in der letzten Zeit wird der Berg des Hauses des Herrn auf dem Gipfel der Berge stehen und erhaben sein über die Hügel und die Völker werden zu ihm strömen. 2Und viele Völker werden zu ihm eilen und sprechen: „Kommet, lasset uns hinaufziehen zum Berge des Herrn und zu dem Hause des Gottes Jakobs, dass er seine Wege uns lehre und wir wandeln auf seinen Pfaden;“ denn von Sion wird das Gesetz ausgehen und das Wort des Herrn von Jerusalem. 3Und er wird unter vielen Völkern Gerichte halten und die starken Völker bis in weite Ferne strafen, da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Spieße zu Hippen, kein Volk wird mehr wider das andere das Schwert ergreifen und nicht mehr werden sie Krieg führen lernen. 4Dann wird ein jeder unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum ungestört sitzen, denn der Mund des Herrn der Heerscharen hat gesprochen. 5Ja, alle Völker werden, ein jedes im Namen seines Gottes wandeln; wir aber werden im Namen des Herrn, unseres Gottes, wandeln ewig du immerdar. 6An jenem Tage, spricht der Herr, werde ich die Hinkenden sammeln und die, welche ich verstoßen, und die, welche ich gezüchtigt hatte, vereinigen. 7Und ich werde die Hinkenden zum Überreste machen und die, welche bedrängt waren, zum starken Volke; und der Herr wird über sie herrschen auf dem Berge Sion von nun an bis in Ewigkeit. 8Du aber, dunkler Herdenturm der Tochter Sion! An dich wird gelangen, ja, an dich wird gelangen die frühere Herrschaft, das Königtum der Tochter Jerusalem. 9Warum nun verzehrst du dich im Grame? Hast denn du keinen König oder ist dein Ratgeber umgekommen, dass dich Schmerz ergreift wie eine Gebärende? 10Ja, leide Schmerz und winde dich, Tochter Sion, wie eine Gebärende, denn jetzt wirst du aus der Stadt ausziehen und auf dem Felde wohnen müssen und bis nach Babylon gebracht werden. Dort wirst du Rettung finden, dort wird dich der Herr aus der Hand deiner Feinde erlösen. 11Nun zwar haben sich wider dich viele Völker gesammelt, die da sprechen: Es werde gesteinigt und unser Auge weide sich an Sion! 12Sie aber kennen des Herrn Gedanken nicht und fassen seinen Ratschluss nicht, dass er sie zusammenhäufe wie Heu auf der Tenne. 13Auf und drisch, Tochter Sion! Denn ich will dein Horn eisern machen und deine Hufe ehern, dass du viele Völker zermalmest und dem Herrn ihren Raub weihest und ihre Macht dem Gebieter der ganzen Erde.

Das Buch Micha 5

1Nunmehr wirst du verheert werden, du Mördertochter! Belagerung haben sie wider uns bereitet, mit dem Stecken werden sie dem Richter Israels Backenstreiche geben. 2Aber du, Bethlehem Ephrata! bist zwar klein unter den Tausenden Judas, doch aus dir soll mir hervorgehen, der Herrscher sein wird in Israel, dessen Ursprung von Anbeginn her ist, von den Tagen der Ewigkeit her. 3Darum wird er sie hingeben bis zur Zeit, da die, welche gebären soll, gebiert, und der Überrest seiner Brüder wird sich samt den Söhnen Israels bekehren. 4Dann wird er dastehen und sie in der Kraft des Herrn weiden, in der Herrlichkeit des Namens des Herrn, seines Gottes, und sie werden sich bekehren, denn dann wird er sich herrlich erweisen bis an die Enden der Erde. 5Und er wird der Friede sein. Wenn der Assyrer in unser Land kommt und wenn er in unsere Häuser eindringt, so werden wir sieben Hirten wider ihn aufstellen und acht fürstliche Männer. 6Diese werden das Land Assur mit dem Schwerte weiden und das Land Nemrod mit dessen Speeren; so wird er uns erretten von Assur, wenn dieser in unser Land kommt und wenn er unser Gebiet betritt. 7Dann werden die Überreste Jakobs inmitten vieler Völker sein wie Tau von dem Herrn, wie Regenschauer auf Pflanzen, die nicht auf Menschen warten und nicht auf Menschenkinder harren. 8Dann werden die Überreste Jakobs unter den Völkern inmitten vieler Völker werden, wie der Leu unter den Tieren des Waldes, wie der junge Löwe unter Schafherden, der, wenn er hindurchgeht, niedertritt und raubt, ohne dass jemand zu retten vermag. 9Deine Hand wird erhöht sein über deine Feinde und alle deine Widersacher werden vernichtet werden. 10An jenem Tage, spricht der Herr, werde ich deine Rosse aus deiner Mitte wegnehmen und deine Kriegswagen zertrümmern. 11Und ich werde die Städte deines Landes verwüsten und alle deine Festen zerstören, ich werde die Zaubereien aus deiner Hand entwinden und Wahrsagerei soll nicht mehr unter dir sein. 12Auch werde ich deine Haine aus deiner Mitte ausrotten und deine Städte zerstören. 13Ich werde deine Schnitzbilder und Bildsäulen aus deiner Mitte ausrotten und nicht sollst du mehr die Gebilde deiner Hände anbeten. 14Und ich werde in Zorn und Grimm Rache üben an allen Völkern, welche mir nicht gehorsam sind.

Neues Testament

Offenbarung des Johannes 7

1Nach diesem sah ich vier Engel stehen an den vier Ecken der Erde; diese hielten die vier Winde der Erde, damit sie nicht auf Erden oder auf dem Meer, noch über einen Baum wehten. 2Und ich sah einen anderen Engel von Sonnenaufgang emporsteigen, der hatte das Siegel des lebendigen Gottes; und er rief mit lauter Stimme den vier Engeln zu, denen Macht gegeben war, die Erde und das Meer zu schädigen, 3und sprach: Schädiget nicht die Erde, noch das Meer, noch die Bäume, bis wir die Diener unsers Gottes auf ihren Stirnen besiegelt haben! 4Und ich hörte die Zahl der Besiegelten: Hundertvierundvierzigtausend Besiegelte aus allen Stämmen der Kinder Israels. 5Aus dem Stamme Juda zwölftausend Besiegelte; aus dem Stamme Ruben zwölftausend Besiegelte; aus dem Stamme Gad zwölftausend Besiegelte; 6aus dem Stamme Aser zwölftausend Besiegelte; aus dem Stamme Nephtali zwölftausend Besiegelte aus dem Stamme Manasse zwölftausend Besiegelte; 7aus dem Stamme Simeon zwölftausend Besiegelte; aus dem Stamme Levi zwölftausend Besiegelte aus dem Stamme Issachar zwölftausend Besiegelte; 8aus dem Stamme Zabulon zwölftausend Besiegelte; aus dem Stamme Joseph zwölftausend Besiegelte; aus dem Stamme Benjamin zwölftausend Besiegelte; 9Nach diesem sah ich eine große Schar, die niemand zählen konnte, aus allen Völkern und Stämmen, und Nationen und Sprachen. Sie standen vor dem Throne und vor dem Lamme, angetan mit weißen Kleidern, und Palmen in ihren Händen; 10und sie riefen mit starker Stimme, und sprachen: Das Heil unserm Gott, der auf dem Throne sitzt und dem Lamme! 11Und alle Engel standen rings um den Thron, und um die Ältesten, und um die vier Wesen, und fielen vor dem Throne auf ihr Angesicht nieder, und beteten Gott an, 12und sprachen: Amen! Die Lobpreisung und die Herrlichkeit, und die Weisheit, und die Danksagung, die Ehre und die Macht und die Stärke unserm Gott in alle Ewigkeit! Amen. 13Da nahm einer von den Ältesten das Wort und sprach zu mir: Diese, welche mit weißen Kleidern angetan sind, wer sind sie, und woher sind sie gekommen? 14Und ich sagte zu ihm: Mein Herr! du weißt es. Er sprach zu mir: Die sind die, welche aus der großen Drangsal kommen und ihre Kleider gewaschen und weiß gemacht haben im Blute des Lammes. 15Darum sind sie vor dem Throne Gottes, und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel; und der auf dem Throne sitzt, wird sich auf sie niederlassen. 16Sie werden nicht mehr hungern, noch dürsten, es wird sie nicht mehr die Sonne treffen, noch irgend eine Glut, 17denn das Lamm, das inmitten vor dem Throne ist, wird sie weiden, und zu den Wasserquellen des Lebens führen; und Gott wird alle Tränen abtrocknen von ihren Augen.