Bibel in einem Jahr · Tag 343 von 365

Jona 4; Mi 1–2

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das Buch Jona 4

1Dies verdross Jonas sehr und er ward zornig 2und rief zu dem Herrn und sprach: Ach, Herr! war es nicht das, was ich sagte, da ich noch in meiner Heimat war? Deshalb wollte ich zuvorkommen, indem ich nach Tarsis floh; denn ich weiß, dass du ein gütiger und barmherziger Gott bist, langmütig und von großer Erbarmung, der das Böse vergibt. 3So nimm denn, Herr! meine Seele von mir, denn besser ist es mir, zu sterben, als zu leben. 4Da sprach der Herr: Zürnst du wohl mit Recht? 5Jonas aber ging zur Stadt hinaus und ließ sich morgenwärts von der Stadt nieder. Daselbst machte er sich eine Hütte und setzte sich darunter in den Schatten, um zu sehen, was der Stadt widerfahren werde. 6Da ließ Gott, der Herr, ein Efeugewächs aufsprossen, dieses schoss über Jonas Haupt empor, so dass es sein Haupt überschattete und ihn beschützte, denn er litt, und Jonas freute sich über den Efeu gar sehr. 7Am andern Morgen aber bei Aufgang der Morgenröte entbot Gott einen Wurm, dieser stach den Efeu, dass er verdorrte. 8Als nun die Sonne aufgegangen war, ließ der Herr einen heißen Glutwind kommen und die Sonne traf das Haupt des Jonas, so dass er fast verschmachtete; da wünschte er sich zu sterben und sprach: Es ist mir besser, ich sterbe, als dass ich lebe! 9Der Herr aber sprach zu Jonas: Bist du wohl mit Recht erzürnt wegen des Efeu? Er antwortete: Mit Recht zürne ich bis in den Tod! 10der Herr aber sprach: Dir ist es leid um den Efeu, mit dem du doch keine Mühe gehabt, den du auch nicht hast wachsen lassen, der in einer Nacht geworden und in einer Nacht zugrunde gegangen ist, 11und ich sollte kein Mitleiden haben mit Ninive, der großen Stadt, in welcher sich mehr als hundert und zwanzigtausend Menschen befinden, welche den Unterschied zwischen ihrer Rechten und Linken nicht kennen, und viele Tiere?

Das Buch Micha 1

1Wort des Herrn, welches an Michäas, den Morasthiten, erging, in den Tagen Joathans, Achaz und Ezechias, der Könige von Juda, welches er über Samaria und Jerusalem schaute. 2Höret, ihr Völker alle, merke auf, Erde und was sie erfüllt! Gott, der Herr, sei Zeuge wider euch, der Herr von seinem heiligen Tempel her! 3Denn sehet, der Herr wird ausziehen von seiner Stätte und herabsteigen und über die Höhen der Erde dahinschreiten. 4Dann werden die Berge unter ihm zerstieben und die Täler sich spalten wie Wachs vor dem Feuer, wie Wasser, das von der Höhe hinabstürzt. 5Das alles geschieht um Jakobs Frevel willen und um der Sünden des Hauses Israel willen. Welches ist Jakobs Frevel? Nicht Samaria? Und welches die Höhen Judas? Nicht Jerusalem? 6So will ich denn Samaria einem Steinhaufen auf dem Felde gleichmachen, wenn ein Weinberg gepflanzt wird, und ich will seine Steine in das Tal hinabwerfen und seine Grundfesten bloßlegen. 7Alle seine Schnitzbilder sollen zerschlagen und all sein Buhllohn im Feuer verbrannt werden, über alle seine Götzen will ich Verderben bringen; denn aus Buhllohn sind sie zusammengebracht und zu Buhllohn sollen sie wieder werden. 8Darum will ich klagen und jammern, beraubt und bloß einhergehen, Wehklage anstellen wie die Drachen und Klage wie die Strauße. 9Denn unheilbar ist seine Wunde, sie reicht bis nach Juda, bis an das Tor meines Volkes bis nach Jerusalem. 10Verkündet es nicht zu Geth, klaget nicht mit Tränen, im Hause des Staubes bestreuet euch mit Staub! 11Ziehe hin, Bewohnerschaft der Schmuckstadt! mit Schande bedeckt; nicht zieht aus die Bewohnerin von Zug, Klage ererbt von euch das Nachbarhaus, das sicherwohnende. 12Denn krank am Guten ist die Bewohnerin von Bitterach, weil Unheil von dem Herrn auf Jerusalems Tor herabgefahren. 13Der Wagen Getöse erschreckt die Bewohnerin von Lachis, sie, die der Sünde der Tochter Sion zum Anstoße war, dass in dir sich Israels Verschuldungen fanden. 14Darum wird Er Boten nach dem Erbe Geths entsenden, das Lügenhaus wird zum Trug für die Könige Israels. 15Noch werde ich dir einen Erben zuführen, Bewohnerin von Maresa! bis nach Odollam wird kommen Israels Herrlichkeit. 16Schere dir Haar und Bart um deiner geliebten Kinder willen, mache deine Glatze breit wie die eines Adlers denn gefangen sind sie von dir weggeführt.

Das Buch Micha 2

1Wehe euch, die ihr auf Eitles sinnet und Böses übt auf euern Lagern; beim Morgengrauen vollführen sie es, denn wider Gott ist ihr Tun! 2Geht ihr Gelüsten nach Äckern, so rauben sie diese, nach Häusern, so reißen sie diese an sich; sie unterdrücken den Mann und sein Haus, den einzelnen und sein Erbe. 3Darum spricht der Herr also: Sehet, ich sinne wider dieses Geschlecht Unheil, dem ihr euren Nacken nicht entziehen werdet, und ihr werdet nicht hochmütig einherwandeln, denn eine gar schlimme Zeit wird dies sein. 4An jenem Tage wird man über euch einen Spruch anheben und es wird ein Lied in klagender Weise gesungen werden also: Entvölkert und verwüstet sind wir, das Erbteil meines Volkes ist verhandelt; wie entweicht es mir, da der wiederkehrt, der unser Land zerteilt! 5Darum sollst du niemand haben, der dir die Messschnur zieht zu einem Lose in der Gemeinde des Herrn. 6Sprechet doch nicht, sagen sie. Es soll nicht Weissagung über sie ergehen, nicht wird sie die Schmach treffen. 7Es spricht das Haus Jakob: Ist denn des Herrn Geist verkürzt oder sind dies seine Gedanken? Sind meine Worte nicht gültig gegen den, der gerecht wandelt? 8Mein Volk dagegen hat sich als Feind erhoben, vom Gewande habt ihr den Mantel weggerissen und die, welche arglos dahinziehen, habt ihr in Streit verwickelt. 9Die Frauen meines Volkes habt ihr aus dem Hause ihrer Wonne vertrieben, ihren Kindern habt ihr mein Lob auf immer geraubt. 10Auf und fort! Denn hier habt ihr keine Ruhestätte, ob ihrer Befleckung verdirbt sie in heilloser Verderbnis. 11O wäre ich doch nicht ein Mann, der den Geist hat, sondern redete vielmehr Lüge, so würde ich dir zu Wein und Trunkenheit predigen; über einen solchen erfreut sich dieses Volk. 12Doch will ich dich sammeln, fürwahr, Jakob! Alle die deinen, gewisslich in eines zusammenführen die Überreste Israels, sie gleichmachen einer Herde im Schafstall, wie Schafe inmitten der Hürde, und es wird ein fröhliches Menschengewimmel sein. 13Denn es wird heraufziehen von ihnen der Wegbereiter; sie werden durchbrechen, die Tore durchschreiten und einziehen und vor ihnen her zieht ihr König und der Herr an ihrer Spitze.