Bibel in einem Jahr · Tag 336 von 365

Hos 11–13

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das Buch Hosea 11

1Wie der Morgen vergeht, wird der König von Israel dahingehen. Da Israel jung war, liebte ich es, aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen. 2Rief man ihnen, so entfernten sie sich umso mehr von denselben; sie opferten den Baalen und brachten den Götzenbildern Räucheropfer dar. 3Ich aber war wie ein Nährvater für Ephraim und trug sie auf meinen Armen, doch sie erkannten es nicht, dass ich sie heilte. 4Mit menschlichen Banden zog ich sie, an Fesseln der Liebe; ich war gegen sie wie einer, der das Joch an ihren Kinnladen löst, und reichte ihm Nahrung dar. 5Nicht sollen sie in das Land Ägypten zurückkehren, sondern Assur soll ihr König werden, weil sie nicht umkehren wollten. 6Das Schwert wird beginnen bei seinen Städten, seine Auserwählten verzehren und seine Häupter fressen. 7Mein Volk wird harren auf meine Rückkehr, doch wird ihnen ein Joch zumal auferlegt, das nimmer hinweggenommen werden soll. 8Wie soll ich dich preisgeben, o Ephraim? Dich schützen, o Israel? Wie soll ich dich preisgeben wie Adama, dir tun wie Seboim? Mein Herz ist in mir umgewandelt und zugleich ist mein Mitleid erregt. 9Nicht will ich meinen grimmigen Zorn auslassen, nicht daran gehen, Ephraim zu verderben; denn ich bin Gott und nicht ein Mensch, der heilige in deiner Mitte, und ich dringe nicht in die Stadt. 10Dem Herrn werden sie folgen, er wird gleich einem Löwen brüllen; ja, er wird brüllen und es werden sich die Söhne der Meeresgegend fürchten. 11Sie werden wegfliegen wie Vögel aus Ägypten und wie Tauben aus dem Land der Assyrier dann werde ich sie in ihren Häusern wohnen lassen, spricht der Herr. 12Von allen Seiten hat Ephraim mich mit Verleugnung umgeben und das Haus Israel mit Trug, Juda aber wandelte einher als Zeuge mit Gott und mit den Heiligen als Getreuer.

Das Buch Hosea 12

1Ephraim weidet Sturmwind und jagt dem Glutwinde nach, den ganzen Tag häuft es Lüge und Verheerung, mit den Assyriern schließt es ein Bündnis und nach Ägypten führt es Öl. 2Darum geht der Herr ins Gericht mit Juda, sucht Jakob heim, nach seinem Wandel und nach seinem Tun wird er ihm vergelten. 3Im Mutterleibe überlistete Jakob seinen Bruder und in seiner Stärke rang er mit dem Engel. 4Ja, er obsiegte über den Engel und war überlegen, er weinte und flehte zu ihm, in Bethel fand er ihn und daselbst sprach er mit uns. 5Der Herr, der Gott der Heerscharen, der Herr ist sein Ruhmesname. 6So wende dich auch zu deinem Gott, bewahre Barmherzigkeit und Recht und hoffe auf deinen Gott allezeit! 7Kanaan, in seiner Hand ist betrügerische Waage, er liebt Bedrückung. 8Und Ephraim sprach: Bin ich doch reich geworden, habe einen Götzen für mich gefunden, in allem, was ich mir erworben, kann man mir kein Unrecht nachweisen, das ich begangen. 9Ich aber bin der Herr, dein Gott, vom Lande Ägypten her; ich will dich auch ferner in Hütten wohnen lassen, wie zur Festzeit. 10Ich habe zu den Propheten gesprochen, ich habe ihnen zahlreiche Gesichte gegeben und habe durch die Propheten in Gleichnissen geredet. 11War zu Galaad ein Götze, so opferten jene in Galgal umsonst dem Kalbe; denn auch ihre Altäre sind gleich Steinhaufen an den Ackerfurchen. 12Geflohen ist Jakob in Syriens Land und Israel diente um ein Weib, um ein Weib hütete er. 13Doch durch einen Propheten hat der Herr Israel aus Ägypten geführt und durch einen Propheten ward es behütet. 14Ephraim hat mich zum Zorne gereizt durch seine bitteren Kränkungen; darum wird seine Blutschuld über ihn kommen und seine Schande wird ihm sein Herr vergelten.

Das Buch Hosea 13

1Wenn Ephraim nur redete, fiel Schrecken auf Israel, doch es verschuldete sie durch Baal und ward des Todes! 2Und jetzt fahren sie fort zu sündigen, sie haben sich ein Gussbild aus ihrem Silber gemacht, ein Götzenbild, ein Gebilde von Künstlern ist das Ganze, und von diesen sagen sie: Opfert Menschen, ihr Kälberanbeter. 3Deswegen werden sie dem Morgengewölk gleich werden und dem Frühtau, der verschwindet wie Staub, welchen der Sturmwind von der Tenne wegrafft, und wie Rauch, der durch den Rauchfang abzieht. 4Ich aber bin der Herr, dein Gott, vom Lande Ägypten her; einen Gott außer mir kennst du nicht, wie auch kein Retter ist außer mir. 5Ich war es, der dich in der Wüste kannte, im Lande der Öde. 6Da sie weideten, füllten sie sich an und wurden satt, es erhob sich ihr Herz und sie vergaßen mein. 7Da ward ich gegen sie wie eine Löwin, wie ein Panther auf dem Wege nach Assyrien. 8Ich will sie überfallen wie eine Bärin, der die Jungen geraubt sind, ihre Eingeweide zerreißen und sie daselbst verzehren wie ein Löwe, das Wild des Feldes soll sie zerfleischen. 9Dein eigen Verderben bist du, Israel! Nur bei mir ist Hilfe für dich. 10Wo ist denn nun dein König? Besonders jetzt schaffe er dir Rettung in allen deinen Städten! Wo sind deine Richter? von denen du gesagt: Gib mir einen König und Fürsten! 11Ich will dir einen König in meinem Grimm geben und wieder hinwegnehmen in meinem Zorne. 12Wohl aufbewahrt ist Ephraims Missetat, geborgen seine Sünde. 13Wehen einer Gebärenden werden ihn erfassen, er gleicht einem unverständigen Kinde, nicht wird er nun bei dem Untergange seiner Kinder bestehen. 14Aus der Hand des Todes will ich sie befreien, vom Tode sie loskaufen; ich will dein Tod sein, o Tod! Ich will dein Biss sein, Totenreich! Tröstung ist vor meinen Augen verborgen. 15Weil Ephraim die Brüder entzweit, wird der Herr einen Glutwind aus der Wüste daherkommen lassen, der seine Adern austrocknen und seinen Born versiegen machen wird, und jener wird die Schätze aller Kostbarkeiten rauben.