Bibel in einem Jahr · Tag 337 von 365

Hos 14; Joel 1–2 · Offb 2

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das Buch Hosea 14

1Samaria wird zugrunde gehen, weil es seinen Gott zum Zorne gereizt; durch das Schwert werden sie umkommen, ihre Kinder sollen zerschmettert, ihre Schwangern aufgeschlitzt werden. 2Bekehre dich, Israel! Zu dem Herrn, deinem Gott, denn du bist zum Fall gekommen durch deine Verschuldung. 3Nehmet reuige Worte mit euch und bekehret euch zu dem Herrn und sprechet zu ihm: Nimm hinweg alle Verschuldung, nimm das Gute an, so wollen wir die Farren unserer Lippen darbringen. 4Assur kann nicht unsere Hilfe sein, wir wollen nicht auf Rosse steigen noch ferner sagen: Die Werke unserer Hände seien unsere Götter; denn du erbarmst dich der Waise, die auf dich vertraut. 5Ich will ihre Wunden heilen, sie aus freiem Antriebe lieben, denn mein Zorn hat sich von ihnen abgewendet. 6Ich will wie der Tau sein, Israel soll gleich einer Lilie blühen und seine Wurzeln ausbreiten wie der Libanon. 7Seine Zweige sollen sich ausbreiten, seine Pracht dem Ölbaume gleichen und sein Duft dem des Libanon. 8Wieder werden sie unter seinem Schatten wohnen, vom Weizen leben und wie der Weinstock blühen, sein Ruhm soll dem Wein des Libanon gleichen. 9O Ephraim! Was sollen mir fortan die Götzen? Ich werde ihn erhören, ich werde ihn ziehen wie eine grünende Tanne, aus mir soll an dir deine Frucht erfunden werden. 10Wer ist weise, dass er dieses versteht? Wer einsichtsvoll, dass er dies erkennt? Ja, gerade sind die Wege des Herrn und Gerechte wandeln auf ihnen aber die Übertreter kommen auf ihnen zu Falle.

Das Buch Joel 1

1Wort des Herrn, welches an Joel, den Sohn Phatuels, erging. 2Höret dies, ihr Greise! Und vernehmet es, alle Bewohner des Landes! Ist wohl solches in euern Tagen geschehen oder in den Tagen eurer Väter? 3Davon erzählet euren Kindern und eure Kinder ihren Kindern und deren Kinder dem nachfolgenden Geschlechte. 4Was die Raupen verschonten, zehrten die Heuschrecken auf; was die Heuschrecken übrigließen, fraßen die Käfer; was die Käfer gelassen, verzehrte der Kornbrand. 5Wachet auf, ihr Trunkenen! Und wehklaget, jammert alle, die ihr Wein trinkt mit Lust, denn er wird von eurem Munde genommen. 6Denn ein Volk ist über mein Land hereingebrochen, stark und unzählig; seine Zähne sind wie Löwenzähne und sein Gebiss wie das junger Löwen. 7Es hat meine Weinberge verwüstet und meinen Feigenbaum abgeschält, hat sie entblößt, beraubt und niedergelegt, weiß wurden ihre Ranken. 8Wehklage wie eine Jungfrau, die ein Trauergewand angelegt hat, um den Mann ihrer Jugend. 9Entschwunden sind Speis- und Trankopfer vom Hause des Herrn, es trauern die Priester, die Diener des Herrn. 10Verwüstet ist das Gefilde, es trauert das Feld, denn vernichtet ist der Weizen, verdorrt der Wein, verschmachtet das Öl. 11Bestürzt sind die Ackerleute, die Winzer wehklagen um Korn und Gerste, denn dahin ist die Ernte des Feldes. 12Verdorrt ist der Weinstock und der Feigenbaum saftlos, Granate, Palme und Apfelbaum, alle Bäume des Feldes sind dürr geworden, denn dahin ist die Freude der Menschenkinder. 13Leget Trauergewänder an und wehklaget, ihr Priester! Jammert, ihr Diener des Altares! Kommet und haltet Wache im Trauergewande, ihr Diener meines Gottes! Denn dem Hause eures Gottes ist Speise- und Trankopfer genommen. 14Haltet ein heiliges Fasten, berufet die Gemeinde, versammelt die Ältesten, alle Bewohner des Landes, in das Haus eures Gottes und rufet zu dem Herrn: 15Wehe, wehe, wehe über den Tag! Denn nahe ist der Tag des Herrn und wie Verwüstung kommt er von dem Allmächtigen. 16Ist nicht die Nahrung entschwunden vor euren Augen, aus dem Hause unseres Gottes Freude und Jubel? 17Verfault ist das Vieh in seinem Unrat, abgebrochen sind die Speicher, verwüstet die Vorratskammern, denn verdorrt ist der Weizen. 18Warum stöhnt das Vieh, warum brüllen die Rinderherden? Weil sie keine Weide haben, und auch die Schafherden kommen um. 19Zu dir, Herr! will ich rufen, denn Feuer hat die schöne Trift verzehrt und die Flammengut alle Bäume des Landes verbrannt. 20Auch die Tiere des Feldes blicken auf zu dir, wie ein Land, das nach Regen dürstet; denn die Wasserquellen sind ausgetrocknet und Feuer hat die schöne Trift verzehrt.

Das Buch Joel 2

1Stoßet in die Posaune auf Sion, erhebet Klagegeschrei auf meinem heiligen Berge, dass alle Bewohner des Landes erbeben! Denn es kommt der Tag des Herrn, ja, er ist nahe, 2ein Tag der Finsternis und des Dunkels, ein Tag des Gewölkes und des Unwetters! Wie Morgenrot sich über die Berge ausbreitet, so kommt ein zahlreiches, starkes Volk, wie von Anbeginn keines war und nach ihm nicht sein wird bis in die fernsten Geschlechter. 3Vor ihm her ist verzehrendes Feuer und hinter ihm sengende Flamme, wie in Garten der Wonne ist das Land vor ihm her und hinter ihm öde Wüste, und keiner vermag ihm zu entrinnen. 4Ihr Aussehen ist dem von Rossen gleich und wie Reiter rennen sie. 5Gleich rasselnden Kriegswagen hüpfen sie über die Gipfel der Berge, wie prasselnde Feuerflammen, welche die Stoppeln verzehren, wie ein mächtiges, zum Kampfe gerüstetes Volk. 6Vor ihnen erbeben die Völker, alle Angesichter glühen wie ein Topf. 7Wie Helden laufen sie daher, wie Krieger ersteigen sie die Mauern, Mann für Mann zieht seinen Weg, alle, ohne von ihrer Bahn abzuweichen. 8Keiner stößt den andern, ein jeder zieht seine eigene Straße; sogar auch durch Fenster stürzen sie und lassen sich nicht abbringen. 9Sie dringen in die Stadt ein, laufen auf den Mauern, erklimmen die Häuser, steigen durch die Fenster Dieben gleich ein. 10Vor ihnen her erzittert die Erde, erbeben die Himmel, Sonne und Mond verdunkeln sich und die Sterne verlieren ihren Glanz. 11Und der Herr lässt vor seinem Heere her seinen Donner erschallen, denn überaus groß ist sein Heerlager, gewaltig und sein Wort vollstreckend; denn groß ist der Tag des Herrn und überaus furchtbar, wer vermöchte ihn zu überstehen? 12Auch jetzt spricht der Herr: Kehret um zu mir von ganzem Herzen mit Fasten und Weinen und Wehklagen! 13Und zerreißet eure Herzen und nicht eure Kleider und bekehret euch zu dem Herrn, euerm Gott; denn er ist gnädig und barmherzig, geduldig und voller Güte und lässt sich des Übels gereuen. 14Wer weiß, er möchte wiederum verzeihen und Segen hinter sich zurücklassen, Speise- und Trankopfer für den Herrn, euern Gott? 15Stoßet in die Posaune auf Sion, haltet ein heiliges Fasten, berufet eine Zusammenkunft, 16versammelt das Volk, heiliget die Gemeinde, vereiniget die Ältesten versammelt Kinder und Säuglinge, der Bräutigam komme aus seiner Kammer und die Braut aus ihrem Brautgemache! 17Zwischen Vorhalle und Altar sollen die Priester, die Diener des Herrn, weinen und sprechen: Schone, Herr! schone deines Volkes und gib dein Erbe nicht der Beschimpfung preis, so dass die Völker über sie herrschen. Warum soll man unter den Völkern sagen: Wo ist ihr Gott? 18Da eiferte der Herr um sein Land und übte Schonung an seinem Volke. 19Und der Herr begann und sprach zu seinem Volke: Sehet, ich will euch Korn und Wein und Öl in Fülle spenden und euch nicht mehr zum Schimpfe werden lassen unter den Völkern. 20Den Feind von Mitternacht werde ich weit von euch wegtreiben und ihn in ein ödes und wüstes Land verstoßen, seinen Vortrab in das Ostmeer und seinen Nachtrab in das äußerste Meer stürzen und es soll Gestank sich von ihm erheben und Modergeruch von ihm aufsteigen, weil er so groß getan. 21Fürchte dich nicht, o Land! Frohlocke und freue dich! denn Herrliches vollbringt der Herr. 22Fürchtet euch nicht, ihr Tiere des Feldes! denn es grünen die schönen Triften, denn die Bäume tragen ihre Frucht, Feigenbaum und Weinstock geben ihren Ertrag. 23Auch ihr, Söhne Sions! Frohlocket und freuet euch in dem Herrn, euerm Gott, denn er gibt euch einen Lehrer der Gerechtigkeit und sendet euch Frühregen und Spätregen wie von Anbeginn hernieder. 24Es füllen sich die Tennen mit Getreide und die Keltern strömen über von Wein und Öl. 25Ich will euch Ersatz gewähren für die Jahre, welche Heuschrecken, Käfer, Kornbrand und Raupe gefressen haben, mein großes Heer, das ich wider euch entsandt habe. 26Dann werdet ihr vollauf zu essen haben und satt werden und sollt den Namen des Herrn, eures Gottes, loben, der Wunderbares an euch getan, und mein Volk soll nimmermehr zuschanden werden. 27Und ihr sollt inne werden, dass ich in Israels Mitte bin, bin ich doch der Herr, euer Gott, außer dem keiner ist, und auf ewig wird mein Volk nicht zuschanden werden. 28Darnach aber wird es geschehen: Ich werde meinen Geist über alles Fleisch ausgießen, eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, eure Greise Träume haben und eure Jünglinge Gesichte schauen. 29Ja, auch über meine Knechte und Mägde will ich in jenen Tagen meinen Geist ausgießen. 30Und ich werde Wunderzeichen am Himmel und auf der Erde erscheinen lassen, Blut und Feuer und Rauchsäulen. 31Die Sonne wird sich in Finsternis wandeln und der Mond in Blut, bevor der große und schreckliche Tag des Herrn kommt. 32Und es wird geschehen: Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden; denn auf dem Berge Sion und zu Jerusalem soll Rettung sein, wie der Herr gesprochen hat, und unter den Übriggebliebenen für die, welche der Herr beruft.

Neues Testament

Offenbarung des Johannes 2

1Dem Engel der Gemeinde zu Ephesus schreibe: So spricht der, welcher die sieben Sterne in seiner Rechten hält, welcher wandelt inmitten der sieben goldenen Leuchter: 2Ich kenne deine Werke, und deine Mühe, und deine Geduld, und das du die Bösen nicht ertragen kannst; und du hast die geprüft, welche sich Apostel nennen, und es nicht sind, und hast sie als Lügner erfunden. 3Und du hast Geduld, und hast viel ertragen um meines Namens willen, und bist nicht müde geworden. 4Aber ich habe wider dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast. 5So gedenke nun, von wo du herabgesunken bist, tue Buße, und übe die ersten Werke: wo nicht, so komme ich schnell über dich und werde deinen Leuchter von seiner Stelle rücken, wenn du nicht Buße tust. 6Aber das hast du, dass du die Werke der Nikolaiten hassest, welche auch ich hasse. 7Wer Ohren hat, der höre, was der Geist zu den Gemeinden spricht: Wer überwindet, dem werde ich zu essen geben von dem Baume des Lebens, der im Paradiese meines Gottes ist. 8Und dem Engel der Gemeinde zu Smyrna schreibe: So spricht der Erste und Letzte, der tot war und lebt: 9Ich kenne deine Bedrängnis, und deine Armut, doch du bist reich, und du wirst gelästert von denen, die sich selbst Juden nennen und es nicht sind, sondern eine Synagoge des Satans. 10Fürchte nichts von dem, was dir an Leiden bevorsteht. Siehe, der Teufel wird einige von euch in das Gefängnis werfen, damit ihr geprüft werdet; und ihr werdet Drangsal haben zehn Tage lang. Sei getreu bis zum Tode, so werde ich dir die Krone des Lebens geben! 11Wer Ohren hat, der höre, was der Geist zu den Gemeinden spricht: Wer siegt, soll keine Schädigung erfahren von dem zweiten Tode. 12Und dem Engel der Gemeinde zu Pergamus schreibe: So spricht, der das zweischneidige Schwert hat: 13Ich weiß, wo du wohnst: wo der Thron Satans ist, und du hältst fest an meinem Namen und hast den Glauben an mich nicht verleugnet. Und in jenen Tagen bewährte Antipas sich als mein treuer Zeuge, der bei euch getötet ward, da, wo der Satan wohnt. 14Aber ich habe wider dich etwas Weniges, dass du dort solche hast, welche zu der Lehre Balaams halten, der den Balak lehrte, Ärgernis auszurichten vor den Kindern Israels, Götzenopfer zu essen und Unzucht zu treiben. 15So hast auch du solche, welche an der Lehre der Nikolaiten festhalten. 16Tue gleicherweise Buße; wo aber nicht, so werde ich schnell über dich kommen, und werde mit ihnen kämpfen mit dem Schwerte meines Mundes. 17Wer Ohren hat, der höre, was der Geist zu den Gemeinden spricht: Wer siegt, dem werde ich von dem verborgenen Manna geben, und werde ihm einen weißen Stein geben, und auf den Stein einen neuen Namen geschrieben, den niemand kennt, als wer ihn empfängt. 18Und dem Engel der Gemeinde zu Thyatira schreibe: Dies spricht der Sohn Gottes, der Augen hat wie Feuerflammen, und dessen Füße wie Glüherz sind: 19Ich kenne deine Werke und deinen Glauben, und deine Liebe und deine Dienstleistung, und deine Geduld, und dass deine letzten Werke mehr sind als die ersten. 20Aber ich habe etwas Weniges wider dich: dass du dem Weibe Jezabel, die sich selbst für eine Prophetin ausgibt, gestattest zu lehren und meine Knechte zu verführen, Unzucht zu treiben und von Götzenopfern zu essen. 21Ich habe ihr Frist gegeben, dass sie Buße tue; aber sie will sich nicht bekehren von ihrer Unzucht. 22Siehe, ich werde sie auf das Krankenbett werfen, und die mit ihr ehebrechen, werden in sehr großer Drangsal sein, wenn sie sich nicht bekehren von ihren Werken. 23Und ihre Kinder werde ich durch Todesgericht töten, alle Gemeinden sollen erkennen, dass ich es bin, der Herz und Nieren erforscht, und ich werde einen jeden von euch nach seinen Werken vergelten. Euch aber sage ich, 24den übrigen in Thyatira, allen, die nicht an dieser Stelle halten und die Tiefen des Satans, wie sie sagen, nicht erkannt haben: Euch werde ich keine andere Last auferlegen; 25jedoch was ihr habt, das bewahret, bis ich komme. 26Und dem, der siegt und meine Werke bis an´s Ende bewahrt, werde ich Macht über die Heiden geben, 27und er wird sie mit eisernem Stabe leiten, und wie Töpfergeschirr werden sie zertrümmert werden, 28so wie auch ich es von meinem Vater empfangen habe; und ich werde ihm den Morgenstern geben. 29Wer Ohren hat, der höre, was der Geist zu den Gemeinden spricht!