Bibel in einem Jahr · Tag 335 von 365

Hos 8–10 · Offb 1

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das Buch Hosea 8

1An deine Kehle die Posaune! Wie ein Adler stürzt er auf das Haus des Herrn, weil sie meinen Bund übertreten und gegen mein Gesetz gefrevelt haben. 2Sie rufen mich an: Mein Gott! wir, Israel, kennen dich! 3Israel verwarf das Gute, der Feind soll es verfolgen. 4Sie haben Könige gewählt, doch nicht nach meinem Willen, Fürsten, doch ich wusste nichts von diesen; ihr Silber und Gold machten sie sich zu Götzenbildern, auf dass sie zugrunde gingen. 5Verworfen ist dein Kalb, Samaria! mein Zorn ist ergrimmt über sie, bis wann noch vermögen sie nicht rein zu werden? 6Ja, von Israel kommt auch dieses her; ein Künstler hat es gemacht, aber ein Gott ist es nicht; ja, zu Spinnengeweben soll das Kalb Samarias werden. 7Denn Wind säen sie und Sturmwind werden sie ernten; kein Halm treibt daselbst und die Saat gibt kein Mehl; sollte sie aber etwas geben, so werden es Fremde verzehren. 8Verschlungen ist Israel, schon ist es unter den Völkern geworden wie ein unreines Gefäß. 9Denn sie sind nach Assur hingezogen, ein ungeselliger Waldesel, Ephraim gab den Buhlen Geschenke. 10Aber wenn sie auch die Völker jetzt um Lohn anwerben sollten, so werde ich sie doch zusammentreiben, sie sollen ein wenig von der Last des Königs und der Fürsten rasten. 11Denn Ephraim hat viele Altäre zu seiner Verschuldung gebaut, die Altäre sind ihm zur Versündigung geworden. 12Mochte ich ihnen meine Gesetze vielfältig vorschreiben, wie etwas Fremdartiges wurden sie geachtet. 13Sie mögen Opfer darbringen, Fleisch schlachten und es essen, aber der Herr wird es nicht annehmen; nun wird er ihrer Verschuldung gedenken und ihre Sünden heimsuchen und sie werden sich wieder nach Ägypten wenden. 14Israel hat seines Schöpfers vergessen und Götzentempel gebaut, Judas hat die festen Städte gemehrt; so will ich denn Feuer wider seine Städte entsenden, das seine Paläste verzehren soll.

Das Buch Hosea 9

1Freue dich nicht, Israel frohlocke nicht gleich den Völkern; denn buhlend hast du deinen Gott verlassen, hast Buhllohn geliebt auf allen Weizentennen. 2Tenne und Keller sollen sie nicht nähren und der Wein wird sie trügen. 3Nicht sollen sie im Lande des Herrn wohnen bleiben, Ephraim muss wieder nach Ägypten zurückkehren und in Assyrien Unreines essen. 4Nicht werden sie dem Herrn Wein spenden und nicht ihm wohlgefallen, ihre Schlachtopfer werden wie Trauerspeise sein; alle, die davon essen, werden sich verunreinigen, denn ihre Speise wird nur ihren Hunger stillen und nicht in das Haus des Herrn kommen. 5Was werdet ihr am Tage des Festes tun, am Feiertage des Herrn? 6Denn sie sind fortgewandert ob der Verwüstung, Ägypten wird sie sammeln, Memphis sie begraben, ihr kostbares Silber wird der Nessel zuteil und ihre Hütten der Klette. 7Gekommen sind die Tage der Heimsuchung, gekommen die Tage der Vergeltung. Erkennet es, Israel! Ein Tor ist der Prophet, ein Wahnsinniger der Mann des Geistes, ob der Menge deiner Verschuldungen und der Größe deiner Torheit. 8Ephraim hatte Wächter von meinem Gott, der Prophet ist zum Fallstricke geworden auf allen seinen Wegen, Wahnwitz ist im Hause seines Gottes. 9In schwere Sünden sind sie versunken wie in den Tagen von Gabaa, darum wird er ihrer Schuld gedenken und ihre Sünden heimsuchen. 10Gleich Trauben in der Wüste fand ich Israel, gleich Frühfeigen auf des Feigenbaumes Wipfel sah ich ihre Väter; sie aber gingen zu Beelphegor, wendeten sich ab der Schande zu und wurden zum Greuel wie das, was sie liebten. 11Ephraim, wie ein Vogel davonfliegt, so wird seine Herrlichkeit verschwinden von der Geburt an, aus dem Mutterschoße, ja von der Empfängnis an. 12Und wenn sie auch ihre Söhne großziehen sollten, so werde ich sie kinderlos machen unter den Menschen; ja, wehe ihnen, wenn ich mich von ihnen wende. 13Ephraim, wie ich es ersah, war in Pracht gegründet gleich Tyrus; Ephraim führt seine Kinder dem Würger zu. 14Gib ihnen, Herr! Was sollst du ihnen geben? Gib ihnen einen unfruchtbaren Mutterschoß und trockene Brüste! 15Voll ward ihre Bosheit in Galgal, denn daselbst ward ich ihnen feind. Um der Bosheit ihres Treibens willen will ich sie aus meinem Hause verstoßen, nicht will ich ihnen mehr Liebe zeigen, alle ihre Fürsten sind Abtrünnige. 16Gefällt ist Ephraim, seine Wurzel verdorrt, nimmermehr werden sie Frucht tragen. Denn wenn sie auch Kinder zeugen sollten, so werde ich die geliebteste Frucht ihres Leibes töten. 17Verstoßen wird sie mein Gott, denn sie haben nicht auf ihn gehört, und sie werden unstet umherirren unter den Völkern.

Das Buch Hosea 10

1Ein üppiger Weinstock war Israel und seine Frucht war ihm gleich, aber so zahlreich seine Früchte waren, so viele Altäre baute es, so fruchtbar sein Land war, so zahlreich machte es seine Götzen. 2Geteilt ist ihr Herz, nunmehr werden sie zugrunde gehen; Er wird ihre Götzen zerbrechen, ihre Altäre verheeren. 3Dann werden sie sagen: Wir haben keinen König, denn den Herrn fürchteten wir nicht und ein König, was sollte er uns? 4Redet nur Worte nichtiger Traumgesichte, schließt Bündnisse ab; wie Bitterkraut in den Ackerfurchen wird das Gericht ausschließen. 5Die Kühe Bethavens verehren die Einwohner Samarias; ja, sein Volk und seine Priester, die frohlockten, als sie noch herrlich war, werden trauern, dass die Herrlichkeit es verlassen. 6Wohl wird auch das Kalb nach Assur gebracht als Geschenk für den König Rächer, Scham wird Ephraim bedecken und Israel wird zuschanden ob seines Ratschlages. 7Samaria hat bewirkt, dass sein König dahinschwand, wie der Schaum auf der Wasserfläche. 8Zerstört werden die Götzenhöhen, Israels Sünde; Kletten und Disteln werden auf ihren Altären aufwuchern und sie werden zu den Bergen sprechen: Bedecket uns! Und zu den Hügeln: Fallet auf uns! 9Seit den Tagen Gabaas hat Israel gesündigt, darin sind sie verblieben; nicht wird sie ein Kampf treffen, wie der in Gabaa gegen die Kinder des Frevels. 10Nach meiner Lust will ich sie züchtigen, die Völker sollen sich wider sie versammeln, wenn sie ihrer doppelten Verschuldung halber Strafe erdulden. 11Ephraim ist eine junge Kuh, gewöhnt gern zu dreschen; doch ich will hinfahren über die Schönheit seines Halses, mich setzen auf Ephraim, ackern soll Juda, eggen soll sich Jakob. 12Säet euch in Gerechtigkeit und erntet nach dem Maße des Erbarmens, brechet euch ein neues Feld um; denn es ist Zeit, den Herrn zu suchen, der, wenn er kommt, euch Gerechtigkeit lehren wird. 13Ihr habt Gottlosigkeit gepflügt, Ungerechtigkeit geerntet, die Frucht der Lüge genossen; denn du setztest dein Vertrauen auf deinen Wandel, auf die Menge deiner Helden. 14Kriegsgetümmel wird sich wider dein Volk erheben und alle deine Festen werden zerstört, wie Salmana zerstört ward vom Hause dessen, der den Baal am Tage der Schlacht gerichtet, als die Mutter samt den Kindern zerschmettert ward. 15Dies wird er euch, Bethel, tun, um eures großen Frevels willen.

Neues Testament

Offenbarung des Johannes 1

1Offenbarung Jesu Christi, welche Gott ihm gegeben hat, seinen Dienern kund zu tun, was in Bälde, geschehen soll; und er hat es, indem er seinen Engel sandte, seinem Diener Johannes kund getan, 2welcher das Wort Gottes und das Zeugnis Jesu Christi, alles, was er gesehen, bezeugt hat. 3Selig, wer da liest und hört die Worte dieser Weissagung, und bewahrt, was in ihr geschrieben steht; denn der Zeitpunkt ist nahe! 4Johannes an die sieben Gemeinden in Asien. Gnade euch und Friede von dem, der ist, und der war, und der kommen wird; und von den sieben Geistern, die vor seinem Thron sind; 5und von Jesus Christus, welcher der treue Zeuge ist, der Erstgeborene der Toten, und der Herrscher über die Könige der Erde, der uns geliebt und uns abgewaschen hat von unsern Sünden in seinem Blute, 6und uns zu einem Königtume und zu Priestern für Gott, seinen Vater gemacht hat; ihm die Ehre und die Herrschaft von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. 7Sehet, er kommt in den Wolken, und jegliches Auge wird ihn schauen, auch die, welche ihn durchstochen haben. Und es werden über ihn wehklagen alle Geschlechter der Erde. Ja! Amen. 8Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende, spricht der Herr, Gott der da ist, und der war, und der kommen wird, der Allmächtige. 9Ich Johannes, euer Bruder und Mitgenosse in der Drangsal und im Königtum, und in der Geduld in Christus Jesus, war auf der Insel, die Patmos heißt, um des Wortes Gottes und um des Zeugnisses willen von Jesus. 10Da war ich im Geiste an dem Tage es Herrn, und ich hörte hinter mir eine starke Stimme, wie von einer Posaune, 11die sprach: Was du schaust, schreibe in ein Buch, und sende es den sieben Gemeinden in Asien, nach Ephesus, nach Smyrna, nach Pergamus, nach Thyatira, nach Sardes, nach Philadelphia, und nach Laodicia. 12Und ich wandte mich um, die Stimme zu sehen, die zu mir redete; und da ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter, 13und inmitten der sieben goldenen Leuchter einen, der einem Menschensohne glich, angetan mit einem langen Gewande, und gegürtet um die Brust mit einem goldenen Gürtel. 14Sein Haupt aber und seine Haare waren weiß wie Wolle und wie Schnee, und seine Augen wie Feuerflammen, 15seine Füße ähneln dem im Ofen glühenden Glanzerze, und seine Stimme wie das Rauschen vieler Wasser; 16und er hielt in seiner Rechten sieben Sterne, und aus seinem Munde ging ein zweischneidiges Schwert hervor, und sein Angesicht war, wie wenn die Sonne leuchtet in ihrer Kraft. 17Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen wie tot nieder, und er legte seine Rechte auf mich und sprach: Fürchte dich nicht, ich bin der Erste und der Letzte, 18und der Lebendige; ich war tot, und siehe, ich lebe in alle Ewigkeit, und habe die Schlüssel des Todes und der Unterwelt. 19Schreibe nun, was du gesehen hast, was ist, und was nach diesen geschehen soll. 20Das Geheimnis der sieben Sterne, welche du in meiner Rechten gesehen hast, und die sieben goldenen Leuchter: die sieben Sterne sind die Engel der sieben Gemeinden, und die sieben Leuchter sind die sieben Gemeinden.