Bibel in einem Jahr · Tag 334 von 365

Hos 5–7 · Jud 1

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das Buch Hosea 5

1Vernehmet dies, ihr Priester! Und merke auf, Haus Israel! Haus des Königs, habet acht! Denn auch gilt das Gericht, weil ihr ein Fallstrick gewesen seid für die Warte und ein ausgespanntes Netz auf Thabor. 2Schlachtopfer stürztet ihr in die Tiefe, ich aber will sie alle züchtigen! 3Ich kenne Ephraim und Israel ist nicht verborgen vor mir, denn nunmehr hat Ephraim Buhlerei getrieben, Israel ich befleckt. 4Nicht richten sie ihre Gedanken darauf, zu ihrem Gott zurückzukehren, denn der Geist der Buhlerei wohnt unter ihnen und den Herrn kennen sie nicht. 5Und die Hoffart Israels zeugt ihm ins Angesicht, Israel und Ephraim werden ob ihrer Verschuldung zu Falle kommen, es stürzt auch Juda mit ihnen. 6Wenn sie dann mit ihren Schafen und ihren Rindern hingehen, den Herrn zu suchen, werden sie ihn nicht finden, er hat sich von ihnen entfernt. 7Gegen den Herrn sind sie treulos geworden, denn fremde Kinder haben sie gezeugt; nunmehr wird sie ein Monat samt ihren Anteilen aufzehren. 8Stoßet in die Posaune zu Gabaa, in die Trompete zu Rama, schreiet auf zu Bethaven, hinter dir ist es, Benjamin! 9Ephraim wird zur Wüste am Tage der Züchtigung, an den Stämmen Israels werde ich meine Wahrhaftigkeit zeigen. 10Die Fürsten Judas sind solchen gleich geworden, welche die Marktsteine verrücken; meinen Zorn will ich über sie ausschütten wie eine Wasserflut. 11Bedrückt ist Ephraim, gebrochen durch Strafgericht, denn es hat begonnen, dem Unflate nachzuwandeln. 12Ich aber bin für Ephraim wie eine Motte und wie Fäulnis für das Haus Juda. 13Als Ephraim seine Schwäche sah und Juda seine Fessel, ging Ephraim zu Assur und sandte zum Könige, dem Rächer; doch er wird euch nicht zu heilen vermögen noch eure Fesseln lösen können. 14Denn ich bin für Ephraim wie eine Löwin und wie ein junger Löwe für das Haus Juda. Ich, ich werde ergreifen und abziehen; wegnehmen, ohne dass jemand rettet. 15Ich werde zu meiner Stätte zurückkehren, bis ihr ermattet und mein Angesicht sucht.

Das Buch Hosea 6

1Wenn sie in Trübsal sind, werden sie sich frühzeitig zu mir aufmachen: Kommet, lasset uns zu dem Herrn zurückkehren; 2denn er hat uns erfasst, so wird er uns auch heilen; er hat geschlagen, so wird er uns auch pflegen. 3Er wird uns nach zwei Tagen neu beleben und am dritten Tage uns auferwecken, damit wir vor seinem Angesichte leben. Lasset uns Einsicht haben und eifrig nach der Erkenntnis des Herrn streben; wie die Morgenröte ist sein Ausgang sicher und wie der Frühregen wird er zu uns kommen, wie der Spätregen auf das Land fällt. 4Was soll ich dir tun, Ephraim? Was soll ich dir tun, Juda? Eure Frömmigkeit ist wie Morgengewölk und wie der Tau, der früh dahinschwindet. 5Darum schlage ich durch die Propheten, töte sie durch die Worte meines Mundes und deine Strafgerichte werden dem Lichte gleich hervorbrechen. 6Denn an Erbarmen habe ich Wohlgefallen und nicht an Schlachtopfern, an Erkenntnis Gottes mehr denn an Brandopfern. 7Sie aber haben wie Adam den Bund übertreten, sind mir dort treulos geworden. 8Galaad ist eine Stadt von Götzenbildnern, mit Blut besudelt. 9Gleich Räuberrachen ist die Priesterbande, welche die auf dem Wege von Sichem Kommenden worden; ja, sie verüben Schandtat. 10Im Hause Israel sah die Greuel, dort trieb Ephraim Buhlereien, befleckte sich Israel. 11Aber auch du, Juda! Halte dich zur Ernte bereit, wenn ich die Gefangenschaft meines Volkes wenden will.

Das Buch Hosea 7

1Als ich Israel heilen wollte, ward die Missetat Ephraims offenbar und die Verschuldung Samarias, denn sie üben Trug. Diebe brechen ein und rauben, es streifen Räuber auf den Straßen. 2Möchten sie nicht in ihren Herzen sagen, dass ich all ihrer Bosheit gedenke; nunmehr umgehen sie ihre Taten, vor mein Angesicht sind sie getreten. 3Durch ihre Bosheit erfreuen sie den König und durch ihre Lügen die Fürsten. 4Insgesamt sind sie Ehebrecher und gleichen dem Ofen, den der Bäcker geheizt; die Stadt hatte ein wenig Ruhe von der Beimischung des Sauerteiges, bis das Ganze durchsäuert war. 5Der Festtag unseres Königs! Es beginnen unsere Fürsten zu rasen vom Wein, er streckt seine Hand aus mit den Spöttern. 6Ja, wie einen Ofen haben sie ihr Herz ihm entgegengebracht, während er ihnen doch Nachstellungen bereitete; die ganze Nacht schlief ihr Bäcker, noch am Morgen erglüht jener wie Feuerflammen. 7Alle erglühen wie ein Ofen und verzehren ihre Richter, alle ihre Könige fallen, doch nicht einer ist unter ihnen, der zu mir ruft. 8Ephraim ward unter die Völker gemischt, Ephraim ist wie ein Aschenkuchen geworden, der nicht umgewendet wird. 9Fremde haben seine Kraft verzehrt und er merkt es nicht, schon ist sein Haupt grau geworden, doch er weiß es nicht. 10Der Hochmut Israels wird gedemütigt, ihm ins Angesicht, doch sie sind nicht zu dem Herrn, ihrem Gott, zurückgekehrt und suchen ihn nicht trotz alledem. 11Und Ephraim ward einer verlockten, unverständigen Taube gleich, Ägypten haben sie herbeigerufen, an die Assyrier sich gewendet. 12Aber wenn sie dahinziehen, spanne ich mein Netz über sie aus, hole sie wie die Vögel des Himmels herab, züchtige sie, wie ihre Gemeinde es vernommen. 13Wehe ihnen, dass sie von mir abtrünnig geworden, Verderben ihnen, dass sie wider mich treulos gewesen; ich wollte sie erlösen, doch sie redeten wider mich Lügen. 14Und sie riefen nicht zu mir in ihrem Herzen, sondern jammerten auf ihren Lagerstätten; um Korn und Wein ereiferten sie sich und wurden von mir abtrünnig. 15Und doch habe ich sie gelehrt und ihren Arm gestärkt, aber sie sannen Böses wider mich. 16Sie wollen wieder ohne Joch sein, sie sind geworden wie ein trüglicher Bogen; fallen werden durch Schwert ihre Fürsten ob es Wütens ihrer Zunge. Dies ihre Verhöhnung im Lande Ägyptens.

Neues Testament

Judasbrief 1

1Judas, Diener Jesu Christi und Bruder des Jakobus, den in Gott, dem Vater, Geliebten und für Jesus Christus Bewahrten und Berufenen. 2Barmherzigkeit und Friede und Liebe werde euch in Fülle! 3Geliebte! da ich mit allem Eifer bedacht war, euch über euer gemeinsames Heil zu schreiben, sah ich mich genötigt euch zu schreiben, dass ihr, wie ich euch inständig bitte, für den einmal den Heiligen überlieferten Glauben kämpfet. 4Denn es haben sich gewisse Menschen eingeschlichen (die für ein solches Strafgericht längst vorherbestimmt sind), Gottlose, welche die Gnade unsers Gottes in Ausschweifung verkehren, und unsern alleinigen Gebieter, den Herrn Jesus Christus, verleugnen. 5Ich will euch aber, die ihr einmal alles wisset, daran erinnern, dass Jesus, nachdem er sein Volk aus dem Lande Ägypten gerettet, das zweite Mal jene, welche nicht glaubten, vernichtet hat. 6Auch hat er die Engel, welche ihre Herrschaft nicht bewahrten, sondern ihre Wohnung verließen, auf das Gericht des großen Tages mit ewigen Banden unter der Finsternis bewahrt. 7Wie Sodoma und Gomorrha und die umliegenden Städte, welche in ähnlicher Weise sich in Unzucht erschöpften und unnatürlicher Wollust nachgingen, zum Beispiele geworden sind, indem sie die Strafe ewigen Feuers erleiden. 8Ebenso beflecken auch diese das Fleisch, verachten die Herrschaft und lästern die Majestät. 9Als der Erzengel Michael, mit dem Teufel rechtend um den Leib des Moses stritt, wagte er es nicht ein lästerndes Urteil gegen ihn zu fällen, sondern sprach: Der Herr gebiete dir! 10Diese aber lästern alles, was sie nicht kennen, das aber, was sie von Natur, wie die unvernünftigen Tiere, verstehen, darin verderben sie. 11Wehe ihnen, denn sie sind den Weg Kains gewandelt und haben sich in den Irrtum Balaams um Lohnes willen fortreißen lassen und sind in der Auflehnung Kores zu Grunde gegangen. 12Diese sind bei ihren Liebesmahlen Schandflecken, indem sie ohne Scheu prassen, sich selbst weiden; wasserlose Wolken, die von den Winden dahingetrieben werden, Bäume im Spätherbst, unfruchtbar, zweifach erstorben, entwurzelt, 13tobende Meereswogen, ihre eigene Schande ausschäumend, Irrsterne, welchen der Sturm der Finsternis für ewig aufbehalten ist. 14Es hat aber auch auf diese der siebente von Adam, Enoch, geweissagt, indem er sprach: Siehe, es ist der Herr gekommen mit seinen heiligen Taufenden, 15Gericht zu halten über alle, und zur Strafe zu ziehen alle Gottlosen wegen aller Werke ihrer Gottlosigkeit, durch welche sie sich gottlos bewiesen, und wegen aller frevelhaften Reden, welche die gottlosen Sünder wider Gott ausgestoßen. 16Sie sind murrende, stets klagende, nach ihren Lüsten wandelnde Leute, ihr Mund redet Vermessenes, indes sie den Menschen um des Gewinnes willen schmeicheln. 17Ihr aber, Geliebte! seid eingedenk der Worte, die von den Aposteln unsers Herrn Jesus Christus vorhergesagt sind, 18welche euch sagten: Zur letzten Stunde werden Spötter kommen, die nach ihren eigenen Gelüsten in Gottlosigkeiten wandeln. 19Diese sind es, welche sich absondern, sinnliche Menschen, die den Geist nicht haben. 20Ihr aber, Geliebte! bauet euch fest auf euern heiligsten Glauben, betet im Heiligen Geiste, 21bewahret euch in der Liebe Gottes, und harret auf das Erbarmen unsers Herrn Jesus Christus zum ewigen Leben. 22Und die einen weiset zurecht als schon Gerichtete, 23andere aber rettet, indem ihr sie dem Feuer entreißet. Anderer wiederum erbarmet euch in Furcht, so dass ihr selbst das vom Fleische befleckte Kleid verabscheut. 24Dem aber, welcher mächtig ist, euch ohne Sünde zu bewahren und vor seiner Herrlichkeit unbefleckt in Frohlocken darzustellen bei der Ankunft unsers Herrn Jesus Christus, 25ihm, dem alleinigen Gott, unserm Heilande, durch Jesus Christus, unsern Herrn, ist Herrlichkeit und Majestät, Herrschaft und Macht vor aller Zeit, jetzt und in alle Ewigkeit! Amen.