Bibel in einem Jahr · Tag 333 von 365

Hos 2–4 · 3 Joh 1

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das Buch Hosea 2

1Sprechet zu euern Brüdern: Mein Volk! und zu eurer Schwester: Begnadigte! 2Rechtet mit eurer Mutter, rechtet, denn sie ist nicht meine Gattin und ich bin nicht ihr Mann. Lasset sie ihre Buhlereien von ihrem Angesichte hinwegschaffen und ihre Ehebrüche aus ihres Busens Mitte, 3dass ich sie nicht nackt ausziehe und sie hinstelle wie am Tage, da sie geboren ward, und sie der Wüste gleichmache, dass sie dastehe wie ein unwegsames Land, und ich sie vor Durst sterben lasse. 4Auch ihre Kinder werde ich mich nicht erbarmen, denn es sind Kinder der Buhlereien, 5denn ihre Mutter hat gebuhlt; die sie empfangen hat, ist mit Schande bedeckt, denn sie sprach: Ich will meinen Buhlen nachgehen, die mir mein Brot und Wasser spenden, meine Wolle und mein Linnen, mein Öl und meinen Trank. 6Darum, siehe, will ich deinen Weg mit Dornen umzäunen und ihn mit einer Mauer versperren, dass sie ihre Pfade nicht finden soll. 7Sie wird ihren Buhlen nachlaufen, aber wird sie nicht erreichen; sie suchen, aber nicht finden, und sie wird sprechen: Ich will hingehen und zu meinem ersten Manne zurückkehren, denn damals ging es mir besser als jetzt. 8Jene wusste nicht, dass ich dir das Getreide, den Wein und das Öl gespendet, ihr Silber und Gold in Menge gegeben habe, und sie haben es für Baal verwendet. 9Darum will ich mein Getreide zu seiner Zeit wieder nehmen und meinen Wein zu seinen Frist und meine Wolle und mein Linnen, mit denen sie ihre Scham bedeckte, wegnehmen. 10Und nunmehr will ich ihre Torheit vor den Augen ihrer Buhlen aufdecken und niemand soll sie aus meiner Hand retten. 11All ihrer Lust will ich ein Ende machen, ihren Festen und Neumonden, ihren Sabbaten und allen ihren Festtagen. 12Und ich will ihre Weinberge und Feigenbäume verwüsten, von denen sie sprach: Das ist mein Buhllohn, den mir meine Liebhaber gegeben haben; und ich will sie zu einer Waldung machen, dass die Tiere des Feldes sie verzehren. 13Und ich werde an ihr die Tage der Baale heimsuchen, da sie ihnen Räucherwerk darbrachte und sich mit Ohrgehängen und Halsgeschmeide schmückte und ihren Liebhabern nachging, meiner aber vergaß, spricht der Herr. 14Deshalb, siehe, will ich sie locken und in die Wüste führen und ihr zu Herzen sprechen. 15Und ich will ihr ihre Winzer von dort aus zuteilen und das Tal Achor zur Hoffnungspforte, daselbst soll sie singen wie in den Tagen, da sie heraufzog aus dem Lande Ägypten. 16Und an jenem Tage, spricht der Herr, wird sie mich nennen: Mein Gemahl! und nicht mehr wird sie mich: Mein Baal! Nennen! 17Dann werde ich die Namen der Baale aus ihrem Munde verschwinden lassen und fortan wird sie des Namens derselben nicht mehr gedenken. 18Und ich werde an jenem Tage einen Bund mit ihnen schließen, mit den Tieren des Feldes, den Vögeln des Himmels und dem Gewürme der Erde und werde Bogen, Schwert und Krieg aus dem Lande hinwegtilgen und sie in Sicherheit ruhen lassen. 19Und ich werde dich mir auf ewig verloben, ich werde dich mir verloben in Gerechtigkeit und Recht, in Gnade und Erbarmung. 20Ich werde dich mir verloben in Treue und du sollst erkennen, dass ich der Herr bin. 21Und es wird an jenem Tage geschehen, da werde ich erhören, spricht der Herr, ich werde die Himmel erhören und die Himmel sollen die Erde erhören. 22Die Erde aber soll Getreide, Wein und Öl erhören und diese sollen Jezrahel erhören. 23Und ich werde sie mir im Lande ansäen und mich über die erbarmen, die Ohne-Erbarmen hieß, 24und zu Nicht-mein-Volk sagen: Mein Volk bist du! und dieses wir sagen: Mein Gott bist du!

Das Buch Hosea 3

1Und der Herr sprach zu mir: Gehe nochmals hin und liebe eine Frau, die vom Freunde geliebt wird, aber die Ehe bricht; gleichwie der Herr die Söhne Israels liebt, die sich aber fremden Göttern zuwenden und Traubenkuchen lieben. 2Und ich erwarb sie mir um fünfzehn Silberlinge und um anderthalb Kor Gerste. 3Dann sprach ich zu ihr: Lange Zeit sollst du meiner harren, du sollst nicht buhlen noch dich einem Manne ergeben, ebenso aber auch will ich deiner harren! 4Denn lange Zeit werden die Söhne Israels ohne König bleiben, ohne Fürsten, ohne Opfer, ohne Altar, ohne Ephod und ohne Theraphim. 5Darnach aber werden die Söhne Israels sich bekehren und den Herrn, ihren Gott, und David, ihren König, suchen und werden sich am Ende der Tage in Furcht dem Herrn und seinen Gütern nahen.

Das Buch Hosea 4

1Vernehmet das Wort des Herrn, ihr Söhne Israels! denn der Herr geht ins Gericht mit den Bewohnern des Landes; denn es ist keine Wahrhaftigkeit, kein Erbarmen und keine Erkenntnis Gottes im Lande. 2Denn Lästern, Lügen, Morden, Stehlen und Ehebrechen haben überhandgenommen und ein Blutvergießen folgt dem andern. 3Darum muss das Land trauern und dahinschmachten alle seine Bewohner, samt dem Wilde des Feldes und den Vögeln des Himmels, ja auch die Fische des Meeres werden dahingerafft werden. 4Doch keiner möge rechten und niemand weise zurecht, denn dein Volk ist denen gleich, die mit dem Priester hadern. 5Heute wirst du zu Falle kommen und der Prophet wird mit dir straucheln, bei Nacht werde ich deine Mutter zum Schweigen bringen. 6Verstummt ist mein Volk, weil es keine Erkenntnis hatte; weil du die Erkenntnis verschmäht hast, will auch ich dich verschmähen, dass du mir nicht mehr als Priester dienest; weil du das Gesetz deines Gottes vergessen hast, will auch ich deiner Söhne vergessen. 7Je mehr ihrer wurden, desto mehr versündigten sie sich wider mich; ich werde ihre Herrlichkeit in Schmach verwandeln. 8Die Sünden meines Volkes verzehren sie und nach dessen Verschuldung steht ihr Begehren. 9Darum soll es, wie dem Volke, so den Priestern ergehen und ich will an ihnen ihren Wandel heimsuchen und ihr Sinnen ihnen vergelten. 10Wenn sie essen, sollen sie nicht satt werden; sie buhlten ohne aufhören, denn sie haben den Herrn verlassen und ihn missachtet. 11Unzucht, Wein und Trunkenheit rauben den Verstand. 12Mein Volk befragt sein Holz und sein Stab soll ihm Kunde geben, denn der Geist der Buhlerei hat sie betört und sie haben sich buhlend von ihrem Gott abgewendet. 13Auf den Gipfeln der Berge opferten sie und auf den Hügeln zündeten sie Räucherwerk an, unter Eichen, Pappeln und Terebinthen, weil deren Schatten angenehm; darum buhlen eure Töchter und eure Bräute brechen die Ehe. 14Nicht werde ich an euren Töchtern heimsuchen, dass sie gebuhlt haben, noch an euren Bräuten, dass sie die Ehe gebrochen; denn jene selber gehen mit Buhlerinnen um und opfern mit Schandbuben und das unverständige Volk wird gestraft. 15Treibst du Buhlerei, Israel! So verschulde sich doch Juda nicht; gehet nicht nach Galgala, ziehet nicht hinauf nach Bethaven und schwöret nicht: So wahr der Herr lebt! 16Denn gleich einer störrischen Kuh folgt Israel nicht, nun wird sie der Herr weiden wie ein Lamm auf weiter Trift. 17Verbunden mit Götzen ist Ephraim, lass diesen! 18Ihr Mahl ist abgesondert, sie treiben arge Buhlerei, Schande zuzufügen ist die Lust ihrer Beschützer. 19Der Wind hat sie mit seinen Fittichen erfasst und sie werden zuschanden ob ihrer Opfer.

Neues Testament

3. Johannesbrief 1

1Der Älteste an Gajus, den Geliebten, den ich in Wahrheit liebe. 2Geliebter! ich bete, dass es dir in allem wohl ergehe und du gesund sein mögest, so wie es deiner Seele wohl ergehe. 3Ich habe mich sehr gefreut, wenn Brüder kamen und deiner Wahrheit Zeugnis gaben, wie du in der Wahrheit wandelst. 4Eine größere Freude habe ich nicht, als wenn ich höre, dass meine Kinder in der Wahrheit wandeln. 5Geliebter! du handelst treulich in allem, was du an den Brüdern tust, und besonders an den Fremden. 6Ja, diese haben von deiner Liebe auch Zeugnis gegeben vor der Gemeinde, und du wirst wohl tun, wenn du sie weiter förderst, wie es Gottes würdig ist. 7Denn für seinen Namen sind sie ausgezogen, ohne von den Heiden etwas anzunehmen. 8Wir also müssen uns solcher annehmen, damit wir Mitarbeiter der Wahrheit werden. 9Ich hätte vielleicht auch an die Gemeinde geschrieben, aber jener, welcher es liebt unter ihnen den Vorsitz zu führen, Diotrephes, nimmt uns nicht an. 10Darum werde ich, wenn ich komme, ihm seine Werke, die er tut, vorhalten, da er mit bösen Reden wider uns schwätzt und, wie wenn dies ihm noch nicht genügte, weder selbst die Brüder aufnimmt, noch es denen, die es tun wollen, gestattet, und sie aus der Versammlung ausstößt. 11Geliebter! ahme nicht das Böse nach, sondern das Gute. Wer Gutes tut, ist aus Gott; wer Böses tut, hat Gott nicht gesehen. 12Demetrius hat von Jedermann und von der Wahrheit selbst ein gutes Zeugnis; aber auch wir geben ein gutes Zeugnis, und du weißt, dass unser Zeugnis wahr ist. 13Noch vieles hätte ich dir zu schreiben, aber ich wollte dir nicht durch Tinte und Feder schreiben. 14Ich hoffe vielmehr dich bald zu sehen dann werden wir von Mund zu Mund reden. Friede sei mit Dir! Es grüßen dich die Freunde, Grüße die Freunde namentlich.