Bibel in einem Jahr · Tag 268 von 365

Jes 2–4 · 1 Tim 1

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das Buch Jesaja 2

1Das Wort, welches Isaias schaute, der Sohn des Amos, über Juda und Jerusalem. 2Und in den letzten Tagen wird der Berg des Hauses des Herrn festgegründet sein auf dem Gipfel der Berge und erhöht sein über die Hügel und alle Völker werden zu ihm strömen. 3Und viele Völker werden hinwallen und sprechen: Kommet, lasset uns hinaufziehen zum Berge des Herrn und zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns seine Wege lehre und dass wir auf seinen Pfaden wandeln; denn von Sion wird das Gesetz ausgehen und das Wort des Herrn von Jerusalem. 4Dann wird er die Völker richten und zwischen vielen Nationen entscheiden und sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Lanzen zu Sicheln, nicht mehr wird Volk gegen Volk das Schwert ziehen noch werden sie ferner sich zum Kampf üben. 5Haus Jakob, kommet und lasset uns wandeln im Lichte des Herrn! 6Denn du hast dein Volk, das Haus Jakob, verstoßen, weil sie angefüllt sind wie ehedem und Wahrsager haben wie die Philister und den Söhnen der Fremde anhängen. 7Angefüllt ist das Land mit Silber und Gold und seiner Schätze ist kein Ende, 8angefüllt ist ihr Land mit Rossen und zahllos sind ihre Kriegswagen. Angefüllt ist ihr Land mit Götzen; das Werk ihrer Hände beten sie an, welches ihre Finger gefertigt haben. 9So beugt sich der Mensch, es demütigt sich der Mann; darum lass es ihnen nicht ungestraft hingehen! 10Verbirg dich in Felsenhöhlen und verstecke dich in Erdhöhlen vor dem Schrecken des Herrn und vor der Herrlichkeit seiner Majestät! 11Des Menschen stolze Augen werden gedemütigt und gebeugt wird werden der Männer Hochmut, der Herr allein wird erhaben sein an jenem Tage. 12Denn ein Tag des Herrn der Heerscharen bricht über jeden Stolzen und Hochmütigen herein und über jeden Anmaßenden und er wird gedemütigt werden, 13und über alle hohen und stolzragenden Zedern des Libanon und über alle Eichen Basans, 14über alle hohen Berge und über alle hochragenden Hügel, 15über jeden aufragenden Turm und über jede feste Mauer, 16über alle Tharsisschiffe und über alles, was herrlich ist anzusehen. 17Und es wird der Menschenstolz, der Hochmut der Männer gedemütigt und gebeugt und der Herr allein wird an jenem Tage erhaben sein 18und die Götzen werden gänzlich vertilgt werden. 19Da werden sie in Felshöhlen fliehen und in Erdklüfte, vor dem Schrecken des Herrn und vor der Herrlichkeit seiner Majestät, wenn er sich erhebt, das Land zu schlagen. 20An jenem Tage werden die Menschen ihre silbernen Götzen und goldenen Bilder, die sie sich gemacht, um sie anzubeten, die Maulwürfe und die Fledermäuse, von sich werfen 21und werden sich verbergen in die Steinklüfte und Felsenhöhlen vor dem Schrecken des Herrn und vor der Herrlichkeit seiner Majestät, wenn er sich erhebt, das Land zu schlagen. 22Darum lasset ab von dem Menschen, dessen Lebenshauch in seiner Nase ist, denn er ist erhaben geachtet.

Das Buch Jesaja 3

1Denn siehe, der Allherrscher, der Herr der Heerscharen, wird von Jerusalem und Juda Starke und Tapfere nehmen, jede Stütze an Brot und jede Stütze an Wasser, 2Helden und Krieger, Richter und Propheten Wahrsager und Älteste, 3Befehlshaber und angesehene Ratsherrn, Kundige aus den Baumeistern und in geheimnisvoller Rede Erfahrene. 4Ich werde ihnen Knaben zu Herrschern geben und Weichlinge sollen über sie gebieten 5und man wird einander bedrängen im Volke, ein jeder seinen Nächsten; der Knabe wird sich gegen den Greis auflehnen und der Niedrige gegen den Vornehmen. 6Denn es wird einer seinen Bruder anfassen, den Hausgenossen seines Vaters, und sagen: Du hast ein Obergewand, sei unser Fürst und diese Trümmerhaufen seien dir untergeben. 7Dieser aber wird an jenem Tage so antworten und sprechen: Ich bin kein Arzt und in meinem Hause ist weder Brot noch Obergewand, setzet mich nicht zum Fürsten über das Volk! 8Denn Jerusalem stürzt hin und Judas bricht zusammen, weil ihre Reden und ihre Taten wider den Herrn gerichtet sind, um die Augen seiner Majestät herauszufordern. 9Das Aussehen ihres Angesichts spricht gegen sie und sie machen ihre Sünden laut kund wie Sodoma und verbergen sie nicht. Wehe ihrer Seele! denn Schlimmes wird ihnen vergolten. 10Saget dem Gerechten, dass es wohl um ihn steht, dass er die Früchte seiner Unternehmungen genießen wird. 11Wehe dem Gottlosen ob des Unheils! Denn ihm wird Vergeltung werden nach seinen Taten. 12Mein Volk haben seine Bedrücker geplündert und Weiber herrschten über dasselbe. Mein Volk! die dich glücklich preisen, sie täuschen dich und zerstören den Weg, den du wandeln sollst. 13Es erhebt sich der Herr zum Gerichte, ja, er erhebt sich, die Völker zu richten. 14Der Herr wird ins Gericht gehen mit den Ältesten seines Volkes und mit dessen Fürsten, denn ihr habt den Weinberg abgeweidet und das den Armen geraubte Gut ist in euern Häusern. 15Warum tretet ihr mein Volk nieder und zerschlagt das Angesicht der Armen? spricht der Herr, der Gott der Heerscharen. 16Und der Herr sprach: Dafür, dass die Töchter Sions stolz sind und mit emporgestrecktem Halse einherschreiten und mit blinzelnden Augen einhergehen und in die Hände klatschend mit den Füßen trippeln und gezierten Schrittes daherwandeln, 17wird der Herr den Scheitel der Töchter Sions kahl machen und der Herr wird ihr Haar bloßlegen. 18An jenem Tage wird der Herr hinwegnehmen den Schmuck der Schuhe und die kleinen Halbmonde 19und die Halsketten und Halsbänder, die Armspangen und die Kopfbinden, 20die Haarnadeln und Kniebänder, die Schrittkettchen und Riechfläschchen und Ohrringe, 21die Fingerringe und die Edelsteine, die an der Stirne hängen, 22die Feierkleider, die Mäntelchen, die Tücher und Nadeln, 23die Spiegel, die seinen Zeuge, die Haarbänder und Florkleider. 24Da wird statt der Wohlgerüche Gestank sein, statt des Gürtels ein Strick, statt der gekräuselten Haare eine Glatze und statt der Brustbinde ein härenes Kleid. 25Auch deine schönsten Männer werden durch das Schwert fallen und deine Tapferen im Kampfe. 26Und seine Tore werden trauern und klagen und es wird trostlos auf dem Boden sitzen.

Das Buch Jesaja 4

1Und sieben Weiber werden in jener Zeit einen Mann festhalten und sprechen: Wir wollen unser eigenes Brot essen und uns mit unsern eigenen Gewändern kleiden, nur lass uns nach deinem Namen heißen und nimm unsere Schmach hinweg! 2An jenem Tage wird der Sprosse des Herrn herrlich und ruhmvoll sein und die Frucht des Landes hocherhaben und Frohlocken denen, die aus Israel gerettet sind. 3Und es wird geschehen: Jeder, der übriggelassen ist in Sion und übriggeblieben in Jerusalem, wird heilig genannt werden, jeder, der zum Leben in Jerusalem eingeschrieben ist. 4Wenn der Herr den Schmutz der Töchter Sions abgewaschen und die Blutschuld Jerusalems aus ihm weggetilgt hat durch den Geist des Gerichtes und durch den Geist der Feuerglut, 5dann wird der Herr über den ganzen Raum des Berges Sion und wo er angerufen wird, eine Wolke bei Tage schaffen und Rauch und leuchtenden Feuerglanz bei Nacht; denn allem Herrlichen wird Schutz zuteil werden. 6Und ein Gezelt wird da sein zum Schatten bei Tage gegen die Hitze und zur Zuflucht und zum Verbergen vor Unwetter und Regen.

Neues Testament

1. Timotheusbrief 1

1Paulus, Apostel Jesu Christi nach der Anordnung Gottes, unsers Heilandes, und Christi Jesu, unserer Hoffnung, 2an Timotheus, den geliebten Sohn im Glauben. Gnade, Erbarmung und Friede von Gott dem Vater und Christus Jesus, unserm Herrn. 3Wie ich dich gebeten habe, in Ephesus zu bleiben, als ich nach Mazedonien ging, damit du gewissen Leuten einschärftest, nicht anders zu lehren, 4und sich nicht mit Fabeln und endlosen Geschlechtsregistern zu befassen, welche viel mehr Streitfragen herbeiführen, als den Gottesbau, welcher auf dem Glauben beruht, fördern. 5Der Endzweck des Gebotes aber ist Liebe aus reinem Herzen und gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben. 6Davon sind einige abgeirrt, und sind auf eitles Gerede verfallen, 7indem sie Gesetzeslehrer sein wollten, ohne zu verstehen, weder was sie reden, noch worüber sie Behauptungen aufstellen. 8Wir wissen aber, dass das Gesetz gut ist, wenn jemand es gesetzmäßig gebraucht, 9sofern er weiß, dass das Gesetz nicht dem Gerechten auferlegt ist, sondern den Ungerechten und Unbotmäßigen, Gottlosen und Sündern, Lasterhaften und Unreinen, Vatermördern und Muttermördern, Totschlägern, 10Unzüchtigen, Knabenschändern, Menschenräubern, Lügnern, Meineidigen und was sonst noch der gefundenen Lehre widerstreitet, 11welche dem herrlichen Evangelium des seligen Gottes gemäß ist, das mir anvertraut ist. 12Ich sage dem Dank, der mir Kraft gegeben, Christus Jesus, unserm Herrn, dass er mich für treu erachtet hat, indem er mich in das Amt einsetzte; 13der ich zuvor ein Lästerer und Verfolger und Bedrücker war; aber ich habe Gottes Barmherzigkeit erlangt, weil ich unwissend gehandelt hatte im Unglauben. 14Überschwänglich aber erwies sich die Gnade unsers Herrn mit dem Glauben und der Liebe, die in Christus Jesus sind. 15Zuverlässig ist das Wort und aller Annahme würdig, dass Christus Jesus in diese Welt gekommen ist, die Sünder zu retten, unter denen ich der erste bin. 16Aber darum habe ich Barmherzigkeit erlangt, damit an mir, als dem ersten, Christus Jesus das ganze Maß seiner Langmut zeigte, zur Belehrung für die, welche an ihn glauben werden zum ewigen Leben. 17Dem Könige der Ewigkeit aber, dem unsterblichen, unsichtbaren, alleinigen Gott sei Ehre und Herrlichkeit in alle Ewigkeit! Amen. 18Diese Mahnung lege ich dir an´s Herz, mein Sohn Timotheus! Gemäß den früheren über dich ergangenen Weissagungen, dass du in Kraft derselben den guten Kampf kämpfest, 19indem du den Glauben und ein gutes Gewissen bewahrst, welches einige von sich gestoßen und so im Glauben Schiffbruch erlitten haben; 20zu welchen Hymenäus und Alexander gehören, die ich dem Satan übergeben habe, damit sie lernen, nicht zu lästern.