Bibel in einem Jahr · Tag 267 von 365

Sir 50–51; Jes 1 · 2 Thess 3

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das Buch Jesus Sirach 50

1Simon, der Sohn des Onias, der Hohepriester, stützte bei seinen Lebzeiten das Haus des Herrn und festigte in seinen Tagen den Tempel. 2Durch ihn ward der Grund zum Hochbau des Tempels gelegt, der Doppelbau und die hohe Ummauerung des Tempels. 3In seinen Tagen flossen die Wasserbrunnen über und füllten sich übervoll gleich dem Meere. 4Er trug Sorge für sein Volk und befreite es vom Verderben. 5Er vermochte es, die Stadt zu erweitern, und erlangte Ruhm durch den Wandel unter seinem Volke; den Eingang des Hauses und des Vorhofes erweiterte er. 6Wie der Morgenstern inmitten von Gewölk und wie der Vollmond leuchtet zu seiner Zeit 7und wie die Sonne in ihrem Glanze, so leuchtete er im Tempel Gottes. 8Wie der Regenbogen strahlt in der Pracht des Gewölkes und wie blühende Rosen in den Tagen des Frühlings, wie Lilien an Wasserquellen, wie duftender Weihrauch zur Sommerszeit, 9wie ein leuchtendes Feuer und vom Feuer verzehrter Weihrauch, 10wie ein Gefäß von gediegenem Golde, geziert mit allerlei kostbaren Steinen, 11wie ein fruchtbarer Ölbaum, wie eine sich hoch erhebende Zypresse, so war er, wenn er das Gewand der Herrlichkeit angelegt hatte und mit dem vollen Schmucke bekleidet war. 12Wenn er zum heiligen Altar hinanstieg, so verbreitete er Glanz im Schmucke der Heiligkeit. 13Wenn er aber die Opferstücke aus der Hand der Priester nahm und selber am Altar stand, umgeben vom Kranze seiner Brüder, so war er wie eine Zederpflanzung auf dem Berge Libanon; 14so umgaben ihn alle Söhne Aarons in ihrer Herrlichkeit wie Palmenzweige. 15Sie trugen die Opfer des Herrn in ihren Händen angesichts der ganzen Gemeinde Israels; und wenn er auf dem Altare sein Amt verrichtete, streckte er, um das Opfer des höchsten Königs zu vollenden, 16seine Hand aus nach dem Trankopfer und goss das Blut der Traube aus. 17Er goss es auf den Fuß des Altars zum lieblichen Geruche für den höchsten Herrn. 18Dann erhoben die Söhne Aarons ihre Stimme und bliesen in die Posaunen von getriebener Arbeit und ließen ihre Stimme laut erschallen zum Gedächtnisse vor Gott. 19Dann fiel das ganze Volk zumal eilends zur Erde auf sein Angesicht, um den Herrn, seinen Gott, anzubeten und den allmächtigen und erhabenen Gott anzuflehen. 20Und die Psalmensänger verherrlichten ihn mit ihren Stimmen und im weiten Tempel ertönte in vollen Lauten liebliches Lied. 21Hierauf flehte das Volk mit Gebeten zum Herrn, dem Allerhöchsten, bis die Verehrung des Herrn vollbracht war und sie ihren Dienst vollendet hatten. 22Jetzt stieg er herab und erhob seine Hände über die ganze Versammlung der Söhne Israels, um Gott mit seinen Lippen Preis darzubringen und in seinem Namen zu frohlocken. 23Und zum zweiten Male betete es, dass die Kraft Gottes sich kundtun möge. 24Und nun betet zu dem Gotte aller Dinge, der Großes getan auf der ganzen Erde, der unsere Tage vom Mutterleibe an beglückt und an uns nach seiner Barmherzigkeit getan hat: 25Er verleihe uns Frohsinn des Herzens und lasse in unsern Tagen Friede in Israel sein auf ewig; 26damit Israel vertraue, dass Gottes Erbarmen mit uns ist, um uns zu seiner Zeit zu erlösen. 27Zwei Völker hasst meine Seele und das dritte, das ich hasse, ist kein Volk: 28Die, welche ihren Sitz auf dem Berge Seir haben, die Philister, und das törichte Volk, welches zu Sichem wohnt. 29Diese Lehre der Weisheit und Unterweisung hat in diesem Buche Jesus, der Sohn Sirachs, aus Jerusalem, niedergeschrieben, der Weisheit aus seinem Herzen quellen ließ. 30Glückselig ist, wer in diesem Guten wandelt; wer es zu Herzen nimmt, wird immer weise sein. 31Denn wenn er darnach handelt, wird er zu allem tüchtig sein, da das Licht Gottes sein Wegweiser ist.

Das Buch Jesus Sirach 51

1Gebet Jesus´, des Sohnes Sirachs: Ich preise dich, o Herr und König! Und lobe dich, Gott, meinen Retter! 2Ich preise deinen Namen, denn du warst mir Helfer und Beschützer. 3Du rettetest meinen Leib vom Verderben, aus den Schlingen boshafter Zungen, von den Lippen derer, die mit Lügen umgehen, und wurdest mir zum Helfer wider meine Widersacher. 4Du befreitest mich nach der Fülle des Erbarmens deines Namens von denen, welche brüllend bereit waren, mich zu verschlingen, 5aus den Händen derer, die mir nach dem Laben trachteten, aus den Drangsalen, die mich umgaben, 6aus der Gewalt der Flamme, die mich umgab, dass ich mitten im Feuer nicht verbrannte, 7aus dem tiefen Schlunde der Unterwelt, von unreiner Zunge und von dem Worte der Lüge, von dem ruchlosen Könige, von der ungerechten Zunge. 8Darum soll meine Seele den Herrn loben bis zum Tode, 9denn mein Leben war schon nahe daran, in die Unterwelt hinabzusteigen. 10Jene umgaben mich ringsum und niemand half mir, ich sah mich um nach Hilfe von Menschen und fand keine. 11Da gedachte ich, Herr! an dein Erbarmen und wie du von Ewigkeit her gehandelt hast, 12dass du die rettest, die auf dich harren, o Herr! und sie aus den Händen der Völker befreist. 13Du hast meine Stätte auf Erden erhöht, da ich um Errettung vom Tode betete. 14Ich rief den Herrn an, den Vater meines Herrn, dass er mich nicht ohne Hilfe lasse am Tage meiner Bedrängnis, zur Zeit der Übermütigen, da keine Hilfe war. 15Ich will deinen Namen ohne Unterlass loben und ihn in Jubel preisen, denn mein Gebet ward erhört. 16Du hast mich vom Verderben errettet und mich aus schlimmer Zeit befreit. 17Darum will ich dir danken und den Namen des Herrn preisen. 18Da ich noch jung war, bevor ich umherirrte, suchte ich die Weisheit ohne Scheu in meinem Gebete. 19Ich bat um dieselbe vor dem Tempel und will sie suchen bis ans Ende. Sie blühte auf wie eine Frühtraube 20und mein Herz freute sich an ihr. Mein Fuß wandelte auf rechter Bahn und von meiner Jugend an folgte ich ihrer Spur. 21Ich neigte ihr kaum mein Ohr zu und schon empfing ich sie. 22Viele Unterweisung fand ich für mich und machte viele Fortschritte durch sie. 23Darum will ich den preisen, der mir Weisheit gab. 24Denn ich dachte darauf, sie in Ausübung zu bringen; ich strebte mit Eifer nach dem Guten und ward nicht zuschanden. 25Meine Seele kämpfte um sie, und da ich sie ausübte, erstarkte ich in ihr. 26Ich erhob meine Hände zur Höhe und trauerte über die Nichtkenntnis derselben. 27Ich wendete ihr meinen Sinn zu und fand sie durch Forschen. 28Bei ihr erlangte ich Einsicht von Anfang an, darum ward ich auch nicht verlassen. 29Mein Inneres ward bewegt, sie zu suchen, darum erwarb ich mir einen vortrefflichen Besitz. 30Der Herr gab mir zur Belohnung die Rede, damit will ich ihn loben. 31Kommet her zu mir, ihr Unkundigen! Und versammelt euch im Hause der Belehrung. 32Warum zaudert ihr noch? Und was sagt ihr dagegen? Eure Seelen dürsten heftig darnach. 33Ich tue meinen Mund auf und spreche: Erwerbet euch Weisheit ohne Geld, 34beuget euern Nacken unter ihr Joch und nehmet Belehrung für eure Seele, denn sie ist leicht zu finden. 35Schauet mit eigenen Augen: Ich habe mich nur wenig gemüht und doch viele Ruhe für mich gefunden. 36Erwerbet euch Belehrung, wenn auch um eine große Summe Silbers, so werdet ihr durch dieselbe viel Gold erlangen. 37Eure Seele freue sich seines Erbarmens und schämet euch nicht bei seinem Lobe. 38Tuet euer Werk, bevor die Zeit euch fehlt, so wird er euch euern Lohn geben zu seiner Zeit.

Das Buch Jesaja 1

1Gesicht Isaias, des Sohnes des Amos, welches er über Juda und Jerusalem geschaut, in den Tagen Ozias, Joathans, Achaz und Ezechias, der Könige von Juda. 2Höret, ihr Himmel! und horche auf, Erde! denn der Herr redet. Söhne habe ich aufgezogen und erhöht, sie aber haben mich verschmäht. 3Es kennt der Ochs seinen Eigentümer und der Esel die Krippe seines Herrn, Israel aber kennt mich nicht und mein Volk ist ohne Verständnis. 4Wehe dem sündigen Volk, dem Volke mit Missetat belastet, dem Geschlechte von Bösewichtern, den lasterhaften Söhnen! Sie haben den Herrn verlassen, den Heiligen Israels gelästert, sind nach rückwärts abgewendet. 5Wohin soll ich euch ferner noch schlagen, da ihr Sünde auf Sünde häuft? Das ganze Haupt ist krank, das ganze Herz siech. 6Von der Fußsohle bis zum Scheitel ist nichts Heiles an ihm, Wunden und Quetschungen und schwellende Beulen, nicht verbunden, nicht mit Heilmitteln versorgt noch mit Öl gelindert. 7Euer Land ist verödet, eure Städte sind niedergebrannt, eure Fluren verzehren Fremde vor euern Augen und sie sind verödet wie durch feindliche Verheerung. 8Und die Tochter Sion steht verlassen wie eine Hütte im Weinberg, wie eine Nachthütte im Gurkenfelde und wie eine Stadt, die verheert ist. 9Hätte der Herr der Heerscharen uns nicht einen Samen übriggelassen, so wären wir wie Sodoma geworden und Gomorrha würden wir gleichen. 10Höret des Herrn Wort, ihr Fürsten von Sodoma! vernimm das Gesetz unsers Gottes, Volk von Gomorrha! 11Was soll mir die Menge eurer Schlachtopfer? spricht der Herr. Ich bin satt; Brandopfer von Widdern und das Fett von Mastvieh, das Blut von Rindern und Lämmern und Böcken begehre ich nicht. 12Wenn ihr vor mein Angesicht kommt, wer forderte dies von euch, dass ihr in meinen Vorhöfen umhergehet? 13Bringet nicht ferner unnütze Opfer mehr; Räucherwerk ist mir ein Greuel, Neumond, Sabbat und andere Feste ertrage ich nicht mehr, eure Versammlungen sind gottlos. 14Eure Neumonde und eure Festlichkeiten hasst meine Seele; sie sind mir lästig geworden, ich bin es müde, sie zu ertragen. 15Und wenn ihr eure Hände ausstreckt, werde ich mein Angesicht von euch abwenden; und wenn ihr noch so viel betet, werde ich euch doch nicht erhören, denn eure Hände sind voll Blutschuld. 16Waschet euch, reiniget euch, schaffet die Bosheit eurer Anschläge aus meinen Augen; lasset ab, verkehrt zu handeln! 17Lernet Gutes tun, trachtet nach dem, was Recht ist, kommet dem Unterdrückten zu Hilfe, verschaffet der Waise ihr Recht, verteidiget die Witwe! 18Alsdann kommet und rechtet mit mir! spricht der Herr. Wenn eure Sünden wie Scharlach sind, sollen sie doch weiß werden wie Schnee; und wenn sie rot sind wie Purpur, sollen sie weiß werden wie Wolle. 19Wenn ihr willig seid und auf mich hört, so werdet ihr die Güter des Landes genießen. 20Wenn ihr aber nicht wollt und mich zum Zorne reizt, so wird das Schwert euch vertilgen; denn der Mund des Herrn hat gesprochen. 21Wie ist zur Buhlerin geworden die treue Stadt, die voll des Rechtes war? Gerechtigkeit wohne in ihr, jetzt aber Mörder! 22Dein Silber ist zu Schlacken geworden, dein Wein ist mit Wasser vermischt. 23Deine Fürsten sind treulos und Diebesgenossen; alle lieben Geschenke, haschen nach Vergeltungen; der Waise sprechen sie nicht Recht und die Sache der Witwe kommt nicht vor sie. 24Darum spricht der Herr, der Gott der Heerscharen, der Starke Israels: Wehe, ich will mich getrösten an meinen Feinden und Rache nehmen an meinen Widersachern! 25Und ich werde meine Hand gegen dich wenden und deine Schlacken rein ausschmelzen und all dein Blei wegschaffen 26und ich werde dir wieder Richter geben, wie sie früher waren, und Ratgeber, wie von alters; alsdann wird man dich die Stadt der Gerechtigkeit nennen, die getreue Stadt. 27Sion wird durch Gericht erlöst und durch Gerechtigkeit wird es wiederhergestellt werden. 28Aber die Frevler und Sünder wird er allzumal vertilgen und die, welche den Herrn verlassen haben, werden vernichtet werden. 29Denn sie werden zuschanden werden der Götzenbilder wegen, denen sie geopfert; und ihr werdet erröten über die Gärten, die ihr erwählt, 30wenn ihr wie Eichen sein werdet, deren Blätter abfallen, und wie ein Garten ohne Wasser. 31Und eure Kraft wird wie glimmende Wergasche sein und euer Tun wie ein Funke! beide werden zumal entbrennen und niemand wird sein, der lösche.

Neues Testament

2. Thessalonicherbrief 3

1Im übrigen, Brüder! betet für uns, damit das Wort des Herrn seinen Lauf habe und verherrlicht werde, so wie es bei euch geschehen, 2und dass wir befreit werden von den überlästigen und bösen Menschen; denn der Glaube ist nicht Jedermanns Sache. 3Getreu aber ist Gott. Er wird euch stärken und vor dem Bösen bewahren. 4Wir haben aber das Vertrauen zu euch im Herrn, dass ihr sowohl jetzt tuet wie auch tun werdet, was wir anbefohlen. 5Und der Herr lenke eure Herzen zur Liebe Gottes und zur Standhaftigkeit Christi. 6Wir gebieten euch aber, Brüder! im Namen unsers Herrn Jesus Christus, dass ihr euch von jedem Bruder zurückziehet, der unordentlich wandelt, und nicht nach der Vorschrift, welche sie von uns empfangen haben. 7Ihr wisset ja selbst, wie ihr uns nachahmen sollt, denn wir sind nicht unstet unter euch gewesen, 8noch haben wir umsonst Brot von jemand gegessen, sondern haben mit Mühe und Beschwerde Tag und Nacht gearbeitet, um niemand unter euch lästig zu fallen. 9Nicht als ob wir nicht dazu die Befugnis gehabt hätten, sondern um uns selbst als Vorbild aufzustellen für euch, damit ihr uns nachfolget. 10Denn auch als wir bei euch waren, haben wir euch dies anbefohlen: wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen. 11Wir haben nämlich gehört, dass einige unter euch unstet wandeln, nicht arbeitend, sondern unnütze Dinge treibend. 12Solchen gebieten wir und ermahnen sie im Herrn Jesus Christus, dass sie, in Ruhe arbeitend, ihr eigenes Brot essen. 13Ihr aber, Brüder! werdet nicht müde, Gutes zu tun. 14Wenn aber jemand unserm Worte in diesem Briefe nicht gehorcht, so bezeichnet diesen, aber habet keinen Umgang mit ihm, damit er beschämt werde. 15Indes betrachtet ihn nicht als Feind, sondern weiset ihn zurecht als Bruder. 16Er aber, der Herr des Friedens, gebe euch Frieden immerdar aller Orten. Der Herr sei mit euch allen! 17Hier mein, des Paulus eigenhändiger Gruß, das Zeichen in jedem Briefe; so schreibe ich. 18Die Gnade unsers Herrn Jesus Christus sei mit euch allen! Amen.