Bibel in einem Jahr · Tag 266 von 365

Sir 47–49

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das Buch Jesus Sirach 47

1Hierauf trat Nathan als Prophet auf in den Tagen Davids. 2Wie das Fettstück, das vom Fleische ausgesondert wird, so war David unter den Söhnen Israels. 3Mit Löwen spielte er in seiner Jugend wie mit Lämmern und mit Bären wie mit jungen Schafen. 4Erschlug er nicht den Riesen und nahm die Schmach von seinem Volke? 5Indem er seine Hand erhob, warf er mit dem Schleuderstein den Übermut Goliaths zu Boden; 6denn er rief den Herrn, den Allmächtigen, an und dieser gab seiner Rechte Kraft, den starken Krieger zu erlegen und das Horn seines Volkes zu erhöhen. 7Darum verherrlichte man ihn für Zehntausende und pries ihn ob der Segnungen des Herrn und brachte ihm die Krone des Ruhmes dar, 8denn er rieb die Feinde ringsherum auf und vernichtete die feindlichen Philister bis auf den heutigen Tag, er zerschlug ihr Horn für immer. 9Bei allem, was er tat, brachte er dem Heiligen seinen Dank dar und dem Allerhöchsten durch Lieder des Preises. 10Von ganzem Herzen lobte er den Herrn und liebte Gott, der ihn erschaffen und ihm solche Macht über seine Feinde verliehen. 11Auch bestellte er Sänger vor dem Altare und ließ von ihrem Schalle allerlei süße Sangesweisen ertönen. 12Er gab den Festen Glanz und schmückte die Festzeiten bis ans Ende seines Lebens, damit man den heiligen Namen des Herrn pries und am frühen Morgen die Heiligkeit Gottes verherrlichte. 13Der Herr tilgte seine Sünden und erhöhte sein Horn auf immer und gab ihm Verheißung für das Königtum und den Thron der Herrlichkeit in Israel. 14Nach ihm trat sein weiser Sohn auf und um dessentwillen warf Gott alle Gewalt der Feinde nieder. 15Salomon herrschte in Tagen des Friedens, denn Gott hatte ihm alle Feinde unterworfen, dass er seinem Namen ein Haus baute und ein Heiligtum errichtete auf immer! Wie warst du weise in deiner Jugend 16und voll der Weisheit verbreitete sich dein Geist gleich einem Strome über die Erde! 17Du brachtest in Fülle tiefsinnige Gleichnisreden vor, bis zu den Inseln fernhin drang dein Name und um deiner Friedensliebe willen wurdest du geliebt. 18Wegen deiner Lieder und Sprüche, Gleichnisse und Deutungen bewunderten dich die Länder 19und wegen des Namens des Herrn, des Gottes, der da Gott Israels heißt. 20Du sammeltest Gold wie Messing und häuftest Silber auf wie Blei. 21Doch du neigtest deine Hüften den Weibern zu und maßest dir allzu sehr Gewalt über deinen Leib an. 22Du beflecktest deinen Ruhm, entweihtest deine Nachkommen, so dass du Zorn über deine Kinder heraufführtest und ich hinreißen ließest von deiner Torheit, 23so dass du die Teilung des Reiches in zwei Teile herbeiführtest und aus Ephraim sich eine harte Herrschaft erhob. 24Gott aber stand nicht ab von seiner Barmherzigkeit, er zerstörte und vernichtete seine Werke nicht; er ließ die Nachkommen seines Auserwählten nicht zugrunde gehen und vertilgte die Nachkommen dessen nicht, der den Herrn geliebt, 25sondern ließ Jakob einen Überrest und David einen Sprossen. 26Und Salomon ging ein zur Ruhe zu seinen Vätern. 27Er hinterließ als seinen Nachfolger seinen Sohn, den Törichtsten unter dem Volke, 28Roboam, verlassen von Klugheit, der durch seinen Ratschluss das Volk zum Abfall brachte, 29und Jeroboam, den Sohn Nabats, der Israel zur Sünde verleitete und Ephraim auf den Weg der Übertretung führte, so dass ihrer Sünden überaus viel wurden. 30Durch diese wurden sie weit aus ihrem Lande weggeführt. 31Sie sannen auf jeglichen Frevel, bis die Rache über sie kam und allen ihren Sünden ein Ende machte.

Das Buch Jesus Sirach 48

1Und es erhob sich der Prophet Elias, dem Feuer gleich und sein Wort brannte gleich einer Fackel. 2Er brachte eine Hungersnot über sie und die ihn durch ihre Missgunst reizten, verminderten sich; denn sie vermochten die Gebote des Herrn nicht zu ertragen. 3Auf das Wort des Herrn verschloss er den Himmel und ließ dreimal Feuer vom Himmel fallen. 4So war Elias durch seine Wunder verherrlicht. Wer kann sich dir vergleichen an Ruhm? 5Du erwecktest einen Toten aus der Unterwelt vom Lose des Todes durch das Wort Gottes, des Herrn. 6Du stürztest Könige ins Verderben, leicht brachest du ihre Macht und stürztest Hochangesehene von ihren Sitzen. 7Du vernahmst auf Sinai das Strafgericht und auf Horeb das Urteil der Züchtigung. 8Du salbtest Könige, um Vergeltung zu üben, und ordnetest Propheten zu deinen Nachfolgern. 9Du wardst hinweggenommen in feuriger Windsbraut, auf Wagen mit feurigen Rossen. 10Du wurdest bestimmt in der Schrift, bei den Strafgerichten der Zeiten den Zorn des Herrn zu besänftigen, das Herz des Vaters mit dem Sohne zu versöhnen und die Stämme Jakobs wieder aufzurichten. 11Glückselig sind, die dich sahen und deiner Freundschaft gewürdigt wurden! 12Denn wir leben nur dies Leben, nach dem Tode aber werden wir keinen solchen Namen haben. 13Elias ward zwar im Sturme entrückt, aber Eliseus ward die Fülle seines Geistes zuteil. Solange er lebte, fürchtete er sich vor keinem Fürsten und keines Menschen Gewalt überwand ihn. 14Nichts vermochte ihn zu beugen und noch im Tode erwies ihm sein Leib als Propheten. 15In seinem Leben tat er Zeichen und auch im Tode wirkte er Wunder. 16Bei alledem tat das Volk doch nicht Buße und ließ nicht ab von seinen Sünden, bis sie aus ihrem Lande weggeführt und über die ganze Erde zerstreut wurden 17und nur ein kleiner Rest des Volkes mit einem Fürsten aus dem Hause Davids übrigblieb. 18Einige von diesen taten, was Gott wohlgefällig war, andere aber begingen viele Sünden. 19Ezechias befestigte seine Stadt und leitete Wasser in dieselbe, er durchgrub mit Eisen den Felsen und gestaltete ihn zu einem Wasserbrunnen. 20In seinen Tagen zog Sennacherib herauf und entsandte Rabsake und erhob seine Hand wider sie und streckte seine Hand gegen Sion aus und erhob sich ob seiner Macht. 21Da erbebten ihre Herzen und Hände und sie litten Schmerzen wie gebärende Frauen. 22Und sie riefen den Herrn, den Erbarmer, an und streckten ihre Hände aus und erhoben sie zum Himmel und der Heilige, der Herr, Gott, erhörte alsbald ihr Rufen. 23Nicht gedachte er mehr ihrer Sünden und gab sie nicht ihren Feinden preis, sondern errettete sie durch Isaias, den heiligen Propheten. 24Der Engel des Herrn schlug das Lager der Assyrier und vernichtete sie. 25Denn Ezechias tat, was Gott wohlgefiel, und blieb beharrlich auf dem Wege Davids, seines Vaters, wie ihm Isaias befohlen, der große und treue Prophet vor dem Angesicht Gottes. 26In seinen Tagen wich die Sonne zurück und er verlängerte dem Könige das Leben. 27Mit erhabenem Geiste schaute er die ferne Zukunft und tröstete die Betrübten in Sion. Bis zur Ewigkeit hin 28verkündigte er, was künftig geschehen wird, und das Verborgene, ehe es geschah.

Das Buch Jesus Sirach 49

1Das Andenken des Josias ist wie eine Mischung von Wohlgerüchen, bereitet vom Salbenmischer. 2In jedem Munde ist das Andenken an ihn süß wie Honig und wie Musik bei einem Weingelage. 3Er war von Gott zur Bekehrung des Volkes bestimmt und schaffte die Greuel der Gottlosigkeit ab. 4Er richtete sein Herz zum Herrn und in den Tagen der Sündhaftigkeit hielt er an der Frömmigkeit fest. 5Außer David, Ezechias und Josias haben sich alle versündigt, 6denn die Könige von Juda verließen das Gesetz des Allerhöchsten und verachteten die Furcht Gottes. 7Daher mussten sie ihr Königreich an ein fremdes Volk hingeben. 8Diese brannten die auserwählte Stadt des Heiligtums nieder und verwüsteten ihre Straßen durch Jeremias. 9Denn sie misshandelten ihn, der doch schon im Mutterleibe zum Propheten geweiht war, um umzustürzen, auszurotten, zu vertilgen, zu verderben, wieder aufzubauen und zu erneuern. 10Ezechiel schaute die Herrlichkeit im Gesichte, welche ihm über dem Wagen der Cherubim gezeigt ward. 11Er gedachte der Feinde unter dem Bilde des Regens und sann darauf, Gutes denen zu tun, die auf geraden Wegen wandeln. 12Auch der zwölf Propheten Gebeine mögen aussprossen an ihrer Stätte, denn sie haben Jakob ermutigt und ihn durch des Glaubens Kraft gerettet. 13Wie sollen wir Zorobabel preisen? Ist er doch wie ein Siegelring an der rechten Hand! 14Wie ingleichen Jesus, den Sohn Josedeks? Beide bauten in ihren Tagen das Gotteshaus und richteten den heiligen Tempel dem Herrn auf, bereitet zu ewiger Herrlichkeit. 15Auch Nehemias wird lange Zeit im Andenken sein. Er hat uns die zerstörten Mauern wieder aufgebaut, die Tore mit Riegeln befestigt und unsere Häuser wieder hergestellt. 16Nie ward jemand auf Erden geboren, der Henoch gleich war, darum ward er auch von der Erde entrückt. 17Auch ward kein Mensch geboren, wie Joseph war, der Fürst seiner Brüder, die Stütze seines Volkes, der Herrscher über seine Brüder, der Gründer seines Volkes; 18auch seine Gebeine wurden aufbewahrt und weissagten nach seinem Tode. 19Seth und Sem wurden unter den Menschen berühmt, doch über alle lebenden Wesen ist Adam durch seine Erschaffung erhaben.