Bibel in einem Jahr · Tag 269 von 365

Jes 5–7 · 1 Tim 2

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das Buch Jesaja 5

1Ich will meinem Geliebten singen, ein Lied meines Geliebten von seinem Weinberge. Mein Geliebter hatte einen Weinberg auf einem fruchtbaren Hügel. 2Und er umzäunte ihn, las die Steine aus demselben heraus und bepflanzte ihn mit edlen Reben, haute einen Turm mitten in ihm und richtete eine Kelter in ihm her und erwartete, dass er Trauben brächte; aber er brachte Herlinge. 3Nun also, ihr Bewohner von Jerusalem, ihr Männer von Juda, richtet zwischen mir und meinem Weinberge! 4Was ist es, was ich meinem Weinberge noch hätte tun sollen und nicht getan habe? Oder warum habe ich erwartet, dass er Trauben brächte, und er hat Herlinge gebracht? 5So will ich euch nun verkünden, was ich meinem Weinberge tun werde: Wegnehmen werde ich seinen Zaun, dass er verwüstet werde, niederreißen seine Mauer, dass er zertreten werde. 6Und ich will ihn wüste machen; nicht soll er beschnitten und nicht umgegraben werden, Disteln und Dornen sollen ihn überwuchern und den Wolken werde ich gebieten, dass sie keinen Regen auf ihn fallen lassen. 7Denn der Weinberg des Herrn der Heerscharen ist das Haus Israel und die Männer Judas seine liebliche Pflanzung. Ich erwarte, dass er Recht übte, und siehe, er tat Unrecht; dass er Gerechtigkeit übte, und siehe, da war Jammergeschrei. 8Wehe euch, die ihr Haus an Haus reihet und Acker zu Acker fügt, bis kein Platz mehr bleibt! Wollt ihr denn allein wohnen inmitten des Landes? 9Dies kam zu meinen Ohren, spricht der Herr der Heerscharen. Wahrlich, die vielen Häuser sollen öde werden, die großen und schönen ohne Bewohner sein! 10Denn zehn Morgen Weinberg sollen nur ein Maß geben und dreißig Scheffel Aussaat nur drei Scheffel bringen. 11Wehe euch, die ihr früh aufsteht, um euch der Trunkenheit zu ergeben und zu zechen bis zum Abend, dass ihr vom Weine glühet! 12Zither und Laute, Pauke, Flöte und Wein sind bei euern Gelagen; aber auf des Herrn Tun achtet ihr nicht und auf die Werke seiner Hände seht ihr nicht. 13Deshalb wird mein Volk gefangen weggeführt, weil es keine Einsicht hatte, und seine Vornehmen sterben vor Hunger, seine Menge verschmachtet vor Durst. 14Daher dehnt die Unterwelt ihre Gier aus und sperrt ihren Schlund auf ohne Maß und hinunter zu ihr fahren seine Helden und sein Volk, seine Großen und seine Herrlichen. 15Und hinab zu ihr werden die Menschen gebeugt und erniedrigt die Männer und die Stolzen werden gedemütigt. 16Aber der Herr der Heerscharen wird im Gericht erhöht und Gott, der heilige, erweist sich heilig in Gerechtigkeit. 17Und die Lämmer weiden nach ihrer Weise und verödete Stätten, die wieder fruchtbar geworden, zehren Fremde auf. 18Wehe euch, die ihr an dem Unrecht zieht mit den Stricken des Truges, und wie ein Wagenseil ist die Sünde! 19Die ihr sprecht: Es eile und schnell komme sein Werk, dass wir es sehen; es nahe sich und trete ein der Ratschluss des Heiligen Israels, dass wir ihn erfahren! 20Wehe euch, die ihr das Böse gut und das Gute bös nennt, die ihr Finsternis zu Licht und Licht zu Finsternis, bitter zu süß und süß zu bitter macht! 21Wehe euch, die ihr weise in euern eigenen Augen und vor euch selbst klug seid! 22Wehe euch, die ihr Helden seid im Weintrinken und tapfere Männer, wenn es gilt, berauschendes Getränk zu mischen, 23die ihr den Bösewicht schuldlos erklärt und dem Gerechten sein Recht entzieht. 24Darum, wie des Feuers Zunge Stoppeln frisst und der Flamme Glut sie verzehrt, so soll ihre Wurzel zu Asche werden und ihr Spross wie Staub auffliegen; denn sie haben das Gesetz des Herrn der Heerscharen verworfen und den Ausspruch des Heiligen Israels gelästert. 25Deshalb ist der Zorn wider sein Volk ergrimmt; er streckt seine Hand über dasselbe aus und schlägt es, dass die Berge beben und ihre Leichen wie Kot inmitten der Straßen liegen. Und bei alledem hat sich sein Grimm nicht abgewendet, sondern seine Hand bleibt noch ausgestreckt. 26Und er wird für die Völker in der Ferne ein Panier erheben und wird ihn herbeirufen von den Enden der Erde, und siehe, eilends kommt er alsbald. 27Kein Schwacher oder Kranker ist unter ihnen; er schlummert und schläft nicht, der Gürtel seiner Lenden löst sich nicht noch zerreißt ein Riemen seines Schuhes. 28Seine Pfeile sind geschärft und alle seine Bogen gespannt. Seiner Rosse Hufe sind wie Kiesel und seine Räder wie Sturmesbrausen. 29Sein Gebrüll ist wie das Gebrüll des Löwen, er brüllt wie junge Löwen; er knirscht und fasst die Beute, hält sie und niemand kann sie ihm entreißen. 30Es braust über selbes an jenem Tage, wie Meerestosen. Wir schauen auf das Land, siehe da Finsternis der Drangsal und das Licht ist erloschen in deren Dunkel.

Das Buch Jesaja 6

1Im Jahre, in dem der König Ozias starb, sah ich den Herrn auf einem hohen und erhabenen Throne sitzen und das, was unter ihm war, erfüllte den Tempel. 2Seraphim standen oberhalb desselben; sechs Flügel hatte ein jeder; mit zweien verhüllten sie ihr Angesicht, mit zweien verhüllten sie ihre Füße und mit zweien flogen sie. 3Und sie riefen einer dem andern zu und sprachen: Heilig, heilig, heilig ist der Herr, der Gott der Heerscharen; die ganze Erde ist voll seiner Herrlichkeit! 4Da erbebten die Oberschwellen der Türangeln vor ihrem lauten Rufen und der Tempel ward von Rauch erfüllt. 5Da sprach ich: Wehe mir, dass ich geschwiegen habe; denn ich bin ein Mann unrein von Lippen und wohne inmitten eines Volkes, das unreine Lippen hat, und ich habe den König, den Herrn der Heerscharen, mit meinen Augen geschaut! 6Da flog einer von den Seraphim zu mir, einen glühenden Stein in seiner Hand, den er mit der Zange vom Altare genommen hatte. 7Und er berührte meinen Mund und sprach: Siehe, dies hat deine Lippen berührt, so wird deine Ungerechtigkeit hinweggenommen und deine Sünde gesühnt. 8Und ich hörte die Stimme des Herrn, welcher sprach: Wen soll ich senden? und wer wird für uns gehen? Da sprach ich: Siehe, hier bin ich, sende mich! 9Er sprach: Gehe hin und sage diesem Volke: Höret immerfort und verstehet nicht! Sehet immerfort und erkennet nicht! 10Verblende das Herz dieses Volkes, verhärte seine Ohren und schließ ihm die Augen, dass es nicht etwa mit seinen Augen sehe und mit seinen Ohren höre und mit seinem Herzen verstehe und sich bekehre, und ich es heile. 11Da sprach ich: Bis wann, Herr? Er entgegnete: Bis die Städte verödet sind ohne Bewohner und die Häuser ohne Menschen und das Land verödet und verlassen. 12Und der Herr wird die Menschen wegführen in die Ferne und groß wird die Verlassenheit sein inmitten des Landes. 13Und ist daselbst noch ein Zehnteil, so wird es wiederkehren und zur Schau sein wie eine Terebinthe und wie eine Eiche, die ihre Äste ausbreitet; ein heiliger Same wird sein, was daselbst übrigbleibt.

Das Buch Jesaja 7

1Und es geschah in den Tagen Achaz, des Sohnes Joathans, des Sohnes des Ozias, des Königs von Juda, zogen Rasin, der König von Syrien, und Phakee, der Sohn Romelias, der König von Israel, heran gegen Jerusalem, um dasselbe anzugreifen; aber sie vermochten es nicht zu erobern. 2Und man verkündete dem Hause Davids und sprach: Die Syrer haben sich niedergelassen auf Ephraim! Da erbebte sein Herz und das Herz seines Volkes, wie die Bäume des Waldes vor dem Winde erbeben. 3Und der Herr sprach zu Isaias: Gehe hinaus Achaz entgegen, du und der zurückgelassen ist, dein Sohn Jasub, an das Ende der Wasserleitung des obern Teiches auf dem Wege zum Walkerfelde 4und sprich zu ihm: Habe Acht, dass du ruhig bleibest; fürchte dich nicht und dein Herz zage nicht vor diesen beide Enden rauchender Feuerbrände, bei der Zorneswut Rasins, des Königs von Syrien, und des Sohnes des Romelia! 5Dass Syrien und Ephraim mit dem Sohne Romelias einen bösen Anschlag wider dich gefasst haben und sprechen: 6„Lasset uns gegen Juda hinaufziehen, ihm Schrecken einjagen und es an uns reißen und lasset uns in seiner Mitte den Sohn Tabeels als König einsetzen;“ 7spricht also der Herr, Gott: Nicht soll es zustande kommen und solches soll nicht geschehen; 8sondern das Haupt Syriens sei Damaskus, das Haupt von Damaskus sei Rasin; und noch fünfundsechzig Jahre, so wird Ephraim aufhören, ein Volk zu sein. 9Und das Haupt Ephraims sei Samaria, und das Haupt Samarias der Sohn Romelias. Wenn ihr nicht glaubt, so werdet ihr nicht bleiben! 10Und der Herr redete weiter zu Achaz und sprach: 11Erbitte dir ein Zeichen von dem Herrn, deinem Gotte, es sei in der Tiefe unten oder in der Höhe oben. 12Achaz aber erwiderte: Ich werde um keines bitten und den Herrn nicht versuchen. 13Da sprach er: So höret denn, Haus Davids! Ist es euch zu wenig, Menschen lästig zu sein, dass ihr auch meinem Gott lästig seid? 14Deswegen wird der Herr selbst euch ein Zeichen geben: Siehe, die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären und man wird seinen Namen Emmanuel nennen. 15Butter und Honig wird er essen, um die Zeit, da er weiß das Böse zu verwerfen und das Gute zu wählen. 16Denn ehe der Knabe das Böse zu verwerfen und das Gute zu erwählen weiß, wird das Land, das du um seiner zwei Könige willen verabscheust, verödet sein. 17Aber über dich und über dein Volk und über das Haus deines Vaters wird der Herr durch den König von Assyrien Tage herbeiführen, wie sie nicht gekommen sind seit der Zeit der Trennung Ephraims von Juda. 18Und an jenem Tage wird es geschehen: der Herr pfeift die Fliege herbei, die am Ausfluss der Ströme Ägyptens ist, und die Biene, die im Lande Assur ist, 19und sie werden herbeikommen und sich alle in den Talschluchten und in den Felsenklüften und in allen Gebüschen und den gesamten Höhlen lagern. 20An jenem Tage wird der Herr mit dem gedungenen Schermesser, mit denen, welche jenseits des Stromes sind, mit dem Könige von Assyrien, das Haupt und die Haare an den Füßen und den ganzen Bart abscheren. 21Und es wir an jenem Tage geschehen, dass ein Mann sich eine Kuh und zwei Schafe hält, 22und wegen des Überflusses an Milch wird er Butter genießen; denn Butter und Honig wird jeder essen, der noch inmitten des Landes übriggeblieben ist. 23Und es wird an jenem Tage geschehen, dass jeder Ort, wo tausend Weinstöcke im Werte von tausend Silberlingen standen, den Disteln und Dornen verfällt. 24Mit Pfeil und Bogen wird man ihn betreten, denn Disteln und Dornen werden im ganzen Lande sein. 25Und um alle Berge, die man mit der Hacke umzuhacken pflegte, wird keine Sorge mehr sein vor Disteln und Dornen, zur Weide für Rinder wird er dienen und zertreten werden durch das Kleinvieh.

Neues Testament

1. Timotheusbrief 2

1Ich ermahne nun vor allem, Gebete, Bitten, Fürbitten, Danksagungen zu verrichten für alle Menschen, 2für Könige und für alle, die in obrigkeitlichem Ansehen stehen, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit. 3Denn dies ist gut und wohlgefällig vor Gott, unserm Heilande, 4der da will, dass alle Menschen das Heil erlangen und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. 5Denn einer ist Gott, einer auch ist Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus, 6welcher sich selbst als Lösegeld hingegeben hat für alle, ein Zeugnis zu seiner Zeit, 7für welches ich bestimmt bin als Prediger und Apostel (ich rede die Wahrheit ich lüge nicht), als Lehrer der Heiden in Glauben und Wahrheit. 8Ich will nun, dass die Männer aller Orten beten, indem sie reine Hände erheben, ohne Zorn und Streit. 9Gleicherweise auch, dass die Frauen sich schmücken mit ehrbarer Tracht, in Schamhaftigkeit und Sittsamkeit, nicht mit Haargeflechten, oder Gold, oder Perlen, oder kostbarer Kleidung; 10sondern, wie es sich ziemt für Frauen, welche sich zur Frömmigkeit bekennen, durch gute Werke. 11Die Frau lerne in der Stille in aller Untertänigkeit. 12Zu lehren aber gestatte ich der Frau nicht, noch auch sich über den Mann zu erheben, sondern sie soll sich still verhalten. 13Denn Adam wurde zuerst gebildet, darnach Eva; 14und Adam ward nicht verführt, das Weib aber ward verführt und beging so die Übertretung. 15Sie wird das Heil aber erlangen durch Kindergebären, wenn sie im Glauben und in Liebe und Heiligung mit Eingezogenheit verharrt.