Bibel in einem Jahr · Tag 244 von 365

Weish 1–3 · Eph 6

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das Buch der Weisheit 1

1Liebet die Gerechtigkeit, ihr Richter der Erde! Denkt über den Herrn in Rechtschaffenheit und in Einfalt des Herzens suchet ihn. 2Denn er lässt sich von jenen finden, die ihn nicht versuchen, und offenbart sich denen, die Vertrauen auf ihn setzen. 3Denn verkehrte Gesinnung trennt von Gott; aber die Allmacht, wenn sie versucht wird, straft die Toren. 4Denn in eine boshafte Seele geht die Weisheit nicht ein noch nimmt sie Wohnung in einem Leibe, der ein Sklave der Sünde ist. 5Denn der Heilige Geist der Zucht flieht die Arglist und bleibt fern von Gesinnungen, die ohne Einsicht sind, und wird verscheucht, wenn Ungerechtigkeit naht. 6Denn der Geist der Weisheit ist milde und lässt den Lästerer nicht ungestraft ausgehen um der Worte seiner Lippen willen, denn Gott ist Zeuge seiner Nieren und seines Herzens untrüglicher Erforscher und seiner Zunge Hörer. 7Denn der Geist des Herrn erfüllt den Erdkreis, und er, der das All zusammenhält, vernimmt jeden Laut. 8Deshalb kann, wer Böses redet, nicht verborgen bleiben und das Strafgericht wird nicht an ihm vorübergehen. 9Denn über die Gedanken des Gottlosen ergeht Prüfung, die Kunde seiner Reden aber dringt vor Gott, dass seine Missetaten gestraft werden. 10Das Ohr des Eifers hört ja alles und das Getöse des Murrens bleibt nicht verborgen. 11Hütet euch darum vor dem Murren, das keinen Nutzen bringt, und bewahret die Zunge vor Verleumdung, denn auch geheime Rede wird nicht ungestraft hingehen; ein Mund, der lügt, tötet die Seele. 12Strebet nicht so eifrig nach dem Tode durch die Verwirrung eures Lebens und ziehet nicht das Verderben auf euch durch das Tun eurer Hände; 13denn Gott hat den Tod nicht geschaffen und hat nicht Freude am Untergange der Lebenden. 14Er hat ja alles zum Sein geschaffen und heilbar machte er alle Arten des Erdkreises, verderbliches Gift ist nicht in ihnen noch ist die Herrschaft der Unterwelt auf Erden. 15denn die Gerechtigkeit ist immerwährend und unsterblich. 16Die Gottlosen aber rufen ihn mit Händen und Worten herbei; und indem sie ihn für einen Freund halten, schwinden sie dahin und schließen Bündnisse mit ihm, denn sie sind es wert, ihm anheimzufallen.

Das Buch der Weisheit 2

1Sie denken nämlich bei sich verkehrt und sagen: Kurz und verdrießlich ist die Zeit unsers Lebens und es gibt keine Rettung beim Ende des Menschen, auch ist keiner bekannt, der aus dem Totenreiche zurückgekehrt wäre. 2Denn aus nichts wurden wir geboren und werden nachher sein, als wären wir nicht gewesen; ist doch der Atem in unserer Nase ein Dunst und die Rede ein Fünkchen bei der Bewegung unsers Herzens. 3Ist dieses erloschen, so wird unser Leib zu Asche und der Geist verfliegt wie dünne Luft; unser Leben verschwindet wie die Spur einer Wolke und zerfließt wie Nebel, der von den Strahlen der Sonne verscheucht und von ihrer Wärme herabgedrückt worden. 4Auch unser Name wird zeitig vergessen werden und niemand wird unserer Werke gedenken. 5Denn wie das Vorübergehen eines Schattens ist unsere Lebenszeit und unser Ende kennt keine Wiederkehr, denn diese ist fest verschlossen und niemand kehrt zurück. 6Darum kommet und lasset uns die gegenwärtigen Güter genießen, mit Hast das Geschaffene gebrauchen, so lange wir jung sind. 7Köstliche Weine und Salben wollen wir in Fülle gebrauchen und keine Lenzesblüte entgehe uns. 8Mit Rosen wollen wir uns bekränzen, ehe sie verwelken; es gebe keine Flur, die unsere Lust nicht durchstreift. 9Keiner von uns gehe leer aus bei unserm Wohlleben, überall wollen wir Zeichen der Freude hinterlassen; denn dies ist unser Anteil und dies unser Los. 10Lasset uns den armen Gerechten vergewaltigen und nicht der Witwe schonen noch Ehrfurcht haben vor den grauen Haaren hochbetagter Greise. 11Unsere Macht gelte als Gesetz der Gerechtigkeit, den was schwach ist, erweist sich als unnütz. 12Lauern wir also dem Gerechten auf, denn er ist uns unnütz und steht unsern Werken entgegen und die Sünden wider das Gesetz wirft er uns vor und bringt uns in übeln Ruf wegen der Sünden gegen unsere Erziehung. 13Er rühmt sich, die Erkenntnis Gottes zu besitzen und nennt sich Gottes Sohn. 14Er ist zum offenen Ankläger unserer Gedanken geworden. 15Schon sein Anblick ist uns lästig, denn unähnlich anderen ist sein Leben und seine Wege sind abgesondert. 16Wir gelten ihm als Verworfene und er hält sich von unsern Wegen fern wie von Verunreinigung und zieht das Ende der Gerechten vor und rühmt sich, Gott zum Vater zu haben. 17Lasset uns denn sehen, ob seine Reden sich bewahrheiten, und lasset uns versuchen, was über ihn kommen wird, und wir werden erfahren, welches sein Ende sein wird. 18Denn ist er wahrhaft Gottes Sohn, so wird dieser sich seiner annehmen und ihn aus den Händen seiner Widersacher befreien. 19Durch Schmach und Marter wollen wir ihn prüfen, damit wir seine Unterwürfigkeit erkennen und seine Geduld erproben. 20Zum schimpflichsten Tode wollen wir ihn verurteilen, denn Heimsuchung wird ihm zuteil werden nach seinen Worten. 21Solches denken sie und gehen irre, denn ihre Bosheit verblendet sie. 22Sie erkennen die Geheimnisse Gottes nicht, hoffen nicht auf die Belohnung der Gerechtigkeit und erachten, dass heilige Seelen keinen Ehrenpreis finden. 23Denn Gott hat den Menschen unsterblich erschaffen und ihn nach seinem Bilde und seiner Ähnlichkeit gemacht, 24aber durch den Neid des Teufels ist der Tod in die Welt gekommen; 25diesen aber ahmen alle nach, die auf seiner Seite stehen.

Das Buch der Weisheit 3

1Aber die Seelen der Gerechten sind in der Hand Gottes und nicht berührt sie des Todes Pein. 2Den Augen der Unweisen scheinen sie zu sterben und ihr Hingang wird für Leid geachtet 3und ihr Scheiden von uns für Vernichtung gehalten, sie aber sind im Frieden. 4Wenn sie auch vor den Menschen Qual erduldet haben, so ist doch ihre Hoffnung voll der Unsterblichkeit. 5Nachdem sie ein wenig gelitten, wird ihnen viel Gutes zuteil; denn Gott hat sie geprüft und seiner würdig erfunden. 6Wie Gold im Ofen hat er sie erprobt und wie ein Brandopfer hat er sie angenommen, zu seiner Zeit wird er sie heimsuchen. 7Die Gerechten werden glänzen und wie Funken im Geröhre sich ausbreiten. 8Sie werden zu Gericht sitzen über die Völker und über drei Nationen herrschen und der Herr wird ihr König sein in Ewigkeit. 9Die auf ihn vertrauen, werden die Wahrheit erkennen, und die in der Liebe treu sind, werden bei ihm weilen; denn Gnade und Friede erlangen seine Auserwählten. 10Die Gottlosen aber werden ihrer Denkart gemäß Strafe erdulden, weil sie des Gerechten nicht achteten und vom Herrn abfielen. 11Denn wer Weisheit und Zucht verwirft, ist unglückselig; die Hoffnung solcher Menschen ist eitel, ihre Mühen sind ohne Frucht und ihre Werke nutzlos. 12Ihre Frauen sind Törinnen und ihre Kinder bösartig. 13Verflucht ist ihr Geschlecht; denn glücklich ist die Unfruchtbare und Unbefleckte, welche ein Beilager in Sünden nicht gekannt; sie wird ihren Lohn erhalten, wenn den heiligen Seelen vergolten wird; 14und glückselig ist der Verschnittene, der nichts Unrechtes verübt noch Böses wider Gott gedacht hat; denn für seine Treue wird er einen auserlesenen Lohn erhalten und einen freudenreichen Anteil im Tempel Gottes. 15Denn gute Taten bringen herrliche Früchte und die Wurzel der Weisheit stirbt nicht ab. 16Aber die Kinder der Ehebrecher bleiben unreif und der Same aus gesetzwidrigem Beilager wird ausgetilgt. 17Wenn sie auch lange leben sollten, werden sie doch für nichts geachtet und ihr Greisenalter ist zuletzt ohne Ehre. 18Sterben sie aber frühzeitig, so haben sie keine Hoffnung noch am Tage des Gerichtes Trost. 19Denn ein sündiges Geschlecht nimmt ein unglückliches Ende.

Neues Testament

Epheserbrief 6

1Ihr Kinder! gehorchet euren Eltern im Herrn; denn das ist recht. 2Ehre deinen Vater und deine Mutter; dies ist das erste Gebot mit der Verheißung, 3dass es dir wohl gehe und du lange lebest auf Erden. 4Und ihr Väter! erbittert eure Kinder nicht, sondern ziehet sie auf in der Zucht und Zurechtweisung des Herrn. 5Ihr Knechte! gehorchet euren leiblichen Herren mit Furcht und Zittern, in der Einfalt eures Herzens, wie Christus; 6nicht in Augendienerei als solche, die Menschen gefallen wollen, sondern als Diener Christi, den Willen Gottes von Herzen erfüllend, 7mit gutem Willen dienend, als dem Herrn, und nicht Menschen; 8im Bewusstsein, dass ein jeder das Gute, das er tut, vom Herrn zurückempfangen wird, er sei Knecht oder Freier. 9Und ihr Herren! tuet dasselbe gegen sie und lasset ab von Drohungen; euch bewusst, dass ihr wie sie einen Herrn im Himmel habt, und das bei ihm kein Ansehen der Person gilt. 10Im übrigen, Brüder! erstarket im Herrn und in der Kraft seiner Macht. 11Ziehet an die Waffenrüstung Gottes, damit ihr standzuhalten vermöget gegen die Nachstellungen des Teufels; 12denn wir haben nicht den Kampf wider Fleisch und Blut zu führen, sondern wider die Mächte und Gewalten, wider die Weltbeherrscher dieser Finsternis, wider die Geister der Bosheit unter dem Himmel. 13Darum ergreifet die Waffenrüstung Gottes, damit ihr am bösen Tage widerstehen und in allem vollkommen standhalten könnet. 14So stehet denn, eure Lenden umgürtet mit Wahrheit, angetan mit dem Panzer der Gerechtigkeit, 15eure Füße beschuht mit der Bereitschaft des Evangeliums des Friedens; 16zu allem den Schild des Glaubens ergreifend, mit welchem ihr alle feurigen Geschosse des Argen auslöschen könnt, 17und nehmet den Helm des Heiles, und das Schwert des Geistes (welches ist das Wort Gottes) 18unter Gebet und Flehen jeder Art, indem ihr zu aller Zeit im Geiste bittet, und dafür wachsam seid, mit aller Beharrlichkeit und in Fürbitte für alle Heiligen, 19auch für mich, damit mir das Wort gegeben werde, wenn ich meinen Mund auftue, das Geheimnis des Evangeliums mit Zuversicht kund zu tun, 20für welches ich das Botschafteramt übe in Banden, so dass ich in ihm Zuversicht beweisen möge, wie es meine Pflicht ist zu reden. 21Damit aber auch ihr wisset, wie es mit mir steht, wie ich mich befinde, so wird euch Tychikus alles kund tun, der geliebte Bruder und treue Diener im Herrn, 22welchen ich eben zu dem Zwecke zu euch gesandt habe, damit ihr erfahret, wie es mit uns stehe, und er eure Herzen tröste. 23Friede sei den Brüdern, und Liebe mit Glaube von Gott dem Vater, und dem Herrn Jesus Christus! 24Die Gnade sei mit allen, welche unsern Herrn Jesum Christum in Unvergänglichkeit lieben! Amen.