Bibel in einem Jahr · Tag 234 von 365

Spr 23–25 · Gal 5

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das Buch der Sprichwörter 23

1Wenn du dich niedersetzest, mit einem Herrscher zu speisen, so gib sorgsam acht, was vor dir aufgesetzt ist, 2und setze das Messer an deine Kehle, wenn du anders deine Seele in deiner Gewalt hast, 3damit dich nicht nach dessen Speise gelüste, denn es ist trügerische Speise. 4Mühe dich nicht ab, reich zu werden, sondern setze deiner Klugheit Grenzen. 5Erhebe deine Augen nicht zu Reichtümern, die du nicht haben kannst; denn sie machen sich Flügel wie die Adler und fliegen himmelwärts. 6Iss nicht mit einem neidischen Menschen und sei nicht lüstern nach seinen Speisen; 7denn wie ein Zeichendeuter und Wahrsager beurteilt er das, wovon er nichts weiß. Iss und trink! Wird er dir sagen: aber sein Herz ist nicht bei dir. 8Die Speisen, welche du gegessen, musst du wieder von dir geben und deine schönen Reden werden verloren sein. 9Rede nicht zu den Ohren der Unverständigen, denn sie verachten den klugen Sinn deiner Worte. 10Rühre nicht an die Marksteine der Kleinen und brich nicht in den Acker der Waisen ein, 11denn ihr Verwandter ist mächtig, er wird ihre Sache wider dich führen. 12Wende dein Herz zur Zucht und deine Ohren zu den Worten der Erkenntnis. 13Enthalte einem Knaben die Züchtigung nicht vor; denn wenn du ihn mit der Rute schlägst, wird er nicht sterben. 14Schlägst du ihn mit der Rute, so wirst du seine Seele von der Hölle retten. 15Mein Sohn! Wenn dein Sinn weise ist, wird sich mein Herz mit dir freuen 16und mein Inneres wird frohlocken, wenn deine Lippen reden, was recht ist. 17Dein Herz eifere nicht den Sündern nach, sondern allezeit lebe in der Furcht des Herrn; 18denn so wirst du am Ende Hoffnung haben und eine Erwartung wird nicht getäuscht werden. 19Höre, mein Sohn! Und sei weise und lass deine Seele den rechten Weg wandeln. 20Sei nicht bei den Gelagen der Trinker noch bei den Gastmählern derer, die Fleisch zum Schmausen zusammentragen; 21denn die sich dem Trinken ergeben und die Gastereien halten, werden arm, und Schlaftrunkenheit bringt Lumpen als Kleidung. 22Höre auf deinen Vater, der dich gezeugt hat, und verachte deine Mutter nicht, wenn sie alt geworden. 23Erwirb Wahrheit und verkaufe nicht Weisheit und Belehrung und Einsicht. 24In Freuden frohlockt der Vater des Gerechten; wer einen Weisen gezeugt hat, darf sich seiner freuen. 25Es möge sich dein Vater und deine Mutter freuen und frohlocken, die dich gebar! 26Gib mir, mein Sohn! dein Herz und lass deine Augen meine Wege bewahren. 27Eine tiefe Grube ist ja die Buhldirne und ein enger Brunnen das fremde Weib. 28Sie lauert am Wege auf wie ein Räuber und tötet die, welche sie als unbehutsam erkennt. 29Wer hat Weh? Wessen Vater hat Weh? Wer hat Händel? Wer fällt in Fallgruben? Wer hat Wunden um nichts? Wer trübe Augen? 30Nicht die, welche beim Weine sitzen und fleißig die Becher leeren? 31Siehe den Wein nicht an, wenn er so gelblich funkelt, wenn seine Farbe im Glase glänzt; er geht angenehm hinein, 32aber zuletzt beißt er wie eine Schlange und spritzt Gift wie ein Basilisk. 33Deine Augen werden nach fremden Frauen sehen und dein Herz wird Verkehrtes reden. 34Und du wirst sein wie einer, der mitten auf dem Meere schläft, und wie ein Steuermann, der eingeschlafen und dem das Steuerruder entfallen ist, 35und wirst sagen: Sie haben mich geschlagen, aber es hat mir nicht weh getan; sie haben mich umhergeschleift, aber ich habe es nicht empfunden! Wann werde ich aufwachen? Werde ich auch wieder Wein finden?

Das Buch der Sprichwörter 24

1Eifere schlechten Leuten nicht nach und wünsche nicht mit ihnen umzugehen; 2denn ihr Herz sinnt auf Raub und ihre Lippen reden Trug. 3Durch Weisheit wird ein Haus gebaut und durch Klugheit fest gegründet. 4Durch Einsicht füllen sich die Kammern mit jeder kostbaren und schönen Habe. 5Ein weiser Mann ist stark und ein einsichtiger Mann kräftig und vermögend. 6Denn mit kluger Vorbereitung fängt man den Krieg an und wohl wird es da stehen, wo reifliche Überlegung ist. 7Allzuhoch liegt für den Toren die Weisheit, er tut seinen Mund in der Torhalle nicht auf. 8Wer darauf sinnt, Böses zu tun, wird ein Tor genannt werden. 9Was der Tor sinnt, ist Sünde; und der Verleumder ist den Menschen ein Greuel. 10Wenn du am Tage der Bedrängnis mutlos verzweifelst, so mindert sich deine Kraft. 11Rette die, welche man zum Tode führt, und unterlaß nicht, die zu befreien, welche man zum Untergange schleppt! 12Wenn du sagst: Ich vermag es nicht, so weiß es der, welcher die Herzen erforscht, und dem, der dein Leben erhält, entgeht nichts; er vergilt jedem nach dessen Werken. 13Iss Honig, mein Sohn! denn er ist gut, und Honigseim, er ist süß für deinen Gaumen. 14So ist auch die Lehre der Weisheit für deine Seele; erlangst du sie, so wirst du am Ende Hoffnung haben und deine Hoffnung wird nicht zunichte werden. 15Stelle dem Hause des Gerechten nicht nach und strebe nach keinem Unrecht in demselben und störe seine Ruhe nicht; 16denn siebenmal fällt der Gerechte und steht wieder auf, die Gottlosen aber stürzen in das Verderben. 17Wenn dein Feind fällt, so freue dich nicht und über seinen Sturz frohlocke dein Herz nicht, 18dass es der Herr nicht etwa sehe und Missfallen daran habe und seinen Zorn von ihm hinwegwende. 19Hadere nicht mit den Ruchlosen und ereifere dich nicht über die Gottlosen. 20Denn die Bösen haben keine Hoffnung für die Zukunft und die Leuchte der Gottlosen erlischt. 21Fürchte den Herrn, mein Sohn! Und den König und verbinde dich nicht mit den Verleumdern. 22Denn plötzlich bricht ihr Verderben herein und der Untergang, der über beide kommt, wer kennt ihn? 23Auch dieses für Weise: Parteilichkeit im Gericht ist nicht gut. 24Die zum Bösen sagen: Du bist gerecht! Solche werden von den Völkern verflucht und verabscheut von den Stämmen. 25Die ihn strafen, werden gepriesen und auf sie kommt Segen herab. 26Wer gerade Worte erwidert, küsst gleichsam die Lippen. 27Besorge draußen dein Geschäft und bestelle fleißig deinen Acker, nachher magst du auch dein Haus bauen. 28Sei nicht ohne Ursache Zeuge wider deinem Nächsten und betöre niemand mit deinen Lippen. 29Sprich nicht: Wie er mir getan, so will ich ihm wieder tun, ich will jedem nach seinem Tun vergelten. 30An dem Acker eines faulen Menschen bin ich vorübergegangen und an dem Weinberge eines törichten Mannes 31und siehe, er war ganz voll von Nesseln, Dornen bedeckten seine Oberfläche und die Steinmauer war eingestürzt. 32Als ich das sah, nahm ich es zu Herzen und nahm aus dem Beispiele die Warnung: 33Du schläfst ein wenig, sprach ich, du schlummerst ein wenig, du legst die Hände ein wenig zusammen, um zu ruhen, 34so kommt die Armut über dich wie ein Läufer und die Dürftigkeit wie ein gewappneter Mann.

Das Buch der Sprichwörter 25

1Auch dies sind Sprüche Salomons, welche Männer des Ezechias, des Königs von Juda, gesammelt haben. 2Gottes Ehre ist es, eine Sache zu verbergen, und der Könige Ehre, eine Sache zu erforschen. 3Wie die Höhe des Himmels und die Tiefe der Erde, so ist das Herz der Könige unerforschlich. 4Scheide die Schlacken vom Silber, so wird das lauterste Silber hervorgehen. 5Entferne die Gottlosigkeit aus der Gegenwart des Königs, so wird sein Thron durch Gerechtigkeit gefestigt. 6Prunke nicht vor dem Könige und stelle dich nicht an den Platz der Großen. 7Denn besser ist es, man sagt dir: Rücke hinauf! Als dass du vor den Fürsten erniedrigt werdest. 8Was deine Augen gesehen, bringe nicht alsbald im Streit vor; du möchtest es etwa nachher nicht wieder gutmachen können, wenn du deinen Freund entehrt hast. 9Verhandle deine Streitsache mit deinem Freunde und offenbare keinen Fremden Geheimes, 10dass er dich nicht etwa beschimpft, wenn er es hört, und nicht aufhöre, dir Vorwürfe zu machen. Gunst und Freundschaft machen frei; erhalte sie dir, dass du ohne Vorwurf bleibest. 11Wie goldene Äpfel auf silbernen Prachtschalen, so ist, wer ein Wort redet zu rechter Zeit. 12Wie ein goldenes Ohrgehäng und eine glänzende Perle, so ist der, welcher den Weisen und den warnt, der ein gelehriges Ohr schenkt. 13Wie kühlender Schnee an einem Erntetag, so ist ein treuer Bote für den, der ihn gesendet; er beruhigt dessen Seele. 14Wie Wolken und Wind, die keinen Regen bringen, so ist ein prahlerischer Mensch, der sein Versprechen nicht hält. 15Durch Gelassenheit lässt sich der Herrscher besänftigen und eine sanfte Zunge bricht, was hart ist. 16Findest du Honig, so iss, was dir genügt, damit du seiner nicht etwa übersatt werdest und ihn wieder von dir gebest. 17Halte deinen Fuß vom Hause deines Nächsten zurück, dass er deiner nicht satt und dir abgeneigt werde. 18Ein Wurfspieß und ein Schwert und ein spitziger Pfeil, so ist ein Mann, der falsches Zeugnis wider seinen Nächsten redet. 19Wie ein morscher Zahn und ein müder Fuß, so ist die Hoffnung auf einen Treubrüchigen am Tage der Not, 20und wie wenn jemand an einem Wintertage den Mantel verliert. Wie Essig auf Laugensalz ist der, welcher einem betrübten Herzen Lieder singt. Wie die Motte dem Kleide und der Wurm dem Holze, so schadet die Traurigkeit dem Herzen des Mannes. 21Wenn deinen Feind hungert, so speise ihn; wenn ihn dürstet, so gib ihm Wasser zu trinken; 22denn so wirst du glühende Kohlen auf sein Haupt sammeln und der Herr wird es dir vergelten. 23Der Nordwind vertreibt den Regen und ein finsteres Gesicht eine verleumderische Zunge. 24Besser ist es, auf der Zinne eines Daches zu sitzen, als bei einem zänkischen Weibe zu sein und in gemeinsamem Hause. 25Frisches Wasser für eine durstige Seele ist eine gute Botschaft aus fernem Lande. 26Wie eine Quelle, die ein Fuß trübt, und ein verderbter Brunnen, so ist der Gerechte, der vor dem Gottlosen erliegt. 27Wie es nicht gut bekommt, wenn jemand zu viel Honig isst, so wird der, welcher die Majestät erforschen will, von der Herrlichkeit überwältigt. 28Wie eine durchbrochene Stadt ohne Ringmauern, so ist ein Mann, der seinen Geist beim Reden nicht zu mäßigen vermag.

Neues Testament

Galaterbrief 5

1Seid standhaft, und lasset euch nicht wieder unter das Joch der Knechtschaft zwingen! 2Sehet, ich Paulus sage euch: Wenn ihr euch beschneiden lasset, so wird Christus euch nichts nützen. 3Ich bezeuge es noch einmal jedem Menschen, der sich beschneiden lässt: er ist schuldig, das ganze Gesetz zu erfüllen. 4Ihr habt keinen Teil mehr an Christus, wenn ihr durch das Gesetz wollt gerechtfertigt werden; ihr seid der Gnade verlustig gegangen. 5Denn wir erwarten im Geiste aus dem Glauben die Hoffnung der Gerechtigkeit. 6In Christus Jesus vermag ja weder Beschneidung etwas, noch Unbeschnittensein, sondern der Glaube, der durch die Liebe wirksam ist. 7Ihr waret in gutem Laufe, wer hat euch aufgehalten, der Wahrheit nicht zu gehorchen? 8Diese Überredung kommt nicht von dem, der euch beruft. 9Ein wenig Sauerteig zersetzt die ganze Masse. 10Ich habe das Vertrauen zu euch im Herrn, dass ihr nicht anders gesinnt sein werdet; wer euch aber irre macht, wird sein Urteil tragen, wer es auch sein mag. 11Wenn ich aber, Brüder! noch die Beschneidung predigte, warum leide ich dann noch Verfolgung? So ist ja das Ärgernis des Kreuzes abgetan! 12Möchten doch die, welche euch irre machen, auch abgeschnitten werden! 13Denn ihr seid zur Freiheit berufen, Brüder! nur gebrauchet die Freiheit nicht zum Anlasse für das Fleisch, sondern dienet einander durch die Liebe des Geistes. 14Denn das ganze Gesetz wird durch das eine Wort erfüllt: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. 15Wenn ihr aber einander beißet und esset, sehet zu, dass ihr euch nicht gegenseitig aufzehret. 16Ich sage aber: Wandelt im Geiste, so werdet ihr die Gelüste des Fleisches nicht vollbringen. 17Denn das Fleisch begehrt wider den Geist, der Geist aber wider das Fleisch; denn diese widerstreben einander, damit ihr nicht das tuet, was ihr wollt. 18Wenn ihr aber durch den Geist geleitet werdet, so seid ihr nicht mehr unter dem Gesetze. 19Offenkundig sind die Werke des Fleisches, welche sind: Unzucht, Unlauterkeit, Unschamhaftigkeit, Unkeuschheit, 20Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Streitigkeiten, Eifersucht, Zorn, Hader, Zerwürfnisse, Spaltungen, 21Missgunst, Mordtaten, Trunkenheit, Schwelgerei, und diesen ähnliches, wovon ich euch voraussage, wie ich es schon ehedem gesagt habe, dass die, welche solches tun, das Reich Gottes nicht erlangen werden. 22Die Frucht des Geistes aber ist: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Milde, Güte, Langmut, 23Sanftmut, Treue, Bescheidenheit, Enthaltsamkeit, Keuschheit; gegen dergleichen ist das Gesetz nicht. 24Die aber, welche Christus angehören, haben ihr Fleisch gekreuzigt, samt Leidenschaften und Begierlichkeiten. 25Wenn wir im Geiste leben, lasset uns auch im Geiste wandeln. 26Lasset uns nicht lüstern sein nach eitler Ehre, so dass wir einander herausfordern, einander beneiden!