Bibel in einem Jahr · Tag 230 von 365

Spr 11–13 · Gal 2

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das Buch der Sprichwörter 11

1Eine betrügerische Waage ist vor dem Herrn ein Greuel, aber ein rechtes Gewicht sein Wohlgefallen. 2Wo Hochmut ist, da wird auch Schande sein; wo aber Demut ist, da auch Weisheit. 3Die Lauterkeit der Gerechten leitet dieselben, die Hinterlist der Verkehrten aber stürzt diese ins Verderben. 4Nichts nützt Reichtum am Tage des Strafgerichts, aber Gerechtigkeit rettet vor dem Tode. 5Die Gerechtigkeit des Schuldlosen ebnet dessen Weg, aber der Frevler fällt durch seine eigene Bosheit. 6Die Gerechtigkeit des Rechtschaffenen rettet diese, aber die Gottlosen werden in ihren eigenen Anschlägen gefangen. 7Stirbt ein böser Mensch, so ist alle Hoffnung dahin und die Erwartung der ängstlich Besorgten wird zunichte. 8Der Gerechte wird aus der Bedrängnis befreit und der Gottlose wird an seiner Statt preisgegeben. 9Der Heuchler bereitet mit dem Munde seinem Freunde Trug, aber die Gerechten werden durch ihre Weisheit befreit. 10Über das Glück der Gerechten freut sich die Stadt und beim Untergange der Gottlosen ertönt Frohlocken. 11Durch den Segen der Gerechten kommt eine Stadt empor, aber durch den Mund der Gottlosen wird ihr Untergang bereitet. 12Wer seinen Freund verachtet, ist ohne Verstand; aber der Kluge schweigt still. 13Wer trügerisch wandelt, deckt Geheimnisse auf; aber wer ein zuverlässiges Herz hat, verbirgt, was der Freund ihm anvertraut hat. 14Wo kein Herrscher ist, geht das Volk zugrunde; aber wohl steht es, wo viel Beratung statthat. 15Von Unglück wird getroffen, wer für einen Fremden Bürgschaft leistet; wer aber Verbindlichkeiten meidet, lebt sicher. 16Eine holdselige Frau erlangt Ehre und die Mächtigen erhalten Reichtum. 17Der erweist sich selbst Gutes, der barmherzig ist; wer aber grausam ist, stößt auch die Nächsten von sich. 18Was der Böse tut, hat keinen Bestand; wer aber Gerechtigkeit sät, dem wird dauernde Vergeltung zuteil. 19Die Güte führt zum Leben, aber dem Bösen nachjagen, bringt den Tod. 20Ein Greuel für den Herrn ist ein verkehrtes Herz, aber sein Wohlgefallen hat er an denen, deren Wandel lauter ist. 21Hand an Hand! Der Böse bleibt nicht ungestraft, doch das Geschlecht der Gerechten wird gerettet. 22Wie ein Ring von Gold in der Nase eines Schweines ist ein schönes, doch törichtes Weib. 23Das Verlangen der Gerechten ist lauter Gutes, das Hoffen der Gottlosen Zorn. 24Manche teilen das Ihrige aus und werden dabei reicher; andere rauben, was ihnen nicht gehört, und sind doch stets in Not. 25Eine Seele, die segnet, wird reichlich gesättigt werden; und wer reichlich labt, wird auch selbst reichlich gelabt werden. 26Wer Korn verbirgt, wird von dem Volke verflucht werden; aber Segen kommt auf das Haupt derer, die es verkaufen. 27Gut steht auf am Morgen, wer dem Guten nachstrebt; wer aber nach Bösem trachtet, wird von diesem erdrückt werden. 28Wer sich auf seinen Reichtum verlässt, wird fallen; aber wie ein grünendes Laub werden die Gerechten sprossen. 29Wer sein Haus in Verwirrung bringt, wird Wind erben und ein Tor wird des Weisen Knecht. 30Die Frucht des Gerechten ist ein Baum des Lebens, und wer Seelen aufnimmt, ist weise. 31Wenn den Gerechten auf Erden vergolten wird, um wieviel mehr den Gottlosen und Sündern!

Das Buch der Sprichwörter 12

1Wer Zucht liebt, liebt Erkenntnis; wer aber Rüge haßt, ist ein Tor. 2Wer gut ist, wird von dem Herrn Gnade erlangen; wer aber auf seine eigenen Gedanken baut, handelt gottlos. 3Niemand hat durch Frevel Bestand, aber die Wurzel der Gerechten bleibt unerschütterlich. 4Eine fleißige Frau ist die Krone ihres Mannes; aber die, welche Schmachwürdiges tut, ist wie Fäulnis in seinen Gebeinen. 5Die Gedanken der Gerechten gehen auf Recht, aber die Pläne der Bösen auf Betrug. 6Die Reden der Bösen lauern auf Blut, der Mund der Gerechten befreit diese. 7Wende die Gottlosen um, und sie sind nicht mehr; aber das Haus der Gerechten hat Bestand. 8Man kennt den Mann aus seiner Lehre; wer aber eitel und töricht ist, setzt sich der Verachtung aus. 9Besser ist es, arm und genügsam zu sein, als groß zu tun und kein Brot zu haben. 10Der Gerechte kennt auch das Begehren seines Viehes, aber das Herz der Gottlosen ist unbarmherzig. 11Wer sein Land baut, sättigt sich mit Brot; wer aber dem Müßiggange nachhängt, ist ein großer Tor. Wer seine Zeit gern bei Weingelagen verbringt, hinterlässt Schmach in seiner Wohnung. 12Das Verlangen des Gottlosen ist ein Bollwerk für die Bösen, aber die Wurzel der Gerechten gedeiht. 13Wegen der Sünden der Lippen naht der Fall für den Bösen, der Gerechte aber entgeht der Bedrängnis. 14Von der Frucht, die eines jeden Mund gibt, sättigt er sich am Guten und nach dem, was seine Hände vollbringen, wird ihm vergolten. 15Der Weg des Toren ist der rechte in seinen Augen; wer aber weise ist, hört auf Rat. 16Der Tor lässt alsbald seinen Zorn merken; wer sich aber die Unbill nicht anmerken lässt, ist klug. 17Wer sagt, was er weiß, spricht, was recht ist; wer aber lügt, ist ein trügerischer Zeuge. 18Manche versprechen und werden darnach wie mit Schwertstreich des Gewissens durchbohrt, aber die Zunge der Weisen bringt Heilung. 19Wahrhaftige Lippen bestehen auf immer, ein vorschneller Zeuge aber spitzt die Zunge zu Lügen. 20Trug ist im Herzen derer, die auf Böses sinnen; denen aber, die zum Frieden raten, wird Freude zuteil. 21Den Gerechten beugt nichts nieder, was ihm auch widerfährt; die Gottlosen aber werden mit Unglück überhäuft. 22Lügenhafte Lippen sind dem Herrn ein Greuel; die aber Treue üben, gefallen ihm. 23Ein kluger Mann verbirgt seine Einsicht, aber der Toren Herz ruft Narrheit aus. 24Die Hand der Starken wird herrschen; die lässige aber muss zinsbar werden. 25Gram im Herzen des Mannes drückt ihn nieder, aber ein gutes Wort erfreut ihn. 26Wer um seines Freundes willen einen Schaden nicht achtet, ist gerecht, aber der Gottlosen Weg führt sie Irre. 27Ein Betrüger wird seinen Gewinn finden, aber die Habe des Mannes ist Goldes wert. 28Auf dem Pfade der Gerechtigkeit ist Leben, aber der Abweg führt zum Tode.

Das Buch der Sprichwörter 13

1Ein weiser Sohn ist die Lehre seines Vaters, aber ein Spötter hört nicht, wenn er gewarnt wird. 2Von der Frucht seines Mundes sättigt sich der Mensch an Gutem, die Seele der Frevler aber ist ungerecht. 3Wer seinen Mund hütet, bewahrt sein Leben; wer aber unbedachtsam im Reden ist, dem ergeht es übel. 4Der Faule will und will doch nicht, aber die Seele der Arbeitsamen wird reichlich gesättigt. 5Der Gerechte verabscheut lügenhafte Reden, doch der Gottlose macht andere zuschanden und wird selbst zuschanden. 6Die Gerechtigkeit behütet den Weg des Unschuldigen, aber die Gottlosigkeit bringt den Sünder zum Falle. 7Mancher scheint reich und hat doch nichts, ein anderer scheint arm und hat doch großen Reichtum. 8Mancher kauft mit seinem Reichtum sein Leben los; wer aber arm ist, hat keine Drohung zu erleiden. 9Das Licht der Gerechten erfreut, aber die Leuchte der Gottlosen erlischt. 10Unter den Hoffärtigen ist immer Hader; die sich aber raten lassen, werden von der Weisheit geleitet. 11In Eile zusammengeraffter Reichtum nimmt ab, der aber nach und nach mit Fleiß erworbene mehrt sich. 12Hoffnung, die hingehalten wird, macht der Seele Pein, ein Baum des Lebens ist erfüllter Wunsch. 13Wer eine Sache schmäht, bindet sich für die Zukunft; wer aber das Gebot fürchtet, wird im Frieden wandeln. Ränkevolle Seelen irren in Sünden umher, Gerechte aber sind barmherzig und haben Mitleid. 14Die Unterweisung des Weisen ist eine Quelle des Lebens, um dem Verderben des Todes zu entgehen. 15Gute Lehre verschafft Gunst, der Weg der Verächter führt in den Abgrund. 16Ein kluger Mann tut alles mit Überlegung; wer aber ein Tor ist, gibt seine Torheit kund. 17Der Bote des Gottlosen fällt ins Unglück, aber ein treuer Bote bringt Heilung. 18Armut und Schmach treffen den, der sich der Zucht entzieht; wer aber Zurechtweisung annimmt, kommt zu Ehren. 19Wird ein Begehren erfüllt, so freut sich die Seele; Toren verabscheuen jene, welche das Böse fliehen. 20Wer mit Weisen umgeht, wird weise; der Freund der Toren wird ihnen gleich. 21Die Sünder verfolgt Unglück, aber den Gerechten wird mit Gutem vergolten. 22Der Gute hinterlässt als Erben seine Söhne und Enkel, und für den Gerechten wird die Habe des Sünders aufbewahrt. 23Speise in Fülle bringt das neue Ackerland der Väter, aber für andere wird sie ohne Recht gesammelt. 24Wer die Rute spart, haßt seinen Sohn; wer ihn aber lieb hat, hält ihn beständig in der Zucht. 25Der Gerechte isst, bis er satt ist; der Gottlosen Bauch aber kennt kein Genügen.

Neues Testament

Galaterbrief 2

1Hierauf, vierzehn Jahre darnach, ging ich wiederum nach Jerusalem hinauf mit Barnabas, und nahm auch den Titus mit. 2Ich ging aber hin, einer Offenbarung folgend, und legte ihnen das Evangelium vor, das ich unter den Heiden verkünde, insbesondere aber denen, die in Ansehen standen, dass ich nicht etwa vergeblich liefe, oder gelaufen wäre. 3Aber nicht einmal Titus, der bei mir war, wurde, obschon er ein Heide war, gezwungen, sich beschneiden zu lassen. 4Wegen der eingeschlichenen falschen Brüder aber, welche sich eingedrängt hatten, um unserer Freiheit, die wir in Christus Jesus haben, aufzulauern, damit sie uns in Knechtschaft brächten; 5diesen gaben wir auch nicht einen Augenblick durch Unterwerfung nach, damit die Wahrheit des Evangeliums bei euch Bestand habe. 6Diejenigen dagegen, welche in Ansehen standen (wer sie sonst gewesen sind, tut für mich nichts zur Sache; Gott sieht nicht auf das Ansehen der Person), auch diese, welche in Ansehen standen, haben mich nichts Neues gelehrt; 7sondern im Gegenteile, als sie sahen, dass mir das Evangelium bei den Unbeschnittenen anvertraut ist, wie dem Petrus bei den Beschnittenen, 8(denn der mit Petrus wirksam war zum Apostelamte bei den Beschnittenen, war auch mit mir wirksam unter den Heiden) 9und da sie die Gnade erkannten, die mir verliehen ist, gaben Jakobus und Kephas und Johannes, welche als Säulen galten, mir und Barnabas die Hand zur Gemeinschaft, dass wir uns an die Heiden, sie aber sich an die Beschnittenen wendeten; 10nur sollten wir der Armen eingedenk sein, was auch wirklich zu tun ich mich beeifert habe. 11Als aber Kephas nach Antiochia gekommen war, widerstand ich ihm in´s Angesicht, weil er tadelnswert war. 12Denn bevor einige von Jakobus her kamen, aß er mit den Heiden; als sie aber gekommen waren, zog er sich zurück und sonderte sich ab, aus Furcht vor denen, die aus der Beschneidung waren. 13Und seiner Verstellung schlossen sich die übrigen Juden an, so dass sogar Barnabas zu der gleichen Verstellung von ihnen verleitet wurde. 14Da ich aber sah, dass sie nicht recht wandelten, entsprechend der Wahrheit des Evangeliums, sprach ich zu Kephas in Gegenwart aller: Wenn du, obwohl du ein Jude bist, in heidnischer und nicht in jüdischer Weise lebst, wie kannst du die Heiden zwingen jüdische Gebräuche zu beobachten? 15Wir sind von Geburt Juden, und nicht Sünder aus den Heiden her. 16Weil wir aber wissen, dass der Mensch nicht gerechtfertigt wird durch Werke des Gesetzes, sondern durch den Glauben an Jesus Christus, so haben auch wir den Glauben an Christus Jesus angenommen, damit wir gerechtfertigt werden durch den Glauben an Christus, und nicht durch Werke des Gesetzes, weil durch Werke des Gesetzes kein Mensch gerechtfertigt werden wird. 17Wenn wir nun aber, die wir in Christo gerechtfertigt zu werden suchen, selbst auch als Sünder erfunden wurden, ist dann Christus etwa ein Helfer der Sünde? Das sei ferne! 18Denn wenn ich das, was ich niedergerissen habe, wiederum aufbaue, so stelle ich mich als Übertreter dar. 19Durch das Gesetz bin ich ja dem Gesetze abgestorben, damit ich Gott lebe; ich bin mit Christus an das Kreuz geheftet. 20Ich lebe aber, doch nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir. Sofern ich aber jetzt im Fleische lebe, lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich dahingegeben hat. 21Ich verwerfe die Gnade Gottes nicht. Denn wenn durch das Gesetz die Gerechtigkeit kommt, so ist Christus vergeblich gestorben.