Bibel in einem Jahr · Tag 231 von 365

Spr 14–16 · Gal 3

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das Buch der Sprichwörter 14

1Eine weise Frau bringt ihr Haus empor, eine Törin reißt das emporgebrachte mit ihren eigenen Händen wieder ein. 2Wer den rechten Weg wandelt und Gott fürchtet, wird von dem verachtet, der auf schändlichem Pfade geht. 3Im Munde des Toren ist der Hochmut zur Rute, aber die Lippen der Weisen schützen diese. 4Wo keine Rinder sind, ist die Krippe leer; wo aber sehr viel Ertrag ist, da zeigt sich des Stieres Stärke. 5Ein wahrhafter Zeuge lügt nicht, aber ein falscher Zeuge bringt Lügen vor. 6Der Spötter sucht Weisheit und findet sie nicht, für die verständigen ist die Erkenntnis leicht. 7Tritt dem Toren entgegen, so wird er von Lippen der Klugheit nichts wissen. 8Die Weisheit des Klugen ist es, seinen Weg zu kennen, aber die Unklugheit der Toren geht irre. 9Der Tor treibt Spott mit der Sünde, aber Wohlgefallen weilt unter den Gerechten. 10Ein Herz, das die Bitterkeit seiner eigenen Seele kennen gelernt hat, in dessen Freude kann sich kein Fremder mischen. 11Das Haus der Gottlosen wird vertilgt, aber die Wohnungen der Gerechten werden aufblühen. 12Mancher Weg, welcher dem Menschen der rechte scheint, führt doch am Ende zum Tode. 13Das Lachen ist mit Schmerz gemischt und auf die Freude folgt zuletzt Traurigkeit. 14An seinen Wegen wird der Tor satt, über ihm aber steht der Gute. 15Der Einfältige glaubt jedem Worte; der Kluge gibt acht, wohin er schreitet. Ein arglistiger Sohn hat nichts Gutes zu hoffen, aber einem weisen Knechte werden seine Arbeiten gelingen und sein Weg wird recht sein. 16Der Weise fürchtet und meidet das Böse, der Tor setzt sich darüber hinweg und fühlt sich sicher. 17Der Ungeduldige begeht Torheit und ein ränkesüchtiger Mensch ist verhasst. 18Die Einfältigen werden Torheit besitzen, aber die Klugen haben Weisheit zu erwarten. 19Die Bösen müssen sich vor den Guten beugen und die Gottlosen vor den Pforten der Gerechten. 20Auch seinem Nächsten ist der Arme verhasst, aber die Reichen haben viele Freunde. 21Wer seinen Nächsten verachtet, versündigt sich; wer sich aber des Armen erbarmt, ist glückselig. Wer an den Herrn glaubt, liebt die Barmherzigkeit. 22Es gehen irre, die Böses tun; Barmherzigkeit und Wahrheit stiften Gutes. 23Durch jede Arbeit entsteht Überfluss; wo aber viel Geschwätz ist, da ist insgemein Mangel. 24Die Krone der Weisen ist ihr Reichtum, die Albernheit der Toren ist Unverstand. 25Ein wahrhafter Zeuge rettet Leben, aber ein arglistiger bringt Lügen vor. 26In der Furcht des Herrn ist feste Zuversicht und seinen Söhnen wird Hoffnung zuteil. 27Die Furcht des Herrn ist ein Quell des Lebens, um dem Verderben des Todes zu entgehen. 28Auf der Menge des Volkes ruht das Ansehen des Königs und wenig Volk ist des Fürsten Schmach. 29Wer geduldig ist, den leitet viel Klugheit; wer aber ungeduldig ist, richtet seine Torheit auf. 30Das Leben des Leibes ist ein gesundes Herz, Knochenfäulnis ist der Neid. 31Wer einen Armen bedrückt, beschimpft dessen Schöpfer; der aber ehrt ihn, wer sich des Armen erbarmt. 32Der Gottlose wird um seiner Bosheit willen verworfen, aber der Gerechte hat Hoffnung selbst im Tode. 33Im Herzen des Klugen ruht die Weisheit und alle Ungelehrten unterweist er. 34Gerechtigkeit erhebt ein Volk, aber die Sünde macht die Völker elend. 35Ein verständiger Diener ist dem König angenehm, aber ein unnützer wird seinen Zorn fühlen.

Das Buch der Sprichwörter 15

1Eine sanfte Antwort bricht den Zorn, harte Rede erweckt Grimm. 2Die Zunge der Weisen ziert Erkenntnis, der Mund der Toren sprudelt Torheit aus. 3An jedem Orte schauen die Augen des Herrn auf Gute und Böse. 4Eine friedliebende Zunge ist ein Baum des Lebens, aber eine zügellose schlägt den Geist nieder. 5Ein Tor spottet der Zucht seines Vaters; wer aber die Rüge beachtet, wird klüger. In der Fülle der Gerechtigkeit ist sehr große Kraft, aber die Anschläge der Gottlosen werden zunichte. 6Das Haus des Gerechten ist eine starke Feste, aber bei dem Erwerb des Gottlosen herrscht Zerrüttung. 7Die Lippen der Weisen streuen Erkenntnis aus, aber das Herz der Toren ist nicht also. 8Die Opfer der Gottlosen sind dem Herrn ein Greuel, die Gelübde der Gerechten wohlgefällig. 9Ein Greuel ist dem Herrn der Weg des Gottlosen; wer der Gerechtigkeit nachgeht, den liebt er. 10Schlimme Züchtigung trifft den, der den Weg des Lebens verlässt, und wer die Rüge haßt, wird sterben. 11Unterwelt und Verderben liegen vor dem Herrn offen, wie viel mehr die Herzen der Menschenkinder? 12Der Verdorbene liebt den nicht, der ihn zurechtweist, und geht nicht mit den Weisen um. 13Ein fröhliches Herz erheitert das Angesicht, bei Kummer des Herzens ist der Geist niedergeschlagen. 14Das Herz des Weisen sucht Belehrung, aber der Mund der Toren nährt sich von Unverstand. 15Alle Tage des Armen sind schlimm, ein ruhiges Gemüt ist wie ein beständiges Freudenmahl. 16Besser ist weniges mit der Furcht des Herrn als große Schätze, die nicht sättigen. 17Besser ist es, zu Gemüse geladen zu werden, wobei Liebe, als zu einem gemästeten Kalbe, wobei Hass. 18Ein zornmütiger Mann erregt Streit; wer geduldig ist, beschwichtigt den ausgebrochenen. 19Der Weg der Trägen gleicht einem Dornenzaun, der Weg der Gerechten ist ohne Hindernis. 20Ein weiser Sohn erfreut den Vater, aber ein törichter Mensch verachtet seine Mutter. 21Torheit macht dem Toren Freude, aber der verständige Mann geht den geraden Weg. 22Vereitelt werden die Anschläge, wo Überlegung fehlt; wo aber viele Ratgeber sind, haben sie Bestand. 23Jeder freut sich an dem Ausspruche seines Mundes und ein Wort zur rechten Zeit ist sehr gut. 24Der Weg des Lebens geht aufwärts für den Einsichtsvollen, damit er der Hölle entgehe. 25Das Haus der Hoffärtigen zerstört der Herr, aber der Witwe Grenzen sichert er. 26Ein Greuel sind dem Herrn böse Anschläge, aber reine Rede besteht herrlich vor ihm. 27Sein eigenes Haus zerstört, wer der Habsucht folgt; wer aber Geschenke hasst, wird leben. Durch Barmherzigkeit und Treue wird man von Sünden rein; durch die Furcht des Herrn aber hält man sich fern vom Bösen. 28Das Herz des Gerechten sinnt auf Gehorsam, der Mund der Gottlosen fließt über vom Bösen. 29Fern ist der Herr von den Gottlosen, aber die Gebete der Gerechten erhört er. 30Der Lichtglanz der Augen erfreut die Seele, eine gute Nachricht labt die Gebeine. 31Ein Ohr, das auf die Rügen des Lebens hört, wird inmitten der Weisen weilen. 32Wer die Zurechtweisung verwirft, verachtet seine eigene Seele; wer aber der Warnung nachgibt, erwirbt Einsicht. 33Die Furcht des Herrn ist die Zuchtschule der Weisheit und Demut geht der Ehre voraus.

Das Buch der Sprichwörter 16

1Der Mensch mag wohl im Herzen planen, aber des Herrn ist es, die Zunge zu lenken. (vergl. V. 9) 2Alle Wege des Menschen liegen vor seinen Augen offen da, aber der Herr wägt die Geister. 3Offenbare dem Herrn dein Tun, so wird dein Vorhaben gelingen. 4Alles hat der Herr um seinetwillen gemacht, so auch den Gottlosen für den Tag des Unglücks. 5Ein Greuel ist für den Herrn jeder Hochmütige, liegt auch Hand an Hand, er bleibt nicht ungestraft. Der Anfang eines guten Wandels ist Gerechtigkeit üben, sie ist bei Gott angenehmer als Schlachtopfer darbringen. 6Durch Barmherzigkeit und Treue wird Schuld gesühnt und durch die Furcht des Herrn meidet man das Böse. 7Wenn der Wandel eines Menschen dem Herrn wohlgefällt, so wird er auch seine Feinde zum Frieden mit ihm bringen. 8Besser ist weniges mit Recht als viel Einkünfte mit Unrecht. 9Des Menschen Herz denkt sich seinen Weg aus, aber der Herr lenkt seine Schritte. (vergl. Vers 1) 10Weisheitsspruch ist auf den Lippen des Königs, sein Mund wird im Gerichte nicht irren. 11Gewicht und Waage unterliegen dem Gerichte des Herrn, und alle Gewichtsteine im Beutel sind sein Werk. 12Ein Greuel sind dem Könige alle, die gottlos handeln. Denn durch Gerechtigkeit hat der Thron Festigkeit. 13Der Könige Wohlgefallen sind gerechte Lippen; wer redet, was recht ist, wird geliebt. 14Der Zorn des Königs gleicht den Todesboten, doch ein weiser Mann besänftigt ihn. 15Im freundlichen Blicke des Königs ist Leben und sein Wohlwollen gleicht dem Spätregen. 16Erwirb dir Weisheit, denn sie ist besser als Gold; und verschaffe dir Klugheit, denn sie ist kostbarer als Silber. 17Der Weg der Gerechten meidet das Böse; wer seine Seele hütet, hat acht auf seinen Wandel. 18Stolz geht dem Sturze vorher und Hochmut dem Falle. 19Besser ist es, mit den Sanftmütigen gedemütigt zu werden als mit den Stolzen Beute zu teilen. 20Wer geschickt ist in einer Sache, wird Glück finden; und wer auf den Herrn hofft, ist glückselig. 21Wer ein weises Herz hat, wird ein Verständiger genannt, und wer annehmlich reden kann, gewinnt noch mehr. 22Ein Quell des Lebens ist die Klugheit für den, der sie besitzt; des Toren Lehre ist Torheit. 23Das Herz des Weisen macht seinen Mund einsichtig und mehrt die Anmut seiner Lippen. 24Honigseim sind wohlgeordnete Worte, süß für die Seele, Heilung dem Gebeine. 25Mancher Weg dünkt dem Menschen der rechte, aber das Ende davon führt zum Tode. 26Das Verlangen des Arbeiters lässt es ihm sauer werden, denn sein Mund drängt ihn. 27Ein böser Mensch gräbt Unheil und auf seinen Lippen brennt Feuer. 28Ein falscher Mensch richtet Hader an und ein Ohrenbläser entzweit Fürsten. 29Ein ungerechter Mensch lockt seinen Nächsten und führt ihn auf einen Weg, der nicht gut ist. 30Wer starren Auges denkt, beißt seine Lippen zusammen und führt das Böse aus. 31Eine Krone der Ehre ist das Greisenalter, die auf dem Wege der Gerechtigkeit erlangt wird. 32Besser ist ein Langmütiger als ein Starker, und wer sein Herz beherrscht besser als ein Städte-Eroberer. 33Die Lose werden in den Schoß geworfen, aber der Herr lenkt sie.

Neues Testament

Galaterbrief 3

1O ihr unverständigen Galater! Wer hat euch bezaubert, der Wahrheit nicht zu gehorchen? Euch, denen Jesus Christus vor Augen gestellt worden, als wäre er unter euch gekreuzigt? 2Dieses nur will ich von euch erfahren: Habt ihr den Geist durch Werke des Gesetzes empfangen, oder durch Annahme des Glaubens? 3So töricht seid ihr, dass, nachdem ihr im Geiste angefangen, ihr im Fleische zur Vollendung geführt werden wollt? 4So Großes habt ihr ohne Grund gelitten? wenn jedoch ohne Grund! 5Nun also, der euch den Geist verleiht und Wunder unter euch wirkt, tut er es durch Gesetzeswerke, oder durch die Annahme der Glaubenspredigt? 6Wie geschrieben steht: Abraham glaubte Gott, und es ward ihm zur Gerechtigkeit angerechnet. 7Erkennet also: die, welche aus dem Glauben sind, diese sind Kinder Abrahams. 8Da aber die Schrift voraussah, dass Gott die Heiden durch den Glauben rechtfertigt, verkündete sie dem Abraham voraus: In dir sollen alle Völker gesegnet werden. 9Somit werden die, welche aus dem Glauben sind, mit dem gläubigen Abraham gesegnet werden. 10Denn alle, die sich auf die Werke des Gesetzes stützen, sind unter dem Fluche; denn es steht geschrieben: Verflucht ein jeder, der nicht verharret in allem, was in dem Buche des Gesetzes geschrieben ist, dass er es tue. 11Dass aber durch das Gesetz niemand bei Gott gerechtfertigt wird, ist offenbar; denn der Gerechte lebt aus dem Glauben. 12Das Gesetz aber ist nicht aus dem Glauben, sondern „wer es tut, wird darin leben“. 13Christus hat uns losgekauft vom Fluche des Gesetzes, da er für uns zum Fluche geworden; denn es steht geschrieben: Verflucht ist jeder, der am Holze hängt; 14damit über die Heiden der Segen Abrahams käme durch Christus Jesus, so dass wir die Verheißung des Geistes empfangen durch den Glauben. 15Brüder! (ich rede nach Menschenweise) eines Menschen rechtskräftiges Testament hält doch niemand für nicht verpflichtend und fügt etwas hinzu. 16Nun sind die Verheißungen dem Abraham zugesagt worden und seinem Samen. Es heißt nicht: „Und den Samen“, wie in Bezug auf viele, sondern von einem: „Und deinem Samen“, das ist Christus. 17Da sage ich nun also: Das von Gott bekräftigte Testament wird durch das Gesetz, welches vierhundert und dreißig Jahre darnach gegeben ward, nicht aufgehoben, so dass die Verheißung vereitelt werden sollte. 18Denn wenn die Erbschaft kraft des Gesetzes käme, so käme sie nicht kraft der Verheißung; dem Abraham aber hat Gott durch die Verheißung sich gnädig erwiesen. 19Wozu nun das Gesetz? Der Übertretungen wegen ist es aufgestellt worden, bis der Same käme, dem die Verheißung galt, verordnet durch Engel, aufgestellt durch einen Mittler. 20Ein Mittler aber ist nicht eines einzigen, Gott hingegen ist ein einziger. 21Ist also das Gesetz wider die Verheißungen Gottes? Das sei ferne! Denn wenn das Gesetz gegeben wäre, so dass es lebendig machen könnte, so käme wirklich die Gerechtigkeit aus dem Gesetze. 22Aber die Schrift hat alles unter die Sünde einbeschlossen, damit die Verheißung durch den Glauben an Jesus Christus denen zu Teil würde, die glauben. 23Bevor aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetze in Gewahrsam gehalten, verschlossen auf jenen Glauben hin, der geoffenbart werden sollte. 24Somit ist das Gesetz unser Zuchtmeister auf Christus hin gewesen, damit wir durch den Glauben gerechtfertigt würden. 25Nachdem aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. 26Denn ihr alle seid Kinder Gottes durch den Glauben, der in Christus Jesus ist. 27Denn ihr alle, die ihr in Christus getauft seid, habt Christus angezogen. 28Da ist nicht Jude noch Grieche, da ist nicht Sklave noch Freier, da ist nicht Mann noch Weib; denn ihr alle seid eines in Christus Jesus. 29Wenn ihr aber Christi seid, so seid ihr Abrahams Same, Erben gemäß der Verheißung.