Bibel in einem Jahr · Tag 223 von 365

Ps 140–142 · 2 Kor 10

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Die Psalmen 140

1Ein Psalm Davids. Zu dir rufe ich, o Herr! erhöre mich; merke auf meine Stimme, wenn ich zu dir rufe. 2Mein Gebet steige wie Rauchopfer zu dir empor, meiner Hände Erhebung sei wie ein Abendopfer. 3Setze, Herr! meinem Munde eine Wache und feste Tore an meine Lippen ringsum. 4Lass mein Herz sich nicht boshaften Dingen zuneigen, meiner Sünden Entschuldigung zu suchen, wie die Menschen tun, welche Frevel üben; ich will nicht Anteil haben an dem, was sie sich erwählt haben. 5Der Gerechte möge mich züchtigen in Güte und mich rügen, aber des Sünders Öl soll mein Haupt nicht salben, denn noch richtet sich mein Gebet wider das, woran sie ihre Lust haben. 6Hinabgestürzt wurden von Felsen ihre Richter und zerschmettert, sie werden meine Worte hören, wie gewaltig sie sind. 7Wie die Erdschollen aufgerissen über den Acker hingeworfen werden, sind unsere Gebeine hingestreut am Rande der Unterwelt. 8Doch auf dich, Herr, Herr! blicken ja meine Augen; auf dich hoffe ich, raffe mich nicht dahin! 9Bewahre mich vor der Schlinge, die sie mir legen, und vor den Fallstricken der Übeltäter! 10Die Sünder mögen in ihr Netz fallen, ich aber bleibe allein, bis ich daran vorübergegangen.

Die Psalmen 141

1Unterweisung Davids, da er in der Höhle war, ein Gebet. 2Mit meiner Stimme rufe ich zu dem Herrn, mit meiner Stimme flehe ich zu dem Herrn. 3Ich schütte vor seinem Angesichte meine Klage aus und tue ihm meine Drangsal kund. 4Wenn mein Geist in mir verzagt, kennst du meine Wege. Auf dem Wege, auf dem ich wandle, haben sie mir eine verborgene Schlinge gelegt. 5Schaue ich zur Rechten und blicke aus, so ist niemand, der mich erkennt. Versperrt ist mir die Flucht und niemand nimmt sich meiner Seele an! 6Zu dir rufe ich, Herr! und spreche: Du bist meine Hoffnung, mein Teil im Lande der Lebendigen! 7Achte auf mein Flehen, denn ich bin tief gebeugt: errette mich von meinen Verfolgern, denn sie sind mir übermächtig geworden. 8Führe aus dem Kerker meine Seele, damit ich deinen Namen preise; die Gerechten harren meiner, bis du mir vergiltst.

Die Psalmen 142

1Psalm Davids, als ihn sein Sohn Absalom verfolgte. Herr, erhöre mein Gebet, vernimm mein Flehen nach deiner Treue, erhöre mich nach deiner Gerechtigkeit 2und gehe nicht ins Gericht mit deinem Diener, denn vor deinem Angesichte wird kein Lebender gerecht erfunden! 3Denn der Feind verfolgt meine Seele, tritt mein Leben zur Erde, stößt mich in die Finsternis hinab, gleich den längst Verstorbenen. 4Und mein Geist ist in mir geängstigt, mein Herz in mir erschrocken. 5Ich gedenke der alten Zeiten, ich sinne all deinem Tun nach, betrachte, was deine Hände vollbracht. 6Ich breite meine Hände aus zu dir; wie wasserloses Land dürstet meine Seele nach dir. 7Eilends erhöre mich, Herr! mein Geist schwindet dahin; o wende dein Angesicht nicht von mir, dass ich nicht denen gleich werde, die in die Grube fahren. 8Lass mich früh deine Erbarmung hören, denn auf dich hoffe ich. Tue mir den Weg kund, auf dem ich wandeln soll, denn zu dir erhebe ich meine Seele. 9Errette mich von meinen Feinden, o Herr! zu dir nehme ich meine Zuflucht. 10Nach deinem Willen lehre mich tun, denn du bist mein Gott; dein gütiger Geist führe mich auf rechter Bahn! 11Um deines Namens willen belebe mich wieder, nach deiner Gerechtigkeit rette aus der Drangsal meine Seele, 12und nach deiner Barmherzigkeit zerstreue meine Feinde und vernichte alle, die meine Seele bedrängen, denn ich bin dein Diener!

Neues Testament

2. Korintherbrief 10

1Ich selbst aber, Paulus, bitte euch bei der Sanftmut und Milde Christi, der ich in´s Angesicht zwar gering bin unter euch, abwesend aber Mut habe gegen euch. 2Ich bitte euch nun, dass ich nicht anwesend Mut haben müsse mit jener Zuversicht, mit der ich, wie man meint, Mut habe gegen gewisse, die dafürhalten, dass wir nach dem Fleische wandeln. 3Denn ob wir auch im Fleische wandeln, so kämpfen wir nicht nach dem Fleische. 4Denn die Waffen unseres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig durch Gott zur Zerstörung von Festen, indem wir die Ratschläge zerstören 5und jede Hoheit, welche sich erhebt wider die Erkenntnis Gottes, jeden Verstand zum Gehorsame Christi gefangen nehmen, 6und bereit sind, allen Ungehorsam zu züchtigen, sobald euer Gehorsam vollendet sein wird. 7Sehet, was vor Augen liegt! Wenn jemand sich zutraut, Christi zu sein, so bedenke er dies wiederum bei sich, dass, wie er Christi ist, so auch wir. 8Denn wenn ich mich auch etwas mehr unserer Gewalt rühmen werde, die uns der Herr zur Auferbauung, und nicht zu eurer Zerstörung gegeben hat, so werde ich nicht zu Schanden werden. 9Damit ihr aber nicht glaubet, ich wollte euch schrecken durch Briefe, - 10denn die Briefe, sagen sie, sind streng und heftig, seine leibliche Gegenwart aber ist schwach, und seine Rede verächtlich - 11so bedenke ein solcher, dass, wie wir abwesend in Worten durch Briefe sind, wir so auch anwesend in der Tat sein werden. 12Denn wir wagen es nicht, uns gewissen Leuten beizugesellen, die sich selbst empfehlen, oder uns mit ihnen zu vergleichen; sondern wir messen uns nach dem, was wir in uns sind, und wir vergleichen uns mit uns selbst. 13Wir werden uns nicht in´s Unbemessene rühmen, sondern nach dem Maße der Richtschnur, welche uns Gott zugeteilt hat, als Maß, um bis zu euch hinzureichen. 14Denn nicht, als wenn wir nicht bis zu euch reichen, dehnen wir uns über Gebühr aus; sondern wir sind bis zu euch hingelangt mit dem Evangelium Christi. 15Nicht in´s Unbemessene rühmen wir uns fremder Arbeiten; wir haben vielmehr die Hoffnung, wenn euer Glaube wächst, durch euch unserer Aufgabe gemäß reichlich zu wachsen. 16So dass wir auch in jenen Gegenden, welche über euch hinausliegen, das Evangelium verkünden, nicht innerhalb einer fremden Aufgabe uns dessen rühmen müssen, was schon zu Stande gebracht ist. 17Wer sich aber rühmt, der rühme sich im Herrn; 18denn nicht, wer sich selbst empfiehlt, ist bewährt, sondern der, welchen Gott empfiehlt.