Bibel in einem Jahr · Tag 222 von 365

Ps 137–139 · 2 Kor 9

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Die Psalmen 137

1Von David. Ich will dich preisen, Herr! von ganzem Herzen, denn du hast die Worte meines Mundes erhört; angesichts der Engel will ich dir lobsingen, 2will anbeten gegen deinen heiligen Tempel hin und deinen Namen preisen um deiner Güte und deiner Treue willen, denn du hast deinen heiligen Namen überaus groß gemacht. 3An welchem Tage immer ich dich anrufe, erhöre mich; du wollest die Kraft in meiner Seele mehren! 4Es sollen dich preisen, Herr! alle Könige der Erde, weil sie alle Worte deines Mundes vernommen, 5und sollen singen von den Wegen des Herrn, denn groß ist die Herrlichkeit des Herrn. 6Denn erhaben ist der Herr und schaut auf das Niedrige und erkennt das Hohe von ferne. 7Wenn ich mitten von Drangsal wandeln muss, wirst du mich am Leben erhalten; und wider den Zorn meiner Feinde wirst du deine Hand ausstrecken, und deine Rechte wird mir helfen. 8Der Herr wird für mich vergelten. Herr! deine Barmherzigkeit währt ewig; verschmähe die Werke deiner Hände nicht!

Die Psalmen 138

1Zum Ende, ein Psalm Davids. Herr, du erforschest mich und erkennst mich, 2du kennst mein Sitzen und mein Aufstehen. 3Du verstehst meine Gedanken von ferne, du durchforschest meinen Pfad und meinen Anteil 4und alle meine Wege siehst du voraus; denn es ist kein Wort auf meiner Zunge. 5Siehe, Herr! du weißt alles, das neue und das Alte; du hast mich gebildet und deine Hand auf mich gelegt. 6Allzu wunderbar ist dein Wissen für mich; zu hoch ist es, ich vermag nicht es zu erreichen! 7Wohin soll ich gehen vor deinem Geiste? Und wohin fliehen vor deinem Angesichte? 8Stiege ich zum Himmel empor, so bist du da; fliege ich in die Unterwelt hinab, so bist du da! 9Erhöbe ich bei der Morgenröte meine Flügel und ließe mich nieder am äußersten Ende des Meeres, 10so wird auch dort deine Hand mich leiten und deine Rechte mich lenken. 11Und spräche ich: Vielleicht kann Finsternis mich decken, so wird die Nacht mir Licht bei meiner Freude. 12Denn vor dir ist die Finsternis nicht dunkel und die Nacht hell wie der Tag; wie ihre Finsternis, so ist sein Licht! 13Denn du hast meine Nieren in deiner Gewalt; du nahmst mich meiner von meiner Mutterleibe her an. 14Ich preise dich, dass du so ehrfurchtgebietend bist; deine Werke sind wunderbar und meine Seele erkennt dies wohl. 15Mein Gebein war nicht verborgen vor dir, das du im Verborgenen gebildet hast, noch mein Wesen in der Erde tiefem Schoße. 16Da ich noch unvollendet war, sahen mich deine Augen und in dein Buch sind alle verzeichnet; ihre Tage sind bestimmt, ehe noch jemand in denselben da ist. 17Aber bei mir sind deine Freunde, o Gott! hoch geehrt, ihr Vorrang ist überaus mächtig geworden. 18Wollte ich sie zählen, so sind ihrer mehr als der Sand; stehe ich auf, so bin ich noch bei dir! 19O dass du die Sünder töten wolltest, o Gott! ihr Männer des Blutes, weichet von mir! 20Denn ihr sagt bei euch: Deine Städte werden sie vergeblich gewinnen! 21Sollte ich die nicht hassen, Herr! die dich hassen, und über deine Feinde mich nicht härmen? 22Mit vollstem Hasse hasse ich sie und als Feinde Gottes gelten sie mir. 23Prüfe mich, o Gott! und erkenne mein Herz, erforsche mich und erkenne meine Pfade 24und siehe, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege!

Die Psalmen 139

1Zum Ende, Psalm Davids. 2Rette mich, o Herr, von bösen Menschen, von gottlosen Leuten rette mich, 3die da in ihrem Herzen Böses sinnen und beständig Streit anstiften. 4Sie spitzen ihre Zungen wie die Schlangen, Natterngift ist unter ihren Lippen. 5Beschütze mich, Herr! vor der Hand der Sünder und von gottlosen Menschen errette mich, die darauf sinnen, meine Füße zum Falle zu bringen. 6Stolze legten mir verborgene Schlingen, bereiteten Stricke aus zum Netze, stellten mir eine Falle hart am Wege. 7Ich sprach zu dem Herrn: Du bist mein Gott, erhöre, Herr! die Stimme meines Flehens. 8O Herr, Herr! du Stärke meines Heiles, du beschirmst mein Haupt am Tage des Kampfes. 9Gib mich nicht den Sündern preis, o Herr! wider meinen Willen; sie machen Anschläge wider mich, verlass mich nicht, damit sie sich nicht etwa überheben. 10Das Haupt derer, die mich umlagern, das Unheil ihrer Lippen wird auf sie selber fallen. 11Glühende Kohlen werden auf sie niederfallen, ins Feuer wirst du sie stürzen; ihr Elend werden sie nicht aushalten. 12Der Mann der verleumderischen Zunge wird nicht bestehen auf Erden, den Ungerechten wird Unglück treffen bis zum Untergange. 13Ich weiß, dass der Herr dem Dürstigen Recht schaffen wird und Rache den Armen. 14Doch die Gerechten werden deinen Namen preisen und die Aufrichtigen werden vor deinem Angesichte wohnen.

Neues Testament

2. Korintherbrief 9

1Denn von der Hilfeleistung, welche für die Heiligen geschieht, ist es überflüssig für mich, euch zu schreiben. 2Kenne ich doch euer williges Gemüt, wegen dessen ich mich eurer bei den Mazedoniern rühme, dass auch Achaja von dem vergangenen Jahre her bereit ist, und euer Eifer hat so viele von ihnen zur Nachahmung angeeifert. 3Ich habe aber doch die Brüder gesandt, damit unser Rühmen über euch nicht in diesem Stücke zunichte werde, und ihr (wie ich gesagt habe) bereit seiet, 4dass nicht, wenn die Mazedonier mit mir kommen und euch unvorbereitet finden sollten, wir (um nicht zu sagen ihr) beschämt würden in dieser Sache. 5Ich habe es daher für nötig erachtet, die Brüder zu bitten, dass sie zu euch vorausreisen und den verheißenen Segen vorbereiten, damit derselbe bereit liege, und zwar wie Segen, und nicht wie Geiz. 6Dies aber sage ich: Wer spärlich säet, der wird auch spärlich ernten; und wer in Segnungen säet, wird auch in Segnungen ernten. 7Jeder gebe, wie er es sich in seinem Herzen vorgenommen hat, nicht mit Traurigkeit oder aus Zwang; denn einen freudigen Geber liebt Gott. 8Gott aber hat die Macht, euch jegliche Gabe im Überflusse zu geben; damit ihr in allem immer volle Genüge habet und überreich seiet zu jedem guten Werke, 9wie geschrieben steht: Er hat ausgestreut, den Armen gegeben; seine Gerechtigkeit währet von Ewigkeit zu Ewigkeit. 10Und der, welcher dem Sämanne Samen darreicht, wird auch Brot zur Speise gewähren, und euren Samen vervielfältigen, und die Früchte eurer Gerechtigkeit mehren, 11das ihr in allem reich werdet und Überfluss habet zu aller Einfalt, welche durch uns Danksagung gegen Gott bewirkt. 12Denn die Leistung dieser Liebesspende ersetzt nicht nur das, was den Heiligen mangelt, sondern bringt auch reiche Frucht durch viele Danksagungen im Herrn, 13indem sie wegen dieses erprobten Liebesdienstes Gott preisen für den Gehorsam eures Bekenntnisses gegen das Evangelium Christi, und für die Wohlgeneigtheit im Mitteilen, an sie und an alle, 14und in ihrem Gebete für euch, da sie sich herzlich nach euch sehnen wegen der überschwenglichen Gnade Gottes gegen euch. 15Gott sei Dank für seine unaussprechliche Gabe!