Bibel in einem Jahr · Tag 224 von 365

Ps 143–145 · 2 Kor 11

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Die Psalmen 143

1Psalm Davids wider Goliath. Gepriesen sei der Herr, mein Gott, der meine Hände zum Kampfe unterwies und meine Finger zum Streite. 2Er ist mein Erbarmer und meine Zuflucht, mein Helfer und mein Befreier, mein Schützer, auf ihn vertraue ich; er ist´s, der mir mein Volk unterwirft. 3Herr! was ist der Mensch, dass du dich ihm zu erkennen gibst, oder der Menschensohn, dass du seiner achtest? 4Der Mensch ist gleich der Nichtigkeit, seine Tage gehen vorüber wie ein Schatten. 5Neige, Herr! deine Himmel und steige hernieder; rühre die Berge an, dass sie rauchen. 6Lass Blitze leuchten und zerstreue sie, entsende deine Pfeile und verwirre sie! 7Strecke deine Hand aus der Höhe, entreiße mich und errette mich aus mächtigen Wassern, aus der Hand der Söhne der Fremde! 8Ihr Mund redet Trug, ihre Rechte ist eine Rechte des Unrechtes. 9O Gott! ein neues Lied will ich dir singen, auf zehnsaitiger Harfe dir lobsingen. 10Der du den Königen Heil gewährst, der du David, deinen Diener, dem Schwerte des Unheils entrissen hast; 11entreiße mich und errette mich aus der Hand der Söhne der Fremde, deren Mund Trug redet und deren Rechte eine Rechte des Unrechtes ist. 12Ihre Söhne sind wie junge Pflanzen in ihrer Jugendfülle, ihre Töchter geputzt, ringsum in Schmuck gehüllt, gleich einem Tempel. 13Ihre Speicher sind gefüllt, von einem strömt Überfluss in den anderen, ihre Schafe sind fruchtbar und zahllos auf ihren Triften, 14ihre Rinder sind fett, kein Einsturz, kein Mauerriss noch Klagegeschrei ist auf ihren Gassen. 15Glückselig preist man ein Volk, dem solches zuteil wird, doch glückselig nur das Volk, dessen Gott der Herr ist!

Die Psalmen 144

1Ein Lobgesang Davids. Ich will dich erheben, Gott, mein König! und deinen Namen immerdar und ewig preisen. 2Ich will dich preisen jeden Tag und deinen Namen immerdar und ewig loben. 3Der Herr ist groß und sehr preiswürdig und seiner Größe ist kein Ende. 4Ein Geschlecht rühme dem anderen deine Werke und verkünde deine Macht. 5Sie sollen die hehre Herrlichkeit deiner Heiligkeit verkünden und deine Wundertaten erzählen, 6die Gewalt deiner Schreckenstaten preisen und deine Größe verkünden. 7Das Gedächtnis deiner übergroßen Lieblichkeit sollen sie reichlich kund tun und ob deiner Gerechtigkeit jubeln. 8Gnädig und barmherzig ist der Herr, langmütig und von reicher Erbarmung. 9Liebreich ist der Herr gegen alle und seine Erbarmungen erstrecken sich über alle seine Werke. 10O Herr! alle deine Werke sollen dich preisen und deine Heiligen dich rühmen. 11Die Herrlichkeit deines Königtums sollen sie verkünden und von deiner Macht erzählen, 12um den Menschenkindern deine Macht kundzutun und die Pracht und Herrlichkeit deines Königtums. 13Dein Königtum ist ein Königtum auf ewige Zeiten und deine Herrschaft von Geschlecht zu Geschlecht. Der Herr ist getreu in allen seinen Worten und heilig in allen seinen Werken. 14Der Herr stützt alle, die sinken, und richtet alle Gebeugten auf. 15Aller Augen harren auf dich, Herr! und du gibst ihnen Speise zu rechter Zeit. 16Du öffnest deine Hand und sättigst alles, was lebt, mit Segen. 17Gerecht ist der Herr auf allen seinen Wegen und heilig in seinen Werken. 18Nahe ist der Herr allen, die ihn anrufen, allen, die ihn anrufen in Aufrichtigkeit. 19Er tut den Willen derer, die ihn fürchten, und erhört ihr Flehen und rettet sie. 20Der Herr behütet alle, die ihn lieben, jedoch alle Sünder wird er vertilgen. 21Es soll mein Mund des Herrn Lob verkünden und alles Fleisch soll seinen heiligen Namen preisen, immerdar und ewig!

Die Psalmen 145

1Alleluja! von Aggäus und Zacharias! 2Lobe, meine Seele, den Herrn! Ich will den Herrn loben, so lange ich lebe; meinen Gott lobsingen, so lange ich lebe. Vertraut nicht auf Fürsten, 3auf Menschenkinder, die nicht helfen können! 4Wenn sein Odem ausgeht, kehrt er zurück zu seiner Erde; an jenem Tage vergehen alle ihre Gedanken. 5Glückselig, wessen Helfer der Gott Jakobs ist, der seine Hoffnung auf den Herrn, seinen Gott, setzt, 6der Himmel und Erde erschaffen hat, das Meer und alles, was darin ist; 7der ewig Treue wahrt, Recht schafft denen, die Unrecht leiden, und den Hungrigen Speise gibt. Der Herr erlöst die Gefangenen, 8der Herr erleuchtet die Blinden, der Herr richtet die Gebeugten auf, der Herr liebt die Gerechten. 9Der Herr beschützt die Fremdlinge, der Waise und der Witwe nimmt er sich an und vernichtet die Wege der Sünder. 10Der Herr ist König in Ewigkeit, dein Gott, o Sion! von Geschlecht zu Geschlecht.

Neues Testament

2. Korintherbrief 11

1Möchtet ihr ein wenig Torheit von mir ertragen! Ja, ertraget mich! 2Denn ich eifere um euch mit Gottes Eifersucht; denn ich habe euch verlobt einem Manne, als keusche Jungfrau euch Christus darzustellen. 3Ich fürchte aber, dass, gleichwie die Schlange mit ihrer Arglist Eva verführt hat, so auch euer Sinn verderbt und der Einfalt entfremdet werden möchte, die in Christus ist. 4Denn wenn der, welcher kommt, einen anderen Christus predigt, den wir nicht gepredigt, oder ihr einen andern Geist empfanget, den ihr nicht empfangen habt, oder ein anderes Evangelium, das ihr nicht überkommen habt, so würdet ihr es mit Recht ertragen. 5Denn ich glaube, dass ich nicht weniger getan habe, als die großen Apostel. 6Denn wenn ich auch unerfahren in der Rede bin, so doch nicht in der Erkenntnis, sondern in allem sind wir euch offenbar geworden. 7Oder habe ich etwa eine Sünde begangen, dass ich mich erniedrigte, damit ihr erhöht würdet? Dass ich euch unentgeltlich das Evangelium Gottes verkündet habe? 8Andere Kirchen habe ich beraubt, indem ich Unterstützung annahm, um euch zu dienen. 9Und als ich bei euch war und Mangel litt, bin ich keinem lästig gewesen; denn was mir mangelte, dem halfen die Brüder ab, welche aus Mazedonien kamen; und in allem habe ich mich gehütet, euch beschwerlich zu sein, und werde es auch ferner tun. 10So gewiss die Wahrheit Christi in mir ist, wird dies mein Rühmen mir in den Gegenden Achajas nicht geschmälert werden. 11Warum? weil ich euch nicht liebe? Gott weiß es! 12Was ich aber tue, werde ich auch ferner tun, um denen die Gelegenheit abzuschneiden, welche eine Gelegenheit suchen, in dem, worin sie sich rühmen, so erfunden zu werden, wie wir. 13Denn solche Leute sind falsche Apostel, betrügerische Arbeiter, welche die Gestalt der Apostel Christi annehmen. 14Und kein Wunder! Denn der Satan selbst nimmt die Gestalt eines Engels des Lichtes an! 15Darum ist es nichts Sonderliches, wenn seine Diener die Gestalt der Gerechtigkeit annehmen; doch ihr Ende wird nach ihren Werken sein. 16Abermals sage ich: Niemand halte mich für töricht! Wenn aber, so nehmet mich wie einen Törichten auf, damit auch ich mich ein wenig rühme. 17Was ich rede, sage ich nicht nach Gott, sondern wie in Torheit in diesem Gegenstande des Rühmens. 18Da viele sich rühmen nach dem Fleische, so werde auch ich mich rühmen. 19Gerne ertragt ihr ja die Toren, da ihr selbst weise seid. 20Denn ihr ertragt es, wenn jemand euch knechtet, wenn jemand euch aussaugt, wenn jemand euch das eure nimmt, wenn jemand sich überhebt, wenn jemand euch in´s Angesicht schlägt. 21Zur Schande sage ich es, als wenn wir in diesem Stücke schwach gewesen; worüber jemand sich zu rühmen wagt, (ich rede in Torheit), wage auch ich es. 22Sie sind Hebräer, auch ich; sie sind Israeliten, auch ich; sie sind Nachkommen Abrahams, auch ich; 23sie sind Diener Christi (dass ich es unweise sage), ich noch mehr; durch Mühseligkeiten in großer Zahl, bei Kerker in Fülle, bei Schlägen über die Maßen, bei häufigen Todesgefahren. 24Von den Juden habe ich fünfmal je vierzig Streiche weniger einen bekommen. 25Dreimal bin ich mit Ruten geschlagen, einmal bin ich gesteinigt worden, dreimal habe ich Schiffbruch erlitten, einen Tag und eine Nacht bin ich in der Meerestiefe gewesen, 26auf Reisen oftmals, in Gefahren von Flüssen, Gefahren von Räubern, Gefahren von meinem Volke, Gefahren von Heiden, Gefahren in Städten, Gefahren in den Wüsteneien, Gefahren auf dem Meere, Gefahren von falschen Brüdern, 27bei Mühsal und Anstrengungen, bei vielfältigen Nachtwachen, bei Hunger und Durst, bei vielmaligem Fasten, bei Kälte und Blöße, 28außer dem, was sonst sich zutrifft, der tägliche Andrang zu mir, die Sorge für alle Gemeinden. 29Wer wird schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert, und es brennt mich nicht? 30Wenn ich mich rühmen soll, so will ich mich nur meiner Schwachheit rühmen. 31Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der hochgelobt ist in Ewigkeit, weiß, dass ich nicht lüge! 32Zu Damaskus ließ der Statthalter des Königs Aretas die Stadt der Damascener bewachen, um mich zu ergreifen; 33und aus einem Fenster wurde ich in einem Korbe durch die Mauer hinabgelassen, und so entfloh ich seinen Händen.