Bibel in einem Jahr · Tag 212 von 365

Ps 108–110 · 2 Kor 2

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Die Psalmen 108

1Zum Ende, Psalm Davids. 2O Gott! verschweige nicht mein Lob; denn der Mund des Sünders, der Mund des Arglistigen ist über mich aufgetan. 3Sie reden wider mich mit arglistiger Zunge und umgeben mich mit Worten des Hasses und befeinden mich ohne Ursache. 4Statt mich zu lieben, verleumden sie mich, ich aber bete fort und fort! 5Sie vergelten mir Böses für Gutes und Hass für meine Liebe. 6Bestelle über ihn einen Frevler und der Ankläger stehe zu seiner Rechten! 7Wenn er gerichtet wird, gehe er als schuldig davon und sein Gebet werde zur Sünde. 8Seiner Tage seien wenige und sein Amt erhalte ein anderer! 9Seine Kinder sollen zu Waisen werden und sein Weib zur Witwe. 10Unstet mögen seine Kinder umherirren und betteln gehen und hinausgestoßen werden aus ihren Wohnungen. 11Der Wucherer spüre alle seine Habe auf und Fremde mögen rauben, was er mühsam erworben. 12Niemand komme ihm zu Hilfe und keiner erbarme sich seiner Waisen. 13Seine Nachkommenschaft werde ausgerottet, im ersten Geschlechte erlösche sein Name. 14Der Schuld seiner Väter werde vor dem Herrn gedacht und die Versündigung seiner Mutter werde nicht ausgetilgt. 15Sie seien vor dem Herrn immerdar und ihr Andenken verschwinde von der Erde; 16weil er nicht gedachte, Barmherzigkeit zu üben, 17sondern den Armen verfolgte und den Dürstigen, der zerschlagenen Herzens war, um ihn zu töten. 18Er liebte den Fluch, so komme er über ihn; Segen mochte er nicht, nun bleibe er fern von ihm! Er zog den Fluch an wie ein Kleid und er drang wie Wasser in sein Inneres, wie Öl in sein Gebein. 19Er werde ihm wie ein Kleid, das ihn bedeckt, und wie ein Gürtel, der ihn stets umschlingt. 20Dies sei der Lohn für meine Verleumder von dem Herrn, für die, welche Böses wider meine Seele reden! 21Du aber, Herr, Herr! tue Gutes an mir um deines Namens willen, denn lieblich ist deine Barmherzigkeit. Errette mich, 22denn ich bin elend und arm und mein Herz ist betrübt in mir. 23Wie ein Schatten, der sich neigt, werde ich hingerafft und werde verscheucht wie eine Heuschrecke. 24Meine Knie werden kraftlos vom Fasten, und mein Fleisch zehrt ab aus Mangel an Öl. 25Ich bin ihnen zum Hohn geworden, sie sehen mich und schütteln ihr Haupt. 26Hilf mir, o Herr, mein Gott! errette mich nach deiner Barmherzigkeit 27und lass sie erkennen, dass deine Hand dies ist, und du, Herr! es getan hast. 28Mögen sie fluchen, du aber segne; die wider mich aufstehen, mögen beschämt werden, dein Diener aber möge sich freuen dürfen. 29Mit Schande mögen bedeckt werden, die mich verleumden, wie mit einem Mantel von ihrer Schmach umhüllt werden. 30Ich will den Herrn hochpreisen mit meinem Munde und inmitten vieler ihn loben. 31Denn er steht dem Armen zur Rechten, meine Seele von ihren Verfolgern zu erretten.

Die Psalmen 109

1Ein Psalm Davids. Es spricht der Herr zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege als Schemel deiner Füße! 2Dein mächtiges Zepter wird der Herr von Sion ausgehen lassen. Herrsche inmitten deiner Feinde! 3Bei dir ist Herrschaft am Tage deiner Macht im Glanze der Heiligen, ich habe dich aus meinem Schoße gezeugt vor dem Morgensterne. 4Der Herr hat geschworen, und es wird ihn nicht gereuen: Auf ewig bist du Priester nach der Ordnung Melchisedechs. 5Der Herr zerschmettert zu deiner Rechten Könige am Tage seines Zornes. 6Er wird Gericht halten über die Völker, wird die Niederlage vollständig machen, die Häupter im Lande vieler zerschmettern. 7Aus dem Bache auf dem Wege wird er trinken, darum wird er das Haupt erheben.

Die Psalmen 110

1Alleluja! Ich will dich preisen, Herr! aus ganzem Herzen, im Rate der Gerechten und der Gemeinde. 2Groß sind die Werke des Herrn, auserwählt nach seinem ganzen Liebeswillen. 3Lobwürdig und herrlich ist sein Tun und seine Gerechtigkeit währt in Ewigkeit. 4Er hat ein Gedächtnis seiner Wunder gestiftet, gnädig und barmherzig ist der Herr. 5Speise gab er denen, die ihn fürchten, gedenkt auf ewig seines Bundes, 6hat die Kraft seiner Werke seinem Volke kundgetan, 7da er ihnen das Erbe der Völker gab. Die Werke seiner Hände sind Treue und Recht. 8Zuverlässig sind alle seine Satzungen, festgestellt auf immer und ewig, gegeben in Treue und Billigkeit! 9Er hat seinem Volke Erlösung gesandt, auf ewig seinen Bund bestellt; heilig und furchtbar ist sein Name! 10Die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang. Gute Einsicht wird allen, die sie üben; sein Ruhm währt ewig!

Neues Testament

2. Korintherbrief 2

1Ich habe aber eben dies bei mir beschlossen, nicht wieder mit Betrübnis zu euch zu kommen. 2Denn wenn ich euch betrübe, wer ist es da, der mich erfreue, als eben der, welcher durch mich betrübt wird? 3Eben darum habe ich dieses geschrieben, damit ich nicht, wenn ich komme, Betrübnis über Betrübnis von Seiten derer habe, an welchen ich Freude haben sollte; denn ich habe zu euch allen das Vertrauen, dass meine Freude euer aller Freude ist. 4Denn aus vieler Trübsal und Herzensangst heraus habe ich euch unter vielen Tränen geschrieben, nicht damit ihr betrübt würdet, sondern damit ihr erkennet, welche Liebe ich vorzüglich gegen euch hege. 5Wenn aber jemand Betrübnis verursacht hat, so hat er mich nicht allein, sondern zum Teile, um ihn nicht zu belasten, wenigstens euch alle betrübt. 6Es genügt einem solchen diese Züchtigung, die von der Mehrheit zu Teil geworden, 7so möget ihr ihm nun im Gegenteile vielmehr verzeihen und ihn trösten, damit er, der in dieser Lage ist, nicht etwa in allzu große Traurigkeit versinke. 8Darum ermahne ich euch, dass ihr gegen ihn Liebe beweiset. 9Denn deswegen habe ich euch geschrieben, um euch zu prüfen, ob ihr in allem gehorsam seid. 10Wenn ihr aber etwas verziehen habt, dem habe auch ich verziehen; denn was ich vergeben habe, wenn ich etwas vergeben habe, habe ich vergeben um euretwillen an Christi Statt, 11damit wir nicht vom Satan überlistet werden; denn seine Anschläge sind uns nicht unbekannt. 12Als ich aber um der Verkündigung des Evangeliums willen nach Troas kam und mir eine Türe im Herrn aufgetan war, 13hatte ich keine Ruhe in meinem Geiste, weil ich Titus, meinen Bruder, nicht antraf; sondern ich nahm von ihnen Abschied und zog nach Mazedonien. 14Gott aber sei Dank, der allezeit macht, dass wir den Sieg erlangen in Christus Jesus, und dass der Wohlgeruch seiner Erkenntnis sich durch uns verbreitet aller Orten; 15denn wir sind für Gott ein Wohlgeruch Christi unter denen, die gerettet werden, und unter denen, die zu Grunde gehen: 16den einen ein Geruch des Todes zum Tode, den andern ein Geruch des Lebens zum Leben. Und wer ist hierzu so tauglich? 17Denn wir sind nicht, wie so viele, Fälscher des Wortes Gottes, sondern aus lauterem Triebe, sondern so wie aus Gott reden wir vor Gott, in Christus.