Bibel in einem Jahr · Tag 213 von 365

Ps 111–113 · 2 Kor 3

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Die Psalmen 111

1Alleluja! Bei der Rückkehr des Aggäus und Zacharias. Glückselig der Mann, der den Herrn fürchtet, der an seinen Geboten inniges Wohlgefallen hat. 2Mächtig auf Erden wird seine Nachkommenschaft sein, das Geschlecht der Frommen wird gesegnet. 3Ehre und Reichtum sind in seinem Hause und seine Gerechtigkeit währt ewig. 4Den Frommen geht ein Licht auf in der Finsternis, der Gnädige und Barmherzige und Gerechte. 5Glückselig der Mann, der barmherzig ist und darleiht, er wird seine Sachen im Gerichte durchführen, 6denn ewig wird er nicht wanken! 7In ewigem Gedächtnisse bleibt der Gerechte, er darf sich nicht fürchten vor böser Kunde. Sein Herz ist gefasst und hofft auf den Herrn, 8sein Herz steht fest, er wankt nicht, bis er auf seine Feinde niederschaut. 9Reichlich spendet er den Armen, seine Gerechtigkeit währt ewig, sein Horn wird in Ehren erhöht. 10Der Sünder sieht es und zürnt, knirscht mit den Zähnen und vergeht; das Begehren der Sünder wird zunichte.

Die Psalmen 112

1Alleluja! Lobet den Herrn, ihr Diener! lobet den Namen des Herrn! 2Der Name des Herrn sei gepriesen von nun an bis in Ewigkeit! 3Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergange ist zu lobpreisen der Name des Herrn. 4Hocherhaben über alle Völker ist der Herr, die Himmel überragt seine Herrlichkeit. 5Wer ist wie der Herr, unser Gott? der in der Höhe thront, 6der tief herabschaut im Himmel und auf Erden? 7der den Geringen aus dem Staube aufrichtet und den Armen aus dem Kote erhebt, 8um ihn neben die Fürsten, neben die Fürsten seines Volkes zu setzen; 9der die Unfruchtbare im Hause wohnen lässt als fröhliche Mutter von Kindern.

Die Psalmen 113

1Alleluja! Als Israel aus Ägypten auszog, Jakobs Geschlecht von fremdem Volke weg, 2ward Juda sein Heiligtum, Israel seine Herrschaft. 3Das Meer sah es und floh, der Jordan wich zurück. 4Die Berge hüpften wie Widder und die Hügel wie junge Lämmer. 5Was ist dir, Meer, dass du fliehest, und dir, Jordan, dass du zurückweichst? 6Euch, ihr Berge, dass ihr hüpft wie Widder und ihr, Hügel, wie junge Lämmer? 7Vor dem Antlitze des Herrn erbebte die Erde, vor dem Antlitze des Gottes Jakobs, 8der den Felsen in Wasserseen verwandelt und die Steine in Wasserquellen. 9(1.) Nicht uns, Herr! nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre, 10(2.) um deiner Gnade und deiner Treue willen, damit die Völker nicht sagen: Wo ist ihr Gott? 11(3.) Ist doch unser Gott im Himmel; er vollbringt alles, was er will. 12(4.) Die Götzen der Heiden sind Silber und Gold, Werke von Menschen Händen. 13(5.) Sie haben einen Mund und reden nicht, sie haben Augen und sehen nicht. 14(6.) Sie haben Ohren und hören nicht; sie haben eine Nase und riechen nicht. 15(7.) Sie haben Hände und tasten nicht, sie haben Füße und gehen nicht, sie sprechen nicht mit ihrer Kehle. 16(8.) Es mögen ihnen gleich werden, die sie verfertigen, und alle, die auf sie vertrauen. 17(9.) Das Haus Israel aber hofft auf den Herrn, er ist ihr Helfer und ihr Beschützer. 18(10.) Das Haus Aaron hofft auf den Herrn, er ist ihr Helfer und ihr Beschützer. 19(11.) Die den Herrn fürchten, hoffen auf den Herrn, er ist ihr Helfer und ihr Beschützer. 20(12.) Der Herr ist unser eingedenk und segnet uns; er segnet das Haus Israel, er segnet das Haus Aaron. 21(13.) Er segnet alle, welche den Herrn fürchten, die Kleinen wie die Großen. 22(14.) Der Herr möge euch mehren, euch und eure Kinder. 23(15.) Gesegnet seid ihr von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. 24(16.) Der Himmel des Himmels ist des Herrn, die Erde aber hat er den Menschenkindern gegeben. 25(17.) Nicht die Toten loben dich, o Herr! und keiner von denen, die zur Unterwelt hinabfahren. 26(18.) Wir aber, die da leben, wollen den Herrn preisen, von nun an bis in Ewigkeit!

Neues Testament

2. Korintherbrief 3

1Fangen wir an, uns wiederum selbst zu empfehlen? Oder bedürfen wir etwa (wie einige) Empfehlungsbriefe an euch, oder von euch? 2Unser Brief seid ihr, uns in die Herzen geschrieben, gekannt und gelesen von allen Menschen. 3Ihr seid offenbar ein Brief Christi, ausgefertigt von uns, und geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geiste des lebendigen Gottes, nicht auf steinerne Tafeln des Herzens. 4Ein solches Vertrauen aber haben wir durch Christus zu Gott, 5nicht als ob wir tüchtig wären, von uns selbst etwas zu denken, als aus uns selbst, sondern unsere Tüchtigkeit ist aus Gott, 6welcher uns auch fähig gemacht hat, Diener des Neuen Bundes, nicht dem Buchstaben, sondern dem Geiste nach zu sein; denn der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig. 7Wenn nun das Amt des todbringenden Buchstabens, das in Steine eingegraben war, eine solche Herrlichkeit hatte, dass die Kinder Israels nicht Moses in das Angesicht schauen konnten, wegen des Glanzes seines Antlitzes, der doch vergänglich war, 8wie wird nicht viel mehr das Amt des Geistes voll Herrlichkeit sein? 9Denn wenn das Amt der Verdammung Herrlichkeit ist, so ist viel mehr das Amt der Gerechtigkeit überreich an Herrlichkeit. 10Ja, was dort verherrlicht war, ist im Vergleich hierzu nicht verherrlicht, wegen der weit überstrahlenden Herrlichkeit. 11Denn wenn das, was vergänglich ist, voll Herrlichkeit ist, so wird noch viel mehr das, was bleibt, Herrlichkeit haben. 12Da wir nun eine solche Hoffnung haben, so handeln wir mit großer Zuversicht, 13und nicht so wie Moses, der eine Hülle über sein Angesicht legte, damit die Söhne Israels das auf seinem Angesichte nicht schauen möchten, was abgetan wird. 14Aber ihr Sinn ist abgestumpft; denn bis auf den heutigen Tag bleibt dieselbe Hülle bei der Lesung des Alten Bundes unaufgedeckt, weil sie in Christus abgenommen wird, 15Vielmehr bis auf den heutigen Tag, wenn Moses gelesen wird, liegt die Decke auf ihrem Herzen. 16Wenn sich aber jemand zu dem Herrn bekehrt, wird die Decke weggenommen werden. 17Der Herr ist Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. 18Und wir alle schauen mit enthülltem Angesichte wie in einem Spiegel die Herrlichkeit des Herrn und werden umgewandelt in dasselbe Bild von Klarheit zu Klarheit, eben wie von dem Geiste des Herrn.