Bibel in einem Jahr · Tag 210 von 365

Ps 102–104 · 2 Kor 1

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Die Psalmen 102

1Von David. Preise, meine Seele, den Herrn, und alles, was in mir ist, seinen heiligen Namen! 2Preise, meine Seele, den Herrn und vergiss nicht alle seine Wohltaten! 3der dir all deine Schuld vergibt, der alle deine Gebrechen heilt, 4der dein Leben vor dem Untergange bewahrt, der dich mit Gnade und Erbarmungen krönt, 5der dein Verlangen mit Gutem erfüllt, dass deine Jugend wie die des Adlers sich erneuert. 6Der Herr übt Erbarmen und Recht für alle, die Unrecht leiden. 7Er hat Moses seine Wege kundgetan, den Söhnen Israels seine Ratschlüsse. 8Barmherzig und gnädig ist der Herr, langmütig und reich an Erbarmen. 9Er zürnt nicht immerfort noch grollt er ewig. 10Er verfuhr mit uns nicht nach unsern Sünden, vergalt uns nicht nach unsern Vergehungen. 11Denn so hoch der Himmel über der Erde, so mächtig ist seine Barmherzigkeit über die, die ihn fürchten. 12So weit der Aufgang entfernt ist vom Niedergange, so weit tut er von uns unsere Sünden hinweg. 13Wie ein Vater sich seiner Kinder erbarmt, so erbarmt sich der Herr über die, die ihn fürchten; 14denn er weiß welches Gebilde wir sind, er ist eingedenk, dass wir Staub sind. 15Des Menschen Lebenstage sind wie Gras, wie eine Blume des Feldes, so blüht er auf. 16Es fährt ein Windhauch über sie dahin und sie ist nicht mehr und man kennt nimmermehr ihre Stätte. 17Die Gnade des Herrn aber währt von Ewigkeit zu Ewigkeit über denen, die ihn fürchten, und seine Gerechtigkeit auf Kindeskinder 18denen, die seinen Bund halten und seiner Gebote gedenken, sie zu tun. 19Der Herr hat im Himmel seinen Thron aufgerichtet und sein Königtum herrscht über alles. 20Preiset den Herrn, ihr alle seine Engel; die ihr, gewaltig an Kraft, seinen Befehl vollziehet, gehorchend der Stimme seiner Worte. 21Preiset den Herrn, ihr alle seine Heerscharen, seine Diener, die ihr seinen Willen vollzieht. 22Preiset den Herrn, alle seine Werke; an allen Orten seiner Herrschaft preise, meine Seele, den Herrn!

Die Psalmen 103

1Von David. Preise, meine Seele, den Herrn! Herr, mein Gott! du bist überaus groß, mit Lobpreis und Pracht bist du angetan, 2bist mit Licht umhüllt wie mit einem Gewande. Du spannst den Himmel aus wie eine Decke; 3der du seine höchste Höhe mit Wassern bedeckst, der du die Wolken zu deinem Wagen machst, der du einherfährst auf den Flügeln der Winde; 4der du Winde zu deinen Boten machst und Feuerflammen zu deinen Dienern! 5der du die Erde auf ihre Grundfeste gegründet hast, dass sie in Ewigkeit nicht wanke. 6Wasserflut bedeckte sie wie ein Gewand, auf den Bergen standen Gewässer. 7Vor deinem Schelten fliehen sie, vor deines Donners Stimme erschrecken sie. 8Die Berge steigen empor und die Täler senken sich an dem Ort, den du für die gegründet. 9Du setztest eine Grenze, die sie nicht überschreiten dürfen, und sie werden nicht wiederum die Erde bedecken. 10Der du Quellen in den Tälern hervorsprudeln lässest, dass zwischen den Bergen die Wasser dahinfließen. 11Es trinken daraus alle Tiere des Feldes, es verlangen in ihrem Durste die Waldesel darnach. 12Über ihnen wohnen die Vögel des Himmels, aus Felsengeklüft lassen sie ihre Stimmen hören. 13Du lässest Regen auf die Berge fallen aus höchsten Höhen, von der Frucht deiner Werke sättigt sich die Erde. 14Du lässest Gras wachsen für das Vieh und Pflanzen zum Dienste der Menschen, dass du aus der Erde Brot hervorbringest 15und dass der Wein des Menschen Herz erfreue, das Öl sein Antlitz erfrische und das Brot des Menschen Herz stärke. 16Die Bäume des Feldes werden satt und die Zedern des Libanon, die er gepflanzt, 17dort nisten Sperlinge, welchen das Haus der Reiher vorangeht. 18Die hohen Berge sind der Hirsche, die Felsen der Igel Zuflucht. 19Er hat den Mond gemacht zur Unterscheidung der Zeiten, die Sonne kennt ihren Niedergang. 20Du setzest Finsternis und es wird Nacht, in ihr regen sich alle Tiere des Waldes. 21Die jungen Löwen brüllen nach Raub und heischen ihre Speise von Gott. 22Wenn die Sonne aufgeht, sammeln sie sich und legen sich auf ihre Lager nieder. 23Der Mensch geht aus an sein Werk und an seine Arbeit bis zum Abend. 24Wie groß sind deine Werke, o Herr! du hast sie alle mit Weisheit geschaffen; was die Erde erfüllt, ist dein. 25Da ist das Meer, groß und weithin greifend, darin ist Tiergewimmel ohne Zahl, Tiere, kleine wie große. 26Dort ziehen die Schiffe dahin, das Meerungeheuer, welches du gemacht, dass es darin spiele. 27Sie alle warten auf dich, dass du ihnen Speise gebest zu rechter Zeit. 28Du gibst ihnen und sie lesen auf, du tust deine Hand auf und alles sättigt sich mit Gutem. 29Wendest du aber dein Angesicht weg, so befällt sie Schrecken; nimmst du ihren Odem weg, so vergehen sie und werden wieder zu Staub. 30Entsendest du deinen Geist, so werden sie geschaffen, und du erneuerst das Angesicht der Erde. 31Ehre sei dem Herrn in Ewigkeit! Der Herr freut sich seiner Werke; 32der die Erde ansieht und macht, dass sie erzittert; der die Berge berührt, dass sie rauchen. 33Ich will den Herrn preisen mein Leben lang, will meinem Gott lobsingen, so lange ich bin. 34Möge ihm meine Rede wohlgefallen, ich will mich freuen in dem Herrn. 35Mögen die Sünder von der Erde verschwinden und die Gottlosen, so dass sie nicht mehr sind; preise, meine Seele, den Herrn!

Die Psalmen 104

1Alleluja! Preiset den Herrn und rufet seinen Namen an, machet unter den Völkern seine Taten kund. 2Singet ihm, spielet ihm, erzählet alle seine Wunder! 3Rühmet euch seines heiligen Namens, es freue sich das Herz derer, die den Herrn suchen! 4Suchet den Herrn und seid stark, suchet sein Angesicht allezeit! 5Gedenket seiner Wunder, die er getan, seiner Zeichen und der Gerichte seines Mundes! 6Ihr, die Nachkommen Abrahams, seine Diener, ihr Söhne Jakobs, seine Auserwählten! 7Er, der Herr, ist unser Gott; über die ganze Erde erstrecken sich seine Gerichte. 8Er gedenkt ewig seines Bundes, der Verheißung, die er auf tausend Geschlechter hin gegeben, 9welchen er mit Abraham geschlossen, und seines Eidschwures an Isaak. 10Und er stellte ihn für Jakob zum Gesetze hin und für Israel zum ewigen Bunde, 11indem er sprach: Dir will ich das Land Kanaan geben als euch zugemessenes Erbe. 12Als sie noch gering waren an Zahl, sehr wenige und Fremdlinge daselbst. 13Sie zogen von Volk zu Volk und von einem Reiche zu einem andern Volke. 14Er gestattete niemand, ihnen Schaden zu tun und strafte um ihretwillen Könige: 15Tastet nicht an meine Gesalbten und tuet meinen Propheten kein Leid! 16Und er rief eine Hungersnot über das Land und zerbrach jegliche Stütze an Brot. 17Er sandte einen Mann vor ihnen her, zum Knechte ward Joseph verkauft. 18Sie zwängten seine Füße in Fesseln, Eisen durchdrang seine Seele, 19bis sein Wort eintraf. Des Herrn Rede bewährte ihn. 20Da sandte der König hin und löste ihn, der Völkerbeherrscher gab ihn frei. 21Er setzte ihn zum Gebieter über sein Haus ein und zum Herrscher über all seinen Besitz, 22dass er seine Fürsten leitete wie sich selbst und seine Ältesten Klugheit lehrte. 23Und Israel kam nach Ägypten, Jakob weilte als ein Fremdling im Lande Chams. 24Und er mehrte sein Volk überaus und machte es stärker als seine Feinde. 25Er wandelte deren Herz, dass sie sein Volk hassten und List übten wider seine Diener. 26Er sandte Moses, seinen Diener, Aaron, den er auserwählt hatte. 27Er verrichtete an ihnen seine Zeichen und Wunder im Lande Chams. 28Er sandte Finsternis und führte Dunkelheit herauf und nicht ward seinen Befehlen Widerstand geleistet. 29Er wandelte ihre Wasser in Blut und ließ ihre Fische sterben. 30Ihr Land brachte Frösche hervor bis in die Gemächer ihrer Könige. 31Er sprach, da kam die Hundsfliege, Stechmücken in ihr ganzes Gebiet. 32Er gab ihnen Hagel als Regen, sandte verzehrendes Feuer in ihr Land. 33Und er schlug ihre Weinberge und ihre Feigenbäume und zerbrach die Bäume in ihrem ganzen Lande. 34Er gebot, da kamen Heuschrecken aller Art, unzählbar an Menge. 35Diese fraßen alles Grün in ihrem Lande und fraßen alle Frucht ihres Feldes. 36Er schlug alle Erstgeburt in ihrem Lande, die Erstlinge aller ihrer Muttermühen. 37Er führte sie heraus mit Silber und Gold und kein Schwacher war in ihren Stämmen. 38Es freute sich Ägypten über ihren Auszug, denn Schrecken vor jenen hatte sie befallen. 39Er breitete eine Wolke zu ihrem Schirme aus und Feuer, ihnen in der Nacht zu leuchten. 40Sie verlangten, da kamen die Wachteln, und er sättigte sie mit Himmelsbrot. 41Er spaltete den Felsen und es floss Wasser heraus, floss fort als Strom in dürrem Lande. 42Denn er gedachte seines heiligen Wortes, das er zu Abraham, seinem Diener, gesprochen. 43So führte er sein Volk aus unter Jubel und seine Auserwählten in Freuden. 44Und er gab ihnen die Länder der Völker zum Besitz und die Arbeiten der Nationen ererbten sie, 45auf dass sie seine Gebote bewahrten und seine Satzungen befolgten.

Neues Testament

2. Korintherbrief 1

1Paulus, Apostel Jesu Christi durch den Willen Gottes, und Timotheus, der Bruder, an die Kirche Gottes zu Korinth und an alle Heiligen, welche in ganz Achaja sind. 2Gnade sei euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus. 3Gepriesen sei Gott und der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Erbarmungen, und der Gott alles Trostes, 4der uns tröstet in aller unserer Trübsal, auf dass auch wir diejenigen trösten können, welche in allerlei Bedrängnis sind, durch die Ermunterung, mit der auch wir von Gott getröstet werden. 5Denn so wie die Leiden Christi uns reichlich zu Teil werden, so wird uns auch durch Christus reicher Trost gewährt. 6Ob wir aber Trübsal erleiden, so ist es zu eurer Ermahnung und eurem Heile, oder ob wir getröstet werden, so ist es zu euerm Troste, oder ob wir ermuntert werden, so ist es zu eurer Ermahnung und zu euerm Heile, welches geduldiges Ertragen derselben Leiden wirkt, die auch wir dulden, 7so dass unsere Hoffnung fest ist um euretwillen, da wir wissen, dass ihr, wie ihr Teilhaber der Leiden seid, so es auch der Tröstung sein werdet. 8Denn wir wollen euch, Brüder! nicht in Unkenntnis lassen über unsere Trübsal, die uns in Asien widerfahren ist, dass wir über die Maßen beschwert wurden, über Vermögen, so dass wir sogar des Lebens überdrüssig wurden. 9Aber wir hatten in uns selbst das Todesurteil gesprochen, damit wir unser Vertrauen nicht auf uns selbst setzten, sondern auf Gott, der die Toten auferweckt; 10der uns aus so großen Gefahren errettet hat und errettet; auf den wir hoffen, dass er auch ferner erretten wird, 11da auch ihr durch euer Gebet für uns mitbehilflich seid, damit für die Gabe, die uns um vieler willen verliehen ist, durch viele für uns Dank gesagt werde. 12Denn das ist unser Ruhm, das Zeugnis unseres Gewissens, dass wir in Einfalt des Herzens und Aufrichtigkeit aus Gott, und nicht in fleischlicher Weisheit, sondern in der Gnade Gottes in dieser Welt gewandelt haben, ganz besonders bei euch. 13Denn wir schreiben euch nichts anderes, als was ihr gelesen und erkannt habt; ja, ich hoffe, ihr werdet es bis an´s Ende erkennen. 14wie ihr uns auch zum Teil erkannt habt, dass wir euer Ruhm sind, gleichwie auch ihr der unsrige, am Tage unseres Herrn Jesus Christus. 15Und in diesem Vertrauen wollte ich schon früher zu euch kommen, damit ihr einen zweiten Gnadenerweis hättet, 16und zwar von euch nach Mazedonien reisen, und wiederum von Mazedonien zu euch kommen, und mich von euch nach Judäa geleiten lassen. 17Habe ich nun, da ich dieses vorhatte, leichtsinnig gehandelt? Oder was ich vorhabe, habe ich es dem Fleische gemäß vor, so dass bei mir bald Ja, bald Nein ist? 18Getreu aber ist Gott! Denn unsere Predigt an euch war nicht bald Ja, bald Nein. 19Denn der Sohn Gottes, Jesus Christus, der bei euch durch uns gepredigt worden ist, durch mich, Silvanus und Timotheus, war nicht bald Ja, bald Nein, sondern Ja ist in ihm gewesen. 20Denn alle Verheißungen Gottes sind in ihm Ja, darum ist auch durch ihn das Amen zu Gott zu unserem Ruhme. 21Gott aber ist es, der uns mit euch in Christus befestigt, und der uns gesalbt hat, 22der uns auch das Siegel aufgedrückt, und das Pfand des Geistes in unsere Herzen gegeben hat. 23Ich aber rufe Gott zum Zeugen auf meine Seele an, dass ich aus Schonung für euch noch nicht wieder nach Korinth gekommen bin; nicht als ob wir über euern Glauben Herrschaft ausüben wollten, sondern um Mitbeförderer eurer Freude zu sein; denn ihr stehet fest im Glauben.