Bibel in einem Jahr · Tag 203 von 365

Ps 81–83 · 1 Kor 12

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Die Psalmen 81

1Ein Psalm Asaphs. Gott steht da mitten in der Versammlung der Götter, inmitten der Götter halt er Gericht. 2Wie lange wollt ihr ungerecht richten und auf die Person der Sünder Rücksicht nehmen? 3Schaffet dem Dürftigen und dem Waisen recht, verhelfet dem Niedrigen und Armen zum Rechte! 4Rettet den Armen und befreiet den Dürftigen aus der Hand des Sünders. 5Sie sind ohne Einsicht und ohne Verstand, im Finstern gehen sie einher, es wanken alle Grundfesten der Erde. 6Ich sprach: Ihr seid zwar Götter und insgesamt Söhne des Höchsten, 7aber wie Menschen werdet ihr sterben und wie der Fürsten einer fallen. 8Erhebe dich, o Gott! richte die Erde, denn du bist immerdar Herr über alle Völker.

Die Psalmen 82

1Ein Psalmlied Asaphs. 2Gott! wer ist dir gleich? o schweige nicht und halte nicht ein, o Gott! 3Denn siehe, deine Feinde toben, und die dich hassen, erheben das Haupt. 4Wider dein Volk fassen sie bösen Ratschlag, machen Anschläge wider deine Heiligen. 5Sie sprechen: Kommet, lasset uns sie vertilgen, dass sie kein Volk mehr seien, dass Israels Name nicht mehr genannt werde! 6Denn sie haben sich einmütig beraten, allzumal wider dich einen Bund geschlossen, 7die Gezelte der Edomiter und die Ismaheliter, Moab und die Agarener, 8Gebal, Ammon und Amalek, die Fremden mit den Bewohnern von Tyrus. 9Auch Assur kommt mit ihnen, sie kommen den Söhnen Lots zu Hilfe. 10Tue ihnen wie Madian und Sisara, wie Jabin am Bache Kison. 11Sie kamen um bei Endor, wurden wie Dünger für das Land. 12Mache ihre Fürsten wie Oreb und Zeb, wie Zebee und Salmana alle ihre Fürsten, 13sie, die da sprachen: Lasset uns das Heiligtum Gottes als Erbe in Besitz nehmen! 14Mein Gott! mache sie einem Wirbel gleich und wie Spreu vor dem Winde. 15Wie Feuer, das den Wald entzündet, und wie eine Flamme, die Berge verbrennt, 16so verfolge sie mit deinem Sturme und schrecke sie mit deinem Zorne! 17Erfülle ihr Angesicht mit Schmach, dass sie deinen Namen suchen, o Herr! 18Sie sollen beschämt und verwirrt werden auf immer und zuschanden werden und zugrunde gehen. 19Und sie sollen erkennen, dass Herr dein Name ist, dass du der Höchste allein bist auf der ganzen Erde.

Die Psalmen 83

1Zum Ende, für die Keltern, ein Psalm von den Söhnen Kores. 2Wie lieblich sind deine Wohnungen, o Herr der Heerscharen! 3Meine Seele sehnt sich und schmachtet nach den Vorhöfen des Herrn. Mein Herz und mein Leib jubeln dem lebendigen Gott zu. 4Denn der Sperling findet für sich ein Haus und die Turteltaube ein Nest, in das sie ihre Jungen lege. Deine Altäre, Herr der Heerscharen, mein König und mein Gott! 5Glückselig, die in deinem Hause wohnen, o Herr! allezeit loben sie dich. 6Glückselig der Mann, der von dir seine Hilfe erwartet! er hat in seinem Herzen sich Wege gebahnt 7im Tränentale hin zu dem Orte, den Gott gesetzt. 8Denn Segen verleiht der Gesetzgeber, man geht von Kraft zu Kraft; auf Sion wird der höchste Gott geschaut. 9O Herr, Gott der Heerscharen! Höre auf mein Gebet; vernimm es, Gott Jakobs! 10O blicke herab, Gott, unser Beschirmer! und schaue auf das Angesicht deines Gesalbten, 11denn besser ist ein Tag in deinen Vorhöfen als sonst tausend. Lieber will ich der Geringste im Hause meines Gottes sein als in den Hütten der Sünder wohnen. 12Denn Gott liebt Erbarmen und Wahrhaftigkeit, Gnade und Herrlichkeit verleiht der Herr. 13Nicht versagt er Gutes denen, die unsträflich wandeln; Herr, der Heerscharen! glückselig ist der Mensch, der auf dich vertraut!

Neues Testament

1. Korintherbrief 12

1Über die Geistesgaben aber will ich euch nicht ohne Belehrung lassen, Brüder! 2Ihr wisset, dass ihr, als ihr Heiden waret, zu den stummen Götzen hinginget, wie ihr geführt wurdet. 3Darum tue ich euch kund, dass niemand, der im Geiste Gottes redet, sagt: Fluch über Jesus; und niemand kann sagen: Herr Jesus, außer im Heiligen Geiste. 4Es sind jedoch verschiedene Gnadengaben, allein derselbe Geist. 5Und es sind verschiedene Ämter, aber derselbe Herr. 6Und es sind verschiedene Wirkungsweisen, allein es ist derselbe Gott, welcher alles in allen wirkt. 7Einem jeden aber wird die Offenbarung des Geistes zum Nutzen gegeben. 8Dem einen wird durch den Geist das Wort der Weisheit verliehen, dem andern aber die Rede der Wissenschaft nach demselben Geiste; 9einem andern Glaube in demselben Geiste; einem andern Gnadengabe zu Heilungen in dem einen Geiste; 10einem andern die Gabe Wunder zu wirken, einem andern Weissagung, einem andern Unterscheidung der Geister, einem andern mancherlei Sprachen, einem andern Sprachenauslegung. 11Dieses alles aber wirkt ein und derselbe Geist, einem jeden zuteilend, wie er will. 12Wie nämlich der Leib einer ist und viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obschon ihrer viele sind, dennoch ein Leib sind, so auch Christus. 13Denn in einem Geiste sind wir alle zu einem Leibe getauft worden, gleichviel ob Juden oder Heiden, Knechte oder Freie; und alle sind wir in einem Geiste getränkt worden. 14Denn auch der Leib ist nicht ein Glied, sondern besteht aus vielen. 15Wenn der Fuß sagte: Weil ich nicht Hand bin, gehöre ich nicht zum Leibe; gehört er darum etwa nicht zum Leibe? 16Und wenn das Ohr sagte: Weil ich nicht Auge bin, gehöre ich nicht zum Leibe; gehört es darum etwa nicht zum Leibe? 17Wenn der ganze Leib Auge wäre, wo wäre das Gehör? Wenn der ganze Leib Gehör wäre, wo wäre der Geruch? 18Nun aber hat Gott die Glieder, ein jedes von ihnen, an dem Leibe gesetzt, wie es ihm wohlgefiel. (V. 11) 19Wenn alle ein Glied wären, wo wäre der Leib? 20Nun aber sind zwar viele Glieder, aber nur ein Leib. 21Es kann aber das Auge nicht zur Hand sagen: Ich bedarf deiner Dienste nicht, oder auch das Haupt zu den Füßen: Ihr seid mir nicht nötig! 22Sondern vielmehr sind diejenigen Glieder des Leibes, welche die schwächeren zu sein scheinen, die notwendigeren; 23und die als die minder ansehnlichen Glieder des Leibes gelten, diese umgeben wir mit reichlicherer Ehre; und die an uns schamhaft sind, haben reichlichere Anständigkeit. 24Das Wohlanständige an uns bedarf nichts; Gott aber hat den Leib so eingerichtet, dass er dem mehr Ehre zu Teil werden ließ, was nachstand, 25damit keine Spaltung im Leibe sei, sondern die Glieder einmütig füreinander Sorge tragen. 26Und wenn ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit; oder, wenn ein Glied verherrlicht wird, freuen sich alle Glieder mit. 27Ihr aber seid Christi Leib, und Glied um Glied. 28Und die einen hat Gott in der Kirche gesetzt, erstens als Apostel, zweitens als Propheten, drittens als Lehrmeister, dann Wunderkräfte, ferner Gaben der Heilungen, Hilfeleistungen, Verwaltungen, mancherlei Sprachen zu reden, Reden auszulegen. 29Sind etwa alle Apostel, alle Propheten, alle Lehrer? 30Haben etwa alle Wunderkräfte, alle die Gabe zu heilen, reden alle in Sprachen, können alle auslegen? 31Beeifert euch um die besseren Gnaden. Und noch einen vorzüglicheren Weg zeige ich euch.