Bibel in einem Jahr · Tag 202 von 365

Ps 78–80 · 1 Kor 11

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Die Psalmen 78

1Ein Psalm Asaphs. O Gott! Heiden sind in dein Erbe gekommen, haben deinen heiligen Tempel befleckt, Jerusalem einer Wachthütte im Baumgarten gleich gemacht. 2Sie gaben die Leichen deiner Knechte den Vögeln des Himmels zum Fraße, das Fleisch deiner Heiligen den wilden Tieren des Landes. 3Sie vergossen deren Blut wie Wasser rings um Jerusalem und niemand begrub sie. 4Wir sind unsern Nachbarn zur Schmach geworden, ein Spott und Hohn denen, die um uns her sind. 5Wie lange, o Herr! wirst du immerfort zürnen, soll dein Eifer wie Feuer brennen? 6Gieße deinen Zorn über die Heiden aus, welche dich nicht kennen, und auf die Reiche, die deinen Namen nicht anrufen; 7denn sie haben Jakob verschlungen und seine Stätte verwüstet. 8Gedenke nicht unserer alten Sünden, eilends komme uns dein Erbarmen entgegen, denn wir sind überaus elend geworden. 9Hilf uns, o Gott, unser Heil! und um der Ehre deines Namens willen erlöse uns, Herr! und verzeihe unsere Sünden um deines Namens willen, 10dass man nicht etwa sage unter den Heiden: Wo ist ihr Gott? und es werde an den Völkern vor unsern Augen die Rache kund für das Blut deiner Knechte, das vergossen worden, 11Lass das Seufzen der Gefangenen vor dein Angesicht kommen. Nach der Größe deiner Macht nimm als dein Eigen an die Söhne der Getöteten. 12Und vergilt unsern Nachbarn siebenfach in ihren Schoß ihre Lästerung, mit der sie dich gehöhnt haben, o Herr! 13Doch wir, dein Volk und die Schafe deiner Weide, wollen dich ewig preisen, von Geschlecht zu Geschlecht wollen wir dein Lob verkünden.

Die Psalmen 79

1Zum Ende für die, welche verwandelt werden, ein Zeugnis Asaphs, ein Psalm. 2O Herrscher Israels! merke auf, der du Joseph führst wie ein Schäflein; der du über den Cherubim thronst, offenbare dich 3vor Ephraim, Benjamin und Manasse. Erwecke deine Macht und komm, uns zu retten. 4O Gott! stelle uns wieder her und zeige dein Angesicht, so wird uns Heil werden. 5Herr, Gott der Heerscharen! wie lange willst du zürnen bei dem Gebete deines Dieners? 6Wie lange speisest du uns mit Tränenbrot und tränkst uns mit Tränentrank in reichem Maße? 7Du machst uns zum Zankapfel für unsere Nachbarn und unsere Feinde treiben ihren Spott mit uns. 8O Gott der Heerscharen! stelle uns wieder her und zeige dein Angesicht, so wird uns Heil zuteil. 9Einen Weinstock hobst du aus Ägypten aus, vertriebst die Völker und pflanztest ihn ein. 10Du warst sein Führer auf der Reise vor ihm her, pflanztest seine Wurzeln und er erfüllte das Land. 11Er bedeckte die Berge mit seinem Schatten und mit seinen Ranken die Zedern Gottes. 12Er breitete seine Reben aus bis zum Meer und bis an den Strom seine Sprossen. 13Warum hast du seine Mauern zerstört, dass alle von ihm lesen, die des Weges ziehen? 14Der Eber aus dem Walde zerwühlt ihn, das Wild der Wüste weidet ihn ab. 15O Gott der Heerscharen! kehre doch wieder, blicke vom Himmel und schaue und suche diesen Weinberg heim 16und stelle ihn wieder her, den deine Rechte gepflanzt, und schaue auf den Menschensohn, den du dir auferzogen hast. 17Er ist mit Feuer verbrannt und unterwühlt. Vor dem Dräuen deines Angesichts werden sie vergehen. 18Deine Hand sei über dem Manne deiner Rechten, über dem Menschensohne, den du dir auferzogen hast! 19Dann weichen wir nicht von dir, du wirst uns beleben; so wollen wir deinen Namen anrufen. 20O Herr, Gott der Heerscharen! Stelle uns wieder her, zeige dein Angesicht, so wird uns Heil werden.

Die Psalmen 80

1Zum Ende, für die Keltern, ein Psalm Asaphs. 2Frohlocket Gott, unserm Helfer, frohlocket dem Gott Jakobs! 3Stimmet Gesang an und lasset die Pauken ertönen, liebliche Harfe mit der Zither! 4Stoßet am Neumonde in die Posaune, am herrlichen Tage eures Festes! 5Denn so ist es Gebot für Israel und eine Satzung des Gottes Jakobs. 6Als ein Zeugnis hat er es festgesetzt in Joseph, als er auszog aus dem Lande Ägypten; eine Sprache die er nicht kannte, hörte er. 7Er befreite seinen Rücken von den Lasten, da seine Hände dienstbar waren mit dem Lastkorbe. 8In der Drangsal riefst du mich an und ich befreite dich, erhörte dich in dunkler Wetterwolke, prüfte dich bei dem Wasser des Widerspruches. 9Höre mich, mein Volk! denn ich beschwöre dich, Israel! O dass du auf mich hörtest! 10Es soll unter dir kein neuer Gott sein noch sollst du einen fremden Gott anbeten. 11Denn ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus Ägyptenland geführt hat, tue deinen Mund auf, und ich will ihn füllen. 12Aber mein Volk hörte nicht auf meine Stimme und Israel hatte nicht acht auf mich. 13Da überließ ich sie den Gelüsten ihres Herzens und sie gingen nach ihren Anschlägen dahin. 14O wenn mein Volk auf mich gehört hätte, wenn Israel auf meinen Wegen gewandelt wäre, 15so würde ich wohl wie ein Nichts seine Feinde gedemütigt und wider ihre Bedränger meine Hand gewendet haben. 16Die Feinde des Herrn müssten ihm schmeicheln und ihre Zeit sollte ewig währen, 17und er würde sie mit dem Marke des Weizens und mit Honig aus dem Felsen sättigen.

Neues Testament

1. Korintherbrief 11

1Seid meine Nachfolger, wie auch ich Christi Nachfolger bin. 2Ich lobe euch aber, Brüder! dass ihr in allem eingedenk seid, und meine Vorschriften haltet, sowie ich sie euch überliefert habe. 3Ihr sollt aber wissen, dass das Haupt jedes Mannes Christus ist; das Haupt des Weibes aber ist der Mann; Christi Haupt endlich Gott. 4Jeder Mann, der mit beflecktem Haupte betet, oder weissagt, entehrt sein Haupt. 5Jedes Weib aber, das mit unverhülltem Haupte betet, oder weissagt, entehrt ihr Haupt; denn es ist ein und dasselbe, als wäre sie kahl geschoren. 6Denn wenn ein Weib sich nicht verhüllt, so schneide man ihr die Haare ab; ist es aber für ein Weib schimpflich, geschoren oder kahl gemacht zu werden, so verhülle sie ihr Haupt. 7Der Mann allerdings soll das Haupt nicht verhüllen, denn er ist das Bild und die Ehre Gottes; das Weib aber ist des Mannes Ehre. 8Denn der Mann ist nicht aus dem Weibe, sondern das Weib aus dem Manne; 9auch ist der Mann nicht des Weibes wegen geschaffen, sondern das Weib des Mannes wegen. 10Darum soll das Weib ein Zeichen der Herrschaft auf dem Haupte haben, um der Engel willen. 11Jedoch ist weder der Mann ohne das Weib, noch das Weib ohne den Mann im Herrn; 12denn wie das Weib aus dem Manne ist, so auch der Mann durch das Weib; alles aber ist aus Gott. 13Urteilet ihr selbst: ist es schicklich, dass ein Weib unverhüllt zu Gott bete? 14Lehrt euch nicht die Natur selbst, dass, wenn ein Mann das Haar wachsen lässt, es ihm zur Unehre gereicht, 15wenn aber ein Weib das Haar wachsen lässt, es ihr eine Zierde ist? Denn die Haare sind ihr zum Schleier gegeben. 16Wenn aber jemand meint, streitsüchtig sein zu dürfen, der wisse, wir haben einen solchen Brauch nicht, und auch die Kirche Gottes nicht. 17Dies verordne ich. Ich lobe aber nicht, dass ihr nicht zur Besserung, sondern zur Verschlimmerung zusammenkommet. 18Erstens nämlich, wenn ihr zusammenkommet zur Versammlung, sind, wie ich höre, Spaltungen unter euch; und zum Teile glaube ich es, 19denn es muss ja Irrlehren geben, damit die, welche bewährt sind, offenbar werden unter euch. 20Wenn ihr also miteinander zusammenkommet, so ist es nicht mehr, um das Abendmahl des Herrn zu halten. 21Denn ein jeder nimmt sein eigenes Abendmahl vorweg beim Essen, und der eine leidet Hunger, der andere hingegen trinkt in Fülle. 22Habt ihr denn nicht Häuser, um zu essen und zu trinken? Oder verachtet ihr die Kirche Gottes, und beschämt die, welche nichts haben? Was soll ich euch sagen? Lobe ich euch? Hierin lobe ich euch nicht. 23Denn ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch auch überliefert habe, dass der Herr Jesus in der Nacht, in welcher er verraten wurde, Brot nahm, 24und danksagend brach und sprach: Nehmet hin und esset, dies ist mein Leib, der für euch dahingegeben werden wird; dieses tuet zu meinem Gedächtnisse! 25Gleicherweise auch den Kelch nach dem Mahle, indem er sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blute; dieses tuet, so oft ihr trinket, zu meinem Gedächtnisse! 26Denn so oft ihr dieses Brot esset und diesen Kelch trinket, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt. 27Wer daher unwürdig dieses Brot isst, oder den Kelch des Herrn trinkt, wird des Leibes und Blutes des Herrn schuldig sein. 28Es prüfe aber der Mensch sich selbst; und so esse er von diesem Brote und trinke von dem Kelche. 29Denn wer unwürdig isst und trinkt, isst und trinkt sich das Gericht, indem er den Leib des Herrn nicht unterscheidet. 30Deswegen sind unter euch viele Kranke und Schwache, und entschlafen viele. 31Wenn wir uns aber selbst richteten, so würden wir nicht gerichtet werden. 32Indem wir aber gerichtet werden, werden wir vom Herrn gezüchtigt, damit wir nicht mit dieser Welt verdammt werden. 33Darum, meine Brüder! wenn ihr zum Essen zusammenkommet, so wartet aufeinander. 34Ist aber jemand hungrig, so esse er zu Hause, damit ihr nicht zum Gerichte zusammenkommet. Das übrige aber werde ich anordnen, wenn ich komme.