Die Psalmen 75
1Zum Ende, unter den Lobliedern, ein Psalm Asaphs. Ein Lied auf die Assyrier. 2Bekannt ist Gott in Judäa, in Israel ist sein Name groß. 3Im Frieden ist seine Stätte bereitet und seine Wohnung auf Sion. 4Dort zerbrach er die Macht der Bogen, Schild, Schwert und Krieg. 5Als du wunderbar erglänztest von den ewigen Bergen her, 6erschraken alle Herzensbetörten. Sie sanken in Todesschlaf und nichts mehr fanden die Männer des Reichtums in ihren Händen. 7Von deinem Dräuen, o Gott Jakobs! entschliefen, die Rosse bestiegen. 8Du bist furchtbar, und wer vermag dir zu widerstehen, sobald du zürnst? 9Vom Himmel ließest du das Urteil vernehmen, die Erde erbebte und ward still, 10als sich Gott zum Gerichte erhob, um allen Sanftmütigen des Landes zu helfen. 11Denn des Menschen Denken muss dich preisen und seine übrigen Gedanken dich feiern. 12Gelobet und löset dem Herrn, euerm Gott, eure Gelübde, ihr alle, ringsum ihn, bringet Gaben dem Furchtbaren dar und dem, 13der die Fürsten ihres Mutes beraubt, der furchtbar ist für die Könige der Erde.
Die Psalmen 76
1Zum Ende, für Idithun, ein Psalm Asaphs. 2Ich rufe mit meiner Stimme zu dem Herrn, mit meiner Stimme zu Gott, dass er auf mich merke. 3Am Tage meiner Drangsal suche ich Gott, strecke meine Hände des Nachts nach ihm aus und täusche mich nicht; meine Seele will sich nicht trösten lassen! 4Ich gedenke an Gott und freue mich; mühe ich mich sorgend, so verzagt mein Geist. 5Meine Augen blicken die ganze Nacht hindurch nach Hilfe aus, ich bin voller Unruhe und kann nicht reden. 6Ich überdenke die Tage der Vorzeit und die längst entschwundenen Jahre erwäge ich 7und sinne des Nachts in meinem Herzen und sinne beständig nach und härme meinen Geist ab. 8Wird denn Gott auf ewig verwerfen oder nicht ferner mehr gnädig sein? 9Oder wird er auf immer sein Erbarmen entziehen von Geschlecht zu Geschlecht? 10Oder wird Gott vergessen, gnädig zu sein, und in seinem Zorn seine Erbarmungen zurückhalten? 11Da sprach ich: Nun beginne ich! Diese Änderung kommt von der Rechten des Allerhöchsten! 12Ich will der Taten des Herrn gedenken, denn ich habe deine Wundertaten im Gedächtnis vom Anfang her, 13und nachsinnen will ich über all dein Tun und mich vertiefen in deine Taten. 14O Gott! in Heiligkeit ist dein Weg. Wo ist ein Gott so groß wie unser Gott? 15Du bist Gott allein, der du Wunder tust; du hast unter allen Völkern deine Macht kund werden lassen. 16Du hast durch deinen Arm dein Volk erlöst, die Söhne Jakobs und Josephs. 17Es sahen dich die Wasser, o Gott es sahen dich die Wasser und gerieten in Furcht, erschüttert wurden die Tiefen. 18Gewaltig war das Rauschen der Wasser. Die Wolken donnerten und deine Pfeile fuhren hernieder. 19Der Schall deines Donners rollte daher, deine Blitze leuchteten über den Erdkreis, es bebte und erzitterte die Erde. 20Durch das Meer ging dein Weg und dein Pfad durch große Wasser und deine Spuren erkannte man nicht. 21Du führtest dein Volk wie Schafe durch Moses und Aaron.
Die Psalmen 77
1Eine Unterweisung Asaphs. habe acht, mein Volk! auf meine Lehre, neiget euer Ohr den Worten meines Mundes! 2Ich will meinen Mund zur Spruchrede auftun, Rätsel aussprechen von uralter Zeit. 3Was wir gehört und erfahren und unsere Väter uns erzählt haben, 4soll nicht verborgen sein vor ihren Kindern im kommenden Geschlechte. Wir erzählen das Lob des Herrn und seine Macht und seine Wundertaten, die er vollbracht. 5denn er hat ein Zeugnis in Jakob aufgerichtet, ein Gesetz in Israel gegeben, worin er unseren Vätern geboten, diese ihren Kindern kundzugeben, 6damit das spätere Geschlecht es erfahre, die Kinder, welche geboren werden würden, damit sie auftreten und ihren Kindern davon Kunde geben, 7auf dass diese auf Gott ihr Vertrauen setzen und nicht der Werke Gottes vergessen und seine Gebote beobachten, 8und nicht werden wie ihre Väter, ein boshaftes und erbitterndes Geschlecht, ein Geschlecht, das kein gerades Herz hatte und dessen Geist nicht treu hielt an Gott. 9Die Söhne Ephrems, Schützen, die den Bogen spannten, ergriffen am Tage des Kampfes die Flucht. 10Sie hielten den Bund Gottes nicht und wollten in seinem Gesetze nicht wandeln 11und sie vergaßen seiner Wohltaten und seiner Wunder, die er hatte schauen lassen. 12Vor ihren Vätern hatte er Wunder getan im Lande Ägypten, im Gefilde von Tanis. 13Er spaltete das Meer und führte sie hindurch und ließ die Wasser stehen wie in einem Schlauche. 14Und er führte sie mit der Wolke des Tags und die ganze Nacht mit leuchtendem Feuer. 15Er spaltete den Felsen in der Wüste und tränkte sie mit tiefen Fluten. 16Und er ließ Wasser aus dem Felsen hervorkommen und Wasser niederrinnen gleich Strömen. 17Doch sie fuhren fort wider ihn zu sündigen, reizten den Allerhöchsten zum Zorne in der wasserleeren Wüste. 18Und sie versuchten Gott in ihren Herzen, indem sie Speise verlangten nach ihren Gelüsten; 19und sie redeten Schlimmes wider Gott und sprachen: Sollte wohl Gott in der Wüste einen Tisch zurichten können? 20Denn wohl schlug er den Felsen, dass Wasser floss und Bäche sich ergossen, aber vermag er auch Brot zu geben oder seinem Volke einen Tisch zuzurichten? 21Darum, als der Herr dies hörte, zögerte er und es entbrannte ein Feuer wider Jakob und Zornesglut stieg auf gegen Israel, 22weil sie Gott nicht glaubten und auf seine Hilfe nicht hofften. 23Und er gebot den Wolken dort oben und öffnete die Pforten des Himmels 24und ließ für sie Manna zur Speise regnen und gab ihnen Brot vom Himmel. 25Brot der Engel aß der Mensch, Speise sandte er ihnen im Überflusse. 26Er ließ den Südwind vom Himmel aufbrechen und führte durch seine Stärke den Nordwind herbei. 27Und er ließ Fleisch auf sie herabregnen wie Staub und wie Meeressand gefiederte Vögel. 28Mitten in ihr Lager fielen sie, rings um ihre Zelte her. 29Da aßen sie und wurden übersatt und er erfüllte ihnen die Gelüste, 30nicht wurde ihr Wunsch ihnen vorenthalten. Aber noch war ihre Speise in ihrem Munde, 31da erhob sich der Zorn Gottes wider sie und er tötete ihre Starken und lähmte die Auserwählten Israels. 32Trotz alledem sündigten sie fort und glaubten nicht an seine Wunder. 33Darum schwanden ihre Tage in Vergänglichkeit dahin und ihre Jahre in Hast. 34Wenn er den Tod unter sie schickte, so suchten sie ihn und kehrten um und kamen in der Frühe zu ihm 35und gedachten, dass Gott ihr Helfer und Gott, der Allerhöchste, ihr Erlöser sei. 36Aber sie liebten ihn nur mit dem Munde und logen ihm mit ihrer Zunge. 37Ihr Herz jedoch war nicht aufrichtig gegen ihn und sie wurden nicht treu erfunden in seinem Bunde. 38Doch er ist barmherzig und verzeiht ihre Sünden und vernichtet sie nicht. Und er wandte vielmals seinen Zorn ab und ließ seinen ganzen Grimm nicht entbrennen. 39Und er gedachte, dass sie Fleisch sind, ein Hauch, der dahingeht und nicht wiederkehrt. 40Wie oft erbitterten sie ihn in der Wüste, reizten ihn zum Zorne in der Einöde! 41Immer wieder versuchten sie Gott und erbitterten den heiligen Israels. 42Sie gedachten nicht seiner Hand am Tage, da er sie aus der Hand des Drängers befreite, 43wie er seine Zeichen in Ägypten tat und seine Wunder im Gefilde von Tanis. 44Er wandelte ihre Flüsse in Blut und ihre Regenbäche, dass sie nicht daraus trinken mochten. 45Er sandte unter sie Hundsfliegen, die sie fraßen, und Frösche, die über sie Verderben brachten. 46Er gab ihre Frucht dem Brande preis und den Ertrag ihrer Arbeit den Heuschrecken. 47Er vernichtete ihre Weinberge durch Hagel und ihre Maulbeerbäume durch Schloffen. 48Er gab ihr Vieh dem Hagel preis und ihre Habe dem Feuer. 49Er entsandte über sie die Glut seines Zornes, Zorn und Grimm und Drangsal, Schickungen durch schlimme Engel. 50Er ließ seinem Zorne freien Lauf, entzog ihre Seelen nicht dem Tode und überantwortete ihr Vieh dem Tode. 51Er schlug alle Erstgeburt im Lande Ägypten, die Erstlinge all ihrer Arbeit in den Gezelten Chams. 52Er führte sein Volk wie Schafe hinweg und leitete sie wie eine Herde in der Wüste 53und führte sie in Zuversicht, dass sie sich nicht fürchten durften, während das Meer ihre Feinde bedeckte. 54Er brachte sie zu seinem heiligen Berg, dem Berge, den seine Rechte erworben. Er vertrieb vor ihrem Angesichte die Völker und verteilte ihnen das Land durch das Los mit der Meßschnur 55und ließ in ihren Hütten die Stämme Israels wohnen. 56Aber sie versuchten und erzürnten Gott, den Allerhöchsten, und beobachteten seien Anordnungen nicht. 57Sie wandten sich ab und hielten den Bund nicht und wandten sich wie ihre Väter um wie ein schlechter Bogen. 58Sie reizten ihn zum Zorne durch ihre Höhen und erregten seine Eifersucht durch ihre geschnitzten Bilder. 59Da Gott dies hörte, verwarf er und vernichtete er Israel. 60Und er verwarf das Zelt zu Silo, sein Zelt, wo er unter den Menschen seine Wohnung aufgeschlagen, 61und gab ihre Macht in Gefangenschaft und ihre Zierde in die Gewalt der Feinde. 62Und er überantwortete sein Volk dem Schwerte und wandte sich von seinem Erbe. 63Ihre Jünglinge fraß das Feuer und ihre Jungfrauen werden nicht betrauert. 64Ihre Priester fielen durch das Schwert und ihre Witwen wurden nicht beweint. 65Da erwachte der Herr wie ein Schlafender, wie ein Held, der vom Weine reichlich genossen. 66Und er schlug seine Feinde auf den Rücken, ewige Schande brachte er über sie. 67Und er verwarf das Zelt Josephs und erwählte den Stamm Ephraim nicht, 68sondern erwählte den Stamm Juda, den Berg Sion, den er liebte. 69Und er baute in dem Lande, das er auf ewig gegründet, sein Heiligtum wie der Einhörner Horn, 70und erwählte David, seinen Diener, und nahm ihn von den Schafherden weg, von säugenden Schafen holte er ihn hinweg, 71dass er seinen Diener Jakob weide, Israel, sein Erbe. 72Und er weidete sie nach der Unschuld seines Herzens und leitete sie mit kundiger Hand.