Bibel in einem Jahr · Tag 198 von 365

Ps 67–69 · 1 Kor 8

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Die Psalmen 67

1Zum Ende, ein Loblied Davids. 2Es erhebe sich Gott, dass seine Feinde zerstreut werden, und die ihn hassen, vor seinem Angesichte fliehen! 3Wie der Rauch zergeht, so mögen sie zergehen, wie Wachs vor dem Feuer zerfließt. mögen die Sünder vor Gottes Angesichte vergehen. 4Die Gerechten aber mögen sich freuen und jauchzen vor Gottes Angesicht und in Wonne frohlocken. 5Lobsinget Gott, bringet seinem Namen ein Loblied, bereitet dem Bahn, der heraufzieht über den Sonnenuntergang! Herr ist sein Name! Frohlocket vor seinem Angesichte, vor seinem Angesichte mögen sie erzittern, 6der ein Vater den Waisen und Richter den Witwen ist, Gott in seiner heiligen Stätte, 7Gott, der Gleichgesinnte zusammenwohnen lässt in einem Hause; der die Gefesselten herausführt mit Macht, so wie die Widerspenstigen, die in den Gräbern ihre Stätte haben. 8O Gott! als du auszogst vor deinem Volke her, als du in der Wüste einherzogst, 9bebte die Erde und die Himmel trossen vor Gottes Angesichte, der Sinai vor dem Angesichte des Gottes Israels. 10Gnadenvoll spendetest du, o Gott! Deinem Erbe Regen; es war schwach geworden, doch du stärktest es. 11Deine Herde ließ sich darin nieder, du bereitetest es nach deiner Güte für den Armen, o Gott! 12Der Herr gibt Siegeswort den Freudenverkünderinnen mit großer Kraft. 13Er ist der Heere des Vielgeliebten König und der Zierde des Hauses gibt er Beute zu verteilen. 14Wenn ihr in euern Anteilen ruht, gleicht ihr den Silberflügeln der Taube, deren Hinterrücken im blaßgelben Golde schimmert. 15Als Gott im Himmel die Könige über das Land zerstreute, ward es auf dem Selmon schneeweiß. 16Der Berg Gottes ist ein fruchtbarer Berg, ein üppiger Berg, ein fruchtbarer Berg. 17Warum blickt ihr so scheel auf das üppige Gebirge? Es ist der Berg, auf dem es Gott wohlgefällt zu wohnen; ja, der Herr wohnt dort auf ewig. 18Der Kriegswagen Gottes sind viele zehntausend, Tausende sind, die jubeln. Der Herr ist unter ihnen auf Sina im Heiligtume. 19Du bist zur Höhe aufgestiegen, hast die Gefangenen fortgeführt, du hast Gaben unter den Menschen empfangen, sogar auch die nicht glauben, dass Gott, der Herr, hier wohnt. 20Gepriesen sei der Herr Tag für Tag Gott, in dem all unser Heil ist, er wird unsern Weg glücklich machen! 21Unser Gott ist ein Gott, der helfen kann; ja, Gott des Herrn ist es, dem Tode entrinnen zu lassen. 22Wahrlich, Gott zerschmettert die Häupter seiner Feinde, den Scheitel derer, die in ihren Sünden dahinwandeln. 23Der Herr sprach: Aus Basan werde ich sie herbringen, herbringen selbst aus Meerestiefen, 24damit dein Fuß sich in Blut tauche, die Zunge deiner Hunde das Blut der Feinde lecke. 25Man schaut dein Einherschreiten, o Gott! das Einherschreiten meines Gottes, meines Königs, der im Heiligtume thront. 26Voran gehen die Fürsten, es schließen sich die Sänger an, inmitten von paukenschlagenden Jungfrauen. 27In den Versammlungen preiset Gott, den Herrn ihr vom Quelle Israels! 28Dort ist Benjamin, der Jüngste, in Geistesentzückung, die Fürsten von Juda, ihre Heerführer, die Fürsten von Zabulon, die Fürsten von Nephthali. 29Entbiete, o Gott! deine Macht; bekräftige das, o Gott! was du unter uns gewirkt hast. 30Von deinem Tempel aus zu Jerusalem werden die Könige dir Geschenke bringen! 31Bedrohe die Tiere des Schilfs; es rottet sich zusammen die Schar der Stiere unter den Kühen der Völker, dass sie die verdrängen, die erprobt sind wie Silber. Zerstreue die Völker, welche die Kriege lieben! 32Gesandte werden aus Ägypten kommen, Äthiopien wird seine Hände eilends zu Gott erheben. 33Ihr Reiche der Erde, singet Gott! lobsinget dem Herrn, lobsinget Gott, 34der über den höchsten Himmel hinauffährt dem Aufgange zu! Sehet, er lässt seine Stimme, eine gewaltige Stimme, erschallen. 35Gebet Gott Ehre, dessen Herrlichkeit über Israel und dessen Macht in den Wolken ist! 36Wunderbar ist Gott in seinem Heiligtume, der Gott Israels verleiht seinem Volke Stärke und Kraft. Gepriesen sei Gott.

Die Psalmen 68

1Zum Ende, für die, welche umgewandelt werden, von David. 2Hilf mir, o Gott! denn die Wasser dringen bis an meine Seele. 3Ich versinke in tiefem Schlamme und kein Grund ist da, ich bin in die Tiefe des Meeres geraten und der Sturm hat mich versenkt. 4Ich habe mich müde gerufen, heiser ist meine Kehle geworden; meine Augen schmachten, während ich auf meinen Gott harre. 5Mehr denn meines Hauptes Haare sind, die mich ohne Ursache hassen; stark geworden sind meine Feinde, die mich ungerecht verfolgen; was ich nicht raubte, soll ich nun erstatten. 6O Gott! du kennst meine Torheit und meine Verschuldungen sind vor dir nicht verborgen. 7Lass nicht in mir zuschanden werden, die auf mich hoffen, o Herr, Herr der Heerscharen! Lass in mir nicht zuschanden werden, die dich suchen, o Gott Israels! 8Denn um deinetwillen trage ich Schmach, bedeckt Scham mein Angesicht. 9Ich bin meinen Brüdern fremd geworden und den Kindern meiner Mutter fernstehend. 10Denn der Eifer für dein Haus hat mich verzehrt und die Schmähungen derer, die dich schmähten, trafen mich. 11Ich hüllte meine Seele in Fasten und dies ward zur Schmach für mich. 12Ich machte ein Bußgewand zu meinem Kleide und ward ihnen zum Gespött. 13Es redeten wider mich, die am Tore sitzen, und die Zecher sangen Spottlieder auf mich. 14Ich aber, o Herr! richte mein Gebet zu dir, die Zeit des Wohlgefallens, o Gott! ist gekommen. Nach der Menge deiner Erbarmungen erhöre mich in deiner treuen Hilfe. 15Rette mich aus dem Schlamme, dass ich nicht versinke; befreie mich von denen, die mich hassen, und aus der Wassertiefe. 16Lass die Wasserflut mich nicht überströmen und die Tiefe mich nicht verschlingen noch den Abgrund seinen Rachen über mir schließen! 17Erhöre mich, o Herr! denn gütig ist dein Erbarmen, nach der Fülle deiner Erbarmungen schaue auf mich! 18Und wende dein Antlitz nicht ab von deinem Diener, denn ich bin in Drangsal, eilends erhöre mich! 19Habe acht auf meine Seele und befreie sie, um meiner Feinde willen rette mich! 20Du kennst meine Beschimpfung und meine Schande und meine Beschämung. 21Vor deinem Angesichte sind alle, die mich bedrängen. Mein Herz ist gewärtig der Schmach und des Elends. Ich wartete, ob jemand Mitleid hätte, und es fand sich keiner; ob einer Trost spendete, und ich fand keinen. 22Sie gaben mir Galle zur Speise und in meinem Durste tränkten sie mich mit Essig. 23Möge ihr Tisch vor ihnen zum Fallstricke werden und zur Vergeltung und zum Verderben! 24Ihre Augen mögen dunkel werden, dass sie nicht sehen, und ihren Rücken beuge immerdar! 25Gieße deinen Zorn über sie aus und der Grimm deines Zornes treffe sie! 26Möge ihre Wohnung wüst werden und in ihren Hütten niemand mehr wohnen! 27Denn den du geschlagen, verfolgten sie und zu dem Schmerz meiner Wunden haben sie neue hinzugefügt. 28Lass sie aus einer Sünde in die andere fallen und lass sie nicht zu deiner Gerechtigkeit gelangen! 29Sie mögen aus dem Buche der Lebendigen getilgt und mit den Gerechten nicht verzeichnet werden! 30Ich bin arm und voller Schmerzen, deine Hilfe, Gott, wird mich schirmen. 31Ich will den Namen Gottes in Liedern preisen und ihn verherrlichen mit Lobgesang. 32Das wird Gott mehr gefallen als ein junger Stier, dem Hörner und Klauen wachsen. 33Die Armen sollen es sehen und sich freuen; suchet Gott, so wird eure Seele aufleben. 34Denn der Herr hört auf die Armen und verachtet seine Gefangenen nicht. 35Es lobe ihn Himmel und Erde, das Meer und alles, was sich darin regt! 36Denn Gott wird Sion helfen und Judas Städte werden aufgebaut werden und sie werden daselbst wohnen und es als Erbe in Besitz nehmen. 37Und die Nachkommen seiner Diener werden es zum Besitze erhalten, und die seinen Namen lieben, werden darin wohnen.

Die Psalmen 69

1Zum Ende, ein Psalm Davids, zum Andenken, dass ihn der Herr errettet hat. 2O Gott habe acht auf meine Hilfe, Herr! eile, mir zu helfen. 3Beschämt und zuschanden mögen werden, die mir nach dem Leben trachten. 4Lass zurückweichen und beschämt werden, die mir Übles wollen; eilends lass zurückweichen und beschämt werden, die zu mir sprechen: Ha, ha! 5Um deinetwillen aber lass frohlocken und sich freuen alle, die dich suchen; und die dein Heil lieben, mögen immerdar sprechen: Hochgelobt sei der Herr! 6Ich aber bin elend und arm, o Gott! hilf mir. Mein Helfer und mein Erretter bist du; o Herr! säume nicht.

Neues Testament

1. Korintherbrief 8

1Hinsichtlich dessen aber, was den Götzen geopfert wird, wissen wir, weil wir alle Erkenntnis haben. Die Erkenntnis macht aufgeblasen, die Liebe hingegen erbaut. 2Wenn aber jemand vermeint, etwas zu wissen, so hat er noch nicht erkannt, wie er wissen muss. 3Wenn jemand Gott liebt, der ist von ihm erkannt. 4In Betreff der Speisen aber, welche den Götzen geopfert werden, wissen wir, dass ein Götze nichts in der Welt ist, und dass kein Gott ist, als nur der eine. 5Denn wenn es auch sogenannte Götter gibt, sei es im Himmel, sei es auf Erden (wie es denn viele Götter gibt und viele Herren), 6so haben wir doch nur einen Gott, den Vater, von dem alles ist, und für den wir sind; und einen Herrn, Jesus Christus, durch welchen alles ist, und wir durch ihn. 7Allein nicht alle haben die Erkenntnis; vielmehr essen einige, mit ihren noch nicht abgelegten Begriffen von den Götzen, es als Götzenopfer, und ihr Gewissen wird, weil es schwach ist, dadurch befleckt. 8Speise gibt uns keinen Wert bei Gott. Denn weder werden wir etwas voraus haben, wenn wir essen, noch nachstehen, wenn wir nicht essen. 9Sehet aber zu, dass diese eure Freiheit nicht etwa den Schwachen zum Anstoß werde. 10Denn wenn jemand den, welcher die Erkenntnis hat, im Götzentempel zu Tische sitzen sieht, wird nicht sein Gewissen, da es schwach ist, ermutigt werden, Götzenopfer zu essen? 11So wird durch deine Erkenntnis der schwache Bruder verloren gehen, um dessen willen Christus gestorben ist. 12Wenn ihr auch aber so gegen die Brüder versündigt und ihr schwaches Gewissen verletzt, sündigt ihr gegen Christus. 13Darum werde ich, wenn eine Speise meinem Bruder Anstoß gibt, kein Fleisch essen in Ewigkeit, damit ich meinem Bruder nicht Anstoß gebe.