Bibel in einem Jahr · Tag 197 von 365

Ps 64–66

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Die Psalmen 64

1Zum Ende, ein Psalm Davids, das Lied von Jeremias und Ezechiel für das Volk der Übersiedlung, da sie anfingen auszuziehen. 2Dir ziemt Lobpreis, o Gott! auf Sion und dir sollen Gelübde entrichtet werden in Jerusalem. 3Erhöre mein Gebet, zu dir kommt alles Fleisch. 4Gottlose Taten haben uns überwältigt, doch du vergabst uns unsere Missetaten. 5Glückselig, wen du erwählst und annimmst, dass er in deinen Vorhöfen wohne; wir werden gesättigt werden von deines Hauses Gütern; dein Tempel ist heilig, 6wunderherrlich in Gerechtigkeit. Erhöre uns, Gott, du unser Retter, du Hoffnung aller Enden der Erde und des fernen Meeres! 7Der du durch deine Kraft die Berge feststellst, mit Stärke umgürtest bist; 8der du das Meer bis auf den Grund aufwühlst, das Brausen seiner Wogen. Es erschrecken die Völker 9und die Bewohner der äußersten Enden fürchten sich vor deinen Zeichen; da, wo der Morgen und Abend beginnt, spendest du Jubel. 10Du suchst das Land heim und tränkst es reichlich, du bereicherst es in Fülle. Der Strom Gottes ist angefüllt vom Wasser, du bereitest ihnen Speise; denn solcherweise ist das Land bereitet. 11Tränkst du seine Furchen, so mehrst du sein Wachstum; wenn du demselben Regen sendest, sproßt es freudig. 12Du segnest den Kranz des Jahres mit deiner Güte und deine Felder füllen sich mit Überfluss. 13Es prangen die Tristen der Wüste und mit Jubel umgürten sich die Hügel. 14Es werden die Widder der Herden bekleidet und die Täler haben Überfluss an Korn; alles jauchzt, ja, singt Lob.

Die Psalmen 65

1Zum Ende, ein Lobpsalm auf die Auferstehung. Jauchzet Gott zu, alle Lande, 2lobsinget seinem Namen, lasset sein Lob herrlich erschallen! 3Sprechet zu Gott: Wie furchtbar sind deine Werke, o Herr! Ob der Fülle deiner Macht schmeicheln dir deine Feinde. 4Alle Länder mögen dich anbeten und dir singen, deinem Namen ein Loblied darbringen. 5Kommet und schauet die Taten Gottes, furchtbar ist er in seinen Ratschlüssen über die Menschenkinder! 6Er wandelte das Meer in trockenes Land, durch den Strom zogen sie zu Fuß; dort freuten wir uns seiner. 7Er herrscht in seiner Stärke für und für, seine Augen schauen auf die Völker. Die gegen ihn widerspenstig sind, mögen sich nicht erheben bei sich! 8Preiset, ihr Völker! Unsern Gott und lasset die Stimme seines Lobes hören, 9der meiner Seele Leben verlieh und meine Füße nicht hat straucheln lassen. 10Denn du hast uns geprüft, o Gott! hat uns im Feuer geläutert, wie man Silber läutert. 11Du hast uns in einen Fallstrick geführt, auf unsern Rücken Trübsal gelegt, 12hast Menschen über unsere Häupter gesetzt. Wir gingen durch Feuer und Wasser, aber du führtest uns heraus zur Erquickung. 13Ich will in dein Haus mit Brandopfern kommen, dir meine Gelübde lösen, 14die meine Lippen ausgesprochen und mein Mund in meiner Trübsal verheißen hat. 15Fette Brandopfer will ich dir darbringen mit dem Opferduft von Widdern, Rinder dir opfern samt Böcken. 16Kommet, höret, ihr alle, die ihr Gott fürchtet, so will ich erzählen, was er meiner Seele Großes getan! 17Ich rief zu ihm mit meinem Munde und pries ihn mit meiner Zunge. 18Hätte ich Unrecht ersehen in meinem Herzen, nicht würde der Herr mich erhören. 19Aber Gott hat mich erhört und hat auf die Stimme meines Flehens geachtet. 20Gepriesen sei Gott, der mein Gebet nicht abwies, noch mir sein Erbarmen entzog.

Die Psalmen 66

1Zum Ende, unter den Liedern, ein Loblied Davids. 2Gott erbarme sich unser und segne uns, er lasse sein Angesicht über uns leuchten und erbarme sich unser; 3damit wir auf Erden deinen Weg, unter allen Völkern dein Heil erkennen. 4Es sollen dich die Völker preisen, o Gott! alle Völker sollen dich preisen. 5Es sollen sich freuen und jubeln die Völker, denn du richtest die Völker in Gerechtigkeit und leitest die Nationen auf Erden. 6Es sollen dich die Völker preisen, o Gott! alle Völker sollen dich preisen. 7Das Land bringt seine Frucht. Es segne uns Gott, unser Gott, 8es segne uns Gott, und alle Enden der Erde sollen ihn fürchten!