Bibel in einem Jahr · Tag 196 von 365

Ps 61–63 · 1 Kor 7

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Die Psalmen 61

1Zum Ende, für Idithun, ein Psalm Davids. 2Soll wohl meine Seele Gott nicht unterworfen sein, von ihm kommt mir ja Hilfe? 3Ja, er nur ist mein Gott und mein Retter, mein Schirmer, ich werde nicht mehr wanken. 4Wie lange stürmt ihr ein auf einen Mann und geht mit Mordgedanken um, ihr alle, wie auf eine sinkende Wand und eine einstürzende Mauer? 5Nur darauf sinnen sie, mir meine Ehre zu rauben, dürstend irre ich umher; mit ihrem Munde segnen sie, in ihrem Herzen fluchen sie. 6Doch du, meine Seele, sei Gott unterworfen, denn von ihm kommt mir Zuversicht. 7Denn er ist mein Gott und mein Retter, mein Helfer, ich werde nicht in die Fremde fliehen. 8Auf Gott beruht mein Heil und mein Ruhm, er ist der Gott, der mir hilft, und meine Hoffnung beruht auf Gott! 9Vertraue auf ihn, du ganze Gemeinde des Volkes, schüttet euer Herz vor ihm aus! Gott ist unser Helfer in Ewigkeit. 10Fürwahr! nichtig sind die Menschenkinder, trügerisch die Menschenkinder, werden sie auf der Waage gewogen, sie täuschen allesamt wegen ihrer Nichtigkeit. 11Verlasset euch nicht auf Unrecht und verlanget nicht nach Raub, und wenn euch Reichtum zuströmt, so hänget das Herz nicht an denselben! 12Einmal hat Gott gesprochen. Diese zwei Dinge vernahm ich: Gott gehört die Macht zu, 13und bei dir, o Herr! ist Erbarmen; denn du vergiltst einem jeden nach seinen Taten.

Die Psalmen 62

1Ein Psalm Davids, als er in der Wüste von Idumäa war. 2O Gott, mein Gott! zu dir erwache ich früh, es dürstet nach dir meine Seele, wie sehr schmachtet nach dir mein Fleisch. 3Im wüsten, unzugänglichen und wasserlosen Lande, so erscheine ich vor dir im Heiligtume, um deine Macht und deine Herrlichkeit zu schauen. 4Denn deine Barmherzigkeit ist besser als das Leben. Meine Lippen sollen dich loben. 5Also will ich dich preisen mein Leben lang und in deinem Namen meine Hände erheben. 6Wie an Mark und Fett ersättige sich meine Seele, mein Mund soll mit jubelnden Lippen dich preisen. 7Gedenke ich deiner auf meinem Lager, so sinne ich noch am Morgen über dich, 8denn du bist mein Helfer. Und im Schatten deiner Flügel will ich jubeln, 9dir hängt meine Seele an, deine Rechte hält mich aufrecht. 10Sie aber trachten mir vergebens nach dem Leben, sie werden hinabfahren in die Tiefen der Erde, 11werden der Gewalt des Schwertes preisgegeben, eine Beute der Füchse werden. 12Der König aber wird sich Gottes freuen, es rühmen sich alle, die bei ihm schwören, denn der Mund derer, die Gottloses reden, ist verstopft.

Die Psalmen 63

1Zum Ende, Psalm Davids. 2Erhöre, o Gott! mein Gebet, da ich flehe, von dem Schrecken des Feindes rette meine Seele. 3Du wirst mich beschirmen vor der Gemeinschaft der Bösewichter, vor der Rotte der Übeltäter. 4Denn sie schärfen wie ein Schwert ihre Zungen, spannen den Bogen, eine bittere Waffe, 5um im Verborgenen auf den Unbefleckten zu schießen. 6Jählings schießen sie auf ihn ohne Scheu; sie halten fest an bösem Anschlag, verabreden sich, Fallstricke zu verbergen, und sagen: Wer wird sie sehen? 7Sie ersinnen Freveltat, haben ersonnen, was sie gedachten, und der Mensch erhebt sein Herz zu hohen Dingen, 8aber Gott zeigt sich erhaben! Die Wunden von ihnen sind wie durch Pfeile von Kinderhand 9und ihre Zungen werden schwach wider sie. Es entsetzen sich alle, die die sehen, 10und alle Menschen erfasst Furcht; sie verkünden Gottes Tun und erkennen seine Werke. 11Der Gerechte erfreut sich in dem Herrn und vertraut auf ihn, und frohlocken werden alle, die aufrichtigen Herzens sind.

Neues Testament

1. Korintherbrief 7

1In Betreff dessen, wovon ihr mir geschrieben habt, so tut der Mensch wohl daran, kein Weib zu berühren; 2jedoch um Unzucht zu verhüten, möge ein jeder sein Weib, und eine jede Frau ihren Mann haben. 3Dem Weibe leiste der Mann die Pflicht, gleicherweise auch das Weib dem Manne. 4Das Weib hat nicht Gewalt über ihren Leib, sondern der Mann; gleicherweise aber hat auch der Mann nicht Gewalt über seinen Leib, sondern das Weib. 5Entziehet euch einander nicht, es sei denn mit gegenseitiger Einwilligung, auf eine Zeit, um euch dem Gebete zu widmen; dann kommet wiederum zusammen, damit euch der Satan nicht versuche eurer Unenthaltsamkeit wegen. 6Dies aber sage ich als Zugeständnis, nicht als Gebot. 7Denn ich wünschte, dass ihr alle seiet, wie ich selbst; doch ein jeder hat seine eigene Gabe von Gott, der eine so, der andere aber so. 8Ich sage aber den Unverheirateten und den Witwen: es ist ihnen gut, wenn sie so bleiben, wie auch ich. 9Wenn sie aber nicht enthaltsam sind, so sollen sie heiraten; denn es ist besser heiraten; als entbrannt sein. 10Denen aber, welche ehelich verbunden sind, gebiete nicht ich, sondern der Herr, dass die Frau sich nicht von dem Manne trenne. 11Wenn sie sich aber getrennt hat, bleibe sie unvermählt, oder versöhne sich wieder mit ihrem Manne. Auch entlasse der Mann die Frau nicht. 12Den übrigen aber sage ich, nicht der Herr: Wenn ein Bruder eine ungläubige Frau hat, und diese willigt ein, bei ihm zu wohnen, so entlasse er sie nicht. 13Und wenn eine gläubige Frau einen ungläubigen Mann hat, und dieser willigt ein, mit ihr zu wohnen, so entlasse sie den Mann nicht; 14denn der ungläubige Mann ist durch die gläubige Frau geheiligt, und die ungläubige Frau ist durch den gläubigen Mann geheiligt; sonst wären eure Kinder unrein, nun aber sind sie heilig. 15Wenn aber der Ungläubige sich trennt, so trenne er sich; denn nicht ist der Bruder oder die Schwester an solche gefesselt; im Frieden hat uns Gott berufen. 16Denn woher weißt du, Weib! ob du den Mann zum Heile führen werdest? Oder woher weißt du, Mann! ob du das Weib zum Heile führen werdest? 17Nur soll ein jeder, wie es ihm der Herr zugeteilt hat und wie Gott einen jeden berufen hat, so wandeln; so lehre ich in allen Gemeinden. 18Ist jemand als Beschnittener berufen, so stelle er sich keine Vorhaut künstlich her; ist jemand als Unbeschnittener berufen, so lasse er sich nicht beschneiden. 19Die Beschneidung ist nichts, und die Vorhaut ist nichts, sondern die Beobachtung der Gebote Gottes. 20Ein jeder bleibe in dem Berufe, in welchem er berufen ist. 21Bist du als Sklave berufen, so lass dich dies nicht kümmern; doch wenn du frei werden kannst, so mache es dir lieber zunutze. 22Denn wer im Herrn berufen ward als Knecht, ist ein Freigelassener des Herrn; gleicherweise wer als Freier berufen ist, ist ein Knecht Christi. 23Ihr seid teuer erkauft, werdet nicht Knechte von Menschen! 24Worin ein jeder berufen ist, Brüder! darin bleibe er bei Gott. 25In Hinsicht der Jungfrauen aber habe ich kein Gebot vom Herrn; einen Rat indes gebe ich, als einer, der vom Herrn die Barmherzigkeit erlangt hat, treu zu sein. 26Ich erachte also dafür, es sei dies gut wegen der obwaltenden Not, nämlich, dass es dem Menschen gut ist, so zu sein. 27Bist du an eine Frau gebunden, so suche keine Lösung; bist du aber frei, so suche keine Frau. 28Wenn du aber eine Frau nimmst, so sündigst du nicht; und wenn die Jungfrau heiratet, so sündigt sie nicht; jedoch werden solche Bedrängnis des Fleisches haben. Ich aber schone eurer. 29Dies nun, Brüder! sage ich: Die Zeit ist kurz, es erübrigt, dass auch die, welche Frauen haben, seien, als hätten sie keine; 30und die, welche weinen, als weinten sie nicht; und die, welche sich freuen, als freuten sie sich nicht; und die, welche kaufen, als besäßen sie nichts; 31und die, welche diese Welt genießen, als genössen sie dieselbe nicht; denn die Gestalt dieser Welt vergeht. 32Ich wünschte aber, ihr möchtet ohne Sorge sein. Wer unverheiratet ist, ist um das besorgt, was des Herrn ist, wie er Gott wohlgefallen möge. 33Wer aber verheiratet ist, ist um das besorgt, was der Welt ist, wie er seinem Weibe gefallen möge, und ist geteilt. 34Und das unverheiratete Weib und die Jungfrau ist auf das bedacht, was des Herrn ist, dass sie heilig sei an Leib und Geist; die Verheiratete aber ist auf das bedacht, was der Welt ist, wie sie dem Manne gefallen möge. 35Dieses sage ich jedoch zu eurem Besten; nicht um euch eine Schlinge überzuwerfen, sondern zur Wohlanständigkeit und zur Förderung ungestörten Gebetes zum Herrn. 36Wenn aber jemand meint, es gereiche ihm zur Unehre, wenn seine Jungfrau über die Jahre hinauskommt, und es so geschehen muss, so tue er, was er will; er sündigt nicht, wenn sie heiratet. 37Wer aber in seinem Herzen fest beschlossen hat, ohne Zwang, vielmehr nach seinem Willen frei handelnd, und sich dafür in seinem Herzen entschieden hat, seine Jungfrau zu bewahren, der tut wohl daran. 38Sonach denn, wer seine Jungfrau verheiratet, tut recht; und wer sie nicht verheiratet, tut besser. 39Das Weib ist an das Gesetz gebunden, solange ihr Mann lebt; wenn aber ihr Mann entschlafen ist, so ist sie frei geworden; sie heirate, wen sie will, allein im Herrn. 40Seliger aber wird sie sein, wenn sie so bleibt, nach meinem Rate; ich meine aber, dass auch ich Gottes Geist habe.