Bibel in einem Jahr · Tag 195 von 365

Ps 58–60 · 1 Kor 6

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Die Psalmen 58

1Zum Ende, vertilge nicht! von David; eine Aufschrift, als Saul hinsandte und sein Haus bewachen ließ, um ihn zu töten. 2Errette mich vor meinen Feinden, o mein Gott! und von meinen Widersachern befreie mich. 3Errette mich vor den Übeltätern und gegen die Blutgierigen sei meine Hilfe. 4Denn siehe, sie lauern meinem Leben auf, die Starken überfallen mich. 5Und doch habe ich mich nicht vergangen noch versündigt, o Herr! ohne Verschuldung und gerade war mein Wandel. 6Auf, komme mir entgegen und siehe darauf, und du Herr, Gott der Heerscharen, Gott Israels! Suche alle Völker heim, habe kein Erbarmen mit allen, die Böses tun. 7Am Abende kehren sie zurück und leiden Hunger wie Hunde und umkreisen die Stadt. 8Siehe, sie geifern mit ihrem Munde und ein Schwert ist auf ihren Lippen, denn wer hört es? 9Aber du, Herr! lachst ihrer, du machst alle Völker zuschanden. 10Meine Stärke will ich bei dir bewahren denn du, o Gott! bist mein Schirm. 11Meines Gottes Barmherzigkeit wird mir zuvorkommen, 12Gott wird mich mein Auge weiden lassen an meinen Feinden. Töte sie nicht, dass meine Volksgenossen es nicht vergessen! Zerstreue sie durch deine Macht und bringe sie zu Falle, Herr! mein Beschützer, 13ob der Sünde ihres Mundes und der Rede ihrer Lippen. Mögen sie gefangen werden in ihrem Hochmut. Um der Verfluchungen und der Lüge willen werden sie der Vernichtung geweiht werden, 14der Vernichtung im Zorne, dass sie nicht mehr seien. Sie sollen wissen, dass Gott über Jakob herrscht und bis an die Enden der Erde! 15Am Abende kehren sie zurück und leiden Hunger wie Hunde und umkreisen die Stadt. 16Sie zerstreuen sich, um Nahrung zu suchen, und murren, wenn sie nicht satt werden. 17Ich aber will deine Stärke besingen und am frühen Morgen ob deines Erbarmens frohlocken, denn du bist mein Schirm und meine Zuflucht geworden am Tage meiner Not. 18O mein Helfer! Dir will ich lobsingen, denn du, Gott, bist mein Beschützer, mein Gott, mein Erbarmen!

Die Psalmen 59

1Zum Ende, auf die, welche verwandelt werden, eine Aufschrift von David zur Belehrung, 2als er das syrische Mesopotamien und Sobal verheert hatte und Joab umkehrte und im Salztale zwölftausend Edomiter erschlug. 3O Gott! du hast und verstoßen und zerrüttet, du zürntest, doch du wirst dich wieder unser erbarmen. 4Du hast das Land bewegt und es erschüttert; heile seine Brüche, denn es wankt. 5Du hast dein Volk Hartes erfahren lassen, hast uns mit Schmerzenswein getränkt. 6Doch denen, die dich fürchten, gabst du ein Panier, vor dem Bogen zu flüchten, auf dass deine Geliebten gerettet werden. 7Hilf nun mit deiner Rechten und erhöre mich! 8Gott hat verheißen in seiner Heiligkeit: Jauchzen werde ich, austeilen Sichem und vermessen das Tal der Gezelte. 9Mein ist Galaad und mein ist Manasse und Ephraim ist die Schutzwehr meines Hauptes, Juda mein König, 10Moab der Topf meiner Hoffnung, über Edom strecke ich meinen Schuh, mir sind die Fremdlinge untertan. 11Wer führt mich in die feste Stadt? wer geleitet mich bis nach Edom? 12Nicht du, o Gott! der uns verstoßen, und wirst du nicht, o Gott! mit unsern Heeren ausziehen? 13Schaffe uns Hilfe, Herr! in der Not, denn Menschenhilfe ist nichtig. 14Mit Gott wollen wir große Taten vollbringen und er wird unsere Bedränger zunichte machen!

Die Psalmen 60

1Zum Ende, aus Davids Liedern. 2Erhöre, o Gott! mein Flehen, hab acht auf mein Gebet! 3Vom Ende der Erde rufe ich zu dir, da mein Herz in Ängsten ist. Du erhobst mich auf einen Felsen, leitetest mich; 4denn du warst meine Hoffnung, ein fester Turm gegen den Feind. 5Ich werde immerdar in deinem Zelte weilen, beschirmt sein unter dem Schatten deiner Flügel. 6Denn du, mein Gott! hast mein Gebet erhört, hast denen das Erbteil gegeben, die deinen Namen fürchten. 7Du wirst zu den Lebenstagen des Königs Tage hinzufügen, seine Jahre von Geschlecht zu Geschlecht währen lassen. 8Immerdar bleibt er vor dem Angesichte Gottes. Wer wird seine Barmherzigkeit und Treue erforschen? 9So will ich deinem Namen ewig lobsingen, auf dass ich meine Gelübde erfülle Tag um Tag.

Neues Testament

1. Korintherbrief 6

1Wagt es jemand von euch, der einen Handel mit einem andern hat, denselben bei den Ungerechten entscheiden zu lassen, und nicht bei den Heiligen? 2Oder wisset ihr nicht, dass die Heiligen über diese Welt Richter sein werden? Wenn denn die Welt durch euch gerichtet werden wird, seid ihr nicht würdig, über geringfügige Dinge zu Gericht zu sitzen? 3Wisset ihr nicht, dass wir Engel richten werden? Um wie viel mehr weltliche Dinge? 4Wenn ihr nun weltliche Rechtshändel habt, so bestellet die unansehnlichsten in der Gemeinde zu Richtern. 5Zu eurer Beschämung sage ich es. Also ist denn kein Weiser unter euch, auch nicht einer, der zwischen seinen Brüdern Recht sprechen könnte? 6Vielmehr rechtet ein Bruder mit dem Bruder, und das vor den Ungläubigen? 7Nun ist es schon überhaupt ein Fehler unter euch, dass ihr Rechtsstreite miteinander habt. Warum leidet ihr nicht lieber Unrecht? Warum lasset ihr euch nicht lieber übervorteilen? 8So aber tut ihr selbst Unrecht und übervorteilt, und das an Brüdern. 9Oder wisset ihr nicht, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht besitzen werden? Täuschet euch nicht! Weder Unzüchtige, noch Götzendiener, noch Ehebrecher, 10noch Weichlinge, noch Knabenschänder, noch Habsüchtige, noch Geizige, noch Trunkenbolde, noch Lästerer, noch Raubsüchtige werden das Reich Gottes ererben. 11Und solche sind einige von euch gewesen; aber ihr seid abgewaschen, aber ihr seid geheiligt, aber ihr seid gerechtfertigt in dem Namen unsers Herrn Jesus Christus und in dem Geiste unseres Gottes. 12Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles frommt; alles ist mir erlaubt, aber ich will mich von nichts knechten lassen. 13Die Speise ist für den Bauch, und der Bauch für die Speise; Gott aber wird sowohl jene als diese abtun. Aber der Leib ist nicht für die Unzucht, sondern für den Herrn, und der Herr für den Leib. 14Gott aber hat nicht nur den Herrn auferweckt, sondern er wird auch uns durch seine Kraft auferwecken. 15Wisset ihr nicht, dass eure Leiber Glieder Christi sind? Sollte ich also die Glieder Christi nehmen und sie zu Gliedern einer Buhlerin machen? Das sei ferne! 16Oder wisset ihr nicht, dass wer einer Buhlerin anhängt, ein Leib mit ihr wird? Denn es werden (sagt er) die Zwei ein Leib sein. 17Wer aber dem Herrn anhängt, ist ein Geist mit ihm. 18Fliehet die Unzucht! Jede Sünde, welche der Mensch begeht, bleibt außerhalb des Leibes; wer aber Unzucht treibt, sündigt gegen seinen eigenen Leib. 19Oder wisset ihr nicht, dass eure Glieder ein Tempel des Heiligen Geistes sind, der in euch ist, den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euer eigen seid? 20Denn um hohen Preis seid ihr erkauft worden. Verherrlichet und traget Gott in eurem Leibe!