Bibel in einem Jahr · Tag 194 von 365

Ps 55–57 · 1 Kor 5

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Die Psalmen 55

1Zum Ende, für das Volk, das fern ist vom Heiligtume, eine Aufschrift Davids, als ihn die Philister zu Geth ergriffen. 2Erbarme dich meiner, o Gott! denn es treten mich die Menschen nieder, immerfort bedrängen sie mich und ängstigen mich. 3Meine Feinde bedrücken mich immerfort, denn viele sind der Streiter wider mich. 4Ich fürchte mich vor des Tages Höhe, doch ich vertraue auf dich. 5In Gott preise ich die mir gewordene Verheißung, auf Gott setze ich meine Hoffnung; ich bin ohne Furcht, was könnte Fleisch mir anhaben? 6Immerfort verfluchen sie meine Worte; alle ihre Gedanken sind wider mich zum Bösen. 7Sie kommen insgeheim zusammen, sie lauern meiner Ferse auf. Aber wie sie nach meinem Leben trachten, 8so wirst du sie mitnichten entrinnen lassen, im Zorne wirst du die Völker zermalmen. O Gott! 9Mein Leben mache ich dir kund; du brachtest meine Tränen vor dein Angesicht, sowie du auch verheißen hast. 10Dann werden meine Feinde zurückweichen am Tage, da ich zu dir rufe; siehe, ich weiß, dass du mein Gott bist. 11In Gott preise ich sein Wort, in Gott preise ich seine Verheißung; auf Gott setze ich meine Hoffnung, ich hege keine Furcht, was könnte Fleisch mir anhaben? 12Mir liegen ob, Gott! Gelübde gegen dich, Dankopfer, die ich dir darbringen will; 13denn du hast meine Seele dem Tode entrissen und meine Füße dem Falle, dass ich vor Gott im Lichte der Lebendigen Wohlgefallen finde.

Die Psalmen 56

1Zum Ende, vertilge nicht! von David; eine Aufschrift; als er vor Saul in die Höhle floh. 2Erbarme dich meiner, o Gott! erbarme dich meiner; denn auf dich vertraut meine Seele und unter dem Schatten deiner Flügel suche ich Zuflucht, bis das Verderben vorübergeht. 3Zu Gott, dem Allerhöchsten, rufe ich, zu Gott, der mir Gutes erweist. 4Er sendet Hilfe vom Himmel und befreit mich, gibt meine Unterdrücker der Schmach hin; Gott sendet sein Erbarmen und seine Treue; 5er reißt mich aus der jungen Löwen Mitte, in Ängsten lege ich mich nieder. Der Menschenkinder Zähne sind Waffen und Pfeile und ihre Zunge ein scharfes Schwert. 6Erhebe dich hoch über die Himmel, o Gott! und deine Herrlichkeit zeige sich über die ganze Erde. 7Sie legten meinen Füßen Fallstricke und beugten meine Seele nieder, sie gruben vor mir eine Grube und stürzten selbst in dieselbe. 8Bereit ist mein Herz, o Gott! bereit ist mein Herz, ich will singen und Psalmen spielen. 9Auf, mein Ruhm, auf, Saitenspiel und Harfe! Am frühesten Morgen will ich mich erheben. 10Ich will dich preisen unter den Völkern, o Herr! und dir lobsingen unter den Nationen, 11denn groß bis zum Himmel ist dein Erbarmen und bis zu den Wolken deine Treue. 12Erhebe dich über die Himmel, o Gott! und deine Herrlichkeit breite sich über die ganze Erde hin aus.

Die Psalmen 57

1Zum Ende, vertilge nicht! von David, eine Aufschrift. 2Wenn ihr ja in Wahrheit gerechten Spruch fällt, so richtet, was recht ist, ihr Menschenkinder! 3Denn ihr verübt Bosheit im Herzen, eure Hände üben Gewalttat auf Erden. 4Entfremdet sind sie als Sünder von Mutterleibe an, sie gehen irre von der Geburt an, sie reden Lügen. 5Sie wüten gleich einer Schlange, gleich einer tauben Natter, die ihr Ohr verstopft, 6die nicht auf die Stimme der Beschwörer hört und des wohlerfahrenen Zauberers. 7Gott wird ihre Zähne in ihrem Munde zerschmettern, das Gebiss der Löwen wird der Herr zerbrechen. 8Sie werden zu nichts werden wie Wasser, das verrinnt, er spannt seinen Bogen, bis sie kraftlos hinsinken. 9Wie Wachs, das zerfließt, werden sie vergehen; Feuer fällt auf sie hernieder, dass sie die Sonne nicht mehr sehen. 10Bevor eure Dornen zum Strauche heranwachsen, rafft er sie, noch in der Fülle des Lebens, im Zorne hinweg. 11Der Gerechte wird sich freuen, wenn er die Rache sieht; er wird seine Hände waschen im Blute des Sünders. 12Und man wird sprechen: Ja, wahrlich, es gibt einen Lohn für den Gerechten; wahrlich, es ist ein Gott, der sie auf Erden richtet!

Neues Testament

1. Korintherbrief 5

1Überhaupt hört man von Unzucht unter euch, und gar von solcher Unzucht, wie sie selbst unter den Heiden nicht vorkommt, dass nämlich jemand das Weib seines Vaters hat. 2Und ihr seid aufgeblasen und nicht vielmehr in Trauer versetzt, damit der aus eurer Mitte hinweggeschafft werde, welcher diese Tat begangen hat. 3Ich meinerseits, zwar abwesend dem Leibe nach, aber gegenwärtig dem Geiste nach, habe schon, als wäre ich gegenwärtig, über den, der solches verübt hat, entschieden: 4Im Namen unseres Herrn Jesu Christi, während ihr und mein Geist versammelt seid, mit der Kraft unsers Herrn Jesus, 5einem solchen dem Satan zu übergeben zum Verderben des Fleisches, damit der Geist gerettet werde an dem Tage unsers Herrn Jesus Christus. 6Nicht gut ist euer Rühmen! Wisset ihr nicht, dass ein wenig Sauerteig den ganzen Teig durchsäuert? 7Feget aus den alten Sauerteig, damit ihr ein neuer Teig seiet, wie ihr denn auch ungesäuert seid; denn unser Osterlamm ist geopfert, Christus. 8So lasset uns also Feste feiern nicht mit dem alten Sauerteige, noch mit dem Sauerteige der Bosheit und Schalkheit, sondern mit dem ungesäuerten Brote der Lauterkeit und Wahrheit. 9Ich habe euch in dem Briefe geschrieben: Habet keinen Verkehr mit Unzüchtigen. 10Dies meinte ich aber nicht überhaupt von den Unzüchtigen dieser Welt, oder den Habsüchtigen, oder Raubsüchtigen, oder Götzendienern; denn sonst müsstet ihr aus dieser Welt hinausgehen. 11Nun aber schrieb ich euch, keinen Verkehr zu haben, wenn einer, der sich Bruder nennt, ein Unzüchtiger, oder ein Habsüchtiger, oder ein Götzendiener, oder ein Lästerer, oder ein Trunkenbold, oder ein Raubsüchtiger ist; mit einem solchen nicht einmal zu essen. 12Denn was steht es mir zu über die, welche draußen sind, zu richten? Richtet ihr nicht die, welche drinnen sind? 13Denn die, welche draußen sind, wird Gott richten. Schaffet den Bösen hinweg aus eurer Mitte!