Die Psalmen 70
1Ein Psalm Davids, der Söhne Jonadabs und der ersten Gefangenen. Auf dich, Herr! hoffe ich, lass mich nimmermehr zuschanden werden, 2um deiner Gerechtigkeit willen befreie mich und rette mich. O, neige mir dein Ohr zu und hilf mir! 3Sei mir ein schirmender Gott, eine feste Stätte, dass du mir helfest, denn meine Feste und meine Zuflucht bist du. 4Mein Gott! befreie mich aus der Gewalt des Sünders und aus der Gewalt dessen, der wider das Gesetz handelt, und des Gottlosen. 5Denn du bist meine Zuversicht, o Herr! meine Hoffnung, o Herr, von meiner Jugend an! 6Auf dich bin ich gestützt vom Mutterschoße an, vom Mutterleibe an bist du mein Beschirmer. Dir gilt mein Lobgesang immerdar. 7Wie ein Wunder bin ich vielen geworden, denn du bist ein starker Helfer. 8Mein Mund sei voll deines Lobes, dass ich deine Herrlichkeit besinge, deine Größe immerdar. 9Verwirf mich nicht zur Zeit des Alters; wenn meine Kraft hingeschwunden, verlass mich nicht! 10Denn meine Feinde sprechen über mich, und die auf mein Leben lauern, halten Rat miteinander, 11sprechend: Gott hat ihn verlassen! Verfolgt und ergreifet ihn, denn niemand ist, der ihn rette! 12Gott, sei nicht fern von mir, mein Gott, habe acht auf meine Hilfe! 13Er mögen beschämt werden und umkommen, die mir übel nachreden, mit Schmach und Schande bedeckt werden, die mein Unglück suchen. 14Ich aber will allezeit vertrauen und all dein Lob immerdar noch mehr singen. 15Mein Mund soll deine Gerechtigkeit verkünden, immerfort dein Heil, denn ich vermag nicht sie zu beschreiben. 16So will ich betrachtend eingehen auf die Machterweise des Herrn, deiner Gerechtigkeit, o Herr! allein gedenken. 17O Gott! Du hast mich unterwiesen von meiner Jugend an und bis hierher verkünde ich deine Wunder. 18So verlass mich auch bis ins Alter und bis zum Greisentum nicht, o Gott! bis ich allen kommenden Geschlechtern deine Stärke verkünde, deine Macht 19und deine Gerechtigkeit, o Gott! bis zum Himmel, was du Großes getan. Gott! wer ist dir gleich? 20Wie viel schlimme Drangsal hast du mich schauen lassen! Doch du belebst mich wieder neu und ziehst mich wieder aus den Tiefen der Erde empor. 21Du mehrst noch reicher deine Herrlichkeit und wirst wiederum mein Trost. 22So will ich denn dir zu Ehren im Psalterspiel deine Treue preisen, o Gott! dir lobsingen auf der Harfe, o Heiliger Israels! 23Meine Lippen sollen frohlocken, wenn ich dir singe, und meine Seele, die du erlöst hast. 24Auch meine Zunge soll immerfort deine Gerechtigkeit verkünden, wenn beschämt und zuschanden werden, die mein Unglück suchen.