Bibel in einem Jahr · Tag 172 von 365

Ijob 32–34 · Röm 6

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das Buch Ijob 32

1Jene drei Männer aber antworteten Job nicht mehr, weil er sich für gerecht hielt. 2Und Eliu, der Sohn Barachels, der Buziter, vom Geschlechte Ram, ward zornig und ergrimmte über Job, weil dieser sich für gerecht vor Gott erklärte, 3und er zürnte über seine Freunde, weil sie keine verständige Entgegnung gefunden, sondern Job nur verdammt hatten. 4Eliu aber hatte gewartet, so lange Job redete; denn die, welche redeten, waren älter. 5Als er aber sah, dass die drei nicht entgegnen konnten, ward er sehr zornig. 6Und Eliu, der Sohn Barachels, der Buziter, begann und sprach: Ich bin jünger an Jahren, ihr aber seid älter; darum senkte ich das Haupt und scheute mich, euch meine Meinung kundzugeben. 7Denn ich hoffte, das reifere Alter werde reden und die Menge der Jahre Weisheit lehren. 8Allein, wie ich sehe, ist es der Geist in dem Menschen und die Eingebung des Allmächtigen, die Einsicht gibt. 9Nicht die Bejahrten sind die Weisen und nicht die Greise sehen das Rechte ein. 10Darum will ich reden: Höret mich, auch ich will euch meine Weisheit kundgeben! 11Denn ich habe auf eure Reden gewartet, auf eure Weisheit gehorcht, bis ihr den Streit entschieden hättet, 12und hatte acht, solange ich glaubte, ihr würdet etwas sagen; doch wie ich sehe, ist keiner von euch, der Job überführen und auf seine Reden antworten könnte. 13Saget nicht etwa: Wir haben die Weisheit gefunden, Gott hat ihn niedergeworfen, nicht ein Mensch! 14Er hat zu mir nichts geredet und ich will ihm nicht nach euern Reden entgegnen. 15Sie sind erschrocken und entgegnen nichts mehr und haben sich selbst die Rede entzogen. 16Da ich also wartete und sie nicht redeten, inne hielten und nicht weiter antworteten, 17so will auch ich meinen Teil antworten und zeigen, was ich weiß. 18Denn ich bin voll von Reden und der Geist beengt mich in meinem Innern. 19Sehet, mein Inneres ist wie Most, der kein Lustloch hat, der neue Flaschen sprengt. 20Ich will reden und mir ein wenig Luft machen, will meine Lippen auftun und antworten. 21Ich werde keines Menschen Partei nehmen und werde Gott dem Menschen nicht gleichstellen, 22denn ich weiß nicht, wie lange ich da sein werde und ob nicht über ein Kleines mein Schöpfer mich hinwegnimmt!

Das Buch Ijob 33

1So höre denn, Job, meine Worte und merke auf alle meine Reden! 2Siehe, ich habe meinen Mund aufgetan, meine Zunge soll in meinem Gaumen reden. 3Aus aufrichtigem Herzen sollen meine Reden kommen und meine Lippen lautere Meinung sprechen! 4Der Geist Gottes hat mich geschaffen, der Odem des Allmächtigen mir das Leben gegeben. 5Wenn du vermagst, so antworte mir und halte stand wider mein Angesicht! 6Siehe, mich wie dich hat Gott gemacht und aus demselben Lehme bin auch ich gebildet. 7Aber Staunen über mich schrecke dich nicht und meine Beredsamkeit falle dir nicht schwer! 8So hast du denn vor meinen Ohren geredet und ich hörte den Laut deiner Worte: 9Ich bin rein und ohne Sünde, unbefleckt, und keine Ungerechtigkeit ist an mir! 10Weil er Anklage wider mich gefunden hat, darum erachtete er mich für seinen Feind. 11Er legte meine Füße in den Block, beobachtete alle meine Wege. 12Das ist´s also, worin du nicht Recht hast. Ich werde dir antworten, denn Gott ist größer als der Mensch. 13Du rechtest mit ihm, dass er dir nicht auf alle Worte antwortet? 14Einmal redet Gott und zum zweiten Male wiederholt er nicht das Gleiche. 15Im Traume, im nächtlichen Gesichte, wenn tiefer Schlaf auf die Menschen fällt und sie auf ihrem Lager schlummern, 16dann erschließt er die Ohren der Menschen und lehrt sie und unterweist durch Warnung, 17dass er den Menschen von dem abwende, was er tut, und ihn von dem Übermut befreie 18und seine Seele dem Verderben entreiße und sein Leben, dass er nicht ins Schwert falle. 19Auch züchtigt er ihn mit Schmerzen auf seinem Lager und lässt alle seine Gebeine verdorren. 20Zum Ekel wird ihm das Brot in seinem Leben und seiner Seele die zuvor ersehnte Speise. 21Sein Fleisch schwindet dahin und sein Gebein, das bedeckt war, liegt entblößt da. 22Seine Seele naht dem Verderben und sein Leben tödlichen Übeln. 23Wenn dann ein Bote Gottes, einer aus tausenden, für ihn Fürbitte einlegt, dass er des Menschen Gerechtigkeit verkünde, 24so wird er sich seiner erbarmen und sagen: Befreie ihn, damit er nicht hinabfahre zum Verderben; ich habe gefunden, wodurch ich ihm versöhnt werde. 25Sein Fleisch ist von Qualen verzehrt, lass ihn zu den Tagen seiner Jugend wieder zurückkehren. 26Er wird zu Gott flehen und dieser wird ihm gnädig sein und ihn sein Angesicht in Jubel schauen lassen und dem Menschen seine Gerechtigkeit wiedergeben. 27Er wird auf die Menschen blicken und sprechen: Ich habe gesündigt und wahrhaftig gefehlt, aber nicht empfangen, wie ich es verdiente. 28Er rettete seine Seele, dass sie nicht zum Verderben hinfuhr, sondern im Leben das Licht schaute. 29Sehet, dies alles tut Gott dreimal mit einem jeden, 30dass er ihre Seelen von dem Verderben zurückbringe und sie mit dem Lichte der Lebenden erleuchte. 31Merke auf, Job! und höre mich und schweige, während ich rede. 32Hast du aber dann etwas zu sagen, so antworte mir, rede, denn ich wünsche, dass du als gerecht erscheinest! 33Hast du aber nichts, so höre mich, schweige, und ich werde dich Weisheit lehren!

Das Buch Ijob 34

1Eliu fuhr also fort und sprach folgendermaßen: 2Höret, ihr Weisen! meine Worte und ihr Verständigen, merket auf mich! 3denn das Ohr prüft die Worte und der Gaumen unterscheidet die Speisen nach dem Geschmacke. 4Lasset uns das Rechte erwählen und gemeinsam ersehen, was besser ist! 5Job hat gesagt: Ich bin gerecht und Gott hat mein Recht verkehrt, 6denn auf Lüge stützt sich das Urteil gegen mich, mich traf ein harter Pfeil, ohne dass ich mich versündigt hatte. 7Wer ist ein Mann, wie Job ist, der Lästerung wie Wasser trinkt? 8Der mit den Übeltätern umgeht und mit den Gottlosen wandelt? 9Denn er sprach: Nicht ist der Mensch Gott genehm, selbst wenn er mit Eifer vor Gott wandelte. 10Darum, Männer von Einsicht, höret mich! fern sei von Gott Bosheit und von dem Allmächtigen Unrecht. 11Denn nach des Menschen Tun vergilt er ihm und gibt jedem zurück nach seinem Wandel. 12Denn wahrlich! Gott verdammt nicht ohne Grund und der Allmächtige verkehrt das Recht nicht. 13Welchen andern hat er über die Erde gesetzt? Oder wen hat er über das Erdenrund gestellt, das er geschaffen hat? 14Wenn er seinen Sinn auf ihn richtete, dessen Geist und Odem an sich zöge, 15so würde alles Fleisch zusamt vergehen und der Mensch würde wieder zu Staub werden! 16Wenn du also Einsicht hast, so höre, was gesagt wird, und merke auf die Stimme meiner Rede! 17Kann wohl der, welcher das Recht nicht liebt, Heilung finden? Und wie magst du den, der gerecht ist, so sehr verdammen? 18Ihn, der zum Könige spricht: Abtrünniger! der die Fürsten Frevler nennt, 19der die Hoheit der Fürsten nicht ansieht und den Gewaltherrscher nicht kennt, wenn er mit dem Armen im Streite liegt; denn alle sind seiner Hände Werk. 20Jählings sterben sie und mitten in der Nacht werden die Völker aufgeschreckt und fahren dahin und der Gewalttätige wird hinweggenommen ohne Menschenhand. 21Denn seine Augen schauen auf die Wege der Menschen und er hat acht auf alle ihre Schritte. 22Es gibt keine Finsternis und keinen Todesschatten, in welchen sich die Übeltäter verbergen könnten. 23Denn nicht weiter steht es in des Menschen Gewalt, ob er zu Gott ins Gericht kommen will. 24Er zerschmettert viele, ja unzählige, und setzt andere an ihre Stelle; 25denn er kennt ihre Werke und darum führt er die Nacht herbei und sie werden zermalmt. 26Als Gottlose schlug er sie an einem Orte, wo alle es sahen, 27jene, die wie mit Vorbedacht von ihm abgewichen sind und alle seine Wege nicht verstehen wollten, 28so dass sie das Geschrei des Notleidenden zu ihm kommen machten und er die Stimme der Armen hörte. 29Denn wenn er Frieden gewährt, wer könnte verdammen? Wenn er sein Antlitz verbirgt gegen Völker oder gegen alle Menschen, wer kann ihn schauen? 30Ja, er lässt um der Sünden des Volkes willen einen Heuchler herrschen. 31Weil ich nun vor Gott geredet habe, so will ich auch dir nicht wehren! 32Habe ich geirrt, so belehre mich; habe ich unrecht geredet, so will ich von nun an es nicht mehr tun! 33Fordert etwa Gott es von dir, weil es dir missfallen hat? Du hast ja angefangen zu reden und nicht ich; wenn du etwas besser weißt, so sprich! 34Einsichtige Männer mögen zu mir reden und ein weiser Mann mich hören, 35Job aber hat töricht geredet und seine Worte künden keine Klugheit. 36Mein Vater! Möchte Job fort und fort geprüft werden, lass nicht ab von dem Manne des Unrechts! 37Denn er fügt zu seinen Sünden die Lästerung hinzu, er werde einstweilen von uns in die Enge getrieben; alsdann mag er Gott mit seinen Reden zur Entscheidung herausfordern.

Neues Testament

Römerbrief 6

1Was also werden wir sagen? Werden wir in der Sünde verharren, damit die Gnade umso reichlicher werde? 2Das sei ferne! Denn da wir der Sünde gestorben sind, wie sollten wir noch in ihr leben? 3Oder wisset ihr nicht, dass wir alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, auf seinen Tod getauft sind? 4Denn wir sind mit ihm durch die Taufe auf den Tod mitbegraben, damit, wie Christus von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters auferstanden ist, so auch wir in einem neuen Leben wandeln. 5Denn wenn wir mit ihm in der Ähnlichkeit seines Todes innigst verbunden sind, so werden wir es auch zugleich zur Ähnlichkeit der Auferstehung sein, 6da wir wissen, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, auf dass der Leib der Sünde vernichtet werde, und wir nicht mehr der Sünde dienen. 7Denn wer gestorben ist, ist von der Sünde gerechtfertigt. 8Wenn wir aber mit Christus gestorben sind, so glauben wir, dass wir auch zugleich mit Christus leben werden, 9da wir wissen, dass Christus, nachdem er von den Toten auferstanden ist, nicht mehr stirbt, der Tod nicht mehr über ihn Gewalt haben wird. 10Denn da er der Sünde gestorben, ist er ein für allemal gestorben; da er aber lebt, lebt er für Gott. 11So haltet auch ihr dafür, dass ihr zwar der Sünde gestorben seid, dass ihr aber Gott lebet in Christus Jesus, unserm Herrn. 12Nicht also herrsche die Sünde in eurem sterblichen Leibe, so dass ihr seinen Begierden gehorchet. 13Aber stellet auch eure Glieder nicht der Sünde zu Gebote als Werkzeuge der Ungerechtigkeit, sondern stellet euch Gott dar als aus Toten lebendig Gewordene, und eure Glieder Gott als Werkzeuge der Gerechtigkeit. 14Denn die Sünde wird über euch nicht Gewalt haben, weil ihr nicht unter dem Gesetze steht, sondern unter der Gnade. 15Was also? Werden wir sündigen, weil wir nicht unter dem Gesetze stehen, sondern unter der Gnade? Das sei ferne! 16Wisset ihr nicht, dass, wenn ihr euch als Knechte hingebt zum Gehorsam, ihr Knechte dessen seid, dem ihr gehorcht, sei es der Sünde zum Tode, oder des Gehorsames zur Gerechtigkeit? 17Dank aber sei Gott, dass ihr, die ihr Knechte der Sünde gewesen, dagegen von Herzen gehorsam geworden seid gegen die Vorschriften der Lehre, in die ihr überwiesen worden seid. 18Frei geworden von der Sünde, seid ihr der Gerechtigkeit dienstbar geworden. 19Ich rede nach menschlicher Weise, um der Schwachheit eures Fleisches willen. Denn wie ihr eure Glieder in den Dienst der Unlauterkeit und Gottlosigkeit hingabet zur Gottlosigkeit, so gebet nun eure Glieder zum Dienste der Gerechtigkeit hin zur Heiligung. 20Denn als ihr Knechte der Sünde waret, waret ihr der Gerechtigkeit gegenüber frei. 21Welche Frucht hattet ihr also damals von den Dingen, deren ihr euch nun schämet? Denn das Ende davon ist der Tod. 22Jetzt aber, da ihr von der Sünde frei, Diener Gottes geworden seid, habt ihr eure Frucht zur Heiligung, und als Ziel derselben das ewige Leben. 23Denn der Lohn der Sünde ist der Tod; die Gabe Gottes aber ist ewiges Leben in Christus Jesus, unserm Herrn.