Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).
Numeri 13
1Darnach brach das Volk auf von Haseroth und lagerte sich in der Wüste Pharan. 2Daselbst redete der Herr zu Moses und sprach: 3Sende Männer aus, damit sie das Land Chanaan auskundschaften, das ich den Söhnen Israels geben werde, je einen Fürsten aus jedem Stamme. 4Da tat Moses, was der Herr geboten hatte, und sandte aus der Wüste Pharan Fürsten aus; und dies sind ihre Namen: 5Vom Stamme Ruben Sammua, den Sohn Zechurs, 6vom Stamme Simeon Saphat, den Sohn Huris, 7vom Stamme Juda Kaleb, den Sohn Jephones, 8vom Stamme Issachar Igal, den Sohn Josephs, 9vom Stamme Ephraim Osee, den Sohn Nuns, 10vom Stamme Benjamin Phalti, den Sohn Raphus, 11vom Stamme Zabulon Geddiel, den Sohn Sodis, 12vom Stamme Joseph, vom Scepter Manasses, Gaddi, den Sohn Susis, 13vom Stamme Dan Ammiel, den Sohn Gemallis, 14vom Stamme Aser Sthur, den Sohn Michaels, 15vom Stamme Nephthali Nahabi, den Sohn Vapsis, 16vom Stamme Gad Guel, den Sohn Machis. 17Das sind die Namen der Männer, welche Moses aussandte, um das Land zu erforschen; und Osee, den Sohn Nuns, nannte er Josue. 18Moses also sandte sie aus, das Land Chanaan zu erforschen, und sprach zu ihnen: Ziehet hinauf durch den südlichen Landstrich, und wenn ihr in das Gebirge kommt, 19erforschet das Land, wie es beschaffen ist; und das Volk, das in demselben wohnt, ob es stark ist oder schwach, ob klein an Zahl oder groß; 20das Land selbst, ob es gut oder schlecht ist, wie die Städte beschaffen sind, ob ummauert oder ohne Mauern; 21den Boden, ob er fett oder mager, mit Bäumen bewachsen oder ohne Bäume ist. Zeiget euch mutig und bringet uns einige von den Früchten des Landes! Es war aber die Zeit, wo man schon die frühzeitigen Trauben essen kann. 22Da zogen sie hinauf und kundschafteten das Land aus, von der Wüste Sin bis Rohob, am Wege nach Emath. 23Und sie zogen hinauf nach Süden und kamen nach Hebron, woselbst Achiman, Sisai, und Tholmai, die Söhne Enaks waren; Hebron nämlich ist sieben Jahre vor Tanis, der Stadt in Ägypten, gebaut worden. 24Als sie nun bis zum Traubenbach kamen, schnitten sie eine Rebe mit ihrer Traube ab, welche zwei Männer an einer Stange trugen; auch nahmen sie einige von den Granatäpfeln und Feigen dieses Ortes mit, 25der Neheleskol, das ist Traubenbach, genannt ward, darum weil die Söhne Israels eine Traube von dort weggetragen haben. 26Und nach vierzig Tagen kehrten die Kundschafter des Landes zurück, nachdem sie die ganze Gegend durchzogen hatten, 27und kamen zu Moses und Aaron, und zu der ganzen Gemeinde der Söhne Israels in die Wüste Pharan, das ist nach Kades. Und sie redeten zu ihnen, und zeigten dem ganzen Volke die Früchte des Landes, 28und erzählten, und sprachen: Wir sind in das Land gelangt, in welches du uns gesendet hast, es fließt wahrhaft von Milch und Honig, wie man aus diesen Früchten erkennen kann; 29aber es hat sehr starke Bewohner und große ummauerte Städte. Die Nachkommen Enaks haben wir daselbst gesehen. 30Amalek wohnt im Süden, die Hethiter und Jebusiter und Amorrhiter auf dem Gebirge; und die Chananiter wohnen am Meere und am Bette des Jordans hin. 31Unterdessen beruhigte Kaleb das Murren des Volkes, das sich gegen Moses erhob, und sprach: Lasset uns hinaufziehen und das Land in Besitz nehmen, denn wir können es einnehmen: 32Die andern aber, die mit ihm gezogen waren, sprachen: Keineswegs sind wir im Stande, gegen dieses Volk hinaufzuziehen, denn es ist stärker als wir. 33Und sie berichteten den Söhnen Israels Schlimmes über das Land, das sie ausgekundschaftet hatten, und sprachen: Das Land, welches wir durchzogen haben, verschlingt seine Einwohner; das Volk, welches wir gesehen haben, ist von hohem Wuchse. 34Daselbst sahen wir einige Ungeheuer von den Söhnen Enaks aus dem Riesengeschlechte; gegen diese erschienen wir wie Heuschrecken.
Numeri 14
1Da erhob das ganze Volk seine Stimme und weinte in jener Nacht. 2Und alle Söhne Israels murrten wider Moses und Aaron und sprachen. 3O wären wir doch in Ägypten gestorben, und kämen wir in dieser weiten Wüste um, und führte uns der Herr nicht in dies Land, damit wir nicht durch das Schwert fallen und unsere Frauen und Kinder gefangen weggeführt werden! Ist es nicht besser, nach Ägypten zurückzukehren? 4Und sie sprachen einer zu dem andern: Lasset uns einen Anführer aufstellen und nach Ägypten zurückkehren. 5Als Moses und Aaron dies hörten, warfen sie sich angesichts der ganzen Menge der Söhne Israels zur Erde auf ihr Angesicht nieder. 6Josue aber, der Sohn Nuns, und Kaleb, der Sohn Jephones, welche das Land mit ausgekundschaftet hatten, zerrissen ihre Kleider 7und sprachen zu der ganzen Gemeinde der Söhne Israels: Das Land, das wir durchzogen haben, ist ein sehr gutes. 8Wenn der Herr uns gnädig ist, wird er uns in dasselbe führen und uns das Land geben, welches von Milch und Honig fließt. 9Empöret euch nicht gegen den Herrn; und fürchtet euch nicht vor dem Volke dieses Landes, denn wie Brot, so können wir sie aufessen; all ihr Schutz ist von ihnen gewichen; der Herr ist mit uns, fürchtet euch nicht! 10Als aber die ganze Menge schrie und sie steinigen wollte, erschien die Herrlichkeit des Herrn über dem Zelte des Bundes vor allen Söhnen Israels. 11Und der Herr sprach zu Moses: Wie lange soll mich dieses Volk lästern? Wie lange wollen sie mir nicht glauben, trotz aller Wunderzeichen, die ich vor ihnen getan habe? 12Darum will ich sie mit der Pest schlagen und vertilgen; dich aber will ich zum Fürsten über ein großes Volk machen, welches stärker ist als dieses. 13Und Moses sprach zu dem Herrn: Wenn die Ägypter, aus deren Mitte du dieses Volk herausgeführt hast, es vernehmen, 14und die Bewohner dieses Landes, die es gehört haben, dass du, Herr, inmitten dieses Volkes bist, und dich von Angesicht zu Angesicht sehen lässest. Sie mit deiner Wolke schützest, und des Tages in der Wolkensäule vor ihnen hergehest, und des Nachts in der Feuersäule; 15dass du eine solche Menge wie einen Mann getötet hast, so werden sie sprechen: 16Er konnte das Volk nicht in das Land führen, welches er ihnen zugeschworen hatte, darum hat er sie in der Wüste getötet. 17Möge also die Kraft des Herrn sich groß erweisen, wie du geschworen und gesagt hast: 18Der Herr ist langmütig und reich an Erbarmung, der da Sünde und Missetat hinwegnimmt, aber niemand ganz ungestraft lässt, der du die Sünden der Väter an den Kindern heimsuchst bis in´s dritte und vierte Geschlecht. 19Vergib, ich bitte dich, die Sünde dieses Volkes nach deiner großen Barmherzigkeit, wie du ihnen gnädig gewesen bist, seit dem Auszuge aus Ägypten bis an diesen Ort. 20Und der Herr sprach: Ich vergebe, wie du gebeten hast. 21So wahr ich lebe, soll die ganze Erde von der Herrlichkeit des Herrn erfüllt werden. 22Aber alle die Männer, welche meine Herrlichkeit und die Wunder, die ich in Ägypten und in der Wüste getan habe, geschaut, und mich dennoch schon zehnmal versucht und meiner Stimme nicht gehorcht haben, 23sollen das Land nicht sehen, welches ich ihren Vätern zugeschworen habe; und nicht einer von jenen, der mich gelästert hat, soll es schauen! 24Meinen Diener Kaleb, der von einem andern Geist erfüllt mir gefolgt ist, werde ich in dies Land führen, das er durchzogen hat; und seine Nachkommen sollen es besitzen. 25Da die Amalekiter und Chananiter im Tale wohnen, so brechet morgen auf und kehret in die Wüste zurück auf dem Wege nach dem roten Meere. 26Und der Herr redete zu Moses und Aaron und sprach: 27Wie lange murrt dieses böse Volk wider mich? Ich habe die Klagen der Söhne Israels gehört. 28Darum sage ihnen: So wahr ich lebe, spricht der Herr, so wie ihr geredet, dass ich es hörte, so will ich an euch tun! 29In dieser Wüste sollen eure Leichen liegen bleiben. Alle, die ihr von zwanzig Jahren an und darüber gezählt seid und wider mich gemurrt habt, 30werdet nicht in das Land kommen, über das ich meine Hand erhoben habe, euch darin wohnen zu lassen, außer Kaleb, dem Sohne Jephones, und Josue, dem Sohne Nuns. 31Eure Kinder aber, von denen ihr sagtet, sie würden eine Beute der Feinde werden, werde ich hineinführen, damit sie das Land schauen, das euch missfallen hat. 32Eure Leichen werden in der Wüste liegen bleiben. 33Eure Söhne sollen vierzig Jahre in der Wüste unstät sein und euren Treubruch tragen, bis die Zeichen der Väter in der Wüste verwest sind, 34entsprechend der Zahl der vierzig Tage, in denen ihr das Land ausgekundschaftet habt; ein Jahr soll auf je einen Tag gerechnet werden. Vierzig Jahre sollt ihr eure Missetaten büßen, und ihr sollt meine Rache erfahren. 35Denn wie ich geredet habe, so werde ich mit diesem ganzen bösen Volke verfahren, das sich wider mich erhoben hat; in dieser Wüste soll es umkommen und sterben. 36Und alle die Männer, welche Moses ausgesandt hatte, das Land auszukundschaften, und die nach ihrer Rückkehr die ganze Gemeinde zum Murren wider ihn gebracht hatten, indem sie das Land als böse verschrieen, 37starben und wurden vor dem Angesichte des Herrn geschlagen. 38Josue aber, der Sohn Nuns, und Kaleb, der Sohn Jephones, blieben von allen, die ausgezogen waren, das Land auszukundschaften, am Leben. 39Als nun Moses alle diese Worte zu allen Söhnen Israels redete, ward das Volk sehr traurig. 40Und siehe, am frühen Morgen machten sie sich auf, und zogen die Höhe des Gebirges hinauf, und sprachen: Wir sind bereit, an dem Ort hinaufzuziehen, von dem der Herr geredet hat; denn wir haben gesündigt. 41Und Moses sprach zu ihnen: Warum übertretet ihr das Wort des Herrn? Es wird nicht zu eurem Glücke dienen. 42Ziehet nicht hinauf; denn der Herr ist nicht mit euch; dass ihr nicht vor euren Feinden zu Falle kommt. 43Die Amalekiter und Chananiter sind vor euch, ihr werdet durch ihr Schwert fallen, weil ihr dem Herrn nicht gehorchen wolltet, und der Herr wird nicht mit euch sein. 44Jene aber waren verblendet und zogen der Höhe des Gebirges zu; doch die Lade des Bundes des Herrn und Moses gingen nicht aus dem Lager. 45Da kamen die Amalekiter und Chananiter, die auf dem Gebirge wohnten, herab, und schlugen sie, und hieben sie nieder, und verfolgten sie bis Horma.
Numeri 15
1Und der Herr redete zu Moses und sprach: 2Rede zu den Söhnen Israels und sage zu ihnen. Wenn ihr in das Land kommt, das euer Wohnsitz sein soll, welches ich euch geben werde, 3und ihr dem Herrn ein Opfer bringt, es sei ein Brandopfer, oder ein Schlachtopfer, um ein Gelübde zu erfüllen, oder als freiwillige Gabe, oder bei euren Festen, um dem Herrn einen lieblichen Geruch zu bereiten, von Rindern oder Schafen, 4so soll jeder, der ein Opfer darbringt, auch ein Speiseopfer von feinem Mehl, das Zehntel eines Epha, mit Öl angemacht, im Maße eines Viertels Hin, darbringen; 5auch soll er Wein als Trankopfer in gleichem Maße hinzugeben zu dem Brandopfer oder zu dem Schlachtopfer. Zu jedem Lamme 6und zu jedem Widder soll ein Speiseopfer von zwei Zehnteln feinen Mehles kommen, das mit einem Drittel Hin Öl angemacht ist; 7auch soll er Wein als Trankopfer, ein Drittel desselben Maßes, zum süßen Geruche für den Herrn darbringen. 8Wenn du aber ein Rind zum Brandopfer oder als anderes Opfer darbringst, um ein Gelübde zu erfüllen, oder als Friedopfer, 9so sollst du zu jedem Rinde drei Zehntel feines Mehl, das mit einem halben Hin Öl angemacht ist, darbringen; 10und Wein als Trankopfer in gleichem Maße zum süßen Geruche für den Herrn. 11So sollst du verfahren 12bei jedem Rinde und Widder, und Lamme, und Ziegenbocke. 13Sowohl Einheimische wie Fremde 14sollen auf die gleiche Weise ihre Opfer darbringen. 15Einerlei Vorschrift und Recht soll für euch, wie für die Fremden, welche in euer Land kommen, gelten. 16Der Herr redete zu Moses und sprach: 17Rede zu den Söhnen Israels und sprich zu ihnen: 18Wenn ihr in das Land kommt, das ich euch geben werde, 19und ihr vom Brote jenes Landes esset, so sollt ihr die Erstlinge dem Herrn absondern 20von euren Speisen. Gleichwie ihr von der Tenne die Erstlinge absondert, 21so sollt ihr auch von den Speisen die Erstlinge dem Herrn geben. 22Wenn ihr aus Versehen etwas von dem unterlasst, was der Herr zu Moses geredet 23und euch durch ihn geboten hat, von dem Tage an, an welchem er anfing Gebote zu geben und weiterhin, 24oder wenn die Gemeinde es zu tun vergisst, so soll sie ein junges Rind von der Herde als Brandopfer bringen, zum süßen Geruche für den Herrn, und das dazugehörige Speiseopfer und Trankopfer, wie die heiligen Gebräuche es fordern, und einen Ziegenbock als Sündopfer. 25Und der Priester soll für die ganze Gemeinde der Söhne Israels beten; und es wird ihnen vergeben werden, denn sie haben nicht mit Wissen und Willen gesündigt; doch sollen sie dem Herrn für sich und für die Sünde ihres Versehens ein Feueropfer darbringen, 26so wird dem ganzen Volke der Söhne Israels vergeben werden, und den Fremdlingen, die unter ihnen weilen; denn das Vergehen des ganzen Volkes beruht auf Versehen. 27Wenn aber ein einzelner aus Versehen sündigt, so soll er eine einjährige Ziege für seine Versündigung darbringen, 28und der Priester soll für ihn beten, weil er unbedacht vor dem Herrn gesündigt hat, und er wird ihm Vergebung erbitten, und es wird ihm verziehen werden. 29Für Einheimische ebenso wie für Fremde gelte eine Bestimmung, für alle, welche aus Versehen gesündigt haben. 30Wenn aber jemand aus Frevelmut etwas begeht, es sei ein Bürger oder ein Fremdling, so soll er ausgetilgt werden aus seinem Volke (weil er sich wider den Herrn aufgelehnt hat); 31denn er hat des Herrn Wort verachtet und sein Gebot zu Schanden gemacht; darum soll er weggetilgt werden und seine Missetat tragen. 32Es begab sich aber, als die Söhne Israels in der Wüste waren, dass sie einen Mann fanden, der am Sabbatstage Holz sammelte. 33Da brachten sie ihn vor Moses und Aaron und die ganze Gemeinde. 34Diese verschlossen ihn im Gewahrsam, weil sie nicht wussten, was sie mit ihm tun sollten. 35Und der Herr sprach zu Moses: Dieser Mensch soll des Todes sterben, die ganze Gemeinde soll ihn außerhalb des Lagers steinigen. 36Und sie führten ihn vor das Lager hinaus und steinigten ihn, und er starb, wie der Herr geboten hatte. 37Und der Herr sprach zu Moses: 38Rede zu den Söhnen Israels und sage ihnen, dass sie sich Quasten an den Ecken ihrer Oberkleider machen und himmelblaue Schnüre daran anbringen. 39Wenn sie diese ansehen, sollen sie sich aller Gebote des Herrn erinnern und nicht ihren Gedanken und Augen folgen, allerlei Dingen nachbuhlend, 40sondern vielmehr der Gebote des Herrn eingedenk, sie tun und ihrem Gott heilig sein. 41Ich bin der Herr, euer Gott, der euch aus dem Lande Ägypten geführt hat, dass ich euer Gott sei.
Numeri 16
1Aber siehe, Kore, der Sohn Isaars, des Sohnes Kaaths, des Sohnes Levis, und Dathan und Abiron, die Söhne Eliabs, und Hon, der Sohn Pheleths, von den Söhnen Rubens, 2erhoben sich gegen Moses samt andern zweihundert und fünfzig Männern aus den Söhnen Israels, angesehenen Männern aus der Gemeinde, die zur Zeit der Beratung namentlich zusammenberufen wurden. 3Diese standen wider Moses und Aaron auf und sprachen: Lasset es nun genug sein, denn die ganze Gemeinde besteht aus Geheiligten und der Herr ist unter ihnen! Warum erhebt ihr euch über das Volk des Herrn? 4Als Moses dies hörte, fiel er auf sein Angesicht nieder 5und sprach zu Kore und zu seiner ganzen Rotte: Morgen wird der Herr euch kundtun, wer ihm angehört, und wird die, welche heilig sind, sich nahen lassen, und wen er erwählt hat, der wird ihm nahen dürfen. 6Darum tut dieses: Ein jeder nehme sein Rauchfass, du, Kore, und deine ganze Rotte; 7und tut morgen Feuer hinein, und leget Räucherwerk vor dem Herrn auf; und wen er immer erwählt, der soll heilig sein; ihr erhebt euch sehr hoch, ihr Söhne Levis! 8Und wieder sprach er zu Kore: Höret, Söhne Levis! 9Ist es euch zu wenig, dass der Gott Israels euch von dem ganzen Volke ausgesondert und sich zugeeignet hat, dass ihr seinen Dienst im Zelte verrichtet, und vor das ganze Volk tretet, und ihm dienet? 10Hat er deswegen dich und alle deine Brüder, die Söhne Levis, sich nahen lassen, dass ihr euch auch noch das Priestertum anmaßt 11und dass sich deine ganze Rotte gegen den Herrn erhebe? Denn was ist Aaron, dass ihr gegen ihn murret? 12Da sandte Moses hin, um Dathan und Abiron, die Söhne Eliabs, zu rufen. Sie aber antworteten: Wir kommen nicht! 13Ist es dir etwa zu wenig, dass du uns aus einem Lande, das von Milch und Honig floss, herausgeführt hast, um uns in der Wüste umkommen zu lassen, wenn du nicht auch noch über uns herrschest? 14Wahrlich! Du hast uns in ein Land geführt, in dem Bäche von Milch und Honig fließen, und hast uns Äcker und Weinberge zum Besitze gegeben; willst du uns auch die Augen ausreißen? Wir kommen nicht! 15Da ergrimmte Moses sehr uns sprach zu dem Herrn: Siehe ihre Opfer nicht an! du weißt, dass ich nicht einmal einen Esel je von ihnen genommen und keinen von ihnen zu Leide getan habe. 16Und er sprach zu Kore: Du und deine ganze Rotte, stellet euch morgen abgesondert vor den Herrn, und Aaron auch besonders; 17dann nehme ein jeder von euch sein Rauchfass, und lege Räucherwerk darein, und bringe es dem Herrn dar, in zweihundert und fünfzig Rauchfässern, und auch Aaron soll sein Rauchfass halten. 18Als sie dies nun taten, während Moses und Aaron dastanden 19und jene wider sie die ganze Gemeinde vor dem Eingange des Zeltes versammelten, erschien vor allen die Herrlichkeit des Herrn. 20Und der Herr redete zu Moses und Aaron und sprach: 21Sondert euch ab aus der Mitte dieser Rotte, dass ich sie jählings vernichte. 22Da fielen sie auf ihr Angesicht nieder und sprachen: O mächtigster Gott der Geister alles Fleisches, soll, weil einer gesündigt hat, dein Zorn gegen alle wüten? 23Und der Herr sprach zu Moses: 24Gebiete dem gesamten Volke, sich von dem Zelte Kores, Dathans und Abirons abzusondern. 25Hierauf stand Moses auf und ging zu Dathan und Abiron; und die Ältesten von Israel folgten ihm, 26und er sprach zu dem Volke: Entfernet euch von den Zelten dieser gottlosen Menschen und rühret nichts an, was ihnen gehört, dass ihr nicht in ihre Sünden verwickelt werdet! 27Als sie nun von ihren Zelten ringsum zurücktraten, kamen Dathan und Abiron heraus und standen im Eingange ihrer Zelte, mit ihren Weibern und Kindern, und der ganzen Menge. 28Und Moses sprach: Daran sollt ihr erkennen, dass der Herr mich gesandt hat, um alle die Taten zu verrichten, welche ihr seht, und dass ich sie nicht aus meinem Herzen geschöpft habe: 29Wenn diese eines gewöhnlichen Todes sterben, wie alle Menschen, und nur eine Heimsuchung über sie kommt, wie sie auch über die übrigen zu kommen pflegt, so hat mich der Herr nicht gesandt. 30Wenn aber der Herr etwas Neues schafft, dass die Erde ihren Mund auftut und sie mit allem, was ihnen gehört, verschlingt, und sie lebendig in das Totenreich hinunterfahren, so werdet ihr erkennen, dass sie den Herrn gelästert haben. 31Kaum hatte er aufgehört zu reden, da spaltete sich alsbald die Erde unter ihren Füßen, 32und tat ihren Mund auf, und verschlang sie mit ihren Zelten und ihrer gesamten Habe. 33So fuhren sie lebendig hinunter in das Totenreich, und die Erde bedeckte sie, und sie wurden vertilgt aus der Mitte des Volkes. 34Ganz Israel aber, das rings umherstand, floh bei dem Geschrei der Versinkenden und sprach: Dass die Erde nicht auch uns verschlinge! 35Es ging aber von dem Herrn auch Feuer aus und tötete die zweihundert und fünfzig Männer, welche das Räucherwerk darbrachten. 36Und der Herr redete zu Moses und sprach: 37Befiel Eleazar, dem Sohne Aarons, dem Priester, dass er die Rauchfässer aufhebe, die bei den Verbrannten liegen, und das Feuer herausstreue; denn die Rauchfässer sind geheiligt worden 38durch den Tod der Sünder; und dass er sie zu Platten schlage und den Altar damit überziehe, weil dem Herrn darin Räucherwerk dargebracht ward und sie geheiligt sind, damit die Söhne Israels sie zum Wahrzeichen und zum Andenken vor Augen haben. 39Eleazar also, der Priester, nahm die ehernen Rauchfässer, in welchen die ihre Opfer dargebracht hatten, welche das Feuer verzehrt hatte, und schlug sie zu Platten und überzog den Altar mit denselben, 40damit die Söhne Israels in der Folgezeit dadurch gewarnt würden, dass kein Fremder, der nicht zur Nachkommenschaft Aarons gehört, sich nahe, um dem Herrn Räucherwerk darzubringen, auf dass er nicht erleide, was Kore mit seiner ganzen Rotte erlitten hat, wie der Herr zu Moses geredet. 41Am folgenden Tage aber murrte die ganze Gemeinde der Söhne Israels wider Moses und Aaron und sprach: Ihr habt das Volk des Herrn getötet! 42Als nun ein Aufruhr entstand und das Getümmel zunahm, 43flüchteten Moses und Aaron zum Zelte des Bundes. Und als sie hineintraten, bedeckte die Wolke dasselbe und die Herrlichkeit des Herrn erschien. 44Und der Herr sprach zu Moses: 45Gehet hinweg aus der Mitte dieses Volkes, auch sie will ich jetzt vertilgen. Da warfen sie sich zur Erde, 46und Moses sprach zu Aaron: Nimm das Rauchfass, tue Feuer vom Altare hinein, lege Räucherwerk darauf und gehe eilends zu dem Volke, um für sie zu beten; denn schon ist ein Zorngericht von dem Herrn ausgegangen und die Strafe wütet. 47Da tat Aaron dies, und mitten unter die Volksmenge eilend, die der Brand schon verzehrte, opferte er das Räucherwerk. 48und betete, zwischen den Toten und Lebenden stehend, für das Volk; und die Strafe hörte auf. 49Die Zahl derer aber, welche getötet wurden, war vierzehntausend siebenhundert, ungerechnet die, welche im Aufruhr Kores umgekommen waren. 50Und Aaron kehrte zu Moses zum Eingange des Zeltes des Bundes zurück, nachdem dem Sterben Einhalt getan war.