Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).
Numeri 9
1Der Herr redete zu Moses in der Wüste Sinai, im zweiten Jahre, nachdem sie aus dem Lande Ägypten ausgezogen waren, im ersten Monat, und sprach: 2Die Söhne Israels sollen das Phase zu seiner Zeit feiern, 3am vierzehnten Tage dieses Monats am Abend, nach allen für dasselbe geltenden Vorschriften und Satzungen. 4Und Moses gebot den Söhnen Israels, das Phase zu feiern. 5Da feierten sie es zu seiner Zeit, am vierzehnten Tage des Monats am Abend, am Berge Sinai. Allem gemäß, was der Herr dem Moses geboten hatte, taten die Söhne Israels. 6Und siehe, es waren einige wegen der Leiche eines Menschen unrein, so dass sie das Phase an diesem Tage nicht feiern konnten; diese traten zu Moses und Aaron 7und sprachen zu ihnen: Wir sind wegen der Leiche eines Menschen unrein; warum sollen wir verkürzt werden und nicht dem Herrn zu seiner Zeit unter den Söhnen Israels die Opfergabe darbringen dürfen? 8Da antwortete Moses ihnen: Wartet, dass ich erfrage, was der Herr betreffs eurer bestimmt. 9Und der Herr redete zu Moses und sprach: 10Sage den Söhnen Israels: Wer von eurem Volke wegen einer Leiche unrein ist, oder auf einer weiten Reise ist, soll dem Herrn das Phase feiern 11im zweiten Monat, am vierzehnten Tage des Monats am Abend; mit ungesäuertem Brot und wildem Lattich sollen sie es essen, 12und nichts davon übrig lassen bis zum Morgen, und kein Bein an ihm zerbrechen, und sollen alle Gebräuche des Phase beobachten. 13Ist aber jemand rein und nicht auf der Reise, und feiert dennoch das Phase nicht, dessen Seele soll aus seinem Volke weggetilgt werden, weil er dem Herrn nicht zu seiner Zeit sein Opfer dargebracht hat; er selbst soll seine Sünde tragen. 14Und wenn ein Fremder oder ein Ankömmling bei euch weilt, sollen sie dem Herrn das Phase nach seinen Vorschriften und Satzungen feiern. Ein Gesetz soll bei euch gelten, sowohl für den Ankömmling, wie für den Eingeborenen. 15An dem Tage also, an welchem das Zelt errichtet ward, bedeckte die Wolke dasselbe. Vom Abende aber bis zum Morgen war es über dem Zelte wie Feuerschein. 16So geschah es beständig; bei Tag bedeckte die Wolke dasselbe, und bei Nacht der Feuerschein. 17Wenn die Wolke, die das Zelt bedeckte, sich erhob, brachen die Söhne Israels auf; und an dem Orte, wo die Wolke stille stand, schlugen sie ihr Lager auf. 18Nach des Herrn Befehl brachen sie auf, und nach seinem Befehle lagerten sie sich; die ganze Zeit, während die Wolke über dem Zelte stand, blieben sie an demselben Orte. 19Und wenn es geschah, dass sie lange Zeit darüber weilte, so lagen die Söhne Israels dem Dienste des Herrn ob und zogen nicht weiter, 20so lange die Wolke über dem Zelte stand. Nach des Herrn Befehl schlugen sie ihre Zelte auf, und nach seinem Befehle brachen sie dieselben ab. 21Wenn die Wolke vom Abende bis zum Morgen blieb, aber sogleich bei Tagesanbruch das Zelt verließ, so brachen sie alsdann auf; und wenn sie erst nach einem Tage und einer Nacht wich, so brachen sie dann ihre Zelte ab. 22Wenn sie aber zwei Tage, oder einen Monat, oder noch längere Zeit über dem Zelte blieb, so weilten die Söhne Israels an demselben Orte und setzten den Zug nicht fort; aber sobald sie sich erhoben hatte, brachen sie auf. 23Nach dem Worte des Herrn schlugen sie ihre Zelte auf und nach seinem Worte zogen sie weiter, und sie waren im Dienste des Herrn nach seinem Befehle, den er durch Moses gegeben.
Numeri 10
1Und der Herr redete zu Moses und sprach: 2Mache dir zwei silberne Trompeten in getriebener Arbeit, damit du die Gemeinde mit denselben zusammenrufen kannst, wenn das Lager abgebrochen werden soll. 3Und wenn du die Trompeten blasen lässest, soll sich die ganze Gemeinde zu dir vor dem Eingange des Zeltes des Bundes versammeln. 4Wenn du nur einmal blasen lässest, sollen die Fürsten und Häupter der Gemeinde Israels zu dir kommen. 5Wenn der Schall aber länger und mit Unterbrechungen erklingt, so sollen zuerst diejenigen aufbrechen, welche nach Osten zu lagern. 6Wenn die Trompeten zum zweiten Male und auf ähnliche Weise erschallen, so sollen diejenigen aufbrechen, welche nach Süden zu lagern, und so sollen auch die übrigen tun, wenn die Trompeten zum Aufbruche blasen. 7Wenn aber das Volk versammelt werden soll, soll der Klang der Trompeten einfach sein und nicht in Absätzen erschallen. 8Die Söhne Aarons, die Priester, sollen die Trompeten blasen; und das soll eine für euch von Geschlecht zu Geschlecht ewig geltende Vorschrift sein. 9Wenn ihr aus eurem Lande zum Kampfe ausziehet gegen Feinde, die gegen euch streiten, so sollt ihr mit den Trompeten blasen; und so wird euer vor dem Herrn, euerm Gott, gedacht werden, dass ihr aus den Händen eurer Feinde errettet werdet. 10Wenn ihr ein Freudenmahl, oder Festtage, oder Neumonde habt, sollt ihr die Trompeten zu euren Brandopfern und Friedopfern blasen, dass sie euch Gedenken vor euerm Gott schaffen. Ich bin der Herr, euer Gott. 11Im zweiten Jahre, im zweiten Monat, am zwanzigsten Tage des Monats, erhob sich die Wolke von dem Zelte des Bundes. 12Da brachen die Söhne Israels nach ihren Abteilungen aus der Wüste Sinai auf, und die Wolke ließ sich in der Wüste Pharan nieder. 13Zum ersten Male brachen nach des Herrn Befehl durch Moses 14die Söhne Judas nach ihren Abteilungen auf, deren Anführer Nahasson, der Sohn Aminadabs, war. 15Im Stamme der Söhne Issachars war Nathanael, der Sohn Suars, der Anführer. 16Im Stamme Zabulon war Eliab, der Sohn Helons, der Anführer. 17Hierauf ward das Zelt abgebrochen, und die Söhne Gersons und Meraris brachen auf und trugen es. 18Sodann brachen die Söhne Rubens nach ihren Abteilungen und ihrer Ordnung auf; ihr Anführer war Helisur, der Sohn Sedeurs. 19Im Stamme der Söhne Simeons war Salamiel, der Sohn Surisaddais, der Anführer. 20Im Stamme Gad war Eliasaph, der Sohn Duels, der Anführer. 21Sodann brachen die Kaathiten auf, welche das Heiligtum trugen. Das Zelt ward so lange getragen, bis man zu dem Orte kam, wo es errichtet werden sollte. 22Hierauf brachen die Söhne Ephraims nach ihren Abteilungen auf; der Anführer ihrer Heeresschaar war Elisama, der Sohn Ammiuds. 23Im Stamme der Söhne Manasses aber war Gamaliel, der Sohn Phadassurs, der Anführer. 24Im Stamme Benjamin war Abidan, der Sohn Gedeons, der Anführer. 25Zuletzt vom ganzen Lager brachen die Söhne Dans nach ihren Abteilungen auf, deren Heerführer Ahiezer, der Sohn Ammisaddais, war. 26Im Stamme der Söhne Asers war Phegiel, der Sohn Ochrans, der Anführer. 27Im Stamme der Söhne Nephthalis war Ahira, der Sohn Enans, der Anführer. 28Das ist die Lagerordnung und der Aufbruch der Söhne Israels nach ihren Abteilungen, wenn sie aufbrechen. 29Und Moses sprach zu Hobab, dem Sohne Raguels, dem Madianiter, seinem Verwandten: Wir brechen jetzt nach dem Orte auf, welchen der Herr uns geben wird; komm mit uns, damit wir dir Gutes tun; denn der Herr hat Israel Gutes verheißen. 30Dieser antwortete ihm: Ich werde nicht mit dir ziehen, sondern in mein Land zurückkehren, in dem ich geboren bin. 31Er sprach: verlass uns nicht; denn du weißt, an welchen Stellen wir in der Wüste ein Lager aufschlagen können, und sollst unser Führer sein. 32Und wenn du mit uns ziehst, wollen wir dir das Beste von allen Gütern geben, welche der Herr uns geben wird. 33So zogen sie denn vom Berge des Herrn drei Tagereisen weiter, und die Lade des Bundes des Herrn ging ihnen voraus, drei Tage hindurch den Lagerort bestimmend. 34Auch schwebte die Wolke des Herrn des Tages über ihnen, wenn sie dahinzogen. 35Und wenn die Lade erhoben ward, sprach Moses: Erhebe dich, o Herr! es mögen sich deine Feinde zerstreuen, und die dich hassen, fliehen vor deinem Angesichte. 36Wurde sie aber niedergestellt, so sagte er: Kehre wieder, o Herr, zu der Menge des Heerlagers Israels!
Numeri 11
1Inzwischen erhob sich ein Murren des Volkes wider den Herrn, das sich über seine Beschwerden beklagte. Als dies der Herr hörte, ward er erzürnt; und das Feuer des Herrn ging wider sie aus und verzehre den äußersten Teil des Lagers. 2Da das Volk zu Moses rief, betete Moses zu dem Herrn, und das Feuer erlosch. 3Da nannte er den Namen dieses Ortes Feuersbrunst, weil des Herrn Feuer wider sie aufgelodert war. 4Die zugelaufene Menge nämlich, welche mit ihnen heraufgezogen war, entbrannte von Gelüsten, und saß, und weinte, und nachdem sich auch die Söhne Israels zu ihnen gesellt hatten, sprachen sie: Wer wird uns Fleisch zu essen geben? 5Wir gedenken der Fische, welche wir in Ägypten umsonst aßen, und die Kürbisse, Melonen, Lauche, Zwiebeln, und der Knoblauch kommen uns in den Sinn. 6Unsere Seele ist verschmachtet, unsere Augen sehen nichts als das Man. 7Das Man war wie eine Koriandersame und hatte eine Farbe wie Bdellium. 8Und das Volk ging umher, und sammelte es, und mahlte es mit Mühlen, oder zerstieß es in Mörsern, und kochte es in Töpfen, und machte Kuchen daraus, die wie Ölkuchen schmeckten. 9Und wenn der Tau des Nachts auf das Lager herabfiel, so fiel auch zugleich das Man mit herab. 10Moses hörte also Familie um Familie am Eingange ihrer Zelte weinen. Und es entbrannte der Zorn des Herrn sehr; und auch Moses schien es unerträglich, 11und er sprach zu dem Herrn: Warum hast du deinem Knechte dies zu Leibe getan? Warum finde ich nicht Gnade vor dir, und warum hast du die Last dieses ganzen Volkes auf mich gelegt? 12Habe ich denn all dies Volk empfangen, oder ich es geboren, dass du zu mir sagst: Trage sie an deinem Busen, wie eine Amme ein kleines Kind zu tragen pflegt, und trage sie hin in das Land, das du ihren Vätern zugeschworen hast? 13Woher soll ich Fleisch nehmen, um es einer so großen Menge zu geben? Sie weinen wider mich und sagen: Gib uns Fleisch zu essen! 14Ich allein vermag dieses ganze Volk nicht zu tragen; denn es ist zu schwer für mich. 15Wenn es dir aber anders gut scheint, so bitte ich dich, töte mich und lass mich Gnade in deinen Augen finden, dass ich kein so großes Übel erleiden muss. 16Da sprach der Herr zu Moses: Rufe mir siebzig Männer von den Ältesten Israels zusammen, von denen du weißt, dass sie die Vornehmsten des Volkes und seine Führer sind, und führe sie an den Eingang des Zeltes des Bundes, und lasse sie daselbst bei dir stehen, 17dann will ich herabkommen und mit dir reden; und ich will etwas von deinem Geiste nehmen und ihnen geben, dass sie die Last des Volkes mit dir tragen und du nicht allein damit beschwert seiest. 18Auch dem Volke sage: Heiliget euch! morgen werdet ihr Fleisch essen. Denn ich habe euch sagen hören: Wer wird uns Fleisch zu essen geben? Es ging uns wohl in Ägypten. So wird euch nun der Herr Fleisch zu essen geben; 19nicht nur einen Tag, oder zwei, oder fünf oder zehn, oder zwanzig, 20sondern einen ganzen Monat lang, bis ihr es nicht mehr riechen könnt und es euch zum Ekel wird, deshalb weil ihr den Herrn verworfen habt, der in eurer Mitte ist, und vor ihm geweint und gesagt habt: Warum sind wir aus Ägypten gezogen? 21Und Moses sprach: Sechshunderttausend Fußgänger zählt dieses Volk, und du sagst: Ich werde ihnen einen ganzen Monat lang Fleisch zu essen geben? 22Sollen etwa so viele Schafe und Rinder geschlachtet werden, dass es für sie zur Speise hinreichen kann? Oder sollen alle Fische des Meeres zusammengebracht werden, damit sie ihnen Sättigung gewähren? 23Der Herr aber antwortete ihm: Ist denn die Hand des Herrn ohnmächtig? Jetzt sollst du sehen, ob mein Wort durch die Tat Erfüllung findet. 24Da kam Moses zu dem Volke und berichtete ihm die Worte des Herrn. Alsdann versammelte er siebzig Männer von den Vornehmsten Israels und ließ sie sich um das Zelt herum aufstellen. 25Und der Herr kam in der Wolke herab, und sprach zu ihm, und nahm etwas von dem Geiste, der Moses erfüllte, und gab ihn den siebzig Männern. Als nun der Geist sich auf sie niedergelassen hatte, weissagten sie und hörten nicht mehr auf. 26Es waren aber zwei Männer im Lager zurückgeblieben, der eine hieß Eldad, der andere Medad; auch auf sie ließ sich der Geist nieder, denn auch sie waren aufgeschrieben, aber nicht zu dem Zelte hinausgegangen. 27Und als sie im Lager weissagten, lief ein Knabe hin, und berichtete es Moses, und sprach: Eldad und Medad weissagen im Lager. 28Da sprach Josue, der Sohn Nuns, der Diener Moses, der Auserwählte unter sehr vielen sogleich: Moses, mein Gebieter, wehre ihnen! 29Er aber sprach: Was eiferst du für mich? Möchte doch das ganze Volk weissagen und der Herr ihnen seinen Geist geben! 30Und Moses und die Ältesten Israels kehrten in das Lager zurück. 31Da erhob sich ein Wind, vom Herrn gesandt, und hob Wachteln jenseits des Meeres auf, und brachte sie in das Lager, eine Tagreise ringsum auf allen Seiten des Lagers, und sie flogen in der Luft zwei Ellen hoch über der Erde. 32Da machte sich das Volk jenen ganzen Tag, und die Nacht, und den andern Tag hindurch daran, und sammelte Wachteln ein; wer wenig sammelte, hatte zehn Kor; und sie dörrten sie rings um das Lager. 33Noch war das Fleisch zwischen ihren Zähnen, und noch war diese Speise nicht aufgezehrt; siehe da entbrannte der Zorn des Herrn über das Volk, und er schlug es mit einer sehr schweren Strafe. 34Und man nannte diesen Ort Gräber der Lüsternheit; denn allda begruben sie das Volk, welches lüstern gewesen war. Von den Gräbern der Lüsternheit brachen sie auf, und kamen nach Haseroth, und blieben daselbst.
Numeri 12
1Und Maria und Aaron redeten gegen Moses, seines äthiopischen Weibes wegen, 2und sprachen: hat der Herr denn nur durch Moses geredet, hat er nicht auch zu uns in gleicher Weise geredet? Da der Herr dies vernahm, 3(Moses aber war ein überaus sanftmütiger Mann, mehr als alle Menschen, die auf Erden lebten,) 4sprach er alsbald zu ihm und zu Aaron und Maria: Begebet ihr drei euch allein zum Zelte des Bundes hinaus! Und da sie hinausgegangen waren, 5kam der Herr in der Wolkensäule herab, und stand am Eingange des Zeltes, und rief Aaron und Maria. Als diese nun kamen, 6sprach er zu ihnen: Höret meine Worte! Ist jemand unter euch ein Prophet des Herrn, so werde ich ihm im Gesichte erscheinen, oder durch Träume zu ihm reden; 7doch nicht also mein Diener Moses, der in meinem ganzen Hause der treueste ist; 8denn mit ihm rede ich von Mund zu Mund; und offenbar und nicht in Rätseln und Bildern schaut er den Herrn. Warum also habt ihr euch nicht gescheut, meinen Diener Moses herabzusetzen? 9Und er zürnte über sie und ging hinweg; 10zugleich verschwand auch die Wolke, die über dem Zelte war. Und siehe, Maria erschien aussätzig weiß wie Schnee. Und da Aaron sie anschaute und sie von Aussatz bedeckt sah, 11sprach er zu Moses: ich bitte dich, mein Gebieter, lass diese Sünde nicht auf uns bleiben, die wir töricht begangen haben, 12damit diese nicht einer Toten gleich werde, und wie eine Fehlgeburt, die kaum aus dem Leibe ihrer Mutter hervorgegangen, weggeworfen wird; siehe schon ist die Hälfte ihres Fleisches vom Aussatze zerfressen. 13Da rief Moses zum Herrn und sprach: O Gott, ich bitte dich, heile sie! 14Der Herr antwortete ihm: Wenn ihr Vater ihr in´s Angesicht gespieen hätte, müsste sie dann nicht wenigstens sieben Tage schamrot bleiben? Sieben Tage bleibe sie außerhalb des Lagers abgesondert, und dann werde ich sie wieder zurückgerufen. 15Maria ward also sieben Tage vom Lager ausgeschlossen; und das Volk zog von diesem Orte nicht fort, bis Maria zurückgerufen war.