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Die Bibel in einem Jahr · Tag 357 von 365

2. Petrus 1–3

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Das Video zu diesem Tag erscheint in der Playlist auf YouTube, sobald es fertig ist.

2. Petrus 1

1Simon Petrus, Diener und Apostel Jesu Christi, denen, welche mit uns den gleichen kostbaren Glauben erlangt haben, in der Gerechtigkeit unsers Gottes und Heilandes Jesu Christi. 2Gnade und Friede werde euch in immer reicherer Fülle in der Erkenntnis Gottes und Christi Jesu, unsers Herrn! 3Wie seine göttliche Macht und alles, was zum Leben und zur Gottseligkeit dient, durch die Erkenntnis dessen geschenkt hat, der uns berufen hat, in eigener Herrlichkeit und Kraft, 4durch welchen er uns die übergroßen und kostbaren Verheißungen geschenkt hat, damit ihr durch diese der göttlichen Natur teilhaftig werdet, entronnen dem in der Welt herrschenden Verderben der Begierlichkeit. 5So wendet denn allen Eifer an und betätiget in eurem Glauben die sittliche Tatkraft, in der sittlichen Tatkraft aber die Erkenntnis, 6in der Erkenntnis die Enthaltsamkeit, in der Enthaltsamkeit die Geduld, in der Geduld die Gottseligkeit, 7in der Gottseligkeit die Bruderliebe, in der Bruderliebe die Nächstenliebe. 8Denn wenn dies bei euch vorhanden ist und sich mehrt, so wird es euch nicht untätig, noch unfruchtbar sein lassen für die Erkenntnis unseres Herrn Jesus Christus. 9Denn wem dies mangelt, der ist blind, mit der Hand in der Irre tastend, und hat der Reinigung von seinen alten Sünden vergessen. 10Darum, Brüder! beeifert euch umso mehr, eure Berufung und Auserwählung durch gute Werke gewiss zu machen; denn wenn ihr dies tuet, werdet ihr niemals zu Falle kommen. 11Denn so wird euch ein weit offener Eingang in das ewige Reich unsers Herrn und Heilandes Jesus Christus verstattet werden. 12Darum werde ich darauf bedacht sein, euch stets an diese Dinge zu erinnern, obwohl ihr sie wisset und gefestigt seid in der euch gegenwärtigen Wahrheit. 13Ich halte es aber für Pflicht, so lange ich in diesem Gezelte bin, euch aufzumuntern durch Erinnerung, 14da ich weiß, dass mein Gezelt bald abgebrochen werden wird, wie auch unser Herr Jesus Christus mir offenbart hat. 15Ich werde aber Sorge tragen, dass ihr im Stande seiet auch oftmals nach meinem Tode dieser Dinge zu gedenken. 16Denn nicht klug ersonnenen Fabeln folgend haben wir euch die Macht und Ankunft unsers Herrn Jesus Christus kundgetan, sondern als solche, die Augenzeugen seiner Hoheit geworden sind. 17Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Herrlichkeit, als von der hocherhabenen Herrlichkeit eine Stimme zu ihm herabkam, also lautend: Dies ist mein Sohn, der geliebte, an dem ich Wohlgefallen habe, ihn höret! 18Und diese Stimme haben wir gehört, vom Himmel erschallend, da wir mit ihm auf dem heiligen Berge waren. 19Und so ist uns nun das prophetische Wort sicherer, und ihr tut wohl, darauf zu achten als auf eine Leuchte, die da scheint an einem dunklen Orte, bis der Tag anbricht, und der Morgenstern aufgeht in euern Herzen; 20indem ihr dies vor allem erkennet, das keine Weissagung der Schrift Sache eigener Auslegung ist. 21Denn nie ist eine Weissagung durch den Willen eines Menschen ergangen, sondern vom Heiligen Geiste getrieben redeten heilige Gottesmänner.

2. Petrus 2

1Es traten aber auch falsche Propheten unter dem Volke auf, wie auch unter euch falsche Lehrer sein werden, welche Sonderrichtungen des Verderbens einführen werden, indem sie den Herrn, der sie erkauft hat, verleugnen, so schnelles Verderben über sich selbst herbeiführend. 2Und viele werden ihren Ausschweifungen folgen, und der Weg der Wahrheit wird durch sie gelästert werden; 3und sie werden in Habsucht mit erdichteten Worten von euch Gewinn zu ziehen suchen, aber längst schon säumt ihr Gericht nicht, und ihr Verderben schlummert nicht. 4Hat doch Gott die Engel, welche gesündigt hatten, nicht verschont, sondern mit Ketten der Hölle gefesselt, und sie in den Abgrund zur Peinigung verstoßen, damit sie zum Gerichte aufbewahrt werden, 5und der alten Welt nicht geschont, sondern nur Noe, den Prediger der Gerechtigkeit, als den achten geschützt, als er die Sündflut über die Welt der Gottlosen kommen ließ; 6auch die Städte Sodoma und Gomorrha in Asche verwandelt und mit Zerstörung bestraft, und sie als Vorbild für die, welche gottlos handeln werden, aufgestellt, 7während er den gerechten Lot errettete, der unter der Gewalttätigkeit der Frevler und ihrem ausschweifenden Wandel schwer litt; 8denn bei allem, was er sah und hörte, blieb er gerecht, obwohl er inmitten derer wohnte, welche von Tag zu Tag seine gerechte Seele durch böse Werke peinigten. 9Es weiß der Herr die Frommen aus der Versuchung zu erretten, die Ungerechten aber auf den Tag des Gerichtes zur Peinigung aufzubewahren, 10vorzüglich aber diejenigen, welche in unreiner Lust dem Fleische nachwandeln, die Herrschaft verachten, vermessen und selbstgefällig sich nicht scheuen, Trennungen einzuführen und zu lästern; 11während doch Engel, die an Stärke und Macht größer sind, kein Fluchurteil wider einander fällen. 12Diese aber werden, wie unvernünftige Tiere, welche von Natur bestimmt sind gefangen und getötet zu werden, da sie über das lästern, was sie nicht verstehen, in ihrer Verdorbenheit zu Grunde gehen, 13und so den Lohn ihrer Ungerechtigkeit empfangen, sie, die für Lust die Schwelgerei erachten, wie der Tag sie ihnen darbietet, die als Schmutz- und Schandflecken in Üppigkeit schwelgen, bei ihren Gastmählern unter euch prassend, 14die Augen voller Ehebruch und unaufhörlicher Sünde. Sie verlocken die schwankenden Seelen, ihr Herz ist erfüllt von Künsten der Habsucht, sie sind Kinder des Fluches. 15Sie haben den geraden Weg verlassen und sind abgeirrt, indem sie dem Wege Balaams, des Sohnes Bosors, folgten, welcher den Lohn der Ungerechtigkeit liebte, 16aber auch die Zurechtweisung für seine Torheit empfing; ein sprachloses Lasttier redete mit Menschenstimme, und wehrte der Torheit des Propheten. 17Diese sind wasserlose Quellen, Nebelwolken, von Sturmwinden gejagt; ihnen ist das Dunkel der Finsternis aufbehalten. 18Denn indem sie hochfahrende Reden voll Nichtigkeit führen, verlocken sie durch fleischliche Gelüste und Ausschweifungen die, welche kaum denen entrinnen, welche im Irrtume wandeln, 19indem sie ihnen Freiheit verheißen, sie, die selber Sklaven des Verderbens sind; denn von wem jemand überwältigt wird, dessen Sklave ist er auch. 20Denn wenn die, welche durch die Erkenntnis unsers Herrn und Heilandes Jesus Christus den Befleckungen der Welt entronnen sind, sich von denselben doch wieder verstricken und überwinden lassen, so ist bei ihnen das Letzte ärger geworden als das erste. 21Denn es wäre ihnen besser, den Weg der Gerechtigkeit nicht kennengelernt zu haben, als dass sie, nachdem sie ihn erkannt, sich wieder abwenden von dem heiligen Gebote, das ihnen überliefert ist. 22Es ist ihnen widerfahren, was das wahre Sprichwort sagt: “Der Hund wendet sich zurück zu dem, was er gespieen;“ und: „Das Schwein wälzt sich nach der Schwemme wieder im Kote.“

2. Petrus 3

1Sehet, Geliebte! dies ist bereits der zweite Brief, den ich euch schreibe, um durch Ermahnungen euern lauteren Sinn zu wecken, 2auf dass ihr gedenket an die Worte, die ich aus den heiligen Propheten vorher erwähnt habe, und an die von euern Aposteln mitgeteilten Gebote des Herrn und Heilandes. 3Vor allem wisset, dass am Ende der Tage Spötter mit Trug kommen werden, welche nach ihren eigenen Lüsten wandeln, 4und sagen: “Wo ist die Verheißung, oder seine Wiederkunft? Denn von der Zeit her, wo die Väter entschlafen sind, verbleibt alles so, seitdem die geschaffenen Dinge ihren Anfang genommen!“ 5Absichtlich nämlich vergessen sie dies, dass der Himmel einst war, und die Erde aus Wasser und durch Wasser kraft des Wortes Gottes sich gestaltet hat, 6wodurch auch die damalige Welt, von Wasser überflutet, zu Grunde ging. 7der jetzige Himmel aber und die Erde sind durch dasselbe Wort aufbewahrt und dem Feuer vorbehalten auf den Tag des Gerichtes und des Verderbens der gottlosen Menschen. 8Dies eine aber vergesset nicht, Geliebte! Dass ein Tag bei dem Herrn ist wie tausend Jahre, und tausend Jahre wie ein Tag. 9Nicht säumt der Herr mit seiner Verheißung, wie einige meinen, sondern er übt Langmut um euretwillen, indem er nicht will, dass jemand verloren gehe, sondern dass sich alle zur Buße wenden. 10Es wird aber der Tag des Herrn kommen wie ein Dieb; alsdann werden die Himmel mit gewaltigem Krachen vergehen, die Elemente sich in Feuersglut verzehren und die Erde samt ihren Werken auf ihr verbrennen. 11Da nun dies alles einst hinschwinden wird, wie sehr sollt ihr euch eines heiligen Wandels und der Gottseligkeit befleißigen, 12indem ihr erwartet und entgegeneilt der Ankunft des Tages des Herrn, durch den die Himmel in Feuer aufgehen und die Elemente in Gluthitze vergehen werden. 13Einen neuen Himmel aber und eine neue Erde erwarten wir nach seinen Verheißungen, in welchen Gerechtigkeit wohnt. 14Darum, Geliebte! beeifert euch, in der Erwartung dessen, unbefleckt und untadelig vor ihm erfunden zu werden in Frieden; 15und achtet die Langmut unsers Herrn für Heil, so wie auch unser geliebter Bruder Paulus nach der ihm verliehenen Weisheit euch geschrieben hat; 16wie auch in allen seinen Briefen, wenn er von diesen Dingen redet, in welchen manches Schwerverständliche vorkommt, was die Unwissenden und Schwankenden ebenso wie die übrigen Schriften zu ihrem eigenen Verderben verdrehen. 17Ihr also, Brüder! die ihr dies voraus wisset, seid auf euer Hut, damit ihr euch nicht durch den Irrwahn der Toren mit fortreißen lasset und eures festen Standes verlustig gehet. 18Wachset vielmehr in der Gnade und in der Erkenntnis unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus. Sein ist die Herrlichkeit, wie jetzt, so auf den Tag der Ewigkeit. Amen.

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