Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).
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1. Petrus 1
1Petrus, Apostel Jesu Christi, an die auserwählten Fremdlinge in der Zerstreuung von Pontus, Galatien, Kappadocien, Asien und Bithynien, 2gemäß dem Vorauswissen Gottes des Vaters, zur Heiligung des Geistes, zum Gehorsame und zur Besprengung mit dem Blute Jesu Christi: Gnade und Friede werde euch in Fülle! 3Gepriesen sei Gott, der Vater unsers Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu lebendiger Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, 4zu einem unvergänglichen, unbefleckten und unverwelklichen Erbe, welches im Himmel aufbehalten ist für euch, 5die ihr durch die Kraft Gottes mittelst des Glaubens bewahrt werdet für eine Seligkeit, welche bereit ist offenbart zu werden in der letzten Zeit. 6In dieser werdet ihr frohlocken, wenn ihr jetzt auf eine kleine Weile Betrübnis dulden müsst in mancherlei Anfechtungen, 7damit die Bewährung eures Glaubens um vieles kostbarer als durch Feuer erprobtes Gold erfunden werde zum Lobe und zur Herrlichkeit, und zur Ehre bei der Offenbarung Jesu Christi, 8welchen ihr, ohne ihn gesehen zu haben, liebt, an welchen ihr, obwohl ihr ihn nicht schaut, glaubt; weil ihr aber glaubt, werdet ihr frohlocken mit unaussprechlicher und verklärter Freude, 9indem ihr das Ziel eures Glaubens erlangen werdet, das Heil der Seelen. 10Über dieses Heil suchten und forschten die Propheten, welche von der euch bestimmten Gnade geweissagt haben, 11forschend, auf welche Zeit und Umstände der Geist Christi in ihnen hindeute, indem er die Christus bestimmten Leiden und die darauf folgende Herrlichkeit vorherverkündete, 12da ihnen geoffenbaret wurde, dass sie nicht für sich selbst, sondern für euch das mitteilten, was euch jetzt durch diejenigen verkündet wird, die euch in Kraft des vom Himmel gesandten Heiligen Geistes das Evangelium verkündigt haben, in welchen Einblick zu haben die Engel begehren. 13Darum umgürtet die Lenden eures Gemütes, seid nüchtern, und setzet eure ganze Hoffnung auf die Gnade, welche euch in der Offenbarung Jesu Christi dargeboten wird, 14als Kinder des Gehorsams, euer Leben nicht nach den Lüsten gestaltend, wie zuvor in eurer Unwissenheit, 15sondern nach dem Vorbilde des Heiligen, der euch berufen hat, erweiset euch auch selbst heilig in allem Wandel; 16denn es steht geschrieben: Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig. 17Und wenn ihr den als Vater anruft, der ohne Ansehen der Person einen jeden nach seinen Werken richtet, so wandelt in Furcht, so lange eure Pilgerfahrt währt, 18da ihr wisset, dass ihr nicht mit vergänglichen Dingen, Gold oder Silber, erlöst seid von eurem eitlen Wandel, der sich von den Vätern auf euch vererbt hatte, 19sondern mit dem kostbaren Blute Christi, als eines unbefleckten und makellosen Lammes; 20welcher vor Grundlegung der Welt ausersehen war, in den letzten Zeiten aber um euretwillen offenbart ward, 21die ihr durch ihn an Gott glaubt, der ihn von den Toten auferweckt und ihm Herrlichkeit verliehen hat, so dass euer Glaube und eure Hoffnung auf Gott beruht. 22Reiniget eure Seelen im Gehorsam der Liebe, zur Bruderliebe, liebet einander innig aus aufrichtigem Herzen; 23da ihr ja wiedergeboren seid nicht aus vergänglichem Samen, sondern aus unvergänglichem, durch das Wort des lebendigen Gottes, der in Ewigkeit bleibt. 24Denn alles Fleisch ist wie Gras, und alle seine Herrlichkeit wie des Grases Blume; das Gras verdorrt, und seine Blume fällt ab; 25das Wort des Herrn aber bleibt in Ewigkeit! Dies aber ist das Wort, welches euch als Evangelium verkündigt worden ist.
1. Petrus 2
1Leget also ab alle Bosheit und alle Arglist, Verstellung und Neid, und alle üblen Nachreden, 2und verlanget als neugeborne Kinder, nach der geistigen, lauteren Milch, um durch sie heranzuwachsen zum Heile, 3wenn ihr anders gekostet habt, wie gütig der Herr ist. 4Zu ihm nun tretet hinzu, dem lebendigen Steine, der zwar von den Menschen verworfen, von Gott aber auserwählt und hoch in Ehren ist; 5und werdet auch ihr als lebendige Steine gebaut auf ihn als ein geistiger Tempel, zu einer heiligen Priesterschaft, um geistige Opfer darzubringen, welche Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus. 6Darum steht in der Schrift: Siehe, ich lege in Sion einen auserlesenen kostbaren Eckstein; und wer an ihn glaubt, wird nicht zu Schanden werden. 7Euer also, die ihr glaubt, ist die Ehre, denen aber, die nicht glauben, ist der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden, 8und zum Stein des Anstoßes und zum Fels des Ärgernisses denen, welche Anstoß an dem Worte nehmen, und an dasselbe nicht glauben, wozu sie auch bestimmt sind. 9Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk des Eigentums, auf dass ihr die Tugenden dessen verkündet, der euch aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Lichte berufen hat; 10euch, die ihr einst ein Nichtvolk waret, jetzt aber Gottes Volk seid; die ihr Nichtbegnadigte waret, nun aber Begnadigte seid. 11Geliebte! ich ermahne euch, enthaltet euch als Fremdlinge und Pilger, der fleischlichen Begierden, welche wider die Seele streiten, 12indem ihr einen guten Wandel unter den Heiden führt, damit sie, worin sie von euch, als wäret ihr Übeltäter, Arges reden, euch aus den guten Werken erkennen und Gott preisen am Tage der Heimsuchung. 13Seid daher untertan aller menschlichen Ordnung um Gottes willen, sei es dem Könige, als dem Oberherrn, 14oder den Statthaltern, als solchen, welche von ihm abgeordnet sind zur Bestrafung der Übeltäter und zur Belobung derer, die Gutes tun. 15denn so ist es der Wille Gottes, dass ihr durch Rechttun die Unwissenheit der unverständigen Menschen zum Schweigen bringt; 16als solche, die frei sind, aber nicht als solche, welche die Freiheit zum Deckmantel der Bosheit brauchen, sondern als Diener Gottes. 17Ehret alle, liebet die Brüder, fürchtet Gott, ehret den König! 18Ihr Knechte! seid untertan in aller Furcht den Herren, nicht allein den gütigen und milden, sondern auch den unleidlichen. 19Denn das ist wohlgefällig, wenn jemand aus Gewissenhaftigkeit gegen Gott Widerwärtigkeiten erträgt, indem er unverschuldet leidet. 20Was ist ja auch das für ein Ruhm, wenn ihr wegen Vergehungen Züchtigungen erduldet? Aber wenn ihr Gutes tuet, und dabei geduldig leidet, das ist wohlgefällig bei Gott. 21Denn dazu seid ihr berufen, da ja auch Christus für uns gelitten und euch ein Beispiel hinterlassen hat, damit ihr in seine Fußstapfen tretet; 22er, der keine Sünde getan, und in dessen Munde kein Trug gefunden ist, 23der nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht drohte, da er litt, sondern sich dem überließ, der ihn ungerecht verurteilte; 24der unsere Sünden selbst an seinem Leibe an das Holz trug, damit wir den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben mögen, durch dessen Wunden ihr geheilt worden seid. 25Denn ihr waret wie irrende Schafe; nun aber seid ihr bekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.
1. Petrus 3
1Gleicherweise sollen auch die Frauen ihren Männern untergeben sein, damit auch diejenigen, die etwa dem Worte nicht glauben, durch den Wandel der Frauen ohne Wort gewonnen werden, 2wenn sie euern in Furcht reinen Wandel vor Augen haben. 3Der Schmuck der Frauen sei nicht der äußerliche in Haargeflechten, oder Anlegen goldenen Geschmeides, oder in gesuchtem Anzuge, 4sondern der verborgene Herzensmensch in der Unvergänglichkeit des stillen und sanften Geistes, der vor Gott kostbar ist. 5Denn so schmückten sich einst auch die heiligen Frauen, die auf Gott hofften, indem sie ihren Männern untertan waren. 6So gehorchte, ihn Gebieter nennend, Sara dem Abraham, deren Töchter ihr seid, wenn ihr Gutes tut und bei keiner Widerwärtigkeit den Mut verliert. 7Ihr Männer gleicherweise, lebet in Einsicht mit dem weiblichen Gebilde, als dem schwächeren, zusammen, indem ihr ihnen Achtung erweiset als solchen, die auch Miterben der Gnade des Lebens sind, damit euere Gebete nicht behindert werden. 8Endlich aber seid alle gleichgesinnt, mitleidig, bruderliebend, barmherzig, sittsam, demütig; 9vergeltet nicht Böses mit Bösem, nicht Schmähwort mit Schmähwort, sondern im Gegenteile segnet, weil ihr dazu berufen seid, Segen zu ererben. 10Denn wer das Leben lieben und gute Tage sehen will, halte seine Zunge zurück vom Bösen, und seine Lippen, dass sie nicht Trug reden. 11Er wende sich ab vom Bösen, und tue Gutes; er suche Frieden, und jage ihm nach. 12Denn die Augen des Herrn sind auf die Gerechten gerichtet, und seine Ohren merken auf ihr Flehen; das Angesicht des Herrn aber ist wider die, welche Böses tun. 13Und wer wird euch schaden, wenn ihr eifrig dem Guten nachtrachtet? 14Jedoch wenn ihr auch etwas leiden solltet um der Gerechtigkeit willen, selig seid ihr! Lasset euch nicht von Furcht vor ihnen einnehmen, noch euch beunruhigen. 15Den Herrn Christus aber heiliget in euern Herzen, allezeit bereit zur Verantwortung gegen jeden, der von euch Rechenschaft über die Hoffnung fordert, die ihr in euch habt; 16doch mit Sanftmut und Furcht, indem ihr ein gutes Gewissen habt, damit die, welche euern guten Wandel in Christus verleumden, darin zu Schanden werden, worin sie euch übel nachreden. 17Denn besser ist es, ihr leidet (wenn es Gottes Wille sein sollte), um guter als um böser Taten willen; 18ist ja auch Christus einmal für unsere Sünden gestorben, als Gerechter für Ungerechte, auf dass er uns Gott darbrächte, getötet zwar dem Fleische nach, aber lebendig gemacht dem Geiste nach. 19In diesem ist er auch hingegangen und hat den Geistern, die im Gefängnisse waren, gepredigt, 20die einst ungläubig waren, als sie in den Tagen Noes sich auf Gottes Langmut verließen, während die Arche gebaut ward, in welcher wenige, nämlich acht Seelen, gerettet wurden durch das Wasser, 21wie dies auch im Gegenbilde nun errettet als Taufe, die nicht eine Ablegung körperlicher Unreinigkeit ist, sondern an Gott gerichtete Begehrung eines guten Gewissens, durch die Auferstehung Jesu Christi, 22welcher zur Rechten Gottes ist, nachdem er den Tod verschlungen, damit wir Erben des ewigen Lebens würden, und in den Himmel gegangen ist, wo ihm Engel, Gewalten und Kräfte untertan wurden.
1. Petrus 4
1Da Christus also dem Fleische nach gelitten hat, so waffnet auch ihr euch mit derselben Gesinnung; denn wer dem Fleische nach gelitten hat, der hat aufgehört zu sündigen, 2so dass er nicht mehr den Gelüsten der Menschen, sondern dem Willen Gottes die noch übrige Zeit im Fleische lebt. 3Denn es ist genug, dass sie die vergangene Zeit des Lebens das Verlangen der Heiden erfüllt haben, da sie in Ausschweifungen, Sinneslust, Berauschungen, Schmausereien, Zechgelagen und frevelhaftem Götzendienste wandelten. 4Darüber fasst die Verwunderung, dass ihr nicht mit ihnen den gleichen wüsten Ausschweifungen zulaufet, und sie lästern. 5Doch sie werden dem Rechenschaft geben müssen, der bereit steht zu richten die Lebendigen und die Toten. 6Denn deshalb ist auch den Toten das Evangelium verkündet worden, damit sie, ob sie auch wie alle Menschen dem Fleische nach gerichtet sind, doch nach Gottes Willen im Geiste leben. 7Das Ende aller Dinge aber hat sich genähert. Seid also klug und wachsam im Gebete. 8Vor allem aber lasset eure Liebe zueinander eine anhaltende sein; denn die Liebe bedeckt eine Menge von Sünden. 9Seid gastfrei gegeneinander ohne Murren. 10Dienet einander, jeder mit der Gabe die er empfangen hat, als gute Verwalter der mannigfaltigen Gnaden Gottes. 11Wenn jemand redet, so rede er als Worte Gottes, wenn jemand dient, so diene er als aus der Kraft, die Gott spendet, damit in allen Dingen Gott verherrlicht werde durch Jesus Christus, welchem die Herrlichkeit und die Herrschaft ist von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. 12Geliebte! Lasset euch nicht irre machen durch das Läuterungsfeuer, das zur Prüfung über euch kommt, als begegnete euch etwas Befremdliches, 13sondern in dem Maße, wie ihr Teil habt an den Leiden Christi, freuet euch, damit ihr auch bei der Offenbarung seiner Herrlichkeit euch freuen möget und frohlocken. 14Wenn ihr um des Namens Christi willen geschmäht werdet, so seid ihr selig; denn die Ehre und Herrlichkeit und Kraft Gottes und sein Geist ruht auf euch! 15Keiner von euch aber leide als Mörder, oder Dieb, oder Lästerer, oder als einer, der nach fremden Gute trachtet. 16Leidet er dagegen als Christ, so schäme er sich nicht; vielmehr verherrliche er Gott in diesem Namen. 17Denn es ist die Zeit da, dass das Gericht am Hause Gottes anfange. Wenn es aber zuerst bei uns beginnt, welches wird das Ende derer sein, welche dem Evangelium Gottes nicht glauben? 18Und wenn der Gerechte kaum wird gerettet werden, wo wird der Gottlose und Sünder erscheinen? 19Darum mögen euch die, welche nach dem Willen Gottes leiden, ihre Seelen dem treuen Schöpfer anempfehlen mit guten Werken.
1. Petrus 5
1Die Vorsteher nun, die bei euch sind, ermahne ich, als ihr Mitpriester und Zeuge der Leiden Christi, wie auch Teilnehmer der Herrlichkeit, die einst offenbar werden soll, 2weidet die euch anvertraute Herde Gottes, und traget für sie Sorge nicht aus Zwang, sondern gern, nach Gottes Anordnung, und nicht schnöden Gewinnes wegen, sondern aus willigem Herzen, 3und nicht als solche, die über das Erbe Gottes gewalttätig herrschen wollen, sondern als solche, die Vorbilder der Herde sind von Herzen. 4Und wenn der Erzhirt erscheinen wird, werdet ihr die unverwelkliche Krone der Herrlichkeit empfangen. 5Desgleichen, ihr Jüngeren! seid untertan den Vorstehern. Alle aber lasset euch von der Demut durchdringen gegeneinander; denn Gott widersteht den Hoffärtigen, den Demütigen aber gibt er Gnade. 6Demütiget euch also unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zur Zeit der Heimsuchung, 7indem ihr alle eure Sorgen auf ihn werfet; denn er sorgt für euch. 8Seid nüchtern und wachet; denn euer Widersacher, der Teufel, geht wie ein brüllender Löwe umher und sucht, wen er verschlingen könne; 9ihm widerstehet fest im Glauben, und wisset, dass dieselben Leiden euren Brüdern in der Welt widerfahren! 10Der Gott aller Gnade aber, der uns in Christus Jesus berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit, er wird uns, nachdem wir eine kurze Weile gelitten haben, vollenden, stärken und festigen. 11Ihm ist die Herrlichkeit und die Herrschaft von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 12Durch Silvanus, den treuen Bruder, habe ich euch, wie ich glaube, in Kürze geschrieben, euch zu ermahnen und zu bezeugen, dass dies die wahrhafte Gnade Gottes ist, in welcher ihr steht. 13Es grüßet euch die mitauserwählte Gemeinde zu Babylon und Markus, mein Sohn. 14Grüßet einander mit dem heiligen Kusse. Gnade sei euch allen, die ihr in Christus Jesus seid! Amen.