Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).
Das Video zu diesem Tag erscheint in der Playlist auf YouTube, sobald es fertig ist.
Jakobus 1
1Jakobus, Diener Gottes und unsers Herrn Jesus Christus, den zwölf Stämmen, die in der Zerstreuung sind, Gruß. 2Achtet es für lauter Freude, meine Brüder! wenn ihr mannigfachen Anfechtungen anheimfallet, 3da ihr wisset, dass die Prüfung eures Glaubens Geduld wirkt. 4Die Geduld aber hat ein vollkommenes Werk inne, damit ihr vollkommen und vollendet seiet, in keiner Sache etwas fehlen lassend. 5Wenn es aber einem von euch an Weisheit gebricht, so bitte er Gott, welcher allen reichlich gibt, und es nicht vorrückt; und sie wird ihm gegeben werden. 6Er bitte aber im Glauben, ohne zu zweifeln; denn wer zweifelt, ist einer Meereswoge ähnlich, die vom Winde bewegt und hin und hergetrieben wird. 7Es wähne also ein solcher Mensch ja nicht, dass er etwas von dem Herrn empfangen werde. 8Ein im Herzen geteilter Mann ist unbeständig auf allen seinen Wegen. 9Es rühme sich aber der niedrige Bruder seiner Höhe, 10der Reiche aber seiner Niedrigkeit; denn wie eine Grasesblume wird er vergehen. 11Denn die Sonne ging auf mit ihrer Glut und dörrte das Gras aus, seine Blume fiel ab, und die Schönheit ihres Ansehens verging; so wird auch der Reiche auf seinen Wegen dahinsiechen. 12Selig der Mann, welcher die Anfechtung besteht! Denn wenn er bewährt erfunden ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, welche Gott denen verheißen hat, die ihn lieben. 13Niemand sage, wenn er versucht wird, dass er von Gott versucht werde; denn Gott kann nicht zum Bösen versucht werden, er versucht aber auch niemanden. 14Ein jeder wird vielmehr versucht, indem er von seiner eigenen Begierlichkeit hingezogen und gelockt wird. 15Wenn alsdann die Begierlichkeit empfangen hat, gebiert er die Sünde; die Sünde aber gebiert, wenn sie vollendet ist, den Tod. 16Irret also nicht, meine geliebten Brüder! 17Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk stammt von oben, herabsteigend vom Vater der Lichter, bei welchem keine Veränderung statthat, noch ein Schatten von Wandel ist. 18Denn aus freiem Willen hat er uns durch das Wort der Wahrheit gezeugt, damit wir gleichsam die Erstlinge seiner Geschöpfe seien. 19Ihr wisset es, meine geliebten Brüder! Es sei aber jeder Mensch schnell zum Hören, langsam aber zum Reden, und langsam zum Zürnen. 20Denn der Zorn des Menschen tut nicht, was vor Gott gerecht ist. 21Darum nehmet als solche, die alle Unreinigkeit und alle Überwucherung der Bosheit abgelegt haben, in Sanftmut das eingepflanzte Wort an, das eure Seelen retten kann. 22Seid aber Vollbringer des Wortes, und nicht allein Hörer, indem ihr euch selbst betrügt. 23Denn wenn jemand ein Hörer des Ortes ist und nicht Vollbringer, ein solcher gleicht einem Manne, welcher sein natürliches Antlitz im Spiegel beschaut. 24Denn hat er sich beschaut und ist hinweggegangen, so hat er sogleich vergessen, wie er aussah. 25Wer aber das vollkommene Gesetz der Freiheit aufmerksam betrachtet hat und dabei beharrt, wer nicht ein vergesslicher Hörer geworden ist, sondern ein Vollbringer der Werke, der wird selig sein durch sein Tun. 26Wenn aber jemand vermeint wahrhaft fromm zu sein und hält seine Zunge nicht im Zaume, sondern täuscht sein Herz, dessen Gottesdienst eitel ist. 27Ein Gottesdienst rein und makellos vor Gott und dem Vater ist dies: die Waisen und Witwen in ihrer Trübsal besuchen, und sich unbefleckt bewahren durch Abwendung von dieser Welt.
Jakobus 2
1Meine Brüder! haltet doch den Glauben an unsern Herrn der Herrlichkeit Jesus Christus nicht gefangen unter Ansehen der Person. 2Denn wenn in eure Versammlung ein Mann einträte mit goldenem Ringe und in prächtigem Gewande, es käme aber auch ein Armer in schlechter Kleidung, 3und ihr würdet auf den, der das prächtige Gewand trägt, schauen und zu ihm sprechen: Setze du dich bequem hierher! und ihr würdet zu dem Armen sagen: Bleib du dort stehen, oder setze dich hier unten an meinen Fußschemel! 4würdet ihr da nicht ein eigenwilliges Urteil fällen, und Richter ungerechter Grundsätze sein? 5Höret, meine geliebten Brüder! Hat nicht Gott die Armen in dieser Welt auserwählt zu Reichen im Glauben und zu Erben des Reiches, welches Gott denen verheißen hat, die ihn lieben? 6Ihr aber habt den Armen verunehrt. Sind es nicht die Reichen, die euch vergewaltigen, und euch vor die Gerichte schleppen? 7Sind sie es nicht, die den schönen Namen lästern, nach welchem ihr benannt seid? 8Wenn ihr freilich das königliche Gebot erfüllt nach der Schrift: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst, so tut ihr wohl; 9wenn ihr aber die Person ansehet, so begehet ihr Sünde, und werdet von dem Gesetze als Übertreter überwiesen. 10Wer immer nämlich das ganze Gesetz hält, jedoch in einem Stücke fehlt, hat sich an allem verschuldet. 11Denn der gesagt hat: Du sollst nicht ehebrechen, hat auch gesagt: Du sollst nicht töten. Wenn du nun nicht ehebrichst, tötest aber, so bist du ein Übertreter des Gesetzes geworden. 12Redet so und handelt so wie solche, welche durch das Gesetz der Freiheit gerichtet werden sollen. 13Denn ein Gericht ohne Erbarmen wird über den ergehen, der nicht Erbarmen geübt hat, die Barmherzigkeit aber überwiegt das Gericht. 14Was nützet es, meine Brüder! wenn jemand sagt, er habe Glauben, aber keine Werke hat? Wird etwa der Glaube vermögen, ihn zu retten? 15Wenn aber ein Bruder oder eine Schwester von Kleidung entblößt sind, und des täglichen Unterhaltes ermangeln, 16und es sagt jemand unter euch zu ihnen: Gehet in Frieden, wärmet euch und sättiget euch! Ihr gebt ihnen aber nicht, was zur Leibes Notdurft gehört, was nützt dies? 17So ist auch der Glaube, wenn er keine werke hat, tot in sich selbst. 18Ja, es kann jemand sagen: Du hast Glauben und ich habe Werke. Zeige mir deinen Glauben abgesondert von den Werken, und ich will dir aus meinen Werken meinen Glauben zeigen. 19Du glaubst, dass ein einziger Gott ist? Du tust wohl daran; auch die bösen Geister glauben und zittern. 20Willst du aber erkennen, o eitler Mensch! dass der Glaube ohne Werke tot ist? 21Wurde nicht Abraham, unser Vater, aus Werken gerechtfertigt, da er seinen Sohn Isaak auf dem Altare darbrachte? 22Siehst du, dass der Glaube zu seinen Werken mithalf, und dass aus den Werken sein Glaube zur Vollendung gebracht ward? 23So ward die Schrift ergänzt, die da sagt: Abraham glaubte Gott, und es ward ihm zur Gerechtigkeit gerechnet, und er wurde Freund Gottes genannt. 24Sehet ihr, dass der Mensch aus Werken gerechtfertigt wird, und nicht aus dem Glauben allein? 25Wurde nicht in gleicher Weise auch die Buhlerin Rahab aus Werken gerechtfertigt, da sie die Boten aufnahm und auf einem anderen Wege fortschaffte? 26Denn gleichwie der Leib ohne Geist tot ist, so ist auch der Glaube ohne Werke tot.
Jakobus 3
1Meine Brüder! werdet nicht zahlreich Lehrer, da ihr wisset, dass ihr ein strengeres Gericht auf euch ladet. 2Denn vielfach fehlen wir alle; wer im Worte nicht fehlt, der ist ein vollkommener Mann; er vermag auch den ganzen Leib zu zügeln. 3Wenn wir den Pferden Zäume in´s Maul legen, dass sie uns folgsam seien, so lenken wir auch ihren ganzen Leib. 4Sehet, auch die Schiffe, so groß sie sind, und obgleich von heftigen Winden getrieben, werden von einem kleinen Steuerruder gelenkt, wohin irgend der Wille des Steuernden will. 5So ist auch die Zunge zwar ein kleines Glied, und tut doch gewaltig mit großen Dingen. Sehet, ein wie kleines Feuer, welch großen Wald zündet es an! 6Auch die Zunge ist ein Feuer, die Welt der Ungerechtigkeit. Die Zunge steht da unter unsern Gliedern als die, welche den ganzen Leib befleckt und das Rad unseres Lebens in Flammen setzt, selbst entzündet von der Hölle. 7Denn die Natur aller wilden Tiere, und Vögel, und Schlangen, und der übrigen Tiere wird gezähmt und ist gezähmt worden von der menschlichen Natur; 8die Zunge aber vermag kein Mensch zu zähmen, dies nimmer müde Übel, tödlichen Giftes voll. 9Mit ihr preisen wir Gott und den Vater; und mit ihr verfluchen wir die Menschen, die nach dem Ebenbilde Gottes gemacht sind. 10Aus einem und demselben Munde geht Segen und Fluch hervor. Nicht ziemt sich, meine Brüder! dass dies also geschehe. 11Lässt etwas die Quelle aus einer und derselben Öffnung süßes und bitteres Wasser hervorsprudeln? 12Kann wohl, meine Brüder! der Feigenbaum Trauben hervorbringen, oder der Weinstock Feigen tragen? So kann auch die Salzquelle kein süßes Wasser geben. 13Wer ist unter euch weise und verständnisreich? Er zeige an seinem guten Wandel sein Wirken in der Sanftmut der Weisheit. 14Wenn ihr aber bittere Eifersucht habt und Parteilichkeit in euren Herzen ist, so rühmet euch nicht und lüget nicht wider die Wahrheit. 15Denn diese Weisheit ist keine, die von oben herabkommt, sondern eine irdische, selbstische, teuflische. 16Denn wo Eifersucht und Parteisucht ist, da ist Unordnung und jegliches böse Tun. 17Die Weisheit aber, welche von oben ist, ist erstlich lauter, dann friedfertig, bescheiden, nachgiebig, dem Guten zustimmend, voll Erbarmen und guter Früchte, nicht parteiisch, ohne Heuchelei. 18Die Frucht der Gerechtigkeit aber wird in Frieden gesäet bei denen, welche Frieden üben.
Jakobus 4
1Woher sind Kriege und Streitigkeiten unter euch? Nicht daher? Aus euren Begierden, die in euren Gliedern kämpfen? 2Ihr begehret, und habet es nicht, ihr mordet und neidet, und könnet es nicht erlangen; ihr streitet und kämpfet, und habt es nicht, weil ihr nicht bittet. 3Ihr bittet, und ihr empfanget es nicht, darum, weil ihr auf schlechte Art bittet, um es auf eure Gelüste zuwenden. 4Ihr Ehebrecher! Wisset ihr nicht, dass die Freundschaft dieser Welt Feindschaft gegen Gott ist? Wer also immer Freund dieser Welt sein will, der stellt sich als Feind Gottes dar. 5Oder meinet ihr, dass die Schrift ohne Grund sagt: Mit Eifersucht liebt der Geist, der in uns wohnt? 6Um so größer aber ist die Gnade, die er gibt. Deshalb heißt es: Gott widerstehet den Hoffärtigen, den Demütigen aber gibt er Gnade. 7Unterwerfet euch also Gott; widerstehet dagegen dem Teufel, so wird er von euch fliehen. 8Nahet euch Gott, so wird er sich euch nahen. Machet rein die Hände, ihr Sünder, und läutert die Herzen, ihr Doppelherzigen. 9Fühlet euer Elend, trauert und klaget; euer Lachen wandle sich in Weinen, und eure Freude in Trauer. 10Demütiget euch vor dem Herrn, so wird er euch erhöhen. 11Redet einander nicht übel nach, Brüder! Wer dem Bruder übel nachredet, oder wer seinen Bruder richtet, der redet dem Gesetze übel nach und richtet das Gesetz. Wenn du aber das Gesetz richtest, so bist du nicht ein Vollbringer des Gesetzes, sondern ein Richter desselben. 12Ein einziger ist, der Gesetzgeber und Richter ist, der Macht hat zu verderben und zu retten. 13Du aber, wer bist du, dass du den Nächsten richtest? Wohlan nun, die ihr sprechet: Heute oder morgen werden wir in diese Stadt geben, und dort ein Jahr zubringen, Handel treiben, und Gewinn machen, - 14die ihr doch nicht wisset, was morgen sein wird! 15Denn was ist euer Leben? Ein Dunst ist es, der eine kleine Weile sichtbar ist und dann verschwindet. Anstatt dass ihr sagtet: Wenn der Herr will, und: Wenn wir noch leben, werden wir dies oder das tun. 16Nun aber rühmt ihr euch in eurer Selbstüberhebung. Alles solches Sichrühmen ist vom Übel. 17Wer nun Gutes zu tun weiß, und es nicht tut, dem ist es Sünde.
Jakobus 5
1Wohlan nun, ihr Reichen! weinet und wehklaget über die Trübsale, die über euch hereinbrechen werden. 2Euer Reichtum ist vermodert und eure Kleider sind von Motten zerfressen. 3Euer Gold und Silber ist verrostet, und ihr Rost wird ein Zeugnis wider euch sein und wird euer Fleisch wie Feuer verzehren. Ihr habt euch Schätze des Zornes aufgehäuft in den letzten Tagen. 4Sehet, der Lohn der Arbeiter, welche eure Felder gemäht haben, der von euch vorenthalten worden ist, schreit; und ihr Ruf ist zu den Ohren des Herrn der Heerscharen gedrungen. 5Ihr habt auf Erden üppig gelebt und eure Herzen mit Genüssen gemästet für den Tag der Schlachtung. 6Ihr habt den Gerechten verurteilt, ja getötet, und er widerstand euch nicht. 7So geduldet euch nun, Brüder! bis auf die Ankunft des Herrn. Sehet, der Landmann wartet auf die köstliche Frucht der Erde, indem er geduldig harrt, bis sie den Frühregen und Spätregen empfängt. 8So geduldet auch ihr euch und festiget eure Herzen, denn die Ankunft des Herrn ist nahe. 9Seufzet nicht gegeneinander, Brüder! damit ihr nicht gerichtet werdet. Sehet, der Richter steht vor der Türe. 10Zum Vorbilde eines harten Todes, des Leidens und der Geduld nehmet, Brüder! die Propheten, welche im Namen des Herrn geredet haben. 11Sehet, wir preisen sie selig, welche ausgeharrt haben! Von der Geduld Jobs habt ihr gehört und das Ende vom Herrn gesehen; denn barmherzig ist der Herr und voll Erbarmung. 12Vor allem aber, meine Brüder! schwöret nicht, weder bei dem Himmel, noch bei der Erde, noch irgend einen anderen Schwur. Es sei aber eure Rede: Ja, Ja! Nein, Nein! damit ihr nicht dem Gerichte anheimfallet. 13Ist jemand unter euch traurig, so bete er; ist jemand guten Mutes, so singe er Loblieder. 14Ist jemand unter euch krank so rufe er die Priester der Kirche, und sie sollen über ihn beten, indem sie ihn mit Öl salben im Namen des Herrn; 15so wird das Gebet des Glaubens dem Kranken zum Heile sein, und der Herr wird ihn aufrichten; und wenn er in Sünden ist, werden sie ihm nachgelassen werden. 16Bekennet denn einander eure Sünden, und betet füreinander, damit ihr das Heil erlanget; denn viel vermag das beharrliche Gebet der Gerechten. 17Elias war ein Mensch, dem Leiden unterworfen, wie wir, und er betete, dass es nicht regnen möchte auf Erden; und es regnete nicht drei Jahre und sechs Monate hindurch. 18Da betete er abermals, und der Himmel gab Regen, und die Erde brachte ihre Frucht hervor. 19Meine Brüder! wenn einer von euch abirrt von der Wahrheit und es führt ihn jemand zurück, 20so wisse er, dass, wer einen Sünder von seinem Irrwege zurückführt, der wird dessen Seele vom Tode retten und eine Menge Sünden zudecken.