Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).
Das Video zu diesem Tag erscheint in der Playlist auf YouTube, sobald es fertig ist.
Hebräer 11
1Es ist aber der Glaube eine Zuversicht dessen, was man hofft, eine feste Überzeugung von dem, was man nicht sieht. 2In ihm haben ja die Alten rühmliches Zeugnis erlangt. 3Durch den Glauben erkennen wir, dass die Welt durch Gottes Wort bereitet ist, so dass aus Unsichtbarem das Sichtbare entstand. 4Durch Glauben brachte Abel Gott ein besseres Opfer dar als Kain, und durch denselben erhielt er das Zeugnis, dass er gerecht sei, indem Gott für seine Gaben Zeugnis gab, und durch denselben redet er auch noch, nachdem er schon gestorben. 5Durch Glauben ward Henoch entrückt, dass er den Tod nicht schaute, und ward nicht mehr gefunden, weil Gott ihn entrückt hatte, denn vor seiner Entrückung erhielt er das Zeugnis, dass er Gott wohlgefallen habe. 6Ohne Glauben aber ist es unmöglich, Gott wohlzugefallen; denn wer Gott naht, muss glauben, dass er ist, und denen, welche ihn suchen, ein Vergelter ist. 7Durch Glauben baute Noe, nachdem er Offenbarung erhalten hatte über das, was man doch nicht sah, in sorglicher Vorsicht die Arche zur Rettung seines Hauses, wodurch er die Welt verurteilte, und wurde der Erbe der Gerechtigkeit, die aus dem Glauben kommt. 8Durch Glauben gehorchte, der Abraham genannt wird, dass er auszog an einen Ort, welchen er zum Erbe erhalten sollte; und er zog aus, ohne zu wissen, wohin er ging. 9Durch Glauben weilte er als Fremdling im Lande der Verheißung, wie in einem fremden, indem er in Zelten wohnte, ebenso wie Isaak und Jakob, die Miterben derselben Verheißung; 10denn er erwartete die festgegründete Stadt, deren Erbauer und Schöpfer Gott ist. 11Durch Glauben empfing auch selbst die unfruchtbare Sara Kraft zur Gründung einer Nachkommenschaft, und dies trotz ihres Alters, weil sie glaubte, dass der, welcher die Verheißung gegeben, treu sei. 12Darum wurden auch von einem einzigen (und noch dazu von einem mit erstorbenem Leibe) Nachkommen gezeugt, zahlreich wie die Sterne des Himmels und unzählbar wie der Sand am Ufer des Meeres. 13Im Glauben starben diese alle, ohne das Verheißene empfangen zu haben, sondern sie erblickten und begrüßten es von fern und bekannten, das sie Pilger und Fremdlinge seien auf Erden. 14Denn die so sprechen, geben dadurch zu erkennen, dass sie ein Vaterland suchen. 15Würden sie etwa jenes gemeint haben, aus dem sie ausgezogen waren, so hatten sie ja Zeit, wieder dahin zurückzukehren. 16Nun aber trachten sie nach einem vorzüglicheren, das ist, dem himmlischen. Deshalb schämt sich Gott nicht, ihr Gott zu heißen; denn er hat ihnen eine Stadt bereitet. 17Durch Glauben brachte Abraham, da er geprüft ward, seinen einzigen Sohn Isaak dar, er, der die Verheißungen empfangen hatte, 18zu dem gesagt war: In Isaak wird dir eine Nachkommenschaft erzielt werden, 19Denn er erwog, dass Gott auch von den Toten zu erwecken vermag; weshalb er ihn auch als ein Vorbild wieder erhielt. 20Durch Glauben segnete auch Isaak für Zukünftiges den Jakob und Esau. 21Durch Glauben segnete der sterbende Jakob jeden der Söhne Josephs und neigte sich anbetend gegen die Spitze seines Stabes hin. 22Durch Glauben gedachte Joseph sterbend an den Auszug der Kinder Israels, und gab Auftrag wegen seiner Gebeine. 23Durch Glauben ward Moses nach seiner Geburt drei Monate lang von seinen Eltern verborgen gehalten, da sie sahen, dass das Kind schön war, und fürchteten das Gebot des Königs nicht. 24Durch Glauben verschmähte es Moses, als er groß geworden, ein Sohn der Tochter des Pharao zu sein, 25und zog es vor mit dem Volke Gottes Drangsal zu leiden, als kurz dauernden Genuss von der Sünde zu haben, 26indem er für größeren Reichtum als Ägyptens Schätze die Schmach Christi achtete; denn er sah hin auf die Vergeltung. 27Durch Glauben verließ er Ägypten ohne Furcht vor dem Zorne des Königs, denn als ob er den Unsichtbaren sah, hielt er standhaft aus. 28Durch Glauben veranstaltete er das Ostermahl und die Besprengung mit Blut, damit der Würger der Erstgeburt sie nicht antastete. 29Durch Glauben zogen sie durch das rote Meer hindurch, wie über trockenes Land, während die Ägypter, als sie es versuchten, verschlungen wurden. 30Durch Glauben stürzten die Mauern von Jericho ein, nachdem man sieben Tage um sie herumgezogen war. 31Durch Glauben kam Rahab, die Buhlerin, nicht mit den Ungläubigen um, da sie die Kundschafter in Frieden aufgenommen hatte. 32Und was soll ich noch mehr sagen? Denn die Zeit würde mir mangeln, von Gedeon, Barak, Samson, Jephte, David, Samuel und den Propheten zu erzählen, 33welche durch Glauben Reiche bezwangen, Gerechtigkeit übten, Verheißungen erlangten, der Löwen Rachen verschlossen, 34des Feuers Gewalt auslöschten, der Schärfe des Schwertes entrannen, aus Schwachen Starke wurden, Helden im Kampfe, der Fremden Heerlager überwältigten. 35Es erhielten Weiber durch Auferstehung ihre Verstorbenen zurück. Andere aber wurden auf die Folter gespannt, und mochten die Freilassung nicht annehmen, um eine bessere Auferstehung zu erlangen. 36Wieder andere erfuhren Verhöhnungen und Geißelstreiche, dazu Ketten und Gefängnis, 37sie wurden gesteinigt, zersägt, versucht, starben durch des Schwertes Morden, gingen umher in Schafpelzen, in Ziegenfellen, Mangel leidend, bedrängt, misshandelt; 38sie, deren die Welt nicht würdig war, irrten in Wüsten und auf Bergen, in Höhlen und in Klüften der Erde umher. 39Und diese alle, die durch den Glauben Zeugnis empfangen hatten, haben die Verheißung nicht erlangt, 40da Gott Besseres für uns ausersehen hatte, dass sie nicht ohne uns zur Vollendung kämen.
Hebräer 12
1Daher lasset denn auch uns, da wir eine solche Wolke von Zeugen vor uns haben, alle Beschwerung und die uns anhaftende Sünde abwerfen, und mit Ausdauer den uns obliegenden Wettkampf laufen; 2indem wir auf den Vorgänger und Vollender des Glaubens schauen, Jesus, der für die vor ihm liegende Freude das Kreuz erduldete, die Schmach nicht achtend, und zur Rechten des Thrones Gottes sitzt. 3Ja, betrachtet ihn, der solchen Widerspruch von den Sündern gegen sich erduldet hat, damit ihr nicht ermattet und euern Mut nicht sinken lasset. 4Denn noch habt ihr nicht bis auf´s Blut Widerstand geleistet im Kampfe wider die Sünde, 5und habt des Zuspruchs vergessen, der sich an euch als an Kinder wendet: Mein Sohn! achte die Züchtigung des Herrn nicht gering, und verzage nicht, wenn du von ihm zurechtgewiesen wirst. 6Denn wen der Herr lieb hat, den züchtigt er, er geißelt aber jeden Sohn, den er annimmt. 7Haltet aus unter der Züchtigung! Gott verfährt mit euch, wie mit seinen Kindern; denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt? 8Wenn ihr aber ohne Züchtigung seid, deren doch alle teilhaftig geworden sind, so seid ihr ja unrechtmäßige, nicht wahre Söhne. 9Ferner: unsere leiblichen Väter hatten wir zu Züchtigern, und erwiesen ihnen Ehrfurcht; sollten wir uns nicht viel mehr dem Vater der Geister unterwerfen und so leben? 10Jene züchtigten uns für die Zeit weniger Tage nach ihrem Gutdünken; er aber für das, was heilsam ist, damit wir an seiner Heiligkeit Anteil erlangen. 11Jede Züchtigung freilich scheint für die Gegenwart nicht erfreuend zu sein, sondern betrübend; in der Folge aber wird sie denen, die durch sie geübt wurden, eine friedenreiche Frucht der Gerechtigkeit gewähren. 12Darum richtet die erschlafften Hände und die wankenden Kniee wieder auf, 13und machet gerade Schritte mit euern Füßen, damit Niemand hinke und abirre, sondern vielmehr geheilt werde. 14Trachtet nach Frieden mit allen und nach der Heiligung, ohne welche Niemand Gott schauen wird, 15indem ihr zusehet, dass keiner sich der Gnade Gottes entziehe, damit keine Wurzel der Bitterkeit ausschieße und Beschwerde bringe, und viele durch sie befleckt werden. 16Keiner sei ein Unzüchtiger oder ein Verächter des Heiligen wie Esau, welcher um einer einzigen Speise willen sein Erstgeburtsrecht verkaufte. 17Ihr wisset ja, dass er auch, da er nachher den Segen zu erben verlangte, abgewiesen wurde; fand er doch keinen Raum mehr zur Sinnesänderung, obwohl er sie mit Tränen suchte. 18Denn ihr seid nicht hingetreten zu einem Berge, den man berühren kann, und einem lohenden Feuer und Wettergewölk, und Dunkel und Sturm, 19und Posaunenklang, und einem Schall von Worten, deren Hörer baten, es möchte die Rede nicht weiter an sie gerichtet werden. 20Denn sie ertrugen nicht, was gesagt ward: „Selbst wenn auch ein Tier den Berg berührt, soll es gesteinigt werden.“ 21Ja, so schrecklich war die Erscheinung, dass Moses sprach: Ich bin voll Entsetzen und Zittern. 22Vielmehr seid ihr hinzugetreten zu dem Berge Sion, und zu der Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, und zu der Versammlung vieler Tausende von Engeln, 23und zu der Gemeinde der Erstgeborenen, welche im Himmel aufgezeichnet sind, und zu Gott, dem Richter aller, und zu den Geistern der vollendeten Gerechten, 24und zu dem Mittler des Neuen Bundes, Jesus, und zu einer Blutbesprengung, welche besser redet als Abel. 25Sehet zu, dass ihr den, der da redet, nicht abweiset. Denn wenn jene nicht entkamen, welche den abwiesen, der auf Erden seinen Spruch kündete; wie viel weniger wir, wenn wir uns von dem abwenden, der vom Himmel herab zu uns redet! 26Seine Stimme erschütterte damals die Erde; jetzt aber gibt er die Verheißung: Noch einmal werde ich nicht allein die Erde, sondern auch den Himmel erschüttern. 27Mit den Worten „Noch einmal“ deutet er die Umkehr des Erschütterten als dessen, was geschaffen ist, an, damit das, was nicht erschüttert wird, bleibe. 28Da wir nun ein unerschütterliches Reich empfangen, so lasset uns Dankbarkeit beweisen, durch welche wir Gott dienen und ihm zu gefallen suchen mit Furcht und Ehrerbietung. 29Denn unser Gott ist ein verzehrendes Feuer.
Hebräer 13
1Die Bruderliebe bleibe unter euch. 2Der Gastfreundschaft vergesset nicht; denn durch diese haben einige, ohne es zu wissen, Engel beherbergt. 3Gedenket der Gefangenen als wäret ihr Mitgefangene, und der Mühseligen, als noch selbst im Leibe Weilende. 4In Ehren gehalten sei die Ehe in allen Stücken, und das Ehelager unbefleckt; denn Unzüchtige und Ehebrecher wird Gott richten. 5Euer Wandel sei ohne Habsucht, indem ihr zufrieden seid mit dem, was ihr habt. Denn er selbst hat gesagt: ich will dich nicht verlassen, und dich nicht aufgeben. 6So können wir getrost sprechen: Der Herr ist mein Helfer; ich werde nicht fürchten, was ein Mensch mir tun möchte. 7Gedenket eurer Vorsteher, welche euch das Wort Gottes verkündet haben; auf den Ausgang ihres Wandels schauend, ahmet ihren Glauben nach! 8Jesus Christus derselbe gestern und heute und in Ewigkeit. 9Lasset euch nicht verführen durch manigfaltige, fremdartige Lehren, denn es ist gut das Herz durch die Gnade zu stärken, nicht durch Speisen, welche denen, die derselben teilhaftig wurden, keinen Nutzen brachten. 10Wir haben einen Altar, von welchem zu essen die kein Recht haben, welche dem Zelte dienen. 11Denn die Leiber der Tiere, deren Blut für die Sünde durch den Hohenpriester in das Allerheiligste gebracht wird, werden außerhalb des Lagers verbrannt. 12Darum hat auch Jesus, um durch sein Blut das Volk zu heiligen, außerhalb des Tores gelitten. 13So lasset uns denn hinausgehen zu ihm außerhalb des Lagers, indem wir seine Schmach tragen. 14Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern trachten nach der zukünftigen. 15Durch ihn also lasset uns Gott allezeit das Opfer des Lobes darbringen, das ist, die Frucht der Lippen, welche seinen Namen preisen. 16Wohlzutun und mitzuteilen aber vergesset nicht; denn an solchen Opfern hat Gott Wohlgefallen. 17Gehorchet euern Vorstehern und seid ihnen untertan; denn sie wachen als solche, die für eure Seelen Rechenschaft geben sollen, damit sie dies mit Freuden tun, und nicht mit Seufzen; denn das bringt euch keinen Nutzen. 18Betet für uns! denn wir vertrauen, dass wir ein gutes Gewissen haben, da wir in allem recht zu wandeln trachten. 19Um so mehr aber bitte ich euch, dies zu tun, damit ich euch um so eher wiedergegeben werde. 20Der Gott des Friedens aber, welcher den großen Hirten der Schafe aus den Toten heraufgeführt hat in dem Blute eines ewigen Bundes, unsern Herrn Jesus Christus, 21möge euch geschickt machen zu jedem guten Werke, auf dass ihr seinen Willen tuet; indem er in euch wirkt, was vor ihm wohlgefällig ist, durch Jesus Christus, welchem die Ehre ist von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. 22Ich bitte euch aber, Brüder! nehmet dies Wort des Zuspruches gut auf; denn ich habe euch in Kürze geschrieben. 23Wisset, dass unser Bruder Timotheus wieder frei ist; mit ihm werde ich, wenn er bald eintrifft, euch sehen. 24Grüßet alle eure Vorsteher und alle Heiligen. Es grüßen euch die Brüder aus Italien. 25Die Gnade sei mit euch allen! Amen.