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Die Bibel in einem Jahr · Tag 300 von 365

Lukas 1–2

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Das Video zu diesem Tag erscheint in der Playlist auf YouTube, sobald es fertig ist.

Lukas 1

1Weil viele schon es unternommen haben, eine Erzählung der Tatsachen, die unter uns vollendet worden sind, zu verfassen, 2wie sie uns diejenigen überliefert haben, welche von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes gewesen sind; 3So habe auch ich für gut befunden, nachdem ich über alles vom Anfange an genaue Kunde eingeholet, es dir der Ordnung nach aufzuschreiben, bester Theophilus! 4damit du die Zuverlässigkeit der Worte genau einsehest, in denen du unterrichtet worden bist. 5Es war in den Tagen Herodes, des Königs von Judäa, ein Priester, mit Namen Zacharias, aus der Reihe Abias; sein Weib war von den Töchtern Aarons, und hieß Elisabeth. 6Beide waren gerecht vor Gott, und wandelten in allen Geboten und Satzungen des Herrn tadellos, 7und sie hatten kein Kind, denn Elisabeth war unfruchtbar, und beide waren vorgerückt an Tagen. 8Es begab sich aber, als er nach der Ordnung seiner Reihe vor Gott den Priesterdienst verrichtete, 9kam er nach der Sitte des Priestertums durch das Los daran, in den Tempel des Herrn hineinzugehen und zu räuchern. 10Die ganze Volksmenge aber stand betend draußen zur Stunde des Rauchwerkes. 11Da erschien ihm ein Engel des Herrn, zur Rechten des Rauchaltars stehend. 12Und Zacharias erschrak, als er ihn sah, und Furcht überfiel ihn. 13Der Engel aber sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias! Denn dein Gebet ist erhöret worden; und dein Weib, Elisabeth, wird dir einen Sohn gebären, den sollst du Johannes heißen. 14Du wirst Freude und Wonne haben, und viele werden sich über seine Geburt freuen; 15denn er wird groß sein vor dem Herrn; Wein und starkes Getränk wird er nicht trinken, und wird mit dem heiligen Geiste erfüllet werden schon vom Mutterleibe an, 16und viele von den Kindern Israels wird er zu dem Herrn, ihrem Gott, bekehren. 17Und er wird vor ihm hergehen im Geiste und in der Kraft des Elias, um die Gesinnungen der Väter auf die Kinder, die Ungläubigen zur Weisheit der Gerechten zu bringen, und dem Herrn ein vollkommenes Volk zu bereiten. 18Da sprach Zacharias zu dem Engel: Woran soll ich das erkennen? Denn ich bin alt, und mein Weib ist vorgerückt an Tagen. 19Und der Engel antwortete, und sprach zu ihm: Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und bin gesandt worden zu dir zu reden, und dir diese frohe Botschaft zu bringen. 20Und siehe, du wirst stumm sein, und nicht reden können bis auf den Tag, da dies geschehen wird; darum weil du meinen Worten nicht geglaubt hast, die in Erfüllung gehen werden zu ihrer Zeit. 21Das Volk aber wartete auf Zacharias, und sie verwunderten sich, dass er solange im Tempel verweilte. 22Als er nun herauskam, konnte er nicht zu ihnen reden. Da erkannten sie, dass er eine Erscheinung im Tempel gehabt hatte. Und er winkte ihnen und blieb stumm. 23Und es geschah, als die Tage seines Dienstes vollbracht waren, ging er hinweg in sein Haus. 24Nach diesen Tagen aber empfing Elisabeth, sein Weib, und sie verbarg sich fünf Monate lang, indem sie sprach: 25Also hat mir der Herr getan in diesen Tagen, da er mich angesehen, um meine Schmach vor den Menschen von mir zu nehmen! 26Im sechsten Monate aber ward der Engel Gabriel von Gott gesandt in eine Stadt in Galiläa, mit Namen Nazareth, 27zu einer Jungfrau, die verlobt war mit einem Manne, mit Namen Joseph, vom Hause Davids, und der Name der Jungfrau war Maria. 28Und der Engel trat zu ihr hinein, und sprach: Gegrüßt seist du, voll der Gnaden, der Herr ist mit dir, du bist gebenedeiet unter den Weibern! 29Da sie dies hörte, erschrak sie über seine Rede, und bedachte bei sich, was dies für ein Gruß sei. 30Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, denn du hast Gnade gefunden bei Gott. 31Siehe, du wirst empfangen im Schoße, und einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen Jesus heißen. 32Dieser wird groß sein, und der Sohn des Allerhöchsten genannt werden; Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben, und er wird herrschen über das Haus Jakob in Ewigkeit, 33und seines Reiches wird kein Ende sein. 34Maria aber sprach zu dem Engel: Wie wird dies geschehen, da ich einen Mann nicht erkenne? 35Der Engel antwortete, und sprach zu ihr: Der Heilige Geist wird auf dich herabkommen, und die Kraft des Allerhöchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, welches aus dir geboren werden soll, Sohn Gottes genannt werden. 36Und siehe, Elisabeth, deine Verwandte, auch sie hat einen Sohn empfangen in ihrem Alter, und dies ist der sechste Monat für sie, die unfruchtbar heißt, 37denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. 38Maria aber sprach: Siehe, ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe, nach deinem Worte! Und der Engel schied von ihr. 39Maria aber machte sich in jenen Tagen auf, und ging eilends auf das Gebirge nach einer Stadt des Stammes Juda. 40Und sie kam in das Haus des Zacharias, und grüßte Elisabeth. 41Und es begab sich, sobald Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind freudig in ihrem Leibe auf, und Elisabeth ward erfüllet von dem heiligen Geiste. 42Und sie rief mit lauter Stimme, und sprach: Gebenedeit bist du unter den Weibern, und gebenedeiet ist die Frucht deines Leibes! 43Und woher geschieht mir dies, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? 44Denn siehe, sobald die Stimme deines Grußes an mein Ohr gelangte, hüpfte das Kind freudig in meinem Schoße. 45Und selig, die du geglaubt hast, dass in Erfüllung gehen wird, was dir von dem Herrn gesagt ward. 46Maria sprach: Hoch preiset meine Seele den Herrn, 47und mein Geist frohlocket in Gott, meinem Heilande! 48Weil er die Niedrigkeit seiner Magd angesehen hat; denn siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Geschlechter. 49Denn Großes hat an mir getan, der mächtig, und dessen Name heilig ist! 50Und seine Barmherzigkeit währet von Geschlecht zu Geschlecht bei denen, die ihn fürchten. 51Er hat Macht geübt mit seinem Arme, zerstreuet, die da hoffärtig sind in ihres Herzens Sinne. 52Er hat Gewaltige vom Throne gestürzt, und Niedrige hat er erhöhet. 53Hungrige hat er mit Gütern erfüllt, und die Reichen leer ausgehen lassen. 54Er hat sich Israels, seines Knechtes, angenommen, eingedenk seiner Barmherzigkeit; 55wie er zu unsern Vätern gesprochen hat, zu Abraham und seinen Nachkommen in Ewigkeit. 56Und Maria blieb bei ihr ungefähr drei Monate, und kehrte dann zurück in ihr Haus. 57Es kam aber die Zeit, da Elisabeth gebären sollte, und sie gebar einen Sohn. 58Und ihre Nachbarn und Verwandten hörten es, dass der Herr große Barmherzigkeit an ihr getan habe, und sie freuten sich mit ihr. 59Und es geschah am achten Tage, da kamen sie den Knaben zu beschneiden, und sie nannten ihn nach seines Vaters Namen Zacharias. 60Seine Mutter aber nahm das Wort, und sprach: Nein, sondern er soll Johannes heißen! 61Sie sprachen zu ihr: Es ist doch niemand in deiner Verwandtschaft, der diesen Namen hat. 62Da winkten sie seinem Vater, wie er ihn wollte nennen lassen. 63Er forderte ein Schreibtäfelchen, und schrieb die Worte: Johannes ist sein Name! Und sie verwunderten sich alle. (V. 13) 64Und sogleich ward sein Mund aufgetan, und seine Zunge ward gelöst, und er redete, und lobte Gott. 65Da überfiel alle Nachbarn derselben Furcht, und im ganzen Gebirge von Judäa bereitete sich der Ruf aus von all diesen Dingen. 66Und alle, die davon hörten, nahmen es zu Herzen, und sprachen: Was wird wohl aus diesem Kinde werden? Denn die Hand des Herrn war mit ihm. 67Und Zacharias, sein Vater, ward erfüllt mit dem heiligen Geiste; und er weissagte und sprach: 68Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels, denn er hat sein Volk heimgesucht, und ihm Erlösung gewirkt! 69Ein Horn des Heiles hat er uns aufgerichtet in dem Hause Davids, seines Knechtes; 70wie er es verheissen hat durch den Mund seiner heiligen Propheten, die von Alters her gewesen; 71uns zu erlösen von unsern Feinden, und aus der Hand aller, die uns hassen; 72Barmherzigkeit zu üben an unsern Vätern, und eingedenk zu sein seines heiligen Bundes, 73des Eides, den er unserm Vater Abraham geschworen hat, uns zu verleihen, 74dass wir von der Furcht aus der Hand unserer Feinde befreit, ihm dienen, 75in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor ihm alle Tage unseres Lebens. 76Und du, Knabe, wirst ein Prophet des Höchsten genannt werden; denn du wirst vor dem Angesichte der Herrn hergehen, ihm seine Wege zu bereiten; 77um sein Volk zur Erkenntnis des Heiles zu führen, zur Vergebung seiner Sünden, (V. 17) 78durch die innigste Barmherzigkeit unseres Gottes, in welcher uns heimgesucht hat der Aufgang aus der Höhe; 79um Licht zu bringen denen, die in Finsternis und im Todesschatten sitzen, und unsere Füße auf den Weg des Friedens zu leiten. 80Der Knabe aber wuchs, und ward stark im Geiste, und war in der Wüste bis zu dem Tage, da er sich zeigen sollte vor Israel.

Lukas 2

1Es geschah aber in denselben Tagen, dass vom Kaiser Augustus ein Befehl ausging, dass der ganze Erdkreis aufgeschrieben werde. 2Diese Aufschreibung war die erste, und geschah durch Cyrinus, den Statthalter von Syrien. 3Und alle gingen hin, sich aufschreiben zu lassen, ein jeder in seine Stadt. 4Da zog auch Joseph von Galiläa, aus der Stadt Nazareth, hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, welche Bethlehem heißt, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, 5um sich aufschreiben zu lassen mit Maria, seinem verlobten Weibe, welche schwanger war, 6Es begab sich aber, als sie daselbst waren, erfüllten sich die Tage, dass sie gebären sollte. 7Und sie gebar ihren erstgeborenen Sohn, und wickelte ihn in Windeln, und legte ihn in eine Krippe, weil für sie kein Platz war in der Herberge. 8Und es waren Hirten in derselben Gegend, die hüteten und in der Nacht Wache hielten bei ihrer Herde. 9Und siehe, ein Engel des Herrn stand vor ihnen, und die Herrlichkeit Gottes umleuchtete sie, und sie fürchteten sich sehr. 10Der Engel aber sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! denn sehet, ich verkündige euch große Freude, die allem Volke zuteil werden wird; 11dass euch heute der Heiland geboren worden, in der Stadt Davids, welcher Christus, der Herr, ist. 12Und dies soll euch zum Zeichen sein: Ihr werdet ein Kind finden, in Windeln eingewickelt und in einer Krippe liegend. 13Und plötzlich war bei dem Engel eine Menge der himmlischen Heerschaaren, welche Gott lobten, und sprachen: 14Ehre Gott in der Höhe, und Friede den Menschen auf Erden, die guten Willens sind! 15Und es geschah, als die Engel von ihnen hinweggegangen waren in den Himmel, sprachen die Hirten zueinander: Lasset uns hingehen bis Bethlehem, und das Wort sehen, das geschehen ist, und das uns der Herr kundgetan hat. 16Und sie kamen eilend, und fanden Maria und Joseph, und das Kind, welches in der Krippe lag. 17Da sie es aber sahen, machten sie bekannt, was zu ihnen von diesem Kinde gesagt worden war. 18Und alle, die es hörten, wunderten sich, und über die Dinge, welche von den Hirten ihnen erzählt worden. 19Maria aber bewahrte alle diese Worte, und überlegte sie in ihrem Herzen. 20Und die Hirten kehrten zurück, indem sie Gott priesen und lobten um alles dessen willen, was sie gehört und gesehen hatten, so wie es zu ihnen gesagt worden war. 21Und nachdem acht Tage um waren, und das Kind beschnitten werden sollte, ward sein Name Jesus genannt, wie ihn schon der Engel genannt hatte, ehe er empfangen ward. 22Da nun die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetze Moses erfüllt waren, brachten sie ihn nach Jerusalem, um ihn dem Herrn darzustellen; 23wie geschrieben steht im Gesetze des Herrn: Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn geheiligt werden; 24und um ein Opfer darzubringen, wie es dem Gesetze des Herrn geboten ist, ein Paar Turteltauben, oder zwei junge Tauben. 25Und siehe, es war ein Mann zu Jerusalem, mit Namen Simeon, und dieser Mann war gerecht und gottesfürchtig, und harrte auf den Trost Israels, und der heil. Geist war in ihm. 26Es war ihm von dem heil. Geiste geoffenbaret worden, dass er den Tod nicht sehen werde, bis er zuvor den Gesalbten des Herrn geschaut. 27Dieser kam aus Antrieb des Geistes in den Tempel; und als die Eltern das Kind Jesus hineinbrachten, um da für ihn zu tun, was nach dem Gesetze Gewohnheit war, 28nahm er es auf seine Arme, pries Gott, und sprach: 29Nun entlässest du, Herr! deinen Diener nach deinem Worte im Frieden; 30denn meine Augen haben dein Heil gesehen, 31das du bereitet hast vor dem Angesichte aller Völker, 32ein Licht zur Erleuchtung der Heiden und zur Verherrlichung deines Volkes Israel. 33Und sein Vater und seine Mutter waren voll Verwunderung über die Dinge, welche von ihm gesagt wurden. 34Und Simeon segnete sie, und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser ist gesetzt zum Falle und zur Auferstehung vieler in Israel, und zu einem Zeichen, dem widersprochen werden wird; 35und auch deine eigene Seele wird ein Schwert durchdringen, damit die Gedanken vieler Herzen offenbar werden. 36Es war auch eine Prophetin, Anna, eine Tochter Phanuels, aus dem Stamme Aser; dieselbe war hochbetagt, hatte nach ihrer Jungfrauschaft sieben Jahre mit ihrem Manne gelebt, 37und war nun eine Witwe von vierundachtzig Jahren. Sie wich nicht von dem Tempel, und diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. 38Auch diese kam zu derselben Stunde hinzu, pries den Herrn, und redete von ihm zu allen, welche die Erlösung Israels erwarteten. 39Und nachdem sie alles nach dem Gesetze des Herrn vollendet hatten, kehrten sie nach Galiläa in ihre Stadt Nazareth zurück. 40Das Kind aber wuchs und ward stark, voll Weisheit; und Gottes Gnade war auf ihm. 41Und seine Eltern gingen alle Jahre nach Jerusalem am Osterfeste. 42Als er nun zwölf Jahre alt war, gingen sie nach der Gewohnheit des Festtages nach Jerusalem hinauf. 43Und da sie am Ende der Festtage wieder zurückkehrten, blieb der Knabe Jesus in Jerusalem, ohne dass es seine Eltern wussten. 44Da sie aber meinten, er sei bei der Reisegesellschaft, gingen sie eine Tagreise weit, und suchten ihn unter den Verwandten und Bekannten. 45Und da sie ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück, ihn suchend. 46Und es geschah, nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel, wie er unter den Lehrern saß und ihnen zuhörte, und sie befragte. 47Es staunten aber alle, die ihn hörten, über seine Einsicht und seine Antworten. 48Und als sie ihn sahen, verwunderten sie sich und seine Mutter sprach zu ihm: Sohn! warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht! 49Er sprach zu ihnen: Warum habet ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meines Vaters ist? 50Sie aber verstanden dies Wort nicht, das er zu ihnen sagte. 51Und er zog mit ihnen hinab, und kam nach Nazareth, und war ihnen untertan. Und seine Mutter bewahrte alle diese Worte in ihrem Herzen. Ob. V. 19. 52Jesus aber nahm zu an Weisheit und Alter und Gnade bei Gott und den Menschen.

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