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Die Bibel in einem Jahr · Tag 299 von 365

Markus 15–16

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Das Video zu diesem Tag erscheint in der Playlist auf YouTube, sobald es fertig ist.

Markus 15

1Und sogleich gegen Morgen hielten die Hohenpriester Rat mit den Ältesten und den Schriftgelehrten und dem ganzen hohen Rate, ließen Jesus binden und fortführen, und überlieferten ihn an Pilatus. 2Und Pilatus fragte ihn: Bist du der König der Juden? Er aber antwortete, und sprach zu ihm: Du sagst es! 3Und die Hohenpriester brachten viele Anklagen gegen ihn vor. 4Pilatus aber fragte ihn abermals, und sprach: Antwortest du nichts? Sieh, welch große Dinge sie wider dich vorbringen! 5Jesus aber antwortete nichts mehr, so dass Pilatus sich verwunderte. 6Auf das Fest aber pflegte er ihnen einen von den Gefangenen loszugeben, welchen sie begehrten. 7Nun war einer, Barabbas genannt, der mit den Aufständischen gefangen worden war, und in dem Aufruhre einen Mord begangen hatte. 8Und als das Volk hinaufkam, fing es an zu bitten, er möchte ihnen tun, wie er immer getan hatte. 9Pilatus aber antwortete ihnen, und sprach: Wollt ihr, dass ich euch den König der Juden losgebe? 10Denn er wusste, dass die Hohenpriester ihn aus Neid überantwortet hatten. 11Die Hohenpriester aber reizten das Volk auf, dass er ihnen vielmehr den Barabbas losgebe. 12Da entgegnete Pilatus wiederum, und sprach zu ihnen: Was wollt ihr also, dass ich mit dem König der Juden tue? 13Sie riefen abermals: Kreuzige ihn! 14Pilatus aber sprach zu ihnen: Was hat er denn Böses getan? Allein sie schrien noch mehr: Kreuzige ihn! 15Da nun Pilatus dem Volke willfahren wollte, gab er ihnen den Barabbas los, Jesus aber übergab er, nachdem er ihn hatte geißeln lassen, der Kreuzigung. 16Die Kriegsknechte führten ihn nun in den Hof des Richthauses, und riefen die ganze Kohorte zusammen, 17und legten ihm ein Purpurkleid um, und flochten eine Dornenkrone, und setzten sie ihm auf. 18Und sie fingen an ihn zu begrüßen: Sei gegrüßt, König der Juden! 19Und sie schlugen sein Haupt mit einem Rohre, und spieen ihn an, und die Knie beugend, beteten sie ihn an. 20Und nachdem sie ihn verspottet hatten, nahmen sie ihm das Purpurkleid ab, und zogen ihm seine eigenen Kleider an, und führten ihn hinaus, um ihn zu kreuzigen. 21Und sie zwangen einen Vorübergehenden, Simon von Zyrene, der vom Lande kam, den Vater des Alexander und Rufus, sein Kreuz auf sich zu nehmen. 22Und sie führten ihn an den Ort Golgotha, was verdolmetscht ist: Schädelstätte. 23Da reichten sie ihm Wein, mit Myrrhen gemischt, zu trinken; er aber nahm ihn nicht. 24Und nachdem sie ihn gekreuzigt hatten, verteilten sie seine Kleider, indem sie das Los darüber warfen, was ein jeder nehmen sollte. 25Es war aber die dritte Stunde, da sie ihn kreuzigten. 26Auch war die Ursache seines Todes angeschrieben: Der König der Juden. 27Und sie kreuzigten mit ihm zwei Räuber, einen zu seiner Rechten, und den andern zu seiner Linken. 28Da ward die Schrift erfüllet, die da sagt: Er ist unter die Übeltäter gezählt worden. 29Die vorübergehenden aber lästerten ihn, indem sie ihre Häupter schüttelten, und sprachen: Ha, der du den Tempel Gottes abbrichst, und in drei Tagen wieder aufbauest, 30Hilf dir selbst, und steige herab vom Kreuze! 31Gleicherweise verspotteten ihn auch die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und sprachen zueinander: Andern hat er geholfen, sich selbst kann er nicht helfen! 32Christus, der König von Israel, steige nun herab vom Kreuze, dass wir sehen und glauben! Auch die, welche mit ihm gekreuziget wurden, schmähten ihn. 33Als aber die sechste Stunde gekommen war, entstand eine Finsternis über das ganze Land bis hin zur neunten Stunde. 34Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme, und sprach: Eloi, Eloi, lamma sabakthani? Das ist verdolmetschet: Mein Gott, mein Gott! Warum hast du mich verlassen? 35Und als dies einiger der Umstehenden hörten, sagten sie: Sehet, er ruft den Elias! 36Einer aber lief hin, füllte einen Schwamm mit Essig, steckte ihn an ein Rohr, und gab ihm zu trinken, indem er sprach: Lasset, sehen wir, ob Elias kommt, ihn herabzunehmen. 37Jesus aber rief mit lauter Stimme, und gab seinen Geist auf. 38Da riss der Vorhang des Tempels entzwei von oben bis unten. 39Als aber der Hauptmann, welcher ihm gegenüber stand, sah, dass er so laut rufend den Geist aufgab, sprach er: Wahrlich, dieser Mensch war Gottes Sohn! 40Es waren aber auch Frauen da, die von ferne zusahen. Unter diesen war Maria Magdalena, und Maria, die Mutter Jakobus, des Jüngeren, und Josephs, und Salome, 41welche ihm, da er in Galiläa war, auch nachgefolgt waren und gedient hatten, und viele andere, die zugleich mit ihm nach Jerusalem hinaufgezogen waren. 42Und als es bereits Abend geworden war (es war nämlich Rüsttag, das ist der Tag vor dem Sabbate), 43kam Joseph von Arimathäa, ein angesehener Ratsherr, der auch selbst auf das Reich Gottes harrte, und ging herzhaft hinein zu Pilatus, und begehrte den Leichnam Jesu. 44Pilatus aber wunderte sich, dass er schon verschieden sei. Und er ließ den Hauptmann kommen, und fragte ihn, ob er schon gestorben sei. 45Und da er es von dem Hauptmanne erfahren hatte, schenkte er dem Joseph den Leichnam. 46Joseph aber kaufte Leinwand, nahm ihn ab, wickelte ihn in die Leinwand, und legte ihn in ein Grab, welches in einen Felsen gehauen war, und wälzte einen Stein vor die Türe des Grabes. 47Maria Magdalena aber, und Maria, des Joseph Mutter, sahen zu, wo er hingelegt wurde.

Markus 16

1Als nun der Sabbat vorüber war, kauften Maria Magdalena, Maria, des Jakobus Mutter, und Salome Spezereien, um hinzugehen, und ihn zu salben. 2Und früh am Morgen des ersten Wochentages kamen sie zum Grabe, als die Sonne schon aufgegangen war. 3Und sie sprachen zueinander: Wer wird uns den Stein von der Türe des Grabes wegwälzen? 4Als sie aber hinblickten, sahen sie, dass der Stein weggewälzt war; er war nämlich sehr groß. 5Und da sie in das Grab hineingingen, sahen sie einen Jüngling zur Rechten sitzen, angetan mit einem weißen Kleide, und sie erschraken. 6Dieser aber sprach zu ihnen: Erschrecket nicht! Ihr suchet Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten; er ist auferstanden, er ist nicht hier, sehet da den Ort, wo sie ihn hingelegt hatten. 7Aber gehet hin, saget seinen Jüngern und dem Petrus, dass er euch vorausgeht nach Galiläa; daselbst werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. 8Sie aber gingen hinaus, und flohen vom Grabe; denn es hatte sie Schrecken und Entsetzen ergriffen, und sie sagten niemanden etwas; denn sie fürchteten sich. 9Am Morgen aber des ersten Tages der Woche auferstanden, erschien er zuerst der Maria Magdalena, von welcher er sieben Teufel ausgetrieben hatte. 10Diese ging hin, und verkündete es denen, welche mit ihm gewesen waren, und trauerten und weinten. 11Da sie aber hörten, dass er lebe, und von ihr gesehen worden sei, glaubten sie es nicht. 12Und darnach offenbarte er sich in einer andern Gestalt zweien von ihnen auf dem Wege, da sie nach einem Marktflecken gingen. 13Auch diese gingen hin, und verkündeten es den übrigen; aber auch ihnen glaubten sie nicht. 14Zuletzt erschien er den Elf, als sie zu Tische saßen; und er verwies ihnen ihren Unglauben und ihre Herzenshärtigkeit, dass sie denen nicht geglaubt, welche ihn auferstanden gesehen hatten. 15Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in die ganze Welt, und predigt das Evangelium allen Geschöpfen! 16Wer glaubt und sich taufen lässt, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden. 17Es werden aber denen, die da glauben, diese Wunder folgen: In meinem Namen werden sie böse Geister austreiben; in neuen Sprachen reden; 18Schlangen aufheben; und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden; Kranken werden sie die Hände auflegen, und sie werden gesund werden. 19Und nachdem der Herr Jesus zu ihnen gesprochen hatte, ward er in den Himmel aufgenommen, und sitzet zur Rechten Gottes. 20Sie aber gingen hin, und predigten überall, und der Herr wirkte mit ihnen, und bekräftigte das Wort durch die darauf folgenden Wunder.

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