Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).
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Amos 1
1Worte des Amos, eines der Hirten von Thekua, die er über Israel schaute in den Tagen Ozias, des Königs von Juda, und in den Tagen Jeroboams, des Sohnes Joas, des Königs von Israel, zwei Jahre vor dem Erdbeben. 2Und er sprach: Der Herr wird von Sion her brüllen und von Jerusalem seine Stimme erschallen lassen, da werden sie schönen Auen der Hirten trauern und des Karmels Gipfel verdorren. 3So spricht der Herr: Wegen der drei, ja vier Missetaten von Damaskus wende ich dies nicht ab, weil sie Galaad mit eisernen Wagen gedroschen haben. 4Und ich will Feuer über das Haus Azaels senden, das die Paläste Benadads verzehren soll. 5Ich will die Riegel von Damaskus zerbrechen, ausrotten die Bewohnerschaft aus dem Gefilde des Götzen und den Zepterträger aus dem Hause der Wonne und das Volk Syriens soll nach Cyrene weggeführt werden, spricht der Herr. 6So spricht der Herr: Wegen der drei, ja vier Missetaten von Gaza werde ich dies nicht abwenden, weil sie alle Gefangenen weggeführt, um sie an Idumäa zu überliefern. 7Ich werde Feuer über die Mauern Gazas senden, das seine Paläste verzehren soll. 8Ich werde die Bewohner von Azot vertilgen und den Zepterträger aus Askalon und werde meine Hand gegen Akkaron wenden und der Überrest der Philister soll zugrunde gehen, spricht der Herr, Gott. 9So spricht der Herr: Wegen der drei, ja vier Missetaten von Tyrus werde ich dies nicht abwenden, weil sie alle Gefangenen Judäas an Idumäa überliefert und des Bruderbundes nicht gedacht haben. 10Ich will Feuer über die Mauern von Tyrus senden, das seine Paläste verzehren soll. 11So spricht der Herr: Wegen der drei, ja vier Missetaten von Edom werde ich dies nicht abwenden, weil es seinen Bruder mit dem Schwerte verfolgt und die Barmherzigkeit gegen ihn verletzt hat und im Grimm verharrt für und für und seinen Zorn bewahrt immerdar. 12Ich will Feuer entsenden über Theman, dies soll die Paläste Bosras verzehren. 13So spricht der Herr: Wegen der drei, ja vier Missetaten der Söhne Ammons werde ich dies nicht abwenden, weil sie die Schwangern Galaads aufgeschlitzt haben, um ihr Gebiet zu erweitern. 14Ich will Feuer entzünden auf den Mauern Rabbas, das ihre Paläste verzehren soll unter Kriegsgeschrei am Tage des Kampfes und im Sturme am Tage des Erdbebens. 15Und Melchom soll in die Gefangenschaft wandern, er und seine Fürsten zumal, spricht der Herr.
Amos 2
1So spricht der Herr: Wegen der drei, ja vier Missetaten Moabs werde ich dies nicht abwenden, weil es die Gebeine des Königs von Idumäa zu Asche verbrannt hat. 2Ich will Feuer über Moab senden, das die Paläste Karioths verzehren soll, und Moab wird im Getümmel umkommen bei dem Schalle der Posaune. 3Ich will die Richter aus seiner Mitte hinwegtilgen und alle seine Fürsten mit ihm töten, spricht der Herr. 4So spricht der Herr: Wegen der drei, ja vier Missetaten Judas werde ich dies nicht abwenden, weil es das Gesetz des Herrn verworfen und seine Gebote nicht gehalten hat; denn es haben sie ihre Götzen betrogen, denen ihre Väter angehangen. 5Ich will Feuer senden über Juda, das die Paläste Jerusalems verzehren soll. 6So spricht der Herr: Wegen der drei, ja vier Missetaten Israels werde ich dies nicht abwenden, weil es den Gerechten um Geld verkaufte und den Armen um Schuhe. 7Sie zertreten im Staube der Erde die Häupter der Armen und beugen den Weg der Notleidenden, Vater und Sohn gehen zur selben Dirne, um meinen heiligen Namen zu entweihen. 8Auf abgepfändeten Gewändern strecken sie sich neben dem Altar hin und trinken Wein von Bußgeldern im Hause ihres Gottes. 9Und doch bin ich es, der die Amorrhiter vor ihnen her vertilgte, die hoch waren wie die Zedern und stark wie die Eichen; ich vernichtete ihre Frucht in der Höhe und ihre Wurzeln in der Tiefe. 10Ich bin es, der euch aus dem Lande Ägypten herführte und vierzig Jahre durch die Wüste geleitet hat, damit ihr das Land der Amorrhiter in Besitz nahmet. 11Und ich erweckte aus euern Söhnen Propheten und aus euern Jünglingen Nazaräer. Ist dem nicht also, Söhne Israel? Spricht der Herr. 12Ihr aber gabet den Nazaräern Wein zu trinken und den Propheten befahlet ihr: Weissaget nicht! 13Sehet, ich will unter euch erdröhnen, wie ein Wagen, der mit Heu beladen ist; 14dass dem Schnellen die Flucht vergeht und der Starke seine Kraft nicht zu bewahren vermag und der Held sein Leben nicht zu retten; 15dass der Bogenschütze nicht standhält, der Schnelle sich nicht rettet noch der Reiter sein Leben erhält 16und selbst der herzhafteste unter den Helden an jenem Tage nackt flieht, spricht der Herr.
Amos 3
1Höret das Wort, welches der Herr über euch redet, ihr Söhne Israel! Über das ganze Geschlecht, das ich aus dem Lande Ägypten geführt, also lautend: 2Nur euch kenne ich von allen Geschlechtern der Erde, darum werde ich an euch alle eure Verschuldungen heimsuchen. 3Wandeln wohl zwei miteinander, wenn sie nicht eines geworden sind? 4Brüllt etwa der Löwe im Wald, außer er habe etwas zu rauben? Lässt der junge Löwe wohl seine Stimme aus seinem Lager erschallen, wenn er nichts erbeutet hat? 5Gerät etwa der Vogel in den Fangstrick am Boden ohne Vogelsteller? Nimmt man wohl eine Schlinge von der Erde, bevor sie etwas gefangen hat? 6Stößt man in einer Stadt in die Posaune, ohne dass das Volk erbebt? Kommt ein Unglück über eine Stadt, ohne dass der Herr es verhängt hat? 7Ja, Gott, der Herr, tut nichts, er habe denn sein Geheimnis seinen Dienern, den Propheten, offenbart. 8Brüllt der Löwe, wer sollte sich nicht fürchten? Hat der Herr, Gott, geredet, wer sollte nicht weissagen? 9Lasset es hören über die Paläste von Azot und über die Paläste des Landes Ägypten hin und sprechet: Versammelt euch auf Samarias Bergen und sehet die Menge der Torheiten in dessen Mitte und die Unterdrückten in seinem Innern! 10Sie verstehen nicht recht zu handeln, spricht der Herr, die da Unrecht und Raub in ihren Palästen aufhäufen. 11Darum spricht der Herr, Gott, also: Geängstigt und umschlossen wird das Land und deine Stärke wird von dir genommen und deine Paläste geplündert werden. 12So spricht der Herr: Wie der Hirt aus dem Rachen des Löwen zwei Beinchen oder ein Ohrläppchen rettet, so werden von den Söhnen Israel gerettet werden, welche in Samaria auf der Ecke des Ruhebettes sitzen und auf den Polstern von Damaskus. 13Höret es und bezeuget es dem Hause Jakob, spricht der Herr, der Gott der Heerscharen: 14denn zur Zeit, da ich Israels Missetaten zu ahnden beginne, werde ich es heimsuchen samt den Altären Bethels, dass die Hörner des Altares abgeschlagen werden du zu Boden fallen. 15Das werde ich das Winterhaus samt dem Sommerhaus zerschlagen, dass die Häuser von Elfenbein zugrunde gehen und viele Paläste zerstört werden, spricht der Herr.
Amos 4
1Höret dies Wort, ihr fetten Kühe auf dem Berge Samarias, die ihr die Geringen bedrückt und die Armen niedertretet, die ihr euern Eheherrn zurufet: Schaffet herbei, lasset uns zechen! 2Der Herr, Gott, hat bei seiner Heiligkeit geschworen: Sehet, es sollen Tage über euch kommen, da man euch und was von euch übrig ist auf Spießen und in siedenden Töpfen wegträgt. 3Dann werdet ihr durch die Breschen ausziehen, eine um die andere, und werdet nach Armon zu hinausgestoßen, spricht der Herr. 4Kommet denn nach Bethel und verübet Frevel, nach Galgala und häufet Sünden, bringet des Morgens eure Schlachtopfer dar, jeden dritten Tag eure zehnten. 5Bringet gesäuerte Brote als Lobopfer dar, rufet zu freiwilligen Gaben auf und kündet sie an. denn so gefällt es euch ja, ihr Söhne Israel! Spricht der Herr, Gott. 6Darum habe ich eure Zähne stumpf gemacht in allen euren Städten und Mangel an Brot gesendet in alle eure Wohnsitze, doch ihr habt euch nicht zu mir bekehrt, spricht der Herr. 7Ich hielt euch den Regen zurück die Monate hindurch vor der Ernte und ließ auf eine Stadt Regen fallen und auf eine andere Stadt ließ ich keinen Regen fallen, ein Stück Feld ward beregnet und ein anderes, auf das ich nicht regnen ließ, verdorrte. 8Da kamen zwei und drei Städte zu einer Stadt, um Wasser zu trinken, und wurden nicht satt; aber dennoch seid ihr nicht zu mir zurückgekehrt, spricht der Herr. 9Ich habe euch mit Glutwind und die Menge eurer Gärten und Weinberge mit Getreidebrand geschlagen, eure Ölpflanzungen und Feigengärten fraß die Raupe, dennoch seid ihr nicht zu mir zurückgekehrt, spricht der Herr. 10Ich habe den Tod unter euch gesendet, wie einst unter Ägypten, habe mit dem Schwerte eure Jünglinge geschlagen, ließ eure Rosse erbeuten und ließ den Moder eures Lagers in eure Nase aufsteigen, doch ihr seid nicht zu mir zurückgekehrt, spricht der Herr. 11Ich habe euch um und um gekehrt, wie Gott Sodoma und Gomorrha umgekehrt hat, und ihr wurdet wie eine Brandscheit, das aus dem Feuer gerissen ist, aber ihr seid nicht zu mir zurückgekehrt, spricht der Herr. 12Deshalb will ich dir also tun, o Israel! Da ich dir aber solches antun will, so bereite dich, deinem Gott gegenüber zu treten, Israel! 13Denn siehe, er ist es, welcher die Berge gebildet und den Wind geschaffen, der dem Menschen seinen Ausspruch verkündet, er schafft Nebel am Morgen und schreitet über die Höhen der Erde daher, Herr, Gott der Heerscharen, ist sein Name.
Amos 5
1Höret dies Wort, das Klagelied, das ich über euch erhebe! Gefallen ist das Haus Israel und steht nicht wieder auf. 2Die Jungfrau Israel ist hingestürzt auf ihren Boden und niemand richtet sie wieder auf. 3Denn so spricht der Herr, Gott: Die Stadt, aus der tausend ausgezogen, wird hundert übrig behalten; und die, aus welcher hundert ausgezogen, wird zehn übrig behalten im Hause Israel. 4Denn so spricht der Herr zum Haus Israel: Suchet mich, so werdet ihr leben! 5Suchet doch nicht Bethel auf, ziehet nicht nach Galgala und wandelt nicht nach Bersabee hinüber, denn Galgala wird gefangen weggeführt und Bethel wird nichts helfen können. 6Suchet den Herrn und lebet, es möchte sonst das Haus Joseph wie Feuer auflodern und das Feuer um sich fressen, ohne dass jemand in Bethel lösche. 7Ihr, die ihr das Recht in Wermut verkehrt und die Gerechtigkeit zu Boden drückt! 8Er hat das Siebengestirn und den Orion geschaffen, er wandelt die Finsternis in Morgenlicht und lässt den Tag in Nacht übergehen, er ruft die Gewässer des Meeres herbei und gießt sie über die Fläche der Erde hin: Herr ist sein Name. 9Er bringt lächelnd Verderben über den Starken und Plünderung über den Mächtigen. 10Sie hassen den, der sie im Tore zurechtweist, und den, der recht redet, verabscheuen sie. 11Darum, weil ihr den Armen beraubt und auserlesene Beute von ihm nehmt, sollt ihr wohl Häuser von Quadern bauen, aber nicht darin wohnen, liebliche Weingärten pflanzen, aber ihren Wein nicht trinken. 12Denn ich kenne eure vielen Frevel und eure schweren Sünden, als Feinde des Gerechten nehmet ihr Geschenke an und bedrückt die Dürftigen im Tore. 13Darum schweigt der Kluge zu dieser Zeit, denn die Zeit ist schlimm. 14Suchet das Gute und nicht das Böse, auf dass ihr leben möget, so wird der Herr, der Gott der Heerscharen, mit euch sein, wie ihr sprechet. 15Hasset das Böse und liebet das Gute und haltet im Tore das echt aufrecht, vielleicht wird sich dann der Herr, der Gott der Heerscharen, der Übriggebliebenen Josephs erbarmen. 16Darum spricht der Herr, der Gott der Heerscharen, der Herrscher, also: Auf allen Straßen soll Klage ertönen, auf allen Wegen draußen soll man rufen: Wehe, wehe! Man soll den Landmann zum Trauern rufen und zum Wehklagen die Klagekundigen. 17Auch in allen Weinbergen soll Wehklage sein, denn ich werde durch deine Mitte hindurchziehen, spricht der Herr. 18Wehe denen, welche nach des Herrn Tage verlangen! Was soll er euch? Dieser Tag des Herrn ist ja Finsternis, und nicht Licht! 19Wie wenn jemand vor einem Löwen flieht und ein Bär tritt ihm entgegen, und kommt er noch in ein Haus und stemmt sich mit der Hand gegen die Wand, wird er von einer Schlange gebissen. 20Ist der Tag des Herrn nicht Finsternis und kein Licht? Ist nicht Dunkel an ihm und kein Glanz? 21Ich hasse und verschmähe eure Feste und missfällig ist mir der Geruch eurer Festversammlungen. 22Bringt ihr mir auch eure Brandopfer und Gaben dar, so nehme ich sie nicht an und die Dankopfer von eurem Mastvieh sehe ich nicht an. 23Hinweg von mir mit dem Lärm deiner Lieder und das Spiel deiner Harfe mag ich nicht hören. 24Vielmehr flute das Recht wie Wasser daher und die Gerechtigkeit wie ein starker Strom. 25Habt ihr mir denn Schlachtopfer und Speiseopfer in der Wüste dargebracht vierzig Jahre hindurch, Haus Israel? 26Vielmehr trugt ihr die Hütte eures Molochs und das Bild eurer Götzen, das Gestirn eures Gottes, die ihr euch gemacht hattet. 27Darum will ich euch über Damaskus hinaus in die Verbannung führen, spricht der Herr, Gott der Heerscharen ist sein Name.