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Die Bibel in einem Jahr · Tag 272 von 365

Amos 6–9

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Das Video zu diesem Tag erscheint in der Playlist auf YouTube, sobald es fertig ist.

Amos 6

1Wehe euch, ihr Reichen in Sion, die ihr eure Zuversicht auf den Berg Samaria setzt, euch, ihr Vornehmen, Häupter er Völker, die ihr mit Pomp in das Haus Israel zu kommen pflegt! 2Ziehet hin nach Chalane und schauet euch um und gehet von da nach dem großen Emath, steiget hinab nach Geth im Philisterlande und in ihre besten Reiche, ist ihr Gebiet größer denn euer Gebiet? 3Die ihr abgesondert seid für den schlimmen Tag und dem Throne der Ungerechtigkeit nahet; 4die ihr auf Ruhebetten von Elfenbein schlaft und auf euern Lagern schwelgt, die ihr Lämmer verzehrt von der Herde und junge Rinder von dem Mastvieh, 5die ihr singt zum Klange der Harfe! Sie bilden sich ein, nicht geringer Saitenspiel zu üben als David. 6Sie trinken den Wein aus Schalen und mit dem besten Öle salben sie sich, aber um den Schaden Josephs kümmern sie sich nicht. 7Deshalb sollen sie nun an der Spitze der Verbannten wandern und auseinanderstieben soll die Sippe der Schwelger. 8Geschworen hat bei sich selbst der Herr, Gott, es spricht der Herr, der Gott der Heerscharen: Ich verabscheue das Prunken Jakobs und hasse seine Paläste und ich gebe die Städte mit ihren Bewohnern preis. 9Wenn dann zehn Männer in einem Hause übrigbleiben, sollen auch diese sterben. 10Und trägt einen sein Verwandter hinweg, ihn zu verbrennen, um die Gebeine aus dem Hause zu schaffen, und spricht er zu dem, der noch im Innern des Hauses ist: Ist noch jemand bei dir? 11Antwortet dieser: Es ist zu Ende! So wird jener ihm sagen: Still! erwähne den Namen des Herrn nicht! 12Denn siehe, der Herr wird gebieten, er wird das große Haus in Trümmer schlagen und das kleine Haus zu Rissen. 13Können etwa Rosse auf Felsen laufen, oder kann man mit Büffeln pflügen? Dass ihr das recht in Bitterkeit verkehrt habt und die Frucht der Gerechtigkeit in Wermut? 14Die ihr an Nichtigem eure Freude habt, die ihr sprecht: Haben wir nicht durch unsere Stärke Hörner erworben? 15Sehet, ich will, spricht der Herr, der Gott der Heerscharen, wider euch, Haus Israel! ein Volk aufstehen lassen, das euch vom Eingange nach Emath bis zum Flusse der Wüste vernichten soll.

Amos 7

1Folgendes ließ mich der Herr, Gott, schauen: Siehe, er bildet Heuschrecken zu Anfang, als das Spätregengras aufsprosste, und siehe, der Spätregen kam nach dem Mähen des Königs. 2Und es geschah, las sie das Grün des Landes abgefressen hatten, sprach ich: Herr, Gott! sei doch gnädig. Wer wird sonst Jakob aufhelfen? denn er ist ja gering. 3Darüber erbarmte sich der Herr. Nicht soll es geschehen, sprach der Herr. 4Folgendes ließ mich der Herr, Gott, schauen. Siehe, der Herr, Gott, rief dem Feuer zu: Richte! Und es verschlang den großen Abgrund und fraß das Land zumal. 5Da sprach ich: Herr, Gott! lass doch ab, wer wird sonst Jakob aufhelfen? denn er ist je gering. 6Darob erbarmte sich der Herr: Auch dies soll nicht geschehen, sprach der Herr, Gott. 7Folgendes ließ mich der Herr schauen: Siehe, der Herr stand auf einer übertünchten Mauer und hatte eine Maurerkelle in seiner Hand. 8Und der Herr sprach zu mir: Was siehst du, Amos? Ich antwortete: Eine Maurerkelle. Da sprach der Herr: Siehe, ich lege die Kelle nieder inmitten meines Volkes Israel, nicht werde ich es ferner übertünchen 9und es sollen die Höhen der Götzen zerstört werden und die Heiligtümer Israels wüste liegen und ich werde mich wider Jeroboams Haus mit dem Schwerte erheben. 10Da sandte Amasias, der Priester von Bethel, zu Jeroboam, dem Könige von Israel, und ließ ihm sagen: Amos stiftet Aufruhr wider dich im Hause Israel, das Land ist nicht imstande, alle seine Reden zu ertragen. 11Denn so spricht Amos: Durch das Schwert wird Jeroboam sterben, und Israel aus seinem Lande in die Gefangenschaft wandern. 12Amasias aber sprach zu Amos: Seher! gehe, fliehe in das Land Juda, dort iss dein Brot und dort magst du weissagen. 13Aber in Bethel fahre nicht fort zu weissagen, denn dies ist des Königs Heiligtum, das heilige Haus des Reiches. 14Da antwortete Amos und sprach zu Amasias: Ich bin kein Prophet und bin kein Prophetensohn, sondern ein Hirt bin ich, der Sykomoren zieht. 15Der Herr aber hat mich hinter der Herde weggenommen und der Herr hat zu mir gesprochen: Gehe, weissage meinem Volke Israel! 16So höre denn das Wort des Herrn: Du sprichst: Weissage nicht über Israel und ergieße deine Rede nicht über das Götzenhaus! 17Deswegen spricht der Herr also: Dein Weib soll in der Stadt zu Buhlerin werden, deine Söhne und Töchter aber werden durch das Schwert fallen und dein Land wird mit der Messschnur verteilt werden, du selbst sollst auf entweihtem Boden sterben und Israel soll in die Gefangenschaft wandern aus seinem Lande.

Amos 8

1Folgendes ließ der Herr, Gott, mich schauen: Siehe, da war ein Obsthaken. 2Und er sprach: Was siehst du, Amos? Ich sprach: Einen Obsthaken. Da sprach der Herr zu mir: Es kommt das Ende über mein Volk Israel, nicht länger mehr will ich seiner schonen! 3Es sollen die Türangeln des Tempels an jenem Tage ächzen, spricht der Herr, Gott, viele werden dahinsterben, allenthalben wird sich Stille verbreiten. 4Höret dies, ihr, die ihr die Armen niedertretet und die Dürftigen des Landes verschmachten lasset, 5indem ihr sprecht: Wann geht der Neumond vorüber, dass wir unsere Waren verkaufen, und der Sabbat, dass wir die Speicher auftun? dass wir das Maß vermindern und das Gewicht vergrößern und falsche Waage unterschieben können? 6dass wir die Dürftigen um Geld und die Armen um ein Paar Schuhe an uns bringen und den Abfall vom Korn verkaufen? 7Geschworen hat der Herr wider Jakobs Hoffart: Fürwahr! Nimmer werde ich aller ihrer Taten vergessen. 8Soll darob nicht die Erde erzittern, nicht alle ihre Bewohner trauern? Es wird sich erheben wie der Strom zumal, hinausstürzen und abfließen wie der Strom Ägyptens. 9An jenem Tage, spricht der Herr, Gott, wird die Sonne am Mittage untergehen und am hellen tage werde ich Finsternis senden über die Erde. 10Und ich werde eure Feste in Trauer wandeln und alle eure Lieder in Wehklage, Trauerkleid werde ich über alle eure Rücken bringen und über alle Häupter Kahlheit, ich werde das Land in leid versetzen wie bei der Trauer um den einzigen Sohn und sein Ende einem Tage der Bitterkeit gleichmachen. 11Sehet, es kommen die Tage, spricht der Herr, da ich Hunger über das Land senden werde; nicht Hunger nach Brot noch Durst nach Wasser, sondern Hunger, das Wort des Herrn zu hören. 12Da soll es sie von einem Meere zum andern treiben und von Nord bis nach Ost; sie werden umherschweifen, das Wort des Herrn zu suchen, aber sie sollen es nicht finden. 13An jenem Tag werden die schönen Jungfrauen und die Jünglinge vor Durst verschmachten, 14sie, welche jetzt bei der Schuld Samarias schwören und sprechen: So wahr dein Gott lebt, Dan, bei dem Wege nach Bersabee! sie werden stürzen und nicht wieder auferstehen.

Amos 9

1Ich sah den Herrn über dem Altar stehen und er sprach: Zerschlage die Türangeln, dass die Schwellen erbeben, denn alle beherrscht die Habsucht. Ihre Überreste will ich mit dem Schwert erschlagen, ohne dass Flucht für sie möglich ist. Sie werden fliehen, doch keiner von ihnen, der sich flüchtet, wird gerettet werden. 2Wenn sie bis in die Unterwelt hinabsteigen sollten, von dort wird sie meine Hand holen; und wenn sie bis in den Himmel hinaufsteigen sollten, will ich sie von da herabziehen. 3Und wenn sie sich auf den Gipfel des Karmels versteckten, werde ich sie dort erspähen und von dannen holen; und wenn sie sich vor meinen Augen in der Tiefe des Meeres verbergen, will ich daselbst der Schlange entbieten, sie zu beißen. 4Wenn sie vor ihren Feinden her in die Gefangenschaft wandern, will ich dort dem Schwerte gebieten, sie zu töten; denn ich will meine Augen auf sie richten zum Unheile, und nicht zum Heile. 5Und der Herr, der Gott der Heerscharen, er berührt die Erde und sie vergeht, und alle, die sie bewohnen müssen trauern. und es erhebt sich jeder gleich dem Strome und fließt ab wie der Fluss Ägyptens. 6Er baut im Himmel seinen Thron und gründet ihre Gefüge auf die Erde, er ruft den Gewässern des Meeres und gießt sie über die Oberfläche der Erde hin aus; Herr ist sein Name. 7Seid ihr Söhne Israel mir nicht den Äthiopiern gleich? spricht der Herr. Habe ich nicht Israel aus dem Lande Ägypten hergeführt und die Palästiner von Kappadozien und die Syrer aus Cyrene? 8Sehet, die Augen Gottes, des Herrn, sind auf dies sündige Reich gerichtet, dass ich es von der Erde hinwegtilge. Doch das Haus Jakob will ich nicht gänzlich vernichten, spricht der Herr. 9Denn sehet, ich will gebieten, dass das Haus Israel unter alle Völker geschüttelt werde, wie man Weizen in einem Siebe schüttelt, und es soll kein Körnlein zur Erde fallen. 10Alle Sünder in meinem Volke sollen durch das Schwert fallen, sie, die da sagen: Nicht naht und nicht kommt über uns Unglück! 11An jenem Tage will ich die zerfallene Hütte Davids wieder aufrichten, die Lücken ihrer Mauern ausfüllen und das, was eingefallen, wieder aufrichten; ich will sie aufbauen, wie sie in den Tagen der Vorzeit war, 12dass sie den Überrest von Idumäa und alle Völker in Besitz nehmen, weil über diese mein Name genannt ist, spricht der Herr, der solches vollbringt. 13Sehet, es kommen die Tage, spricht der Herr, da wird der Pflüger an den Schnitter sich anreiben und der Traubenkelterer an den Sämann, es werden die Berge Süßigkeit träufeln und alle Berge werden bebaut sein. 14Dann werde ich die Gefangenen meines Volkes Israel heimkehren lassen und sie werden die verwüsteten Städte aufbauen und bewohnen, Weinberge pflanzen und deren Wein trinken, Gärten anlegen und deren Frucht genießen. 15Und ich will sie auf ihren Boden pflanzen und nicht mehr herausreißen aus ihrem Lande, das ich ihnen gegeben, spricht der Herr, dein Gott.

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