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Die Bibel in einem Jahr · Tag 270 von 365

Joel 1–3

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Das Video zu diesem Tag erscheint in der Playlist auf YouTube, sobald es fertig ist.

Joel 1

1Wort des Herrn, welches an Joel, den Sohn Phatuels, erging. 2Höret dies, ihr Greise! Und vernehmet es, alle Bewohner des Landes! Ist wohl solches in euern Tagen geschehen oder in den Tagen eurer Väter? 3Davon erzählet euren Kindern und eure Kinder ihren Kindern und deren Kinder dem nachfolgenden Geschlechte. 4Was die Raupen verschonten, zehrten die Heuschrecken auf; was die Heuschrecken übrigließen, fraßen die Käfer; was die Käfer gelassen, verzehrte der Kornbrand. 5Wachet auf, ihr Trunkenen! Und wehklaget, jammert alle, die ihr Wein trinkt mit Lust, denn er wird von eurem Munde genommen. 6Denn ein Volk ist über mein Land hereingebrochen, stark und unzählig; seine Zähne sind wie Löwenzähne und sein Gebiss wie das junger Löwen. 7Es hat meine Weinberge verwüstet und meinen Feigenbaum abgeschält, hat sie entblößt, beraubt und niedergelegt, weiß wurden ihre Ranken. 8Wehklage wie eine Jungfrau, die ein Trauergewand angelegt hat, um den Mann ihrer Jugend. 9Entschwunden sind Speis- und Trankopfer vom Hause des Herrn, es trauern die Priester, die Diener des Herrn. 10Verwüstet ist das Gefilde, es trauert das Feld, denn vernichtet ist der Weizen, verdorrt der Wein, verschmachtet das Öl. 11Bestürzt sind die Ackerleute, die Winzer wehklagen um Korn und Gerste, denn dahin ist die Ernte des Feldes. 12Verdorrt ist der Weinstock und der Feigenbaum saftlos, Granate, Palme und Apfelbaum, alle Bäume des Feldes sind dürr geworden, denn dahin ist die Freude der Menschenkinder. 13Leget Trauergewänder an und wehklaget, ihr Priester! Jammert, ihr Diener des Altares! Kommet und haltet Wache im Trauergewande, ihr Diener meines Gottes! Denn dem Hause eures Gottes ist Speise- und Trankopfer genommen. 14Haltet ein heiliges Fasten, berufet die Gemeinde, versammelt die Ältesten, alle Bewohner des Landes, in das Haus eures Gottes und rufet zu dem Herrn: 15Wehe, wehe, wehe über den Tag! Denn nahe ist der Tag des Herrn und wie Verwüstung kommt er von dem Allmächtigen. 16Ist nicht die Nahrung entschwunden vor euren Augen, aus dem Hause unseres Gottes Freude und Jubel? 17Verfault ist das Vieh in seinem Unrat, abgebrochen sind die Speicher, verwüstet die Vorratskammern, denn verdorrt ist der Weizen. 18Warum stöhnt das Vieh, warum brüllen die Rinderherden? Weil sie keine Weide haben, und auch die Schafherden kommen um. 19Zu dir, Herr! will ich rufen, denn Feuer hat die schöne Trift verzehrt und die Flammengut alle Bäume des Landes verbrannt. 20Auch die Tiere des Feldes blicken auf zu dir, wie ein Land, das nach Regen dürstet; denn die Wasserquellen sind ausgetrocknet und Feuer hat die schöne Trift verzehrt.

Joel 2

1Stoßet in die Posaune auf Sion, erhebet Klagegeschrei auf meinem heiligen Berge, dass alle Bewohner des Landes erbeben! Denn es kommt der Tag des Herrn, ja, er ist nahe, 2ein Tag der Finsternis und des Dunkels, ein Tag des Gewölkes und des Unwetters! Wie Morgenrot sich über die Berge ausbreitet, so kommt ein zahlreiches, starkes Volk, wie von Anbeginn keines war und nach ihm nicht sein wird bis in die fernsten Geschlechter. 3Vor ihm her ist verzehrendes Feuer und hinter ihm sengende Flamme, wie in Garten der Wonne ist das Land vor ihm her und hinter ihm öde Wüste, und keiner vermag ihm zu entrinnen. 4Ihr Aussehen ist dem von Rossen gleich und wie Reiter rennen sie. 5Gleich rasselnden Kriegswagen hüpfen sie über die Gipfel der Berge, wie prasselnde Feuerflammen, welche die Stoppeln verzehren, wie ein mächtiges, zum Kampfe gerüstetes Volk. 6Vor ihnen erbeben die Völker, alle Angesichter glühen wie ein Topf. 7Wie Helden laufen sie daher, wie Krieger ersteigen sie die Mauern, Mann für Mann zieht seinen Weg, alle, ohne von ihrer Bahn abzuweichen. 8Keiner stößt den andern, ein jeder zieht seine eigene Straße; sogar auch durch Fenster stürzen sie und lassen sich nicht abbringen. 9Sie dringen in die Stadt ein, laufen auf den Mauern, erklimmen die Häuser, steigen durch die Fenster Dieben gleich ein. 10Vor ihnen her erzittert die Erde, erbeben die Himmel, Sonne und Mond verdunkeln sich und die Sterne verlieren ihren Glanz. 11Und der Herr lässt vor seinem Heere her seinen Donner erschallen, denn überaus groß ist sein Heerlager, gewaltig und sein Wort vollstreckend; denn groß ist der Tag des Herrn und überaus furchtbar, wer vermöchte ihn zu überstehen? 12Auch jetzt spricht der Herr: Kehret um zu mir von ganzem Herzen mit Fasten und Weinen und Wehklagen! 13Und zerreißet eure Herzen und nicht eure Kleider und bekehret euch zu dem Herrn, euerm Gott; denn er ist gnädig und barmherzig, geduldig und voller Güte und lässt sich des Übels gereuen. 14Wer weiß, er möchte wiederum verzeihen und Segen hinter sich zurücklassen, Speise- und Trankopfer für den Herrn, euern Gott? 15Stoßet in die Posaune auf Sion, haltet ein heiliges Fasten, berufet eine Zusammenkunft, 16versammelt das Volk, heiliget die Gemeinde, vereiniget die Ältesten versammelt Kinder und Säuglinge, der Bräutigam komme aus seiner Kammer und die Braut aus ihrem Brautgemache! 17Zwischen Vorhalle und Altar sollen die Priester, die Diener des Herrn, weinen und sprechen: Schone, Herr! schone deines Volkes und gib dein Erbe nicht der Beschimpfung preis, so dass die Völker über sie herrschen. Warum soll man unter den Völkern sagen: Wo ist ihr Gott? 18Da eiferte der Herr um sein Land und übte Schonung an seinem Volke. 19Und der Herr begann und sprach zu seinem Volke: Sehet, ich will euch Korn und Wein und Öl in Fülle spenden und euch nicht mehr zum Schimpfe werden lassen unter den Völkern. 20Den Feind von Mitternacht werde ich weit von euch wegtreiben und ihn in ein ödes und wüstes Land verstoßen, seinen Vortrab in das Ostmeer und seinen Nachtrab in das äußerste Meer stürzen und es soll Gestank sich von ihm erheben und Modergeruch von ihm aufsteigen, weil er so groß getan. 21Fürchte dich nicht, o Land! Frohlocke und freue dich! denn Herrliches vollbringt der Herr. 22Fürchtet euch nicht, ihr Tiere des Feldes! denn es grünen die schönen Triften, denn die Bäume tragen ihre Frucht, Feigenbaum und Weinstock geben ihren Ertrag. 23Auch ihr, Söhne Sions! Frohlocket und freuet euch in dem Herrn, euerm Gott, denn er gibt euch einen Lehrer der Gerechtigkeit und sendet euch Frühregen und Spätregen wie von Anbeginn hernieder. 24Es füllen sich die Tennen mit Getreide und die Keltern strömen über von Wein und Öl. 25Ich will euch Ersatz gewähren für die Jahre, welche Heuschrecken, Käfer, Kornbrand und Raupe gefressen haben, mein großes Heer, das ich wider euch entsandt habe. 26Dann werdet ihr vollauf zu essen haben und satt werden und sollt den Namen des Herrn, eures Gottes, loben, der Wunderbares an euch getan, und mein Volk soll nimmermehr zuschanden werden. 27Und ihr sollt inne werden, dass ich in Israels Mitte bin, bin ich doch der Herr, euer Gott, außer dem keiner ist, und auf ewig wird mein Volk nicht zuschanden werden. 28Darnach aber wird es geschehen: Ich werde meinen Geist über alles Fleisch ausgießen, eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, eure Greise Träume haben und eure Jünglinge Gesichte schauen. 29Ja, auch über meine Knechte und Mägde will ich in jenen Tagen meinen Geist ausgießen. 30Und ich werde Wunderzeichen am Himmel und auf der Erde erscheinen lassen, Blut und Feuer und Rauchsäulen. 31Die Sonne wird sich in Finsternis wandeln und der Mond in Blut, bevor der große und schreckliche Tag des Herrn kommt. 32Und es wird geschehen: Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden; denn auf dem Berge Sion und zu Jerusalem soll Rettung sein, wie der Herr gesprochen hat, und unter den Übriggebliebenen für die, welche der Herr beruft.

Joel 3

1Denn sehet, in jenen Tagen und zu jener Zeit, wenn ich die Gefangenschaft von Juda und Jerusalem wenden werde, 2werde ich alle Völker versammeln und sie in das Tal Josaphat hinabführen und daselbst werde ich mit ihnen ins Gericht gehen wegen meines Volkes und meines Erbes Israel, dass sie dieselben unter die Völker zerstreut und dass sie mein Land geteilt haben. 3Und über mein Volk haben sie das Los geworfen und die Knaben der Entehrung preisgegeben, die Mädchen aber für Wein verkauft, um zu zechen. 4Doch was habe ich mit euch, Tyrus und Sidon und ihr alle Landschaften der Philister? Wollt ihr etwa an mir Vergeltung üben? Wenn ihr euch an mir rächen wollt, so werde ich geschwind und eilends die Vergeltung auf euer Haupt zurückfallen lassen. 5Denn ihr habt mein Silber und Gold genommen und meine herrlichsten und schönsten Kleinode in eure Götzentempel gebracht. 6Und die Söhne Judas und Jerusalems habt ihr den Griechen verkauft, um sie weit wegzuschaffen von ihrem Lande. 7Sehet, ich werde machen, dass sie sich von dem Orte, wohin ihr sie verkauft habt, erheben, und werde die Vergeltung auf euer Haupt zurückfallen lassen. 8Ich werde eure Söhne und eure Töchter durch die Söhne Judas verkaufen, diese werden sie an die Sabäer verkaufen, ein fernes Volk, denn der Herr hat es gesprochen. 9Lasset dies unter den Völkern ausrufen: Führet einen heiligen Krieg, bietet die Helden auf, lasset alle Krieger heranrücken und zu Felde ziehen! 10Schmiedet eure Pflugscharen zu Schwertern um und eure Karste zu Lanzen, der Schwächling sage: Ich bin ein Held! 11Eilet und kommet, alle ihr Völker ringsum, und sammelt euch, dort wird der Herr deine Helden zu Boden strecken. 12Die Völker sollen sich aufmachen und hinziehen in das Tal Josaphat, denn dort will ich über alle Völker ringsum zu Gericht sitzen. 13Leget die Sichel an, denn die Ernte ist reif; kommt uns steiget herab, denn die Kelter ist angefüllt, es strömen die Kufen über, denn ihre Bosheit ist übergroß geworden. 14Völker über Völker im Tale der Entscheidung, denn nahe ist der Tag des Herrn im Tale der Entscheidung. 15Sonne und Mond haben sich verfinstert und die Sterne haben ihren Glanz zurückgezogen. 16Und der Herr wird brüllen von Sion her und seine Stimme erschallen lassen aus Jerusalem, so dass Himmel und Erde erbeben; der Herr aber ist die Hoffnung seines Volkes und der Hort der Söhne Israels. 17Da sollt ihr inne werden, dass ich der Herr, euer Gott, bin, der auf Sion, meinem heiligen Berge, wohnt, und Jerusalem wird heilig sein und kein Fremder wird es mehr durchziehen. 18Zu jener Zeit werden die Berge Süßigkeit träufeln und die Hügel von Milch fließen und in allen Bächen Judas wird Wasser strömen, eine Quelle wird vom Hause des Herrn ausgehen und das Tal der Dornen tränken. 19Ägypten wird zur Wüste werden und Idumäa zur wüsten Steppe, weil sie Frevel gegen die Söhne Judas verübt und unschuldiges Blut in seinem Lande vergossen haben. 20Judäa aber wird immerdar bewohnt werden und Jerusalem von Geschlecht zu Geschlecht. 21Und ich werde ihr Blut sühnen, welches ich noch nicht gesühnt habe, und der Herr wird auf Sion wohnen.

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