Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).
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Hosea 8
1An deine Kehle die Posaune! Wie ein Adler stürzt er auf das Haus des Herrn, weil sie meinen Bund übertreten und gegen mein Gesetz gefrevelt haben. 2Sie rufen mich an: Mein Gott! wir, Israel, kennen dich! 3Israel verwarf das Gute, der Feind soll es verfolgen. 4Sie haben Könige gewählt, doch nicht nach meinem Willen, Fürsten, doch ich wusste nichts von diesen; ihr Silber und Gold machten sie sich zu Götzenbildern, auf dass sie zugrunde gingen. 5Verworfen ist dein Kalb, Samaria! mein Zorn ist ergrimmt über sie, bis wann noch vermögen sie nicht rein zu werden? 6Ja, von Israel kommt auch dieses her; ein Künstler hat es gemacht, aber ein Gott ist es nicht; ja, zu Spinnengeweben soll das Kalb Samarias werden. 7Denn Wind säen sie und Sturmwind werden sie ernten; kein Halm treibt daselbst und die Saat gibt kein Mehl; sollte sie aber etwas geben, so werden es Fremde verzehren. 8Verschlungen ist Israel, schon ist es unter den Völkern geworden wie ein unreines Gefäß. 9Denn sie sind nach Assur hingezogen, ein ungeselliger Waldesel, Ephraim gab den Buhlen Geschenke. 10Aber wenn sie auch die Völker jetzt um Lohn anwerben sollten, so werde ich sie doch zusammentreiben, sie sollen ein wenig von der Last des Königs und der Fürsten rasten. 11Denn Ephraim hat viele Altäre zu seiner Verschuldung gebaut, die Altäre sind ihm zur Versündigung geworden. 12Mochte ich ihnen meine Gesetze vielfältig vorschreiben, wie etwas Fremdartiges wurden sie geachtet. 13Sie mögen Opfer darbringen, Fleisch schlachten und es essen, aber der Herr wird es nicht annehmen; nun wird er ihrer Verschuldung gedenken und ihre Sünden heimsuchen und sie werden sich wieder nach Ägypten wenden. 14Israel hat seines Schöpfers vergessen und Götzentempel gebaut, Judas hat die festen Städte gemehrt; so will ich denn Feuer wider seine Städte entsenden, das seine Paläste verzehren soll.
Hosea 9
1Freue dich nicht, Israel frohlocke nicht gleich den Völkern; denn buhlend hast du deinen Gott verlassen, hast Buhllohn geliebt auf allen Weizentennen. 2Tenne und Keller sollen sie nicht nähren und der Wein wird sie trügen. 3Nicht sollen sie im Lande des Herrn wohnen bleiben, Ephraim muss wieder nach Ägypten zurückkehren und in Assyrien Unreines essen. 4Nicht werden sie dem Herrn Wein spenden und nicht ihm wohlgefallen, ihre Schlachtopfer werden wie Trauerspeise sein; alle, die davon essen, werden sich verunreinigen, denn ihre Speise wird nur ihren Hunger stillen und nicht in das Haus des Herrn kommen. 5Was werdet ihr am Tage des Festes tun, am Feiertage des Herrn? 6Denn sie sind fortgewandert ob der Verwüstung, Ägypten wird sie sammeln, Memphis sie begraben, ihr kostbares Silber wird der Nessel zuteil und ihre Hütten der Klette. 7Gekommen sind die Tage der Heimsuchung, gekommen die Tage der Vergeltung. Erkennet es, Israel! Ein Tor ist der Prophet, ein Wahnsinniger der Mann des Geistes, ob der Menge deiner Verschuldungen und der Größe deiner Torheit. 8Ephraim hatte Wächter von meinem Gott, der Prophet ist zum Fallstricke geworden auf allen seinen Wegen, Wahnwitz ist im Hause seines Gottes. 9In schwere Sünden sind sie versunken wie in den Tagen von Gabaa, darum wird er ihrer Schuld gedenken und ihre Sünden heimsuchen. 10Gleich Trauben in der Wüste fand ich Israel, gleich Frühfeigen auf des Feigenbaumes Wipfel sah ich ihre Väter; sie aber gingen zu Beelphegor, wendeten sich ab der Schande zu und wurden zum Greuel wie das, was sie liebten. 11Ephraim, wie ein Vogel davonfliegt, so wird seine Herrlichkeit verschwinden von der Geburt an, aus dem Mutterschoße, ja von der Empfängnis an. 12Und wenn sie auch ihre Söhne großziehen sollten, so werde ich sie kinderlos machen unter den Menschen; ja, wehe ihnen, wenn ich mich von ihnen wende. 13Ephraim, wie ich es ersah, war in Pracht gegründet gleich Tyrus; Ephraim führt seine Kinder dem Würger zu. 14Gib ihnen, Herr! Was sollst du ihnen geben? Gib ihnen einen unfruchtbaren Mutterschoß und trockene Brüste! 15Voll ward ihre Bosheit in Galgal, denn daselbst ward ich ihnen feind. Um der Bosheit ihres Treibens willen will ich sie aus meinem Hause verstoßen, nicht will ich ihnen mehr Liebe zeigen, alle ihre Fürsten sind Abtrünnige. 16Gefällt ist Ephraim, seine Wurzel verdorrt, nimmermehr werden sie Frucht tragen. Denn wenn sie auch Kinder zeugen sollten, so werde ich die geliebteste Frucht ihres Leibes töten. 17Verstoßen wird sie mein Gott, denn sie haben nicht auf ihn gehört, und sie werden unstet umherirren unter den Völkern.
Hosea 10
1Ein üppiger Weinstock war Israel und seine Frucht war ihm gleich, aber so zahlreich seine Früchte waren, so viele Altäre baute es, so fruchtbar sein Land war, so zahlreich machte es seine Götzen. 2Geteilt ist ihr Herz, nunmehr werden sie zugrunde gehen; Er wird ihre Götzen zerbrechen, ihre Altäre verheeren. 3Dann werden sie sagen: Wir haben keinen König, denn den Herrn fürchteten wir nicht und ein König, was sollte er uns? 4Redet nur Worte nichtiger Traumgesichte, schließt Bündnisse ab; wie Bitterkraut in den Ackerfurchen wird das Gericht ausschließen. 5Die Kühe Bethavens verehren die Einwohner Samarias; ja, sein Volk und seine Priester, die frohlockten, als sie noch herrlich war, werden trauern, dass die Herrlichkeit es verlassen. 6Wohl wird auch das Kalb nach Assur gebracht als Geschenk für den König Rächer, Scham wird Ephraim bedecken und Israel wird zuschanden ob seines Ratschlages. 7Samaria hat bewirkt, dass sein König dahinschwand, wie der Schaum auf der Wasserfläche. 8Zerstört werden die Götzenhöhen, Israels Sünde; Kletten und Disteln werden auf ihren Altären aufwuchern und sie werden zu den Bergen sprechen: Bedecket uns! Und zu den Hügeln: Fallet auf uns! 9Seit den Tagen Gabaas hat Israel gesündigt, darin sind sie verblieben; nicht wird sie ein Kampf treffen, wie der in Gabaa gegen die Kinder des Frevels. 10Nach meiner Lust will ich sie züchtigen, die Völker sollen sich wider sie versammeln, wenn sie ihrer doppelten Verschuldung halber Strafe erdulden. 11Ephraim ist eine junge Kuh, gewöhnt gern zu dreschen; doch ich will hinfahren über die Schönheit seines Halses, mich setzen auf Ephraim, ackern soll Juda, eggen soll sich Jakob. 12Säet euch in Gerechtigkeit und erntet nach dem Maße des Erbarmens, brechet euch ein neues Feld um; denn es ist Zeit, den Herrn zu suchen, der, wenn er kommt, euch Gerechtigkeit lehren wird. 13Ihr habt Gottlosigkeit gepflügt, Ungerechtigkeit geerntet, die Frucht der Lüge genossen; denn du setztest dein Vertrauen auf deinen Wandel, auf die Menge deiner Helden. 14Kriegsgetümmel wird sich wider dein Volk erheben und alle deine Festen werden zerstört, wie Salmana zerstört ward vom Hause dessen, der den Baal am Tage der Schlacht gerichtet, als die Mutter samt den Kindern zerschmettert ward. 15Dies wird er euch, Bethel, tun, um eures großen Frevels willen.
Hosea 11
1Wie der Morgen vergeht, wird der König von Israel dahingehen. Da Israel jung war, liebte ich es, aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen. 2Rief man ihnen, so entfernten sie sich umso mehr von denselben; sie opferten den Baalen und brachten den Götzenbildern Räucheropfer dar. 3Ich aber war wie ein Nährvater für Ephraim und trug sie auf meinen Armen, doch sie erkannten es nicht, dass ich sie heilte. 4Mit menschlichen Banden zog ich sie, an Fesseln der Liebe; ich war gegen sie wie einer, der das Joch an ihren Kinnladen löst, und reichte ihm Nahrung dar. 5Nicht sollen sie in das Land Ägypten zurückkehren, sondern Assur soll ihr König werden, weil sie nicht umkehren wollten. 6Das Schwert wird beginnen bei seinen Städten, seine Auserwählten verzehren und seine Häupter fressen. 7Mein Volk wird harren auf meine Rückkehr, doch wird ihnen ein Joch zumal auferlegt, das nimmer hinweggenommen werden soll. 8Wie soll ich dich preisgeben, o Ephraim? Dich schützen, o Israel? Wie soll ich dich preisgeben wie Adama, dir tun wie Seboim? Mein Herz ist in mir umgewandelt und zugleich ist mein Mitleid erregt. 9Nicht will ich meinen grimmigen Zorn auslassen, nicht daran gehen, Ephraim zu verderben; denn ich bin Gott und nicht ein Mensch, der heilige in deiner Mitte, und ich dringe nicht in die Stadt. 10Dem Herrn werden sie folgen, er wird gleich einem Löwen brüllen; ja, er wird brüllen und es werden sich die Söhne der Meeresgegend fürchten. 11Sie werden wegfliegen wie Vögel aus Ägypten und wie Tauben aus dem Land der Assyrier dann werde ich sie in ihren Häusern wohnen lassen, spricht der Herr. 12Von allen Seiten hat Ephraim mich mit Verleugnung umgeben und das Haus Israel mit Trug, Juda aber wandelte einher als Zeuge mit Gott und mit den Heiligen als Getreuer.
Hosea 12
1Ephraim weidet Sturmwind und jagt dem Glutwinde nach, den ganzen Tag häuft es Lüge und Verheerung, mit den Assyriern schließt es ein Bündnis und nach Ägypten führt es Öl. 2Darum geht der Herr ins Gericht mit Juda, sucht Jakob heim, nach seinem Wandel und nach seinem Tun wird er ihm vergelten. 3Im Mutterleibe überlistete Jakob seinen Bruder und in seiner Stärke rang er mit dem Engel. 4Ja, er obsiegte über den Engel und war überlegen, er weinte und flehte zu ihm, in Bethel fand er ihn und daselbst sprach er mit uns. 5Der Herr, der Gott der Heerscharen, der Herr ist sein Ruhmesname. 6So wende dich auch zu deinem Gott, bewahre Barmherzigkeit und Recht und hoffe auf deinen Gott allezeit! 7Kanaan, in seiner Hand ist betrügerische Waage, er liebt Bedrückung. 8Und Ephraim sprach: Bin ich doch reich geworden, habe einen Götzen für mich gefunden, in allem, was ich mir erworben, kann man mir kein Unrecht nachweisen, das ich begangen. 9Ich aber bin der Herr, dein Gott, vom Lande Ägypten her; ich will dich auch ferner in Hütten wohnen lassen, wie zur Festzeit. 10Ich habe zu den Propheten gesprochen, ich habe ihnen zahlreiche Gesichte gegeben und habe durch die Propheten in Gleichnissen geredet. 11War zu Galaad ein Götze, so opferten jene in Galgal umsonst dem Kalbe; denn auch ihre Altäre sind gleich Steinhaufen an den Ackerfurchen. 12Geflohen ist Jakob in Syriens Land und Israel diente um ein Weib, um ein Weib hütete er. 13Doch durch einen Propheten hat der Herr Israel aus Ägypten geführt und durch einen Propheten ward es behütet. 14Ephraim hat mich zum Zorne gereizt durch seine bitteren Kränkungen; darum wird seine Blutschuld über ihn kommen und seine Schande wird ihm sein Herr vergelten.
Hosea 13
1Wenn Ephraim nur redete, fiel Schrecken auf Israel, doch es verschuldete sie durch Baal und ward des Todes! 2Und jetzt fahren sie fort zu sündigen, sie haben sich ein Gussbild aus ihrem Silber gemacht, ein Götzenbild, ein Gebilde von Künstlern ist das Ganze, und von diesen sagen sie: Opfert Menschen, ihr Kälberanbeter. 3Deswegen werden sie dem Morgengewölk gleich werden und dem Frühtau, der verschwindet wie Staub, welchen der Sturmwind von der Tenne wegrafft, und wie Rauch, der durch den Rauchfang abzieht. 4Ich aber bin der Herr, dein Gott, vom Lande Ägypten her; einen Gott außer mir kennst du nicht, wie auch kein Retter ist außer mir. 5Ich war es, der dich in der Wüste kannte, im Lande der Öde. 6Da sie weideten, füllten sie sich an und wurden satt, es erhob sich ihr Herz und sie vergaßen mein. 7Da ward ich gegen sie wie eine Löwin, wie ein Panther auf dem Wege nach Assyrien. 8Ich will sie überfallen wie eine Bärin, der die Jungen geraubt sind, ihre Eingeweide zerreißen und sie daselbst verzehren wie ein Löwe, das Wild des Feldes soll sie zerfleischen. 9Dein eigen Verderben bist du, Israel! Nur bei mir ist Hilfe für dich. 10Wo ist denn nun dein König? Besonders jetzt schaffe er dir Rettung in allen deinen Städten! Wo sind deine Richter? von denen du gesagt: Gib mir einen König und Fürsten! 11Ich will dir einen König in meinem Grimm geben und wieder hinwegnehmen in meinem Zorne. 12Wohl aufbewahrt ist Ephraims Missetat, geborgen seine Sünde. 13Wehen einer Gebärenden werden ihn erfassen, er gleicht einem unverständigen Kinde, nicht wird er nun bei dem Untergange seiner Kinder bestehen. 14Aus der Hand des Todes will ich sie befreien, vom Tode sie loskaufen; ich will dein Tod sein, o Tod! Ich will dein Biss sein, Totenreich! Tröstung ist vor meinen Augen verborgen. 15Weil Ephraim die Brüder entzweit, wird der Herr einen Glutwind aus der Wüste daherkommen lassen, der seine Adern austrocknen und seinen Born versiegen machen wird, und jener wird die Schätze aller Kostbarkeiten rauben.
Hosea 14
1Samaria wird zugrunde gehen, weil es seinen Gott zum Zorne gereizt; durch das Schwert werden sie umkommen, ihre Kinder sollen zerschmettert, ihre Schwangern aufgeschlitzt werden. 2Bekehre dich, Israel! Zu dem Herrn, deinem Gott, denn du bist zum Fall gekommen durch deine Verschuldung. 3Nehmet reuige Worte mit euch und bekehret euch zu dem Herrn und sprechet zu ihm: Nimm hinweg alle Verschuldung, nimm das Gute an, so wollen wir die Farren unserer Lippen darbringen. 4Assur kann nicht unsere Hilfe sein, wir wollen nicht auf Rosse steigen noch ferner sagen: Die Werke unserer Hände seien unsere Götter; denn du erbarmst dich der Waise, die auf dich vertraut. 5Ich will ihre Wunden heilen, sie aus freiem Antriebe lieben, denn mein Zorn hat sich von ihnen abgewendet. 6Ich will wie der Tau sein, Israel soll gleich einer Lilie blühen und seine Wurzeln ausbreiten wie der Libanon. 7Seine Zweige sollen sich ausbreiten, seine Pracht dem Ölbaume gleichen und sein Duft dem des Libanon. 8Wieder werden sie unter seinem Schatten wohnen, vom Weizen leben und wie der Weinstock blühen, sein Ruhm soll dem Wein des Libanon gleichen. 9O Ephraim! Was sollen mir fortan die Götzen? Ich werde ihn erhören, ich werde ihn ziehen wie eine grünende Tanne, aus mir soll an dir deine Frucht erfunden werden. 10Wer ist weise, dass er dieses versteht? Wer einsichtsvoll, dass er dies erkennt? Ja, gerade sind die Wege des Herrn und Gerechte wandeln auf ihnen aber die Übertreter kommen auf ihnen zu Falle.